Neu­gier ist der Schlüs­sel zum Er­folg

ERFOLG Magazin - - Editorial -

Das nächs­te Heft er­scheint am 19. Dez. 2018

Vor kur­zem ha­be ich mein Zeug­nis aus der zehn­ten Klas­se im Tre­sor wie­der­ge­fun­den. Es war ein Re­al­schul­zeug­nis mit schlech­ten No­ten. In Che­mie war ich so­gar so schlecht, dass es nicht be­no­tet wer­den konn­te. Es wä­re wohl ei­ne sie­ben ge­wor­den. Ich ge­be zu, dass ich ein se­lek­ti­ver Typ bin: Din­ge, die mich nicht in­ter­es­sie­ren, blen­de ich aus. Ich ha­be das Zeug­nis auf Face­book und Ins­ta­gram ver­öf­fent­licht und woll­te wis­sen, wem es ähn­lich ging. Ich war er­staunt. Vie­le sehr er­folg­rei­che Men­schen hat­ten schlech­te Zeug­nis­se. Kur­ze Zeit spä­ter hat­te ich ein Tref­fen mit dem Star-in­ves­tor Frank The­len. Auch er er­zähl­te mir, dass sei­ne schu­li­schen Leis­tun­gen schlecht wa­ren. In ei­nem Ma­nage­ment­buch las ich spä­ter, dass tat­säch­lich ei­ne Viel­zahl von CE­OS der For­tu­ne 500 Un­ter­neh­men schlech­te Schü­ler wa­ren.

Der Fakt lässt sich al­so nicht ab­strei­ten, dass schu­li­sche Leis­tun­gen für den be­ruf­li­chen Er­folg zu­min­dest nicht in ers­ter Li­nie re­le­vant sind. Ab­ge­se­hen von die­ser Tat­sa­che hat mich aber doch in­ter­es­siert, war­um oft die­je­ni­gen mit den schlech­tes­ten No­ten die wert­volls­ten Un­ter­neh­men auf­bau­en. Ich glau­be, es hat mit Neu­gier zu tun. Wenn Sie wis­sen, dass Sie et­was nicht wis­sen, es aber wis­sen wol­len, müs­sen Sie neu­gie­rig sein. Wenn Sie et­was nicht wis­sen, müs­sen Sie sich an die Ar­beit ma­chen, es her­aus­zu­fin­den. An­ders wer­den Sie nicht zur Lö­sung ge­lan­gen. Das Ge­gen­teil ist ei­ne Fal­le. Wenn Sie glau­ben, al­les be­reits zu wis­sen, hö­ren Sie au­to­ma­tisch auf, nach mög­li­chen Lö­sun­gen zu su­chen. Sie tra­gen Scheu­klap­pen und blen­den die Chan­cen um sich her­um aus. Sind Sie je­doch neu­gie­rig und wiss­be­gie­rig, dann sind Sie sen­si­bi­li­siert und höchst emp­fäng­lich für ver­schie­de­ne Lö­sun­gen. Wir al­le ha­ben schon ge­hört, dass nicht nur ein Weg nach Rom führt. Al­so soll­ten wir stets in­fra­ge stel­len, ob die Lö­sung, die wir uns zu­recht ge­legt ha­ben, wirk­lich die ein­zi­ge ist. Ich glau­be so­gar, Pro­ble­me ma­chen das Le­ben erst le­bens­wert, weil sie uns zwin­gen, das Le­ben aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln zu be­trach­ten. Die­ser Weg führt uns oft zu un­se­ren glück­lichs­ten Mo­men­ten.

Glück­li­che Mo­men­te wün­sche ich Ih­nen mit die­ser neu­en Aus­ga­be, aber auch im gan­zen Le­ben.

Ihr Ju­li­en Back­haus

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