WASP er­kennt Be­we­gun­gen, Er­schüt­te­run­gen und Schlä­ge

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text: An­dré Kart­schak, Fo­tos: Hea­vy Res­cue Ger­ma­ny [5671]

Hea­vy Res­cue Ger­ma­ny bie­tet mit der WASP ein Ge­rät an, das Be­we­gun­gen, Er­schüt­te­run­gen und Schlä­ge er­kennt. So kann es Ein­satz­kräf­te war­nen, wenn Ge­bäu­de und Bau­gru­ben ein­zu­stür­zen oder ver­un­fall­te Groß­fahr­zeu­ge um­zu­kip­pen dro­hen. Wir stel­len das Ge­rät vor.

Un­ab­hän­gig vom Ein­satz­stich­wort nimmt die Feu­er­wehr fast im­mer die Erst­maß­nah­men nach Scha­dens­er­eig­nis­sen vor. In man­chen La­gen kön­nen da­bei Si­tua­tio­nen ent­ste­hen, die er­heb­li­ches Ge­fah­ren­po­ten­zi­al für die Kräf­te ber­gen, zum Bei­spiel: Be­we­gung von ver­un­fall­ten

Groß­fahr­zeu­gen, Be­we­gung von be­schä­dig­ten

Ge­bäu­de­tei­len oder Be­we­gung von Erd­reich nach Tief­bau­un­fäl­len. „So­mit ist es von Vor­teil, wenn ei­ne sol­che Be­we­gung si­cher re­gis­triert wer­den kann und die Ein­satz­kräf­te ge­warnt wer­den“, er­klärt Ira­kli West, In­ha­ber der Fir­ma Hea­vy Res­cue Ger­ma­ny, die sich auf die Aus­bil­dung und Aus­rüs­tung für schwe­re Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung spe­zia­li­siert hat. „Lan­ge Zeit fehl­ten sol­che Lö­sun­gen be­zie­hungs­wei­se wa­ren mit er­heb­li­chen Kos­ten und Aus­bil­dungs­auf­wand ver­bun­den, zum Bei­spiel bei Ge­rä­ten mit La­ser­mes­sung.“

Ge­nau hier setzt laut West die WASP an – auf Deutsch We­s­pe. Da­hin­ter steht die eng­li­sche Ab­kür­zung für Warning Alarm for Sta­bi­li­ty Pro­tec­tion, frei über­setzt „War­nein­rich­tung zur Si­che­rung der Stand­fes­tig­keit“. Es han­delt sich da­bei um ein Ge­rät, das kleins­te Be­we­gun­gen, Er­schüt­te­run­gen so­wie Schlä­ge re­gis­triert und die Ein­satz­kräf­te op­tisch und akus­tisch da­vor warnt.

„Die WASP ist welt­weit be­reits bei ei­ner Viel­zahl von Un­fäl­len ver­wen­det wor­den“, er­zählt der Th-ex­per­te. „Bei­spiels­wei­se ha­ben 14 Ge­rä­te nach dem Brand des Gren­fell To­wer in Lon­don zur Be­ob­ach­tung durch­hän­gen­der De­cken ge­dient.“In Groß­bri­tan­ni­en wur­de das Ge­rät auch ent­wi­ckelt: Matt Keogh, Feu­er­wehr­mann in Man­ches­ter Ci­ty, war als Teil ei­nes Ret­tungs­teams nach ei­nem schwe­ren Erd­be­ben im Ja­nu­ar 2001 nach In­di­en ge­reist. Die kom­ple­xen Ein­satz­la­gen vor Ort und die be­grenz­ten Mög­lich­kei­ten zur Über­wa­chung ein­sturz­ge­fähr­de­ter Be­rei­che be­weg­ten ihn nach sei­ner Rück­kehr zur Ent­wick­lung ei­nes ein­fach zu be­die­nen­den und schnell ein­setz­ba­ren Über­wa­chungs­ge­räts.

„In Deutsch­land ist die WASP be­reits bei ei­ni­gen Orts­ver­bän­den des THW im Ein­satz“, sagt West, der das Ge­rät ex­klu­siv in Deutsch­land ver­treibt. „Hier hat es et­wa schon bei der Si­che­rung ei­nes um­ge­kipp­ten Lkw ge­hol­fen, aus dem die La­dung ge­bor­gen wer­den muss­te. Meh­re­re Feu­er­weh­ren pla­nen be­reits die Be­schaf­fung ei­ge­ner Ge­rä­te.“

West sieht in der WASP ei­ne lo­gi­sche Er­gän­zung der Be­la­dung im Rüst­wa­gen oder gleich­wer­ti­ger Fahr­zeu­ge be­zie­hungs­wei­se Kom­po­nen­ten. „So kann sie dort, wo ab­ge­stützt und sta­bi­li­siert wird, gleich ab Be­ginn ein­ge­setzt wer­den“, er­klärt der Th-ex­per­te. „Sie ist auch er­gän­zend zu Ge­rä­ten mit La­ser­tech­nik ver­wend­bar, zum Bei­spiel dem Ein­satz­stel­len-si­che­rungs­sys­tem (ESS) des THW, ins­be­son­de­re beim Ein­satz in In­nen­be­rei­chen.“

Be­fes­ti­gung in je­der La­ge

Die Be­die­nung ist laut West ganz ein­fach: Nach dem Ein­schal­ten und An­brin­gen er­folgt das Ka­li­brie­ren. Da­für be­nö­tigt die WASP bis zu 45 Se­kun­den. Durch ein Blink- si­gnal er­kennt der An­wen­der, dass das Ge­rät ein­satz­be­reit ist. Die Warn­schwel­le kann da­bei den Be­dürf­nis­sen der je­wei­li­gen Ein­satz­la­ge an­ge­passt wer­den: Nei­gung in al­len drei Ach­sen

0,1 bis 2,6 Grad (Ro­ta­ti­ons­be­we­gung), Vi­bra­ti­on im Fre­quenz­be­reich 0,5 bis 100 Hertz. Die WASP kann zur Über­wa­chung ei­nes Be­reichs mit di­ver­sen mit­ge­lie­fer­ten An­schlag- und Be­fes­ti­gungs­mit­teln fi­xiert wer­den: ver­ti­kal, ho­ri­zon­tal oder auf Schrä­gen. „Ei­ne Be­fes­ti­gung und Über­wa­chung ist in jeg­li­cher Nei­gung und La­ge mög­lich“, sagt West. Je nach Be­dürf­nis­sen der An­wen­der

lässt sich die Laut­stär­ke des akus­ti­schen Alarms ein­stel­len. Die Schutz­art IP 66 macht das Ge­rät da­bei un­emp­find­lich ge­gen even­tu­el­le Lösch­maß­nah­men, Re­gen oder Staub.

Ge­lie­fert wird die WASP in ei­ner Fi­re­box mit den Ma­ßen 600 x 400 x 220 Mil­li­me­ter, auf Wunsch aber auch in der ori­gi­na­len Pe­liBox. Ent­hal­ten sind ne­ben dem Ge­rät selbst ei­ne Su­per-clamp-be­fes­ti­gungs­klam­mer (et­wa für Bau­stüt­zen), ein Dop­pel-saug­napf für glat­te Ober­flä­chen, ein Stüt­zen­ad­ap­ter zur An­brin­gung an Ret­tungs­stüt­zen, ein Ad­ap­ter für Lei­ter­spros­sen, ei­ne Be­fes­ti­gungs­plat­te Stahl mit Schrau­blö­chern so­wie op­tio­nal ein Ab­sperr­band.

Je nach Aus­stat­tung ist die WASP ab zir­ka 3.808 Eu­ro zu­züg­lich Ver­sand­kos­ten er­hält­lich. Zur (kos­ten­pflich­ti­gen) Re­ka­li­brie­rung soll­te das Ge­rät al­le 3 Jah­re ins Werk ge­schickt wer­den. In die­ser Zeit er­hal­ten Nut­zer ein Er­satz­ge­rät gra­tis ge­stellt. Kon­takt: Hea­vy Res­cue Ger­ma­ny, Fw­netz Gm­bh, Ot­to-hahn-stra­ße 24, 85540 Haar, Te­le­fon 089/45456860, in­fo@hea­vy-res­cue.de, www.hea­vy-res­cue.de

Set mit WASP (rechts) und wei­te­rem Zu­be­hör zum Be­fes­ti­gen und Ab­sper­ren, un­ter­ge­bracht in ei­nem Hart­scha­len­kof­fer.

Un­fallsze­na­rio mit Lkw. Mit dem Be­we­gungs­warn­ge­rät WASP (rechts) kön­nen die Ein­satz­kräf­te er­ken­nen, ob das Fahr­zeug ins Rut­schen ge­rät und sie ge­fähr­det.

Si­mu­la­ti­on ei­nes Tief­bau­un­falls: Das auf ei­ner Qu­er­stre­be mon­tier­te WASP über­wacht die Sta­bi­li­tät der Spund­wän­de.

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