Aus den Weh­ren

Neue Fahr­zeu­ge, neue Häu­ser, Ter­mi­ne und al­te Schät­ze

Feuerwehr-Magazin - - Reportageservice -

KLF Ive­co 72-170/Wal­ser

„Die­ses Fahr­zeug ist mit Si­cher­heit sehr sel­ten in Nord­deutsch­land“, sagt Hol­len­becks Orts­brand­meis­ter Andre­as Ditt­mer mit Blick auf das neue Ein­satz­fahr­zeug der FF Hol­len­beck (Kreis Sta­de, NI). Die Wehr hat ein KLF auf ei­nem Ive­co 72-170 in Di­enst ge­stellt. Sel­ten­heits­wert im nord­deut­schen Raum hat auch der Auf­bau des KLF: Die­ser stammt von der Fir­ma Wal­ser aus Rank­weil in Ös­ter­reich. Das 170 PS star­ke Ein­satz­fahr­zeug hat ei­ni­ge Be­son­der­hei­ten. Ins Au­ge fällt die Mann­schafts­ka­bi­ne. Die­se ist für ei­ne Lösch­grup­pe aus­ge­legt, wur­de aber für die Be­lan­ge der FF Hol­len­beck zur Staf­fel­ka­bi­ne um­ge­baut. „Uns war es wich­tig, viel Platz für un­se­re Ka­me­ra­den im Fahr­zeug zu ha­ben, da­her ent­schie­den wir uns für die­se Va­ri­an­te“, be­tont Ditt­mer. So kann sich der An­griff­s­trupp so­fort mit Press­luf­tat­mern aus­rüs­ten. Zwei wei­te­re PA hän­gen – eben­falls ein­satz­be­reit – zwi­schen den Plät­zen des Was­ser­trupps. Die ge­sam­te Be­leuch­tung ist in Led-tech­nik ge­hal­ten, eben­so die vier Schein­wer­fer des pneu­ma­tisch aus­fahr­ba­ren Light Ro­bot-licht­mas­tes von Te­kli­te. Im Heck ist ei­ne PFPN 10-1000 ver­las­tet, die als Fahr­zeug­pum­pe dient und di­rekt mit dem 500 l fas­sen­den Lösch­was­ser­tank ver­bun­den ist. Un­ter­halb der PFPN be­fin­det sich ein ex­tra Schlauch­kas­ten, hier la­gern B-schläu­che in Buch­ten mit ei­nem Ver­tei­ler. An wei­te­rer Aus­rüs­tung ver­fügt das KLF über ei­ne vier­tei­li­ge Steck­lei­ter, ei­nen 9 KVA star­ken Ei­se­mann-strom­er­zeu­ger und ei­nen Schwimmsau­ger. „Für un­se­re 44 Ak­ti­ven ist das KLF ein her­vor­ra­gen­des Ein­satz­mit­tel“, freut sich Ditt­mer. Und es ist be­reits das vier­te KLF in der Samt­ge­mein­de Har­se­feld.

Al­ter Schatz

Seit April 2010 steht un­ser Al­ter Schatz in Vöhrum, ei­nem Orts­teil der Stadt Pei­ne (NI). Bei der dor­ti­gen FF er­setz­te das TLF 16/25 ein LF 16-TS. Vor sei­ner Um­set­zung war es ab 1986 bei der FF Pei­ne-kern­stadt im Di­enst. „Flo­ri­an Pei­ne 16/23-13“bau­te die Fir­ma Sch­ling­mann auf ei­nen Mer­ce­des 1222 AF. Mitt­ler­wei­le hat es ei­nen Ki­lo­me­ter­stand von über 42.000. Das Fahr­zeug ist so­wohl in der Fach­grup­pe Ge­fahr­gut als auch im Fach­zug Was­ser­trans­port der Stadt Pei­ne in­te­griert. Es be­sitzt ei­nen 2.600 l gro­ßen Was­ser­tank und ist für ei­ne Staf­fel aus­ge­legt. Wäh­rend der Fahrt zum Ein­satz kann sich der An­griff­s­trupp mit Press­luf­tat­mern aus­rüs­ten.

Für Ge­fahr­gut-ein­sät­ze wer­den im G1 zwei CSA der Fir­ma Drä­ger mit­ge­führt. Über ei­nen Was­ser­wer­fer auf dem Dach lässt sich das mit­ge­führ­te Lösch­mit­tel aus­brin­gen. Eben­falls ge­hört ein Ret­tungs­satz der Fir­ma Lu­kas zur Be­la­dung. Der am Heck an­ge­brach­te Licht­mast er­leuch­tet mit 2x 1.000 W die Ein­satz­stel­le. Um den Ein­satz­wert des Fahr­zeugs zu er­hal­ten, mo­der­ni­siert die Feu­er­wehr es ge­le­gent­lich. Erst vor kur­zem wur­de ei­ne neue Um­feld­be­leuch­tung in­stal­liert und die al­te Schieblei­ter ge­gen ei­ne neue ge­tauscht. Das Fahr­zeug hat im ver­gan­gen Jahr gu­te Di­ens­te ge­leis­tet, so zum Bei­spiel beim Hoch­was­ser in Hil­des­heim. Ge­plant ist, das Fahr­zeug in den nächs­ten Jah­ren durch ein mo­der­nes HLF 10 zu er­set­zen.

HLF 20 LF 20 Kats Mer­ce­des Ate­go 1629 Af/ma­gi­rus MAN TGM 13.290 4x4/ro­sen­bau­er

Ein neu­es LF 20 Kats hat die Ber­li­ner Feu­er­wehr in Di­enst ge­stellt. Ro­sen­bau­er fer­tig­te es auf ei­nem MAN TGM 13.290 4x4 BL Eu­ro 6 mit ei­ner zu­läs­si­gen Ge­samt­mas­se von 14.000 kg und ei­nem Rad­stand von 3.950 mm. Es ist mit ei­nem au­to­ma­ti­sier­ten 12-Gang-schalt­ge­trie­be mit Sprint-funk­ti­on, zu­schalt­ba­rem All­rad­an­trieb und Sing­le­be­rei­fung aus­ge­stat­tet. Das LF 20 Kats ist für ei­ne Be­sat­zung von 1/8 kon­zi­piert, die feu­er­wehr­tech­ni­sche Be­la­dung ori­en­tiert sich an der Norm ei­nes LF 20.

„Das ist schon noch mal ei­ne ganz an­de­re Haus­num­mer“, ist die fast ein­stim­mi­ge Mei­nung der Ak­ti­ven der FF Wil­helms­dorf (BY) über ihr neu­es Fahr­zeug. Bis­her wa­ren die größ­ten der drei Fahr­zeu­ge der Mit­tel­fran­ken ein LF 8/6 und ein in Ei­gen­leis­tung um­ge­bau­tes Son­derLF – bei­de in der Ge­wichts­klas­se un­ter 10 t. Das HLF 20, dass jetzt in der Ge­mein­de im Land­kreis Neu­stadt-aisch/bad Winds­heim in Di­enst ge­stellt wur­de, hat ei­ne zu­läs­si­ge Ge­samt­mas­se von 16 t. Fahr­ge­stell ist ein Mer­ce­des Ate­go 1629 mit ei­ner Leis­tung von 294 PS, All­rad­an­trieb und au­to­ma­ti­schem Ge­trie­be. Auch ist es mit 8.600 mm deut­lich län­ger als die an­de­ren Fahr­zeu­gen. Der Auf­bau stammt von Ma­gi­rus. In der Team-cab hat die Be­sat­zung aus­rei­chend Platz. Ne­ben den vier Atem­schutz­ge­rä­ten ha­ben ei­ne Wär­me­bild­ka­me­ra von Bul­lard und ein Drä­ger-gas­mess­ge­rät, ein Not­fall­ruck­sack und ein De­fi­bril­la­tor Platz.

Das HLF soll zu­künf­tig als Erst­aus­rü­cker al­le Ein­sät­ze ab­de­cken. Dem­ent­spre­chend viel­fäl­tig ist die mit­ge­führ­te Aus­rüs­tung. In zwei Tanks be­fin­den sich 2.000 l Was­ser und 200 l Schaum­mit­tel. Die­ses kann über ein Cad­di­sys 30-Zu­misch­sys­tem bei­ge­fügt wer­den. Wei­te­re Lösch­mit­tel sind zwei 6-kgLö­scher mit Pul­ver, ein CO -Lö­scher und ein

2 Klein­lösch­ge­rät Hy­dro­fix. Der Schnellan­griff – ein Falt­schlauch mit ge­kup­pel­tem Hohl­strahl­roh – hat sei­nen Platz in G6. Zur um­fang­rei­chen Be­la­dung für Hil­fe­leis­tun­gen ge­hö­ren ein hy­drau­li­scher Ret­tungs­satz mit Sche­re S 700, Sprei­zer SP 510, zwei Te­le­skop­zy­lin­der, Ret­tungs­platt­form, ein Satz He­be­kis­sen, Tür­öff­nungs­werk­zeug, Sä­bel­sä­ge, Zu­sätz­lich ver­fügt es über ei­nen Über­druck­lüf­ter und ein Gas­mess­ge­rät. Ver­baut sind ein 1.000-lLösch­was­ser- und ein 100-l-schaum­mit­tel­tank. Der pneu­ma­ti­sche Licht­mast kann mit­tels Fern­be­die­nung vom Bo­den aus ge­steu­ert wer­den. Ei­ne FPN 10-2000 ver­sorgt drei B-druck­ab­gän­ge und den Schnellan­griff. Ab­wei­chend von der Norm ist auch ei­ne Druck­luft­schaum­an­la­ge (CAFS) DLS 2400/800 vor­han­den. Der Schaum kann über ei­nen B-ab­gang so­wie über den Schnellan­griff ab­ge­ge­ben wer­den.

BF Gel­sen­kir­chen (NW)

„Der Bau der neu­en Feu­er- und Ret­tungs­wa­che 3 ist ei­gent­lich der geo­gra­phi­schen Form Gel­sen­kir­chens ge­schul­det“, er­klärt Brand­rat Ro­land Adam von der Brand­di­rek­ti­on der BF Gel­sen­kir­chen. Der Be­darf ei­nes zu­sätz­li­chen Stand­or­tes wur­de be­reits im Brand­schutz- und Ret­tungs­dienst­be­darfs­plan vor 7 Jah­ren fest­ge­stellt. Ein Gut­ach­ten zeig­te ganz klar, dass die im Süd­wes­ten der Ruhr­ge­biets­stadt lie­gen­den Stadt­tei­le Heß­ler und Feld­mark un­ter­ver­sorgt wa­ren. Bis­lang ha­ben sich die um­lie­gen­den Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen der BF die­sen Be­zirk ge­teilt. In Be­zug auf die ge­for­der­ten Hilfs­fris­ten (Fahrt­zeit­er­rei­chung) war die­ser Zu­stand al­ler­dings nicht op­ti­mal.

Adam hier­zu: „Hät­te das Stadt­ge­biet ei­ne run­de­re Form, wä­ren die­se Stadt­tei­le durch­aus auch wei­ter­hin von den um­lie­gen­den Wa­chen der BF ver­sorgt wor­den. Aber so wa­ren wir ge­zwun­gen, ei­nen vier­ten Stand­ort mit ei­ge­nem Aus­rück­be­zirk neu zu er­rich­ten.“In ei­ner Bau­zeit von 21 Mo­na­ten ent­stand da­her in ei­nem In­dus­trie­ge­biet na­he des Rhein-her­ne-ka­nals und der A 42, dem so­ge­nann­ten Em­scher­schnell­weg, ei­ne neue Grup­pen­wa­che auf ei­nem städ­ti­schen Grund­stück, die auch op­ti­sche Ak­zen­te setzt. In Rich­tung Zu­kunft bli­ckend ist die­ser Stand­ort sin­ni­ger­wei­se räum­lich auf ei­ne Zug­wa­che aus- ge­legt. Ge­plant ist auch, hier ei­ne Red­un­danz­leit­stel­le als Rück­fal­le­be­ne auf­zu­bau­en.

Die FW 3 ist fer­ner Lehr­ret­tungs­wa­che für an­ge­hen­de Not­fall­sa­ni­tä­ter. Auch wur­de die Tau­cher­werk­statt von der Haupt­wa­che in der See­stra­ße nach Heß­ler ver­legt. Ne­ben der Wa­che 1 Wil­den­bruch­stra­ße gibt es hier zu­dem ei­ne zwei­te Des­in­fek­ti­on. Die Tau­cher wur­den von der Wa­che Gel­sen­kir­chen-buer nach Heß­ler ver­legt. Da es sich hier­bei um ei­ne kom­plett neue Wa­che han­delt, muss­te die Stadt Gel­sen­kir­chen lo­gi­scher­wei­se ihr Per­so­nal und den Fahr­zeug­be­stand hier­für auf­sto­cken. Die Ein­stel­lung 30 neu­er Mit­ar­bei­ter für die Be­set­zung von sechs Funk­tio­nen so­wie die Be­schaf­fung ei­nes neu­en HLF 20/16 und ei­ner DLAK 23/12 wa­ren die Fol­ge. Zu­sätz­lich wur­de der Ge­rä­te­wa­gen Was­ser­ret­tung der Tau­cher hier sta­tio­niert. Hin­zu kommt ein 24-St­un­den-rtw, ein von 7 Uhr bis 23 Uhr be­setz­ter RTW so­wie ein Ta­ges­dienst-nef, wel­ches in der Zeit von 7 Uhr bis 16 Uhr hier zur Ver­fü­gung steht.

Mit der In­be­trieb­nah­me der Feu­er- und Ret­tungs­wa­che 3 ent­stand auch der Lösch­zug 19 der FF Gel­sen­kir­chen neu, der sich mit zur­zeit 18 Ein­satz­kräf­ten im Auf­bau be­fin­det und auch über ei­ne ei­ge­ne Ju­gend­feu­er­wehr ver­fü­gen wird. An Fahr­zeu­gen be­sitzt die­se noch jun­ge Ein­heit ein HLF 10, ei­nen Gw-schlauch (Sw-kats) und ein MTF. Die drei Be­rei­che Ret­tungs­dienst, Lösch­zug BF und FF ver­fü­gen über ei­ge­ne Ein­gän­ge an der nörd­li­chen Ge­bäu­de­flan­ke. Zur bes­se­ren Ori­en­tie­rung im In­ne­ren des Hau­ses ha­ben die drei ge­nann­ten Be­rei­che Tü­ren un­ter­schied­li­cher Farb­ge­bung. Die Fak­ten in Kür­ze: 5.000 m² Gr­und­flä­che, 3.700 m² Brut­to-ge­schoss­flä­che, 13 Stell­plät­ze, Kos­ten: 9,2 Mil­lio­nen Eu­ro, Adres­se: 45883 Gel­sen­kir­chen, An der Land­wehr 5.

Was gibt’s Neu­es?

Bei Euch ist ein neu­es Ein­satz­fahr­zeug in Di­enst ge­gan­gen? Ihr habt ein neu­es Feu­er­wehr­haus be­zo­gen? Eu­er Lösch­fahr­zeug ist schon über 30 Jah­re alt und im­mer noch im Di­enst? Dann lasst es an­de­re wis­sen. Un­se­re Ru­brik Aus den Weh­ren ist Eu­re Mög­lich­keit, auf Neu­es in Eu­rer Feu­er­wehr hin­zu­wei­sen. Schreibt mich ger­ne di­rekt an un­ter preu­sch­off@ feu­er­wehr­ma­ga­zin.de

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