Klei­ne Ex­pe­ri­men­te 22: Ganz ge­löst

Ver­meint­lich harm­lo­se Flüs­sig­kei­ten kön­nen fa­ta­le Re­ak­tio­nen aus­lö­sen, wenn sie mit be­stimm­ten Stof­fen in Be­rüh­rung kom­men. Die­ses klei­ne Ex­pe­ri­ment zeigt, wie schnell bei­spiels­wei­se Ace­ton Sty­ro­por auf­löst.

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text und Fo­to: Dr. Stef­fen Pat­zelt, Feu­er­wehr-aus­bil­der [1016]

Wir­kung von Lö­sungs­mit­teln auf Kunst­stof­fe. Be­stän­dig­keit von Schutz­aus­rüs­tung. Be­stän­dig­keits­lis­te. Als Ma­te­ri­al wer­den für un­ser klei­nes Ex­pe­ri­ment ein Mar­me­la­den­glas, Ace­ton (aus dem Bau­markt), Sty­ro­por­stü­cke und Schutz­hand­schu­he be­nö­tigt. Si­cher­heits­hin­weis: Beim Um­gang mit Ace­ton un­be­dingt Schutz­hand­schu­he ver­wen­den!

Das Mar­me­la­den­glas wird zur Hälf­te mit Ace­ton ge­füllt. An­schlie­ßend wer­den Sty­ro­por­stü­cke ins Glas ge­ge­ben. So­bald die­se mit dem Ace­ton in Kon­takt kom­men, löst sich das Sty­ro­por in­ner­halb kur­zer Zeit auf. Da­bei stei­gen im­mer wie­der Gas­bläs­chen auf. Zu­rück bleibt im Glas ei­ne mil­chi­ge Sub­stanz. Sty­ro­por­stü­cke kön­nen mehr­fach nach­ge­legt wer­den. Auch die nach­ge­leg­ten Tei­le lö­sen sich auf.

Sty­ro­por ist ein Kunst­stoff, der aus lang­glied­ri­gen Po­ly­sty­rol­ket­ten be­steht. Die­se sind auf­ge­schäumt, wes­halb Sty­ro­por so leicht und auch ein gu­tes Dämm­ma­te­ri­al ist. Beim Kon­takt mit dem Lö­sungs­mit­tel Ace­ton wer­den die lan­gen Mo­le­kül-ket­ten auf­ge­bro­chen und die Fes­tig­keit des Kunst­stoffs geht ver­lo­ren. Das bis­lang im Kunst­stoff ent­hal­te­ne Gas wird frei­ge­setzt, wes­halb im­mer wie­der Bläs­chen auf­stei­gen. Da ein Groß­teil des Sty­ro­pors aus Gas be­steht, las­sen sich gro­ße Vo­lu­men in das klei­ne Mar­me­la­den­glas fül­len.

Schein­bar harm­lo­se Che­mi­ka­li­en kön­nen star­ke Aus­wir­kun­gen auf an­de­re Stof­fe ha­ben. Im Ge­fahr­gu­t­ein­satz wer­den des­halb so­ge­nann­te Be­stän­dig­keits­lis­ten ver­wen­det, die Aus­kunft dar­über ge­ben, wel­che Ma­te­ria­li­en für den Um­gang mit ei­ner be­stimm­ten Che­mi­ka­lie ge­eig­net sind. Den Lis­ten lässt sich auch ent­neh­men, wie lan­ge bei­spiels­wei­se Che­mi­ka­li­en­schutz­an­zü­ge (CSA) beim Kon­takt mit dem Stoff si­cher sind. Star­ke Lö­sungs­mit­tel wie das Ace­ton stel­len beim Ein­satz von CSA ei­ne gro­ße Be­las­tungs­pro­be für das An­zugs­ma­te­ri­al dar.

Sty­ro­por löst sich in ei­nem mit Ace­ton ge­füll­ten Mar­me­la­den­glas sehr schnell auf.

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