Ein haa­ri­ges Pro­blem

Son­der­heft Atem­schutz

Feuerwehr-Magazin - - Briefe - Man­fred Gihl, 22089 Ham­burg

So um­fas­send und in­for­ma­tiv ist die­ses wich­ti­ge The­ma seit Jah­ren nicht mehr be­han­delt wor­den. Ih­rem Au­to­ren-team ist un­ter Ih­rer re­dak­tio­nel­len Lei­tung ein be­deu­ten­des Werk ge­lun­gen. Ich ha­be es als „al­ter Pen­sio­när“sehr auf­merk­sam stu­diert. Be­son­de­res In­ter­es­se fand bei mir der Ab­schnitt 3.5 „Ein Haa­ri­ges Pro­blem“. Es ist gut und rich­tig, ja aus mei­ner Sicht not­wen­dig, dass an die­ser Stel­le noch­mals auf die ent­spre­chen­de Feu­er­wehrDi­enst­vor­schrift und ein­schlä­gi­ge Län­derVor­schrif­ten („Haar- und Bart-er­lass“) hin­ge­wie­sen wird. Haa­re im Be­reich des Dicht­rah­mens sind ab­so­lut ver­bo­ten! Das scheint bei ei­ni­gen Füh­rungs­kräf­ten in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten zu sein.

Fol­gen­des fiel mir im Feu­er­wehr-ma­ga­zin da­zu auf: In der Aus­ga­be 6, Sei­te 72, ist die Mann­schaft der FF Soln­ho­fen ver­sam­melt. Min­des­tens sechs An­ge­hö­ri­ge tra­gen Bär­te, die sie als Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger un­taug­lich ma­chen und so­mit ih­re Ver­wen­dung als An­griff­s­trupp aus­schlie­ßen. In der­sel­ben Aus­ga­be ist auf Sei­te 90 ein An­griff­s­trupp der FF Ne­ritz ab­ge­bil­det, von de­nen ei­ner of­fen­sicht­lich Bart­trä­ger ist – als An­griff­s­trupp­mann!

Un­an­ge­bracht ist auch die Wer­bung in Aus­ga­be 7 auf Sei­te 7. Das ganz­sei­ti­ge Por­trait­fo­to zeigt ei­nen na­ment­lich ge­nann­ten Feu­er­wehr­mann mit aus­ge­dehn­tem Ba­cken- und Kinn­bart. Die­ser eh­ren­wer­te Feu­er­wehr­mann kann kein Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger sein und hät­te von der Wer­be­fir­ma (si­cher aus Un­kennt­nis) nicht als Vor­bild aus­ge­wählt wer­den sol­len. Lei­der ist auch das im Üb­ri­gen äu­ßerst ge­lun­ge­ne Son­der­heft (sie­he oben) nicht ganz vor­bild­lich: auf Sei­te 94 sieht man eben­falls ei­nen Bart­trä­ger.

Wes­halb ich Ih­nen das al­les schrei­be? Wäh­rend mei­ner ak­ti­ven Zeit be­schäf­tig­te uns in Deutsch­land das The­ma „Bär­te“sehr in­ten­siv und ei­ni­ge Bart­trä­ger muss­ten mü­he­voll über­zeugt wer­den, dass ih­re Per­sön­lich­keits­rech­te in die­sem Fall im In­ter­es­se der ei­ge­nen Si­cher­heit hint­an­zu­stel­len sind. An die­ser Not­wen­dig­keit hat sich bis heu­te nichts ge­än­dert.

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