Und Fall der Fir­ma Metz

Feuerwehr-Magazin - - Reportage -

Auf­stieg

2 Jah­re spä­ter – am 28. Fe­bru­ar 1847 – be­währt sich die­ses Corps beim Brand des Karls­ru­her Hof­thea­ters. Zwar kom­men 64 Men­schen (die An­ga­ben da­zu schwan­ken) ums Le­ben und et­wa 200 Per­so­nen wer­den ver­letzt. Aber die Pum­pen von Metz und die ef­fek­ti­ve­re Brand­be­kämp­fung durch gut aus­ge­bil­de­te Män­ner sind ta­ge­lang The­ma in der Pres­se. Ein wich­ti­ger Durch­bruch für das jun­ge Un­ter­neh­men.

We­nig spä­ter ent­ste­hen wei­te­re frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren: Ba­den (1847), Ett­lin­gen (1847) und Karls­ru­he Stadt (1847). In Ras­tatt war be­reits 1846 die Grün­dung ei­ner frei­wil­li­gen Feu­er­wehr mit Sprit­zen von Carl Metz vor­aus­ge­gan­gen.

Im­mer mehr frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren

1852: Bei mehr als 40 Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren hat Carl Metz mitt­ler­wei­le bei der Grün­dung mit­ge­wirkt. Da­für er­hält er 4 Jah­re spä­ter die Gol­de­ne ba­di­sche Ver­dienst­me­dail­le. Auf Wunsch des Groß­her­zogs Fried­rich I. von Ba­den wird Metz 1861 für sei­ne Ver­diens­te um das Feu­er­lösch­we­sen mit der „Gro­ßen gol­de­nen Ci­vil-ver­dienst-me­dail­le“des Groß­her­zog­tums Ba­den aus­ge­zeich­net. Auf dem Rö­mer­berg in Frank­furt am Main tritt Carl Metz 1863 mit sei­ner Stadt­sprit­ze im Wett­be­werb ge­gen die ame­ri­ka­ni­sche Dampf­sprit­ze „Vic­to­ria“an und ge­winnt. 1865 grün­det er in Ri­ga die ers­te frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Russ­lands.

Vor den To­ren von Hei­del­berg kauft Metz 1868 das so­ge­nann­te Hau­sa­cker-an­we­sen und er­rich­tet in der Fol­ge ein Mu­se­um für Mi­li­tär, Kunst und Al­ter­tum. Nach sei­nem Tod wird die Samm­lung ver­stei­gert.

Wäh­rend des 8. Deut­schen Feu­er­wehr­ta­ges in Linz 1870 wird Carl Metz mit der „Gro­ßen gol­de­nen Preis­me­dail­le“aus­ge­zeich­net. 1872 er­hält er durch sei­ne Kö­nig­li­che Ho­heit Groß­her­zog Leo­pold von Ba­den ei­ne wei­te-

re Aus­zeich­nung: das „Rit­ter­kreuz 2. Klas­se des Zäh­rin­ger-lö­wen-or­dens“. An­lass ist die Aus­lie­fe­rung der 1.000. Sprit­ze. 1877 stirbt Carl Metz – auch Va­ter Metz ge­nannt – im Al­ter von nur 59 Jah­ren am 31. Ok­to­ber. Sei­ne Wit­we Ba­bet­te so­wie die Söh­ne Carl II. und Adolph füh­ren den Be­trieb wei­ter.

Die Fir­ma geht 1878 auf den Kauf­mann Gus­tav Wil­kens (Hei­del­berg) so­wie den In­ge­nieur Wil­helm Rü­cker über. Im Jahr 1893 stei­gen Kurt und Hen­ry Maquet aus Hei­del­berg so­wie Hein­rich Mey­er aus Ber­lin ein. Der Fir­men­na­me bleibt je­doch er­hal­ten.

1880: Carl Metz zu Eh­ren wird in Hei­del­berg beim Klin­gen­tor am Fuß des Schloss­ber­ges ein Denk­mal er­rich­tet, ge­schaf­fen vom Bild­hau­er Pro­fes­sor C. H. Roth aus Mün­chen. Die­ses wird wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges ein­ge­schmol­zen, aber im Jahr 1920 wie­der neu auf­ge­baut.

Um­zug nach Karls­ru­he

Ab 1890 bie­tet Metz mitt­ler­wei­le Dampf­sprit­zen in drei Grö­ßen an (300 l/min, 450 l/ min so­wie 600 l/min) – auf­grund star­ker Kon­kur­renz wer­den al­ler­dings nur drei Stück ver­kauft. Am 25. No­vem­ber 1905 über­neh­men die Brü­der Al­f­red und Karl Ba­chert die Fir­ma Carl Metz und ver­le­gen schritt­wei­se den Be­trieb von Hei­del­berg nach Karls­ru­he. Neue Adres­se: Bann­wald­al­lee 44. Die­se Um­sied­lung ist 1907 ab­ge­schlos­sen. Dort kön­nen sie den Be­trieb räum­lich er­wei­tern.

1909: Zum 17. Deut­schen Feu­er­wehr­tag in Nürn­berg stellt die Fir­ma Carl Metz erst­mals ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Au­to­mo­bil-feu­er­sprit­ze auf ei­nem Fahr­ge­stell der Süd­deut­schen Au­to­mo­bil­fa­brik Gm­bh, Gag­ge­nau, mit et­wa 45 PS vor. Ein­ge­baut sind ei­ne Hoch­druck-zen­tri­fu­gal­pum­pe (800 l/min) so­wie in der Fahr­zeug­mit­te ein Lösch­was­ser­be­häl­ter mit 750 Li­ter In­halt. Für die Be­sat­zung ste­hen acht Sitz­plät­ze zur Ver­fü­gung. Das Tank­lösch­fahr­zeug (TLF) steht da­mit am Be­ginn sei­ner Ent­ste­hungs­ge­schich­te. Es geht ein Jahr spä­ter an die Be­rufs­feu­er­wehr Karls­ru­he. Die Ent­wick­lung die­ses Fahr­zeugs führ­te da­mals zur Grün­dung der Ar­beits­ge­mein­schaft mit der Süd­deut­schen Au­to­mo­bil­fa­brik und ih­rer Rechts­nach­fol­ge­rin: der Daim­ler-benz A.-G.

Von 1911 an bie­tet Metz auch vier­räd­ri­ge Mo­tor­sprit­zen (800 l/min bei 6 bar) für Pfer­de­zug an. De­nen folgt 1912 die ers­te ben­zin­be­trie­be­ne Au­to­mo­bil-dreh­lei­ter (DL) von Metz. Sie ist auf ei­nem Fahr­ge­stell der Benz-wer­ke Gag­ge­nau auf­ge­baut und hat ei­ne Mo­tor­leis­tung von 30 PS bis 45 PS. Die Steig­hö­he liegt bei 25 Me­tern. Al­le Lei­ter­be­we­gun­gen er­fol­gen per Hand, der Lei­ter­satz

tor­dreh­lei­tern mit je 28 + 2 Me­ter Steig­hö­he auf Mer­ce­des-nie­der­rah­men-chas­sis mit ei­nem V12-zy­lin­der-may­bach-ben­zin­mo­tor mit 150 PS lie­fert. Ei­ne Be­son­der­heit ist die Vor­bau­pum­pe mit ei­ner För­der­leis­tung von 1.000 l/min.

Erst­ma­lig wird 1936 auch ein Rüst­wa­gen mit ei­ner Kran­ein­rich­tung aus­ge­stat­tet. Emp­fän­ger ist die Be­rufs­feu­er­wehr Düs­sel­dorf. 1938 er­hält auch Nürn­berg ein sol­ches Fahr­zeug mit Heck­kran. Zwi­schen 1937 und 1938 baut Metz für das Reichs­luft­fahrt­mi­nis­te­ri­um drei Kraft­fahr­dreh­lei­tern KL 46 mit ei­ner Steig­hö­he von 46 Me­tern. Sie ge­hen an die Be­rufs­feu­er­weh­ren Ber­lin, Ham­burg und Nürn­berg.

Zum Schutz der Par­tei­auf­mär­sche fer­tigt Metz 1938 für die Feu­er­wehr Nürn­berg ganz spe­zi­el­le Son­der­fahr­zeu­ge. Bei den so­ge­nann­ten März­feld-fahr­zeu­gen han­delt es sich um ei­ne CO -Kraft­fahr­sprit­ze auf Mer

2 ce­des LG 3000 6x4 mit Mann­schafts­raum im Heck, ei­ne Tank­krafts­prit­ze auf Mer­ce­des LGS 3000 6x4 mit Vor­bau­pum­pe FPV 25/8 so­wie ei­nen Schlauch­wa­gen auf Mer­ce­des LGS 3000 6x4, eben­falls mit Vor­bau­pum­pe FPV 25/8 und 1.440 Me­ter B-schlauch. In die­sem Jahr kommt au­ßer­dem das drit­te Werk in Karls­ru­he, Watt­stra­ße 3 hin­zu. Die Stra­ße wird 1976 in Carl-metz-stra­ße um­be­nannt.

Ein­heits­fahr­zeu­ge und Trag­krafts­prit­zen

Von 1936 bis 1944 pro­du­ziert Metz die ge­typ­ten Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge: Kraft­fahr­sprit­zen und Kraft­fahr­lei­tern nach der Vor­norm – ein­schließ­lich der Flug­platz­lösch­fahr­zeu­ge vom Typ Hen­schel und Schlauch­kraft­wa­gen. 1937 wer­den al­lei­ne 70 Dreh­lei­tern für das In- und Aus­land ge­fer­tigt.

Da­zu er­schei­nen 1940 die „An­ord­nun­gen über den Bau von Feu­er­wehr­fahr­zeu­gen“, er­las­sen „vom Reichs­füh­rer der SS und Chef der Deut­schen Po­li­zei im Reichs­mi­nis­te­ri­um des In­nern mit Ein­ver­ständ­nis des Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten für das Kraft­fahr­we­sen“. In zehn Hef­ten sind die ein­zel­nen Ty­pen der Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge in ih­rer Bau­art fest­ge­legt. Sie al­le wer­den auch von Metz her­ge­stellt. 1942 ent­steht dar­über hin­aus die 800-l-ein­heits-trag­krafts­prit­ze und wird von al­len Feu­er­wehr­ge­rä­te­her­stel­lern ge­baut.

Im Zwei­ten Welt­krieg ge­hen schwe­re Bom­ben­an­grif­fe auch auf die Werks­an­la­gen von Metz nie­der. Am 4. De­zem­ber 1944 wird das Werk I zu 80 Pro­zent zer­stört. Zum Kriegs­en­de 1945 sind al­le Wer­ke von Metz zu 85 Pro­zent zer­stört. Die Brü­der Ba­chert dür­fen das Ge­län­de nicht mehr be­tre­ten. Metz steht un­ter Zwangs­ver­wal­tung.

Nach dem Krieg be­ginnt die Pro­duk­ti­on mit der Re­pa­ra­tur von Dampf­lo­ko­mo­ti­ven und der Fer­ti­gung von Mon­ta­ge­lei­tern und Bau­ge­rüs­ten wie­der. Und zwar er­neut un­ter der Lei­tung von Karl und Al­f­red Ba­chert.

Ge­burts­stun­de der Metz-trag­krafts­prit­ze 8/8

Die ers­te Metz-trag­krafts­prit­ze TS 8/8 mit Vw-in­dus­trie-mo­tor kommt 1951 auf den Markt. Sie wird über 40 Jah­re lang mit nur we­ni­gen Än­de­run­gen pro­du­ziert und er­reicht den höchs­ten Be­kannt­heits­grad in der Feu­er­wehr. Eben­so be­fasst sich Metz mit Hoch- und Nie­der­druck­pum­pen. 1953 wird die Dop­pel­kol­ben-ent­lüf­tungs­pum­pe mit au­to­ma­ti­scher Ent­lüf­tung ent­wi­ckelt und zum Pa­tent an­ge­mel­det.

Metz fu­sio­niert 1956 mit der Mo­to­ren­und Ma­schi­nen­fa­brik Carl Ka­el­b­le. Die Ge­schäfts­füh­rung bleibt aber bei den Brü­dern Ba­chert. Ein Jahr spä­ter baut das Un­ter­neh­men die da­mals höchs­te Dreh­lei­ter der Welt mit 60 + 2 Me­ter Steig­hö­he so­wie Vor­bau­pum­pe auf ei­nem Ka­el­b­le-drei­achsFahr­ge­stell. Die Lie­fe­rung geht nach Chi­na.

Mehr als 30 Me­ter Steig­hö­he ha­ben auch die Dreh­lei­tern für die Be­rufs­feu­er­weh­ren Pforz­heim (DL 37, Bau­jahr 1955) und Wolfs­burg (DL 37, Bau­jahr 1957). Die ge­sam­te Pro­duk­ti­on läuft auf vol­len Tou­ren, be­son­ders ge­fragt sind die le­gen­dä­ren Tank­lösch­fahr­zeu­ge TLF 15 be­zie­hungs­wei­se TLF 16.

In den Jah­ren 1958/59 voll­zieht Metz den Wech­sel von den Fall­ha­ken des Lei­ter­sat­zes hin zur voll­hy­drau­li­schen Dreh­lei­ter. Für die Bun­des­wehr baut das Un­ter­neh­men 1958 erst­ma­lig ei­ne Ge­län­de-dreh­lei­ter DL 25 auf ein all­rad­an­ge­trie­be­nes Fahr­ge­stell Mer­ce­des LG 315. 1959 wird au­ßer­dem ein Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag mit der Daim­ler-benz AG ge­schlos­sen.

1961: Die Brü­der Ba­chert zie­hen sich in den Ru­he­stand zu­rück, ver­blei­ben aber im Ver­wal­tungs­bei­rat. Die neue Füh­rung be­steht nun aus Dipl.-ing. J. Pe­ters und Dipl.Ing. Ot­to Spieth.

Dreh­lei­tern mit Korb

Die 200. voll­hy­drau­li­sche Kraft­fahr­dreh­lei­ter ver­lässt im Ju­li 1965 die Werk­hal­len, sie ist für die Ham­bur­ger Feu­er­wehr be­stimmt. Am 23. April 1966 stirbt Karl Ba­chert (86), am 15. Ok­to­ber 1967 auch Al­f­red Ba­chert (92). Im glei­chen Jahr wird die ers­te Dreh­lei­ter mit ste­hen­dem, zwangs­ge­steu­er­tem Ret­tungs- be­zie­hungs­wei­se Ar­beits­korb für zwei Per­so­nen ent­wi­ckelt. 2 Jah­re spä­ter ist auch die stu­fen­lo­se Fern­steue­rung vom Korb aus mög­lich.

1969 baut Metz für den Flug­ha­fen Frank­furt am Main das da­mals größ­te Flug­platz­lösch­fahr­zeug der Welt. Das GTLF 20.000 ist auf ei­nem Faun-fahr­ge­stell LF 1410/45 V (8x8) mit 1.000 PS (735 kw) auf­ge­baut, hat ein Ge­wicht von rund 52 Ton­nen und be­inhal­tet 18.000 Li­ter Was­ser so­wie 1.800 Li­ter Schaum­mit­tel. Die FP hat ei­ne Nen­nFör­der­leis­tung von 6.000 l/min bei 8 bar.

Zur In­ter­schutz 1972 in Frank­furt am Main prä­sen­tiert Metz ei­ne Te­le­büh­ne DL 30 S, mon­tiert auf ei­nem Faun-chas­sis L 906/46 V 4x2 mit 209 PS für die BF Mann­heim. Be­son­der­hei­ten die­ses Ein­zel­stücks sind – ne­ben dem Fahr­ge­stell – der Ret­tungs­korb für ei­ne ma­xi­ma­le Be­las­tung von 400 Ki­lo­gramm so­wie die neue hy­drau­li­sche Waag­recht-senk­recht-ab­stüt­zung.

Im Jahr 1974 wird die ers­te Te­le­büh­ne DL 30 S mit ei­nem Ar­beits­korb für ei­ne ma­xi­ma­le Nutz­last von 400 Ki­lo­gramm auf han­dels­üb­li­chem Mer­ce­des-fahr­ge­stell L 1819 6x4 in Drei­achs-aus­füh­rung ge­baut. Sie geht an die FF Dü­ren. In den Fol­ge­jah­ren wer­den wei­te­re der­ar­ti­ge Te­le­büh­nen aus­ge­lie­fert: BF Darm­stadt 1975, FF Neu-isen­burg 1975, FF Sin­del­fin­gen 1976 und BF Of­fen­bach 1977, au­ßer­dem die Flug­hä­fen Stutt­gart 1977, Frank­furt am Main 1988 (DLK 37 S) so­wie Düs­sel­dorf 1993.

Metz bie­tet ab 1975 für die Ge­rä­te­raum­ver­schlüs­se wahl­wei­se die La­mel-

len­aus­füh­rung oder Falt­tü­ren an. Au­ßer­dem kommt das neue Metz-va­cu­ma­tic-ent­lüf­tungs­sys­tem für Feu­er­lösch­krei­sel­pum­pen auf den Markt.

1976: Die Fa­mi­lie Schad (Teil­ge­sell­schaf­ter der Ka­el­b­le Gm­bh) über­nimmt am 1. Sep­tem­ber 1976 im Tausch ih­rer Ka­el­b­leund Gmein­der-an­tei­le die Carl-metz Gm­bh.

DLK 23-12 SE – die mit dem So­fort­eins­tig

Zur In­ter­schutz 1980 in Han­no­ver zei­gen die Karls­ru­her Dreh­lei­ter-bau­er als Ge­gen­stück zur Ma­gi­rus DLK 23-12 n.b. (Dreh­lei­ter mit Korb in nied­ri­ger Bau­wei­se) die So­fort­ein­stieg-dreh­lei­ter DLK 23-12 SE. Merk­mal ist der nach hin­ten ab­ge­leg­te Lei­ter­satz. Für die­sen Lei­ter­typ ent­schei­den sich in der Fol­ge zum Bei­spiel die Be­rufs­feu­er­weh­ren Stutt­gart, Lud­wigs­ha­fen, Re­gens­burg und Wup­per­tal so­wie die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Alt­öt­ting. Ein Jahr spä­ter stellt Metz die dreh­ba­re Kran­ken­tra­gen­la­ge­rung als Zu­satz­ge­rät vor.

1984 geht Metz in die To­tal Wal­ter Feu­er­schutz Gm­bh (Köln) über und wird ab dem 1. Sep­tem­ber 1984 ei­ne recht­lich selb­stän­di­ge Toch­ter der zu ei­ner Hol­ding um­struk­tu­rier­ten Fried­rich Krupp Gm­bh in Es­sen (NW). 1985 lie­fert das Un­ter­neh­men dem Land Hes­sen den 50. Rüst­wa­gen (RW) 1 auf Mer­ce­des-fahr­ge­stell 911 für die FF Als­feld. An die Ber­li­ner Feu­er­wehr ge­hen zwi­schen 1984 und 1985 ins­ge­samt fünf Dreh­lei­tern (DL 23-12) mit vor­ge­zo­ge­nem, tie­fer ge­setz­tem Fah­rer­haus (die Fahr­ge­stel­le kom­men von Mer­ce­des und MAN). Seit 1949 hat Metz so­mit 50 Dreh­lei­tern an die Ber­li­ner Feu­er­wehr ge­lie­fert.

| Be­deu­ten­de Mei­len­stei­ne der Metz-fir­men­ge­schich­te

## Ab­protz­sprit­ze auf ein­ach­si­gen Hand­wa­gen (ab 1843) ## Ben­zin­be­trie­be­ne Au­to­mo­bil-feu­er­sprit­ze mit 750-Li­ter-lösch­was­ser­tank – ein Vor­läu­fer der heu­ti­gen Tank­lösch­fahr­zeu­ge (1909) ## Au­to­mo­bil-dreh­lei­ter mit Feu­er­lösch­krei­sel­pum­pe un­ter dem Fah­rer­sitz (1912) ## Lei­ter­satz aus Leicht­me­tall

(1932) ## auf­richt- und aus­zieh­ba­re Feu­er­wehr­lei­ter mit För­der­korb oder Platt­form (1932) ## Rüst­wa­gen mit

Kran­ein­rich­tung (1936) ## Trag­krafts­prit­ze TS 8/8

mit Vw-in­dus­trie­mo­tor

Out­fit und mit zahl­rei­chen tech­ni­schen Neue­run­gen. An die Ber­li­ner Feu­er­wehr geht ei­ne Te­le­skop­mast­büh­ne (TM 50) mit 52 Me­ter Ar­beits­hö­he (Wu­mag) auf MAN 26.414 mit ge­lenk­ter Nach­lau­fach­se. Eben­falls an die Ber­li­ner Feu­er­wehr lie­fert Metz 2003 ei­ne DLK 37 (L39) mit fünf­tei­li­gem Lei­ter­satz auf MAN LE 15.285 so­wie wei­te­re Dreh­lei­tern DLK 23-12.

Ein Jahr spä­ter bie­tet Metz (Ro­sen­bau­er) für die L32 ei­nen neu­en Ret­tungs­korb an. Die­ser be­sitzt nun drei front­sei­ti­ge Ein­stie­ge, ei­ne grö­ße­re Gr­und­flä­che und ei­ne mo­di­fi­zier­te Kran­ken­tra­gen­la­ge­rung auf dem Korb. Die ers­te Feu­er­wehr, die den neu­en Korb er­hält, ist die BF Gelsenkirchen. Im Dreh­lei­ter­bau voll­zieht sich 2006 der Wan­del zu ei­ner neu­en Ge­ne­ra­ti­on DLK 23-12 (L32), er­kenn- bar durch ein neu­es De­sign und aus­ge­stat­tet mit neu­er Dreh­lei­ter-tech­no­lo­gie.

13 Jah­re nach Ma­gi­rus: Ge­lenk­lei­ter auch bei Metz

Ro­sen­bau­er/metz stellt am 22. Ok­to­ber 2007 in Karls­ru­he der Pres­se die neu ge­schaf­fe­ne Dreh­lei­ter DLA(K) 23/12 mit ab­senk­ba­rem Korb­seg­ment (L32A, A für Ar­ti­cu­la­ted) auf Mer­ce­des Ate­go 1529 F vor. Da­bei han­delt es sich um ei­nen fünf­tei­li­gen Lei­ter­satz mit Korbarm. In die­sem Jahr lie­fert Ro­sen­bau­er/metz zu­dem an die Ham­bur­ger Feu­er­wehr drei Te­le­skop­mast­büh­nen (TMB) 32 (Fir­men­be­zeich­nung B32), auf­ge­baut auf Mer­ce­des-fahr­ge­stel­len vom Typ Ate­go 1628 F mit lan­gem Fah­rer­haus.

2010, In­ter­schutz in Han­no­ver: Mit ei­ner brei­ten Pa­let­te an Hu­bret­tungs­fahr­zeu­gen ist Ro­sen­bau­er ver­tre­ten. Ge­zeigt wer­den un­ter an­de­rem auf Sca­nia-fahr­ge­stell P360 DB 6x2*4 MLB Lo­wen­try ei­ne Dreh­lei­ter L32A so­wie ei­ne Hu­bret­tungs­büh­ne B32.

Neu ist eben­so der Ret­tungs­korb mit ei­ner ma­xi­ma­len Korb­last von jetzt 450 Ki­lo­gramm (vier Per­so­nen). Von den Sca­ni­aD­reh­lei­tern ge­hen 2011 al­lei­ne acht bau­glei­che Aus­füh­run­gen an Us-feu­er­weh­ren in Deutsch­land.

Ro­sen­bau­er prä­sen­tiert 2013 in Karls­ru­he die neue Aus­füh­rung der Metz-dreh­lei­ter mit neig­ba­rem Korbarm (L32A-XS). Be­son­der­heit ist der neue Ak­ti­ons­ra­di­us der Dreh­lei­ter, um die Ma­nö­vrier­mög­lich­keit in en­gen Gas­sen und schma­len Stra­ßen deut­lich zu ver­bes­sern. Vor­ge­stellt wer­den bei die­ser Ge­le­gen­heit auch die Metz-dreh­lei­ter L32A-XS-F auf Eco­nic-fahr­ge­stell mit ei­ner Bau­hö­he von 2,98 Me­tern so­wie di­ver­se Hu­bret­tungs­büh­nen mit un­ter­schied­li­chen Ar­beits­hö­hen.

Be­son­ders be­mer­kens­wert zu die­ser Zeit ist zu­dem die Lie­fe­rung ei­ner Metz-dreh­lei­ter L32 auf Fremd­fahr­ge­stell (Spar­tan) an das Fi­re De­part­ment Vic­to­ria in Ka­na­da.

Im Jahr dar­auf stellt Ro­sen­bau­er bei ei­ner Prä­sen­ta­ti­on in Linz mit ei­ner Dreh­lei­ter mit 62 Me­ter Ret­tungs­hö­he (L62) sein Know­how im Bau auch gro­ßer Lei­tern er­neut un­ter Be­weis.

Auf der Mes­se In­ter­schutz in Han­no­ver zeigt Ro­sen­bau­er 2015 un­ter an­de­rem für Dreh­lei­tern (L32A-XS) die neue Kor­b­aus­füh­rung HR-500 MF (ma­xi­ma­le Nutz­last 500 Ki­lo­gramm, fünf Per­so­nen). Der neue Korb bie­tet die Mög­lich­keit, auch Roll­stuhl­fah­rer oder schwer­ge­wich­ti­ge Pa­ti­en­ten auf ei­ner Schwer­last-kran­ken­tra­ge im Ret­tungs­korb nach un­ten brin­gen zu kön­nen. Her­aus­ra­gend im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes au­ßer­dem ei­ne Dreh­lei­ter (L64) auf MAN TGS 33.400 6x4 mit ei­ner Ar­beits­hö­he von 64 Me­tern so­wie ei­ne B42 mit ei­ner Ar­beits­hö­he von 42 Me­tern.

Mit der Ak­tua­li­sie­rung der Be­zeich­nung für Metz-dreh­lei­tern – je­des Fahr­zeug aus Karls­ru­he trägt fort­an den Schrift­zug Ro­sen­bau­er so­wie Metz-tech­no­lo­gy – stirbt die Tra­di­ti­ons­mar­ke Metz. Das Karls­ru­her Un­ter­neh­men fir­miert ab jetzt un­ter dem Na­men Ro­sen­bau­er Karls­ru­he Gm­bh & Co. KG.

Fir­men­grün­der Carl Metz in jun­gen Jah­ren in Feu­er­wehr-uni­form. Brief­kopf der Feu­er­wehr­ge­rä­teFa­b­rik Carl Metz, Hei­del­berg, aus dem Jahr 1909 mit dem Hin­weis: Zw­eig­nie­der­las­sung Karls­ru­he i. B. so­wie der Schrift­zug „Grün­der der deut­schen Feu­er­weh­ren“. Auf d

1912 prä­sen­tiert Metz sei­ne ers­te Au­to­Dreh­lei­ter. Sie ist auf ei­nem Fahr­ge­stell der Benz-wer­ke, Gag­ge­nau, auf­ge­baut, hat ei­ne Steig­hö­he von 25 m und die Be­die­nung er­folgt per Hand. In der Mit­te un­ter der Fah­rer­sitz­bank ist ei­ne Zen­tri­fu­galFeu­er­lösch­krei­se

Metz-ab­protz­sprit­ze auf Ei­n­ach­s­wa­gen zum Hand­zug um 1855. Zur Be­die­nung wa­ren zehn Mann not­wen­dig. Leis­tung 220 l/min. Vier­räd­ri­ge Metz-om­ni­bus­sprit­ze für den Pfer­de­zug um 1900. Zehn Mann konn­ten sit­zend mit­fah­ren, 18 wa­ren für de­ren Be­die­nung not­wen­dig.

Klei­ne und gro­ße Metz-sprit­ze mit Pfer­de­be­span­nung un­ter­wegs zur Ein­satz­stel­le. Aus­zug aus ei­ner Wer­bung.

Von Metz 1909 zum 17. Deut­schen Feu­er­wehr­tag in Nürn­berg vor­ge­stellt: Das ers­te TLF mit 750 l Was­ser und ein­ge­bau­ter Zen­tri­fu­gal­pum­pe (Leis­tung 800 l/min), auf­ge­baut auf ei­nem Fahr­ge­stell der Benz-wer­ke.

Au­to-dreh­lei­ter (ADL 37, Steig­hö­he 36,8 m) mit Rechts­steue­rung auf Sau­rer-fahr­ge­stell, 125 PS, von Metz 1939 an die Feu­er­wehr in Ba­sel ge­lie­fert, ab 1976 Feu­er­wehr Rei­n­ach; heu­te Pri­vat­be­sitz.

LF 20 auf Ford-fahr­ge­stell G 790 B, mit 1.200 l Was­ser und ei­ner in der Fahr­zeug­mit­te ein­ge­bau­ten FP. Von Metz 1951 für die Us-ar­my ge­baut, spä­ter noch bei der FF Krof­dor­fG­lei­berg ein­ge­setzt.

Dreh­lei­ter DL 25 (Steig­hö­he 25 m) auf Mer­ce­des LF 3500/42, 100 PS (74 kw), von Metz 1954 an die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Mem­min­gen ge­lie­fert. Rüst­kran­wa­gen (RKW) 10 auf Mer­ce­des LA 322, von Metz 1962 an die Be­rufs­feu­er­wehr Bie­le­feld ge­lie­fert. Traglast des K

Rüst­kran­wa­gen (RKW) 10 auf ei­nem MAN 758L1 mit 155 PS, von Metz 1955 für die BF Nürn­berg ge­baut. De­mag-kran­ein­rich­tung für ma­xi­mal 10 Ton­nen Last. He­ros-front­seil­win­de für 30 kn Zug­kraft. Im Heck He­ros-zug­ein­rich­tung für ma­xi­mal 7.500 kg. 1957 bau­te Metz

Dreh­lei­ter DL 30 (oh­ne Korb), Mer­ce­des LPKo 329/40, 127 kw (172 PS), ge­baut 1959 von Metz für die Feu­er­wehr in Neuss. Die als Pull­mann be­zeich­ne­ten Fahr­ge­stel­le wa­ren die ers­ten Mer­ce­des-front­len­ker.

Te­le­büh­ne (DL 30 S) mit Waag­rech­tSenk­recht-ab­stüt­zung auf Mer­ce­des 2624 (6x4), ge­baut 1976 von Metz für die FF Sin­del­fin­gen. Am Korb zu se­hen: Wen­de­rohr so­wie zwei B-ab­gän­ge.

Ro­sen­bau­er-dreh­lei­ter (L32) auf 2010 Spar­tan Gla­dia­tor mit Metz-ae­ri­als-lei­ter­park und Ro­sen­bau­er-rap­tor-auf­bau in Ka­na­da (Nord­ame­ri­ka). Fo­to: Ro­sen­bau­er

2013 prä­sen­tier­te Ro­sen­bau­er/ Metz in Karls­ru­he die Wei­ter­ent­wick­lung der DLA(K) 23/12 mit Ge­lenk­arm (L32A). Neu ist der er­wei­ter­te Ak­ti­ons­ra­di­us so­wie der über­ar­bei­te­te Ge­lenk­arm; Nutz­last des Korbs 450 kg.

2016 vor­ge­stellt: Dreh­lei­ter L64 (DLK 64, Ar­beits­hö­he 64 m) aus dem Ro­sen­bau­er-werk in Karls­ru­he.

Text und Fo­tos: Hans-joa­chim Pro­feld, Fahr­zeug­ex­per­te und Feu­er­wehr­his­to­ri­ker [2071]

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