Schutz­klei­dung rich­tig pfle­gen

Feuerwehr-Magazin - - In­halt - Text und Fo­tos: Ti­mo Jann, Feu­er­wehr-ma­ga­zin-au­tor [1171]

Fal­sche oder zu sel­te­ne Wä­sche kann zu un­sicht­ba­ren Schä­den an der Schutz­klei­dung füh­ren. Kommt es dann beim In­nen­an­griff zu ei­ner Durch­zün­dung, kann die Fa­ser ih­re Schutz­wir­kung nicht voll ent­fal­ten. Dem Trä­ger dro­hen Ver­bren­nun­gen. Mit dem Ther­mo­man zeigt Du­pont, was Schutz­be­klei­dung aus­hal­ten kön­nen muss. Wir ge­ben Tipps zur Pfle­ge von Ja­cken und Ho­sen.

Es ist 2.08 Uhr, als die Mel­de­emp­fän­ger die Ein­satz­kräf­te ei­ner frei­wil­li­gen Feu­er­wehr vor den To­ren Ham­burgs aus dem Schlaf rei­ßen. St­un­den­lang kämp­fen die Kräf­te ge­gen ei­nen Groß­brand an, bei dem – wie spä­ter ein Gut­ach­ten er­gibt – As­best­fa­sern aus der un­ter der Hit­ze ge­platz­ten Dach­ein­de­ckung aus Fa­ser­ze­ment­plat­ten frei­ge­setzt wer­den. Glück­li­cher­wei­se ahnt der Ein­satz­lei­ter be­reits et­was von der Ge­fahr, lässt nach Ein­satz­en­de die Schutz­klei­dung der Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger luft­dicht ver­pa­cken. Doch wo­hin mit den Sa­chen? Gibt es ei­ne zer­ti­fi­zier­te Rei­ni­gung? Ha­ben Ja­cken und Ho­sen nach ei­ner Rei­ni­gung noch ih­re vol­le Schutz­wir­kung für die Trä­ger? Ver­bind­li­che Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen zu er­hal­ten, ist für die Ver­ant­wort­li­chen sehr schwie­rig.

Seit über 40 Jah­ren ver­wen­den Kon­fek­tio­nä­re Fa­sern aus Ara­mid, um Schutz­klei­dung für Feu­er­wehr­leu­te her­zu­stel­len. Ei­ne der be­kann­tes­ten Fa­sern ist das von Du­pont

Die rich­ti­ge Pfle­ge ist ent­schei­dend, da­mit mo­der­ne Ein­satz­klei­dung bei ei­ner Durch­zün­dung ih­re vol­le Wir­kung zum Schutz vor Hit­ze und Flam­men ent­fal­ten kann. Wer falsch wäscht, ris­kiert schlim­me Ver­bren­nun­gen, soll­te der Trä­ger im In­nen­an­griff über­rascht wer­den.

mit der ent­spre­chen­den Do­sier­an­la­ge und ge­schul­tem Per­so­nal“, sagt sie.

Ein­satz­klei­dung auf kei­nen Fall zu Hau­se wa­schen

Mie­le bie­tet ent­spre­chen­de Wasch­ma­schi­nen an. „Bei der Schutz­be­klei­dung von Feu­er­weh­ren gilt das­sel­be wie im Ein­satz: Schnel­lig­keit und Fle­xi­bi­li­tät sind ge­fragt, wenn es um die Rei­ni­gung und Pfle­ge der Ho­sen und Ja­cken geht“, be­rich­tet Mie­leSpre­che­rin An­ke Schlä­ger. Nur 2,5 St­un­den dau­ert es, die Schutz­klei­dung mit Wasch­ma­schi­nen und Trock­nern von „Mie­le Pro­fes­sio­nal“sau­ber zu be­kom­men, zu trock­nen und ge­ge­be­nen­falls neu zu im­prä­gnie­ren. „Gleich­zei­tig sorgt die­se Be­hand­lung für die ma­xi­ma­le Scho­nung“, so An­ke Schlä­ger.

„Aber auch die Vor­be­rei­tung vor dem Wasch­vor­gang ist wich­tig“, be­tont Michae­le Wer­ne­cke. „Nach der Be­ar­bei­tung prü­fen wir die Be­klei­dung auf Funk­ti­ons­fä­hig­keit, das heißt, ob die Re­flex­strei­fen die nö­ti­ge Leucht­kraft auf­wei­sen, dass kei­ne Schä­den an den Mem­bra­nen ent­stan­den sind und, und, und“, be­rich­tet sie.

Die Mie­le-wasch­ma­schi­nen bie­ten Platz für bis zu fünf Schutz­an­zü­ge. „Mit spe­zi­el­len Pro­gram­men pas­sen sich die Ma­schi­nen al­len An­for­de­run­gen auf der Feu­er­wa­che an. Ex­tra-pro­gram­me gibt es auch für Ret­tungs­de­cken, Schutz­mas­ken oder Uni­for­men“, so An­ke Schlä­ger.

Michae­le Wer­ne­cke weist auf die Ge­fahr hin, dass es durch das Pfle­gen, Wa­schen und Rei­ni­gen der Schutz­klei­dung im pri­va­ten Haus­halt zu Ver­schlep­pung von Kei­men kom­men kann. Die Feu­er­wehr­leu­te ge­hen da­mit ein nicht zu ver­tre­ten­des In­fek­ti­ons­ri­si­ko ein.

Ver­dreck­te Klei­dung kein Zei­chen für Hel­den­tum

Zum ein­gangs er­wähn­ten Fall fand sich üb­ri­gens fol­gen­de Lö­sung: Die Bür­ger­meis­te­rin der Kle­in­stadt küm­mer­te sich per­sön­lich um die Sa­che und mach­te ei­ne Tex­til- rei­ni­gung aus­fin­dig. Bei den Ein­satz­kräf­ten blieb den­noch die Sor­ge, ob wirk­lich al­le As­best­fa­sern aus­ge­wa­schen wur­den und ob die Schutz­be­klei­dung im Not­fall noch ih­re vol­le Wir­kung ent­fal­ten wird. Da ein Fach­be­trieb aus­ge­wählt wur­de, soll das der Fall sein. „Na­tür­lich muss be­rück­sich­tigt wer­den, ob es ein nor­ma­ler Brand war oder ein Brand in ei­nem Ge­bäu­de, wo zum Bei­spiel As­best ver­baut wor­den ist. Da ist die Feu­er­wehr sen­si­bi­li­siert, dass die­se Be­klei­dung ge­son­dert ver­packt und be­schrif­tet ist, wenn sie von uns ab­ge­holt wird. Wir tra­gen auch die Ver­ant­wor­tung für un­se­re Mit­ar­bei­ter und müs­sen die­se eben­falls schüt­zen“, sagt Michae­le Wer­ne­cke.

Es ist üb­ri­gens nach­weis­lich kein Zei­chen von Hel­den­tum, mit ver­dreck­ter Schutz­klei­dung – das gilt auch für den Helm – her­um­zu­lau­fen. Die­se Spu­ren, die man sich bei Ein­sät­zen „ver­dient“hat, wa­schen auf­ge­klär­te Feu­er­wehr­leu­te um­ge­hend ab. Denn Brand­gase sind zum Groß­teil Krebs er­re­gend und ent­spre­chend ge­fähr­lich.

Mit­ar­bei­ter von Du­pont zie­hen dem Ther­mo­Man ei­nen kom­plet­ten Schutz­an­zug an, um des­sen Ver­hal­ten bei ei­ner Flam­men­be­auf­schla­gung zu de­mons­trie­ren.

Klas­se Lö­sung: Durch ei­nen spe­zi­el­len Schacht kann in der Haupt­feu­er­wa­che Ratingen ge­tra­ge­ne Ein­satz­klei­dung des Ret­tungs­diens­tes di­rekt in den Raum be­för­dert wer­den, wo die Roll­con­tai­ner für die Wä­sche­rei ste­hen. Fo­tos (3): He­ge­mann

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