Von we­gen nur BMA!

Feuerwehr-Magazin - - Einsatzbericht -

Di­ens­tag, 13. Ju­ni 2017. In Wil­helms­ha­ven tref­fen sich die Mit­glie­der der FF Bant/hep­pens, ei­ner Schwer­punkt­feu­er­wehr der FF Wil­helms­ha­ven, um 19 Uhr an ih­rem Feu­er­wehr­haus zum wö­chent­li­chen Di­enstabend. Es steht die jähr­li­che Wach­über­prü­fung an. Da­her sind ne­ben den Eh­ren­amt­li­chen auch der Fach­be­reichs­lei­ter Stef­fen Lut­ter, Stadt­brand­meis­ter Micha­el Feist und stell­ver­tre­ten­der Stadt­brand­meis­ter Wal­ter Men­ßen zu­ge­gen. Gera­de als die an­ge­setz­te Übung be­ginnt, lö­sen die Funk­mel­de­emp­fän­ger von Lut­ter und Feist aus: „BMA, Pfle­ge­heim Frie­sen­haus, Kni­pro­de­stra­ße.“

Da die Feu­er- und Ret­tungs­wa­che 2 der Feu­er­wehr Wil­helms­ha­ven in der Al­brecht­stra­ße gera­de mal 400 Me­ter von dem Pfle­ge­heim ent­fernt ist, soll­te sich die La­ge mit der aus­ge­lös­ten Brand­mel­de­an­la­ge schnell ge­klärt ha­ben, den­ken al­le und die Übung wird fort­ge­setzt. Doch kei­ne Mi­nu­te spä­ter ge­hen die Mel­der wie­der auf – und dies­mal sind es al­le. Das Hil­fe­leis­tungs-lösch­fahr­zeug (HLF) 20 der BF hat die Rück­mel­dung „Of­fe­ner Dach­stuhl­brand“ge­ge­ben. Ne­ben dem Lösch­zug der BF, der be­reits von der Feu­er- und Ret­tungs­wa­che 1 mit Ein­satz­leit­wa­gen (ELW) 1, HLF 20 und DLAK 23/12 so­wie den Ret­tungs­wa­gen (RTW) der Feu­er­wehr auf dem Weg ist, rü­cken jetzt die FF Bant-hep­pens und die FF Rüstrin­gen eben­falls aus. Glück­li­cher Um­stand an die­sem Di­ens­tag: Auch die Rüstrin­ger ha­ben Di­enstabend und sind be­reits am Feu­er­wehr­haus ver­sam­melt. Wei­ter­hin wer­den die FF Fed­der­war­den und die FF Seng­war­den alar­miert. Feist: „Die enor­me Rauch­wol­ke war auf der An­fahrt von wei­tem er­kenn­bar.“

Zu­sam­men mit elf Pfle­ge­fach­kräf­ten des Heims set­zen die ein­tref­fen­den Ein­hei­ten die be­reits ein­ge­lei­te­ten Eva­ku­ie­rungs­maß­nah­men fort. Ein wei­te­rer glück­li­cher Um­stand: Da es erst kurz nach 19 Uhr ist, sind vie­le Be­woh­ner noch nicht im Bett und wur­den zum Zeit­punkt der Feu­er­mel­dung noch von den Pfle­gern ver­sorgt. Ei­ni­ge der bett­lä­ge­ri­gen Men­schen müs­sen auf Tra­gen aus dem Haus ge­bracht wer­den.

Ins­ge­samt 66 Per­so­nen – zum gro­ßen Teil in ih­rer Mo­bi­li­tät stark ein­ge­schränkt – so­wie ein Be­su­cher müs­sen in Si­cher­heit ge­bracht wer­den. Pfle­ger und Feu­er­wehr­leu­te küm­mern sich zu­nächst im Hof des An­we­sens um die Men­schen. In der Zwi­schen­zeit löst die Leit­stel­le Fries­land-wil­helms­ha­ven ei­nen Manv50 – ein Mas­sen­an­fall von Ver­letz­ten mit bis zu 50 Per­so­nen – aus, um

Alarm für die BF Wil­helms­ha­ven: „BMA, Frie­sen­haus.“Ein Rou­ti­ne-ein­satz, könn­te man mei­nen. Doch als die ers­ten Kräf­te der Feu­er­wa­che 2 aus­rü­cken, wird ih­nen so­fort klar: Dies­mal nicht! Bei dem Al­ten­pfle­ge­heim, kei­ne 400 Me­ter von der Wa­che ent­fernt, brennt der Dach­stuhl in vol­ler Aus­deh­nung.

aus­rei­chend Kräf­te für die Eva­ku­ie­rungs­maß­nah­men zur Ver­fü­gung zu ha­ben. Wäh­rend die Be­trof­fe­nen in Si­cher­heit ge­bracht wer­den, lei­ten an­de­re Kräf­te der ein­ge­setz­ten Feu­er­weh­ren ers­te Lösch­maß­nah­men ein.

Sie­ben Be­woh­ner wer­den leicht ver­letzt und mit RTW ins Kran­ken­haus ge­fah­ren. So­gar zwei Wel­len­sit­ti­che kann die Feu­er­wehr un­ver­sehrt ret­ten. Ihr Kä­fig wird zu­nächst mit ei­nem Tuch ab­ge­deckt, da­mit die Vö­gel sich nicht zu sehr auf­re­gen. Spä­ter wer­den die Tie­re in si­che­re Ob­hut ge­ge­ben. An der Feu­er­wa­che 2 wird der Be­reit­stel­lungs­raum für den Ret­tungs­dienst ein­ge­rich­tet.

Der Mann am Fens­ter

Wäh­rend­des­sen wer­den die Lösch­ar­bei­ten über die Dreh­lei­tern der FF Bant-hep­pens auf der Stra­ße vor dem Ge­bäu­de und der BF so­wie über meh­re­re Strahl­roh­re im In­nen­und Au­ßen­an­griff vor­ge­nom­men. Die Lei­ter der BF muss da­zu auf­wen­dig rück­wärts in den Hof ge­fah­ren wer­den. Auch dies er­weist sich als Glücks­fall. Denn wäh­rend der Lösch­ar­bei­ten be­merkt der Ma­schi­nist der DLAK 23/12 plötz­lich ei­nen Mann hin­ter ei­nem Fens­ter des Erd­ge­schos­ses.

Um­ge­hend wer­den Kräf­te ins Ge­bäu­de ge­schickt. Sie kön­nen den Mann so­wie ei­nen wei­te­ren Be­woh­ner in Si­cher­heit brin­gen. „Es hat sich spä­ter her­aus­ge­stellt, dass bei­de Män­ner be­reits ge­ret­tet und re­gis­triert wa­ren“, sagt Stadt­brand­meis­ter Feist. „Sie wa­ren hoch­gra­dig de­ment und müs­sen ir­gend­wann wie­der un­be­merkt ins Ge­bäu­de und in ihr Zim­mer zu­rück­ge­kehrt sein.“Nur der Auf­merk­sam­keit des Dlk-ma­schi­nis­ten ist es zu ver­dan­ken, dass sie recht­zei­tig be­merkt wur­den. „An­sons­ten wä­ren sie wohl um­ge­kom­men, denn kur­ze Zeit nach der Ret­tung brann­te es auch an die­ser Stel­le im Ge­bäu­de.“

Ein Bus der Stadt­wer­ke-ver­kehrs­ge­sell­schaft wird di­rekt von ei­ner End­hal­te­stel­le in der Nä­he zur Ein­satz­stel­le di­ri­giert, um die un­ver­letz­ten Be­woh­ner auf­zu­neh­men. Ein wei­te­rer folgt kur­ze Zeit spä­ter aus dem De­pot nach. In Ko­or­di­na­ti­on mit dem So­zi­al­amt und dem Sach­ge­biet Al­ten­hil­fe der Stadt Wil­helms­ha­ven wer­den die Be­trof­fe­nen in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und Se­nio­ren­zen­tren in der Stadt und dem Um­land zur vor­über­ge­hen­den Un­ter­brin­gung und Be­treu­ung ge­bracht. Die­se ha­ben über die so­zia­len Me­di­en von dem Feu­er er­fah­ren und bie­ten be­reits wäh­rend des Ein­sat­zes so­fort ih­re Hil­fe an.

Rie­si­ge Wel­le der Hilfs­be­reit­schaft

So nimmt al­lei­ne die Un­ter­neh­mens­grup­pe Pfle­ge­but­ler 21 Be­woh­ner auf, ver­sorgt sie mit Klei­dung und Me­di­ka­men­ten. Aber auch wei­te­re Pfle­ge­stütz­punk­te, Hei­me und Ta­ges­pfle­ge-ein­rich­tun­gen mel­den sich spon­tan, dass sie Ka­pa­zi­tä­ten ha­ben und Men­schen auf­neh­men kön­nen. Au­ßer­dem bie­ten sie Pfle­geu­ten­si­li­en an. In­ner­halb von 2 St­un­den sind al­le Be­woh­ner un­ter­ge­bracht und fürs ers­te ver­sorgt. Auch in den Fol­ge­ta­gen en­ga­gie­ren sich Bür­ger, der Ver­ein zur För­de­rung kom­mu­na­ler Prä­ven­ti­on (VKP), Bür­ger­ver­ei­ne, die Wil­helms­ha­ve­ner Zei­tung und die Ein­rich­tungs­lei­tung des Frie­sen­hau­ses für die Be­trof­fe­nen.

Zwi­schen­zeit­lich hat Ein­satz­lei­ter Cars­ten Bier­mann da­für ge­sorgt, dass das Brand­ob­jekt in zwei Ab­schnit­te un­ter­teilt wird. Den vor­de­ren Teil führt er selbst, im hin­te­ren setzt er Feist als Ab­schnitts­lei­ter für den An­bau ein. Der lässt die De­cke zum Dach­bo­den des Ge­bäu­des ein­rei­ßen. „Zu die­sem Zeit­punkt war hier noch kein Feu­er und ich woll­te hier mit den Ka­me­ra­den aus Rüstrin­gen, Seng­war­den und Fed­der­war­den ei­ne Rie­gel­stel­lung ein­rich­ten“, er­klärt Feist. Von au­ßen zer­trüm­mert die Be­sat­zung der DLAK 23/12 die Dach­pfan­nen, um am qu­er zur Stra­ße lie­gen­den Ge­bäu­de­teil das Feu­er bes­ser be­kämp­fen zu kön­nen. Hier wird mit vier Roh­ren von au­ßen ge­löscht, da die­se Räu­me nicht mehr be­tre­ten wer­den kön­nen.

Bag­ger zum Ab­riss vor!

Doch all die­se Maß­nah­men brin­gen nicht den ge­wünsch­ten Ein­sat­z­er­folg. Und als dann auch noch Tei­le des Ge­bäu­des ein­stür­zen, muss der In­nen­an­griff kom­plett ab­ge­bro­chen wer­den. Da­her ent­schei­det sich die Ein­satz­lei­tung ge­gen 21.30 Uhr da­zu, dass ein Bag­ger die nicht zu er­rei­chen­den Glut­nes­ter von au­ßen öff­nen soll. Micha­el Feist soll die­sen von den Ent­sor­gungs­be­trie­ben der Stadt Wil­helms­ha­ven zur Ein­satz­stel­le brin­gen.

„Seit ei­nem Ge­bäu­de­brand im Kur­park vor zir­ka 6 Jah­ren ste­hen uns ein Um­schlag­bag­ger und ein Rad­la­der der Tech­ni­schen Be­trie­be Wil­helms­ha­ven bei Be­darf zur Ver­fü­gung“, er­klärt Feist, der haupt­be­ruf­lich beim Ent­sor­gungs­be­trieb der Stadt als Ma­schi­nen­füh­rer ar­bei­tet. „Mei­ne Che­fin hat­te be­reits da­mals oh­ne lan­ges Zö­gern der Nut­zung durch die Feu­er­wehr zu­ge­stimmt. Hin­ter­her ha­ben wir die Er­laub­nis zur Nut­zung ver­trag­lich fest­ge­legt. Wir ha­ben je­der­zeit Zu­griff, nur Die­sel und an­de­re Be­triebs­stof­fe müs­sen hin­ter­her be­zahlt wer­den.“

Die­sen Bag­ger holt Feist jetzt zu­sam­men mit ei­nem Be­gleit­fahr­zeug ab und bringt ihn zur Ein­satz­stel­le. Da das Ar­beits­ge­rät ei­nen 13 Me­ter lan­gen Spe­zi­alarm hat, der sich nicht ganz zu­sam­men­fah­ren lässt, muss an ei­ni­gen Brü­cken und Am­pel­mas­ten die Stra­ße ge­sperrt wer­den, da­mit er mit aus­ge­streck­tem Bag­ger­arm die Stel­le pas­sie­ren kann. „Die­ses Pro­blem konn­ten wir mitt­ler­wei­le aber auch lö­sen, so­dass wir bei künf­ti­gen Er­eig­nis­sen schnel­ler am Ein­satz­ort sein kön­nen“, sagt der Stadt­brand­meis­ter.

Ge­gen 22 Uhr be­ginnt Feist mit den Ab­riss­ar­bei­ten am quer­ste­hen­den Ge­bäu­de­teil und öff­net dort Dach und Gie­bel­wand. Spä­ter wird der Bag­ger um­ge­setzt. „Dann ha­ben wir zu­erst die Gau­ben am vor­de­ren Haus ent­fernt und spä­ter auch hier den Gie­bel ein­ge­ris­sen“, er­klärt Feist. Bis zum Mor­gen des Fol­ge­ta­ges ent­fernt er im­mer wie­der ein­zel­ne Ge­bäu­de­tei­le. „Dann muss­te ich den Bag­ger wie­der zu­rück­brin­gen, da er wie­der im Ent­sor­gungs­zen­trum be­nö­tigt wur­de.“

Durch den mas­si­ven Was­ser­ein­satz war der Ein­satz des Bag­gers zu die­ser Zeit oh­ne­hin nicht mehr mög­lich. „Das Lösch­was­ser hat­te mitt­ler­wei­le die St­ei­ne auf dem Hof

und die Plat­ten auf dem Geh­weg zu gro­ßen Tei­len un­ter­spült, so­dass die Stüt­zen im­mer wie­der ein­sack­ten“, sagt Feist. Schließ­lich brach­te so­gar das Un­ter­bau­en der Stütz­tel­ler kei­ne Sta­bi­li­tät mehr, es be­stand Ge­fahr, dass der im­mer­hin 23 Ton­nen schwe­re Bag­ger um­stürzt.

Atem­luft­fla­schen im Pen­del­ver­kehr

Am Mor­gen wech­selt die Wach­mann­schaft der BF durch, fri­sche Kräf­te über­neh­men das wei­te­re Ab­lö­schen der Glut­nes­ter. Da­zu wird von ei­nem Pri­vat­un­ter­neh­men ein gro­ßer Ket­ten­bag­ger an­ge­for­dert, der dank sei­nes Rau­pen­fahr­werks nicht so schnell um­stür­zen und vor al­lem auch in das Brand­ob­jekt hin­ein­fah­ren kann. In Ab­spra­che mit der Po­li­zei und der Staats­an­walt­schaft wer­den die Res­te des Ge­bäu­des jetzt bei Tag kom­plett ein­ge­ris­sen, da vor al­lem im Be­reich des Ober­ge­schos­ses im­mer noch Glut­nes­ter auf­flam­men.

Nach­dem gro­ße Tei­le des Brand­ob­jek­tes ab­ge­tra­gen sind, kann ge­gen 14.30 Uhr die Mel­dung „Feu­er aus“ge­ge­ben wer­den. Die Feu­er­wehr be­ginnt mit den Auf­räum­ar­bei­ten und un­ter­stützt den Ei­gen­tü­mer beim Ein­zäu­nen der Brand­stel­le. Ge­gen 18 Uhr rück­ten die letz­ten Kräf­te der Be­rufs­feu­er­wehr ein.

„Zwi­schen­durch ha­be ich nach Rück­spra­che mit dem Ein­satz­lei­ter BF auch den Stadt­brand­schutz si­cher­stel­len las­sen“, er­läu­tert der Stadt­brand­meis­ter. So wer­den Tei­le der FF Bant/hep­pens aus dem Ein­satz her­aus­ge­löst und bil­den zu­sam­men mit ei­ner DLAK 23/12 der Feu­er­wehr Ma­ri­ne­stütz­punkt­kom­man­do ei­nen Zug. Die­se Kräf­te müs­sen zwi­schen­durch ei­ne Not­fall­tür­öff­nung ab­ar­bei­ten, blei­ben aber von wei­te­ren Ein­sät­zen ver­schont. „Die Be­reit­schaft ha­ben wir dann noch bis zum Abend des 14. Ju­nis auf­recht­er­hal­ten, bis die BF wie­der ein­satz­be­reit war“, be­rich­tet Orts­brand­meis­ter Olaf Au­gus­tin.

Die Feu­er­wehr der Ma­ri­ne un­ter­stützt auch im Be­reich Atem­schutz. Denn durch den ho­hen Ver­brauch an Press­luf­tat­mern sind die Vor­rä­te des Ge­rä­te­wa­gens Atem-

schutz (GW-A) ir­gend­wann er­schöpft. Da die Atem­schutz­werk­statt der Feu­er­wehr Wil­helms­ha­ven auf der Feu­er­wa­che 2 be­hei­ma­tet ist und die­se Wa­che di­rekt in der ab­zie­hen­den Rauch­wol­ke liegt, sol­len dort si­cher­heits­hal­ber kei­ne Fla­schen ge­füllt wer­den. Al­so wird ein Pen­del­ver­kehr ins Ma­ri­ne­ar­se­nal ein­ge­rich­tet. „Zwei Mann ha­ben hier die Press­luf­tat­mer-fla­schen ent­ge­gen­ge­nom­men, be­füllt und wie­der zu­rück zur Ein­satz­stel­le ge­schickt“, er­läu­tert der Chef der Ma­ri­ne­feu­er­wehr, Frank Her­tel.

Im Ein­satz wa­ren rund 190 Ret­tungs- und Ein­satz­kräf­te der Be­rufs­feu­er­wehr Wil­helms­ha­ven, der Orts­feu­er­weh­ren Bant/ Hep­pens, Rüstrin­gen, Seng­war­den und Fed­der­war­den, der Ret­tungs­diens­te ASB, Jo­han­ni­ter Un­fall­hil­fe, Mal­te­ser und DRK so­wie Ein­satz­kräf­te der Po­li­zei­in­spek­ti­on Wil­helms­ha­ven/fries­land. Die Be­woh­ner und An­ge­stell­ten des Pfle­ge­heims wur­den von Not­fall­seel­sor­gern und den Mit­ar­bei­tern des Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­teams der Mal­te­ser be­treut.

Lob für die Pfle­ge­und Ein­satz­kräf­te

„Wir ha­ben bei die­sem Ein­satz sehr viel Glück ge­habt. Wä­re die­ser Ein­satz 3 St­un­den spä­ter pas­siert, hät­te es mit Si­cher­heit To­te ge­ge­ben. Und da­durch, dass fast al­le frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren be­reits auf Wa­che wa­ren, hat­ten wir in sehr kur­zer Zeit vie­le Ein­satz­kräf­te vor Ort“, sagt Feist ab­schlie­ßend. Und er lobt die Pfle­ge­kräf­te: „Schon be­vor wir da wa­ren, hat­ten sie vie­le Be­woh­ner be­reits in Si­cher­heit ge­bracht. Die Feu­er­wehr muss­te nur noch Be­woh­ner von oben und die bett­lä­ge­ri­gen Pa­ti­en­ten ins Freie brin­gen.“

Lo­bend äu­ßert sich auch Britta Thamm, die Lei­te­rin des Wohn­heims. „Ich ha­be die­sen Ein­satz, so schreck­lich er auch war, als to­tal durch­or­ga­ni­siert emp­fun­den. Es war von An­fang an mit dem Lei­ten­den Not­arzt

Ein­ge­setz­te Kräf­te

BF Wil­helms­ha­ven: ELW 1, 2 HLF 20, DLAK 23/12, MTW mit mo­bi­ler Tank­stel­le, KLAF und Gw-tier. FF Bant-hep­pens: LF 16/12, LF 16, DLK 23-12, LF 8, MTW, WLF und GW De­kon-p. FF Fed­der­war­den: LF 8/6 und MTW. FF Rüstrin­gen: TSF-W, LF 16-TS, GW-A, WLF mit Ab-ret­tungs­dienst und MTW. FF Seng­war­den: TLF 16, LF 24, RW und MTW. Feu­er­wehr Ma­ri­ne­stütz­punkt­kom­man­do: 2 Mann mit DLAK 23/12 zur Un­ter­stüt­zung Stadt­brand­schutz, 2 Mann Atem­schutz­werk­statt zum Fla­schen fül­len. Mal­te­ser Hilfs­dienst: 16 Hel­fer SEG mit Ein­satz­mo­tor­rad, 2 MTW, RTW. 5 Hel­fer Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­team. Po­li­zei: Schutz­po­li­zei, Tat­ort­grup­pe. Sons­ti­ge: ASB Wil­helms­ha­ven, DRK Wil­helms­ha­ven, JUH Wil­helms­ha­ven, 2 Bus­se Stadt­wer­ke-ver­kehrs­ge­sell­schaft, GEW Wil­helms­ha­ven (Gas- und Strom­ver­sor­ger), Bag­ger Tech­ni­sche Be­trie­be Wil­helms­ha­ven, Ab­riss­bag­ger von Pri­vat­un­ter­neh­men, Ober­bür­ger­meis­ter, De­zer­nent, Pres­se­spre­che­rin, So­zi­al­amt, Sach­ge­biet Al­ten­hil­fe, Um­welt­amt, Re­gie­rungs­brand­meis­ter, 5 Ein­satz­kräf­te der Not­fall­seel­sor­ge.

Die DLAK 23/12 der BF (rechts) kann um­ge­setzt wer­den, als die DLK 23-12 der FF Bant-hep­pens die Brand­be­kämp­fung von der Gie­bel­sei­te des Vor­der­hau­ses be­ginnt. Zu die­sem Zeit­punkt sieht es fast so aus, als wä­re der Rest des Ge­bäu­des ge­ret­tet.

66 Be­woh­ner ha­ben die Pfle­ge­kräf­te zu­erst al­lei­ne, spä­ter mit Un­ter­stüt­zung der Feu­er­wehr aus den Räu­men in Si­cher­heit ge­bracht und zu­nächst im Hof des Wohn­heims ge­sam­melt. Beim Ein­tref­fen der ers­ten Kräf­te brennt der Dach­stuhl des vor­de­ren Ge­bäu­de­teils

Für die un­un­ter­bro­chen lau­fen­den Mo­to­ren der Ein­satz­fahr­zeu­ge wird in der Nacht Kraft­stoff her­an­ge­führt. Da­für be­sitzt die Feu­er­wehr Wil­helms­ha­ven ei­nen ei­ge­nen Tank­an­hän­ger.

Glück auch für zwei Wel­len­sit­ti­che: Chris­ti­an Lud­wig von der FF Seng­war­den bringt die bei­den ge­ret­te­ten Haus­tie­re ei­nes Be­woh­ners in Si­cher­heit.

Die ers­ten Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger sind durch und müs­sen mit Ge­trän­ken ver­sorgt wer­den. Da­zu wird kur­zer­hand auf die Be­stän­de des Wohn­heims zu­rück­ge­grif­fen, die in ei­ner Ga­ra­ge ge­la­gert wer­den.

Tei­le des Da­ches sind ein­ge­stürzt. Die Flam­men brei­ten sich auf die dar­un­ter­lie­gen­den Zim­mer aus. Mit vier Strahl­roh­ren wird ein Au­ßen­an­griff ge­fah­ren. Der Ein­satz von Atem­schutz­trä­gern im In­nern ist zu ge­fähr­lich ge­wor­den.

Blick auf den par­al­lel zur Stra­ße ste­hen­den Ge­bäu­de­teil. Schwar­zer Rauch zeigt, dass das Feu­er im Dach neue Nah­rung ge­fun­den hat und sich wie­der aus­brei­tet.

Die Ka­na­li­sa­ti­on kann das ab­lau­fen­de Lösch­was­ser nicht mehr auf­neh­men. Es steht knö­chel­tief auf der Stra­ße vor dem Brand­ob­jekt und läuft auch in ei­ne na­he Tief­ga­ra­ge. Mit ei­nem Bag­ger der Tech­ni­schen Be­trie­be Wil­helms­ha­ven reißt Stadt­brand­meis­ter Micha­el

Egal, wo die Bag­ger­schau­fel hin­ein­greift: Über­all wer­den Glut­nes­ter frei­ge­legt und das Feu­er flammt so­fort wie­der auf.

Blick auf das Brand­ob­jekt ge­gen Mit­ter­nacht. Über­all flammt das Feu­er im­mer wie­der auf. Auch das Ein­rei­ßen der Gie­bel­wand hat die Zu­gangs­si­tua­ti­on nicht wirk­lich ver­bes­sern kön­nen.

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