Ham­burg star­tet neue Feu­er­wehr-challan­ge: Kick it

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text und Fo­tos: Ti­mo Jann, Feu­er­wehr-ma­ga­zin-au­tor [5549]

Als Gruß der Ham­bur­ger Feu­er­wehr an die Deut­sche Fuß­ball­Na­tio­nal­mann­schaft ent­stand zur Welt­meis­ter­schaft in Russ­land ein be­son­de­rer Film. Ein Ball fliegt von Wa­che zu Wa­che – wird von Tau­chern, Che­mi­ka­li­en­schutz­an­zu­gTrä­gern, Dreh­lei­ter-be­sat­zun­gen und Hö­hen­ret­tern wei­ter­ge­spielt. Ein Wer­be­film für die Feu­er­wehr und der Auf­takt ei­ner klei­nen Se­rie. Wir wa­ren bei den Dreh­ar­bei­ten da­bei.

Im ho­hen Bo­gen fliegt der wei­ße Le­der­fuß­ball mit dem ro­ten Auf­druck Feu­er­wehr Ham­burg vor den Lan­dungs­brü­cken ins Was­ser. Da kommt von rechts schon ein Klein­boot an­ge­düst. Feu­er­wehr­mann Sven Ben­ecke beugt sich über den Rumpf und fischt den Ball aus der El­be. Ret­tung ge­glückt. Cut. Ben­ecke wirft den Ball von Bord aus in vol­ler Fahrt wei­ter. Er fliegt links aus dem Bild, um in der nächs­ten Sze­ne durch den Luft­druck des Lösch­un­ter­stüt­zungs­fahr­zeugs (LUF) wei­ter­gebla­sen zu wer­den. Cut. So geht es knapp 2,5 Mi­nu­ten lang wei­ter. Mo­men­te, die Ste­fan Koh­fahl vom Per­so­nal­aus­wahl­zen­trum der Feu­er­wehr Ham­burg in sei­nem klei­nen Dreh­buch ver­merkt hat. Me­di­en­de­si­gner To­bi­as Münch fängt al­le Sze­nen mit sei­ner Ka­me­ra ein. So ent­steht ei­ne Vi­deo-bot­schaft, die sich schließ­lich zum In­ter­net-hit ent­wi­ckelt.

„Ent­stan­den ist der Film aus ei­ner Idee vor der Welt­meis­ter­schaft“, be­rich­tet Koh­fahl. „Ich hat­te mir über­legt, zur WM et­was mit Be­zug zur Feu­er­wehr zu ma­chen. Dass das Pro­jekt dann so ein­schlägt und die Kol­le­gen mit im­mer neu­en gu­ten Ide­en ka­men, konn­te ich ja nicht ah­nen.“Was an­fangs nur we­ni­ge Se­kun­den ge­hen soll­te, wur­de ein Kurz­film mit pro­fes­sio­nel­lem Touch und gro­ßem Ein­satz.

Lösch­boot­füh­rer Mat­thi­as Weid­ner fährt das gut 28 Me­ter lan­ge „LB 11“vor den Lan­dungs­brü­cken in Po­si­ti­on. Feu­er­wehr­mann Frank Pe­ter­sen hat vor­ab von Koh­fahl ge­

naue In­struk­tio­nen be­kom­men, wie er den Fußball von links kom­mend ins Bild wer­fen muss, da­mit Münch ihn vor der welt­be­kann­ten ma­ri­ti­men Ku­lis­se der Stadt per­fekt auf­neh­men kann. Münch hat sei­ne Ka­me­ra auf ei­nem Sta­tiv mon­tiert. Um mög­lichst dicht über der Was­ser­ober­flä­che fil­men zu kön­nen, hat er ei­ne Klap­pe in der Bord­wand ge­öff­net. Ei­ne zu star­ke Wel­le und die Tech­nik könn­te von Deck rut­schen. Mehr­fach muss Pe­ter­sen den Ball wer­fen, im­mer wie­der beugt sich Ben­ecke über den Boots­rumpf und fischt die Ku­gel aus der El­be. Über Funk ist zu hö­ren, dass sich die Ka­pi­tä­ne der Per­so­nen­fäh­ren, die im Li­ni­en­dienst im Ha­fen ver­keh­ren, schon wun­dern, was da mit den Boo­ten der Feu­er­wehr läuft.

An­stoß vom Feu­er­wehr­chef

Koh­fahl: „Wir muss­ten bei al­len Auf­nah­men na­tür­lich dar­auf ach­ten, den Ein­satz­dienst nicht zu stö­ren. Al­le Be­tei­lig­ten wa­ren je­der­zeit ein­satz­be­reit.“So auch „LB 11“und das da­zu­ge­hö­ri­ge Klein­boot der Sta­ti­on an der Kehr­wie­der­spit­ze un­weit der Ham­bur­ger Ha­fen­ci­ty.

Ziel des Dreh­buchs ist ein dy­na­mi­scher Film­ver­lauf. Auf dem Hof der Haupt­feu­er­wa­che am Ber­li­ner Tor schießt Ober­brand­di­rek­tor Mau­rer den Ball los. Er lan­det in der Fahr­zeug­hal­le, die Wach­ab­tei­lung kickt be­geis­tert mit. „Wir für Ham­burg, ihr für Deutsch­land, so un­ser Mot­to“, sagt Koh­fahl. Der Kampf­mit­tel­räum­dienst an ei­nem Bom­ben­blind­gän­ger aus dem Zwei­ten Welt­krieg, die Di­s­po­nen­ten der Leit­stel­le, das Feu­er­weh­r­in­for­ma­ti­ons­zen­trum und der Brand­ge­wöh­nungs­con­tai­ner an der Feu­er­wehr­aka­de­mie sind wei­te­re Sze­nen. Zum Schluss steigt ei­ne Mann­schaft an Feu­er­wehr­leu­ten aus dem Ein­satz­leit­wa­gen. Es wirkt, als ver­las­sen sie ih­ren Te­am­bus, ähn­lich wie die Ki­cker in Russ­land.

Der Film zeigt, was es bei der Feu­er­wehr Ham­burg al­les im Ta­ges­ge­schäft und an Son­der­kom­po­nen­ten gibt. Die Feu­er­wehr Ham­burg sieht ihn zwar nicht di­rekt als Image­film, aber bei der Per­so­nal­wer­bung dürf­te der Strei­fen hel­fen. „Es ist na­tür­lich vol­les Pro­duct-pla­ce­ment, über­all Feu­er­wehr Ham­burg“, scherzt der Initia­tor des Films. Und er hat noch ei­ne wei­te­re Idee, um das Pro­jekt fort­zu­füh­ren: „An­de­re Feu­er­weh­ren wur­den no­mi­niert, es den Ham­bur­gern nach­zu­ma­chen. Als ers­tes nahm die Feu­er­wehr Mün­chen den Ball auf, die Ber­li­ner Feu­er­wehr und so­gar Ret­tungs­kräf­te aus der fran­zö­si­schen Ha­fen­stadt Mar­seil­le folg­ten.“Aus ei­ner klei­nen Wm-ak­ti­on wird ei­ne tol­le Wer­bung für die Feu­er­wehr – und ein ech­ter In­ter­net-hit.

Screen­shots: Feu­er­wehr Ham­burg

Der wei­ße Le­der­ball flog in Ham­burg von Wa­che zu Wa­che, auch die Spe­zi­al­ein­hei­ten mach­ten be­geis­tert mit. Es ent­stand ein Image­film der be­son­de­ren Art: „Wir für Ham­burg – ihr für Deutsch­land“ist das Mot­to.

Frank Pe­ter­sen wirft den Ball auf Kom­man­do vom Lösch­boot ins Was­ser.

Me­di­en­ge­stal­ter To­bi­as Münch fing die Sze­nen mit ei­ner Spie­gel­re­flex­ka­me­ra ein.

Sven Ben­ecke kommt per Klein­boot und ret­tet den Ball aus den Flu­ten des Ha­fens.

Ste­fan Koh­fahl vom Per­so­nal­aus­wahl­zen­trum der Feu­er­wehr Ham­burg hat­te die Idee zu dem be­son­de­ren Film.

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