Last­esel mit E-an­trieb

Ei­gent­lich soll­te nur ein ein­fa­cher Wa­gen für den Schaum­mit­tel­trans­port ent­wi­ckelt wer­den. Doch letzt­lich ist der ERC, der elek­trisch an­ge­trie­be­ne Roll­con­tai­ner ent­stan­den. Wir ha­ben ihn aus­pro­biert.

Feuerwehr-Magazin - - Produkte - Text: Jan-erik He­ge­mann, Chef­re­dak­teur Feu­er­wehr-ma­ga­zin Fo­tos: Günz­bur­ger Steig­tech­nik

Bis zu ei­ner Ton­ne Zu­la­de­ka­pa­zi­tät und ei­ne Stell­flä­che von 1.300 mal 850 Mil­li­me­ter ma­chen den ERC zu ei­nem Trans­por­tall­roun­der“, er­klärt Fer­di­nand Munk, Ge­schäfts­füh­rer der Fir­ma Günz­bur­ger Steig­tech­nik. Der Stolz ist dem Fir­men­in­ha­ber an­zu­se­hen. Das Un­ter­neh­men aus Günz­burg an der Do­nau hat da­mit Neu­land be­tre­ten. Lei­tern, Über­stie­ge, Ret­tungs­büh­nen, Trans­port­bo­xen und Roll­con­tai­ner fer­ti­gen Munks Leu­te seit nun­mehr 117 Jah­ren. Aber ei­nen Elek­tro­an­trieb hat­ten sie zu­vor noch nie ver­baut.

Und die Ent­wick­ler hät­ten sich vi­el­leicht auch noch nicht da­mit be­schäf­tigt, wä­re die Be­rufs­feu­er­wehr Ber­lin nicht mit ei­ner An­fra­ge an die Günz­bur­ger her­an­ge­tre­ten. „Wir such­ten En­de 2015, An­fang 2016 nach ei­ner Me­tho­de, Schaum­mit­tel­ka­nis­ter an Ein­satz­stel­len zu trans­por­tie­ren“, er­klärt Brand­amts­rat Mat­thi­as Fritsch vom Zen­tra­len Ser­vice Fahr­zeu­ge und Ge­rä­te der Ber­li­ner Feu­er­wehr. 55 Lösch­fahr­zeu­ge in der Bun­des­haupt­stadt sind be­reits mit Cafs-an­la­gen (Hoch­druck-lösch­schaum) aus­ge­rüs­tet. CAFS wird seit ei­ni­gen Jah­ren kon­se­quent ein­ge­setzt.

Al­lein von 2013 auf 2014 stieg der Schaum­mit­tel­ver­brauch um 30 Pro­zent. „Das zeigt, wo­hin der Trend geht“, so Fritsch. „Es be­deu- tet aber auch, dass wir den Nach­schub or­ga­ni­sie­ren müs­sen.“Bis En­de 2015 brach­te ein Wech­sel­la­der­fahr­zeug ei­nen Ab­roll­be­häl­ter mit Schaum­mit­tel­ka­nis­tern zur Ein­satz­stel­le. Das letz­te Teil­stück bis zu den Lösch­fahr­zeu­gen be­för­der­ten die Feu­er­wehr­leu­te die Be­häl­ter dann mit Sack­kar­ren. Fritsch: „Ei­ne un­be­frie­di­gen­de Lö­sung.“

Fol­gen­de Wün­sche hat­te die Ber­li­ner Feu­er­wehr des­halb an die zu­künf­ti­ge Ein­satz­stel­len­lo­gis­tik: ## Ein-mann-be­trieb. ## La­dungs­si­cher­heit. ## La­dungs­ent­nah­me über das Heck. ## Kräf­te­spa­ren­der Ein­satz. ## Um­welt­freund­li­cher An­trieb. ## Be­wäl­ti­gung klei­ner Hin­der­nis­se wie

Schläu­che oder Bord­stein­kan­ten.

Und weil Ber­lin we­nig bis gar kein Geld hat, soll­te die Lö­sung be­zahl­bar wer­den. Rund ein Drei­vier­tel­jahr tüf­tel­ten die In­ge-

nieu­re und Tech­ni­ker in Günz­burg, bis der ERC fer­tig war. Auf der Rett­mo­bil wur­de er of­fi­zi­ell der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tiert. Op­tisch macht der Roll­con­tai­ner ei­nen ex­trem pro­fes­sio­nel­len Ein­druck. Auf den ers­ten Blick er­in­nert er ein we­nig an ei­nen Pa­let­ten­hub­wa­gen mit Auf­bau.

An­triebs­rä­der mit in­nen­lie­gen­dem Mo­tor

In der Re­gel wird das vor­de­re Ein­zel­rad an­ge­trie­ben. Des­sen Durch­mes­ser: 530 Mil­li­me­ter. Die Lauf­brei­te be­trägt 161 Mil­li­me­ter. Es be­sitzt ein voll­gum­mier­tes Pro­fil mit sehr grob­stol­li­gen Au­ßen­kan­ten. Im Rad selbst ist ein Elek­tron­aben­mo­tor ver­baut. Zwi­schen Rad und Auf­bau ist die Deich­sel mit der Be­dien­ein­heit mon­tiert. Al­ter­na­tiv kann der ERC auch mit ei­ner Funk-fern­be­die­nung ge­steu­ert wer­den. Die bei­den hin­te­ren Rä­der sind et­was klei­ner (500-Mil­li­me­ter-durch­mes­ser), da­für ha­ben sie ei­ne Lauf­brei­te von 210 Mil­li­me­ter. Hö­hen­un­ter­schie­de (wie Trep­pen­stu­fen) von bis zu 25 Zen­ti­me­ter (cm) kön­nen da­mit über­wun­den wer­den. Op­tio­nal gibt es den ERC auch mit zwei oder drei an­ge­trie­be­nen Rä­dern.

Das Chas­sis be­steht aus ei­nem mas­si­ven, aber den­noch leich­ten Alu­mi­ni­um­Schraub­ka­nal-pro­fil. Stan­dard­mä­ßig sind die ERC in RAL 3000 (Feu­er­rot) la­ckiert. „Grund­sätz­lich ist aber je­de Far­be mög­lich“, so der Ge­schäfts­füh­rer. Vor­ne im Auf­bau sitzt der 48-Volt-li­thi­um-io­nen-ak­ku (1.400 Watt Leis­tung), bei Günz­bur­ger Steig­tech­nik E-ka­nis­ter ge­nannt. Ein Schnell­wech­selak­ku kann eben­falls mit­ge­führt wer­den (Zu­satz­austat­tung). Ei­ne Ak­ku­la­dung reicht für ei­ne Stre­cke von 2,5 Ki­lo­me­tern oder bis zu 2 St­un­den Be­triebs­zeit. Am An­triebs­rad lie­gen 900 New­ton Vor­schub­kraft an. Der E-an­trieb ar­bei­tet na­he­zu ge­räusch­los und kom­plett emis­si­ons­frei. Da­durch kann er auch in In­nen­räu­men ein­ge­setzt wer­den.

Auf Kun­den­wunsch wird hin­ten am ERC ei­ne La­de­ram­pe an­ge­bracht. So las­sen sich Roll­wa­gen, Git­ter­bo­xen, Ibc-tanks oder Eu- ro­pa­let­ten la­den. Je nach Aus­stat­tung wiegt der elek­trisch an­ge­trie­be­ne Roll­con­tai­ner zwi­schen 265 Ki­lo­gramm und 395 Ki­lo­gramm. In der Stan­dard­aus­füh­rung ist der ERC 2.320 Mil­li­me­ter lang, 1.450 Mil­li­me­ter breit und 1.675 Mil­li­me­ter hoch. Je nach Aus­stat­tung kos­tet der ERC ab 10.000 Eu­ro. Kon­takt: Güns­bur­ger Steig­tech­nik Gm­bh, Ru­dolf-die­sel-stra­ße 23, 89312 Günz­burg, Te­le­fon 08221/361601, Fax 08221/361680, email in­fo@steig­tech­nik.de, www.steig­tech­nik.de

Dank des Elek­tro­an­triebs las­sen sich Ma­te­ri­al oder schwe­re Ge­rä­te (wie bei­spiels­wei­se ei­ne TS) mit dem ERC von ei­ner Per­son trans­por­tie­ren. Durch die kom­pak­ten Ma­ße kön­nen mit dem ERC schwe­re Ge­rä­te auch in Tun­neln oder en­gen Gas­sen trans­por­tiert wer­den,

Sol­che Bord­stein­kan­ten oder Schläu­che an Ein­satz­stel­len sind für den ERC kein Pro­blem. Hin­der­nis­se bis 25 Zen­ti­me­ter Hö­he kön­nen über­wun­den wer­den. Der 48-Volt-li­thi­um-ak­ku (1.400 Watt Leis­tung) lässt sich ganz ein­fach tau­schen. Günz­bur­ger Steig­tech­nik ne

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