Sel­te­ner Ein­blick: So ar­bei­tet die Be­triebs­feu­er­wehr des Ar­mee­lo­gis­tik Centers Hin­will (CH)

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text und Fo­tos: Hei­no Schüt­te, Feu­er­wehr-ma­ga­zin-au­tor [6231]

Das Schwei­zer Mi­li­tär ist mit sei­nem Mi­liz­prin­zip – vie­les wird ne­ben­be­ruf­lich ge­macht – welt­weit wohl ein­zig­ar­tig. Eben­so wie die da­zu­ge­hö­ri­ge Ar­mee­feu­er­wehr. Wir durf­ten die an­sons­ten streng ab­ge­schot­te­te Be­triebs­feu­er­wehr des Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ters Hin­wil in der Ost­schweiz ein paar Ta­ge be­glei­ten. Die 130 Kräf­te si­chern meh­re­re tau­send Ob­jek­te.

Nein, das glau­ben wir – aus deut­scher Feu­er­wehr-sicht be­trach­tet – zu­nächst nicht! Ein Feu­er­wehr-kom­man­do mit nur rund 130 Ein­satz­kräf­ten, das für ein solch rie­si­ges Ein­satz­ge­biet mit zir­ka 8.000 Ein­zel­ob­jek­ten Ver­ant­wor­tung trägt? Auf der Land­kar­te um­fasst der Ein­satz­be­reich 220 Ki­lo­me­ter von Nord nach Süd und 140 Ki­lo­me­ter von West nach Ost. Es han­delt sich um den Be­reich zwi­schen Bo­den­see und der Gren­ze zu Ita­li­en. Kom­man­dant Ma­jor Tho­mas Brüg­ger nimmt uns

am Haupt­stand­ort Hin­will mit auf ei­ne Ma­ra­thon-feu­er­wehr­tour und stimmt schon mal auf ei­ni­ge Über­ra­schun­gen ein: „Bei uns ist vie­les an­ders!“

Es geht flott über Land­stra­ßen und Au­to­bah­nen von Stütz­punkt zu Stütz­punkt. Der Kom­man­dant scheint die­ses Tem­po mit sei­nem Di­enst­fahr­zeug, ei­nem Mitsu­bi­shi Pa­je­ro, ge­wöhnt zu sein. Der ers­te Ein­druck: An­fahrts­zei­ten zum Ein­satz­ort kön­nen für die ein­zel­nen Ein­hei­ten zwi­schen dem sanf­ten Hü­gel­land bei Zü­rich und dem wil- den Hoch­ge­bir­ge bei Chur durch­aus ei­ni­ge Zeit in An­spruch neh­men. War­um das zu ver­tre­ten ist, er­klärt Kom­man­dant Brüg­ger mit der sehr gu­ten Zu­sam­men­ar­beit mit den zi­vi­len Feu­er­wehr­korps der Kom­mu­nen und Kan­to­ne so­wie mit de­ren Erst­in­ter­ven­ti­ons­Fä­hig­kei­ten.

Die Zu­sam­men­ar­beit wird im­mer wie­der trai­niert. „Die zi­vi­len Feu­er­weh­ren kön­nen sich durch die gu­te Ver­zah­nung über die Mi­li­tär­feu­er­weh­ren auch je­der­zeit auf un­bü­ro­kra­ti­sche Un­ter­stüt­zung durch die Ar­mee bei Groß­scha­dens­er­eig­nis­sen ver­las­sen“, be­tont Brüg­ger.

Of­fi­zi­el­ler Na­me: Be­triebs­feu­er­wehr VBS

Die Ar­mee­feu­er­wehr ist dem VBS (Eid­ge­nös­si­sches De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rung und Sport), wie das zu­stän­di­ge Mi­nis­te­ri­um of­fi­zi­ell heißt, un­ter­stellt. Die Trup­pe nennt sich dem­nach kurz Be­triebs­feu­er­wehr VBS und ist für al­le Be­rei­che der-

Ar­mee (al­so Heer, Luft­waf­fe, FUB und LBA) zu­stän­dig. Sie ge­nießt im ge­sam­ten, or­ga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fen­den Brand- und Ka­ta­stro­phen­schutz­we­sen der Al­pen­re­pu­blik gro­ße An­er­ken­nung.

Es gibt fünf sol­cher Be­triebs­feu­er­wehrZen­tren (in Hin­wil, Thun, Mon­te­ce­ne­ri, Grol­ley und Oth­mar­sin­gen), die je­weils ei­nem der Schwei­zer Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ter (ALC) zu­ge­ord­net sind. Die ALC sind im Zu­ge der Schwei­zer Ar­mee­re­form ent­stan­den und exis­tie­ren seit 2006. Die Alarm­zen­tra­le be­fin­det sich im Raum Ber­ner­ober­land. Alc-stand­or­te sind in der gan­zen Schweiz ver­teilt. Die Be­triebs­feu­er­weh­ren VBS zäh­len in der ge­sam­ten Schweiz rund 800 Mit­glie­der.

Haupt­auf­ga­be al­ler Be­triebs­feu­er­weh­ren in den Ar­mee­lo­gis­tik­zen­tren ist Brand­schutz, Un­fall­hil­fe und Ge­fah­ren­ab­wehr in den Mi­li­tär-lie­gen­schaf­ten in der tra­di­tio­nell wehr­haf­ten Al­pen­re­pu­blik. Man muss die­sen Hin­ter­grund wis­sen: Das Schwei­zer Mi­li­tär ist von ei­ner be­son­de­ren Mi­liz-ideo­lo­gie (Volks­heer) ge­prägt, die auch von den Be­triebs­feu­er­weh­ren ge­teilt wird.

So führt Kom­man­dant Ma­jor Tho­mas Brüg­ger bei der mehr­tä­gi­gen Tour das Feu­er­wehr-ma­ga­zin nicht nur durch Tech­nik und Or­ga­ni­sa­ti­on, son­dern auch durch die Phi­lo­so­phie ei­ner be­son­de­ren eid­ge­nös­si­schen Tra­di­ti­on. Über­setzt heißt das im Prin­zip nichts an­de­res als aus­ge­präg­ter bür­ger­schaft­li­cher Te­am­geist. Zwi­schen den zi­vi­len und mi­li­tä­ri­schen Struk­tu­ren gibt es kaum Trenn­li­ni­en, wenn es gilt, sich ge­gen Kri­sen und Be­dro­hun­gen jed­we­der Art zur Wehr zu set­zen.

Kom­mu­na­le Feu­er­weh­ren lei­hen sich Fahr­zeu­ge

Nur das als Bei­spiel, um die­sen au­ßer­ge­wöhn­li­chen Schwei­zer Ar­mee- und auch Feu­er­wehr-geist zu ver­ste­hen: Kom­mu­na­le Feu­er­weh­ren lei­hen sich aus dem be­nach­bar­ten Lo­gis­tik­cen­ter der Ar­mee ge­län­de­gän­gi­ge Fahr­zeu­ge für ei­ne Gross­übung aus. In Deutsch­land wä­re dies un­denk­bar.

Der sach­ge­mä­ße und ver­ant­wor­tungs­vol­le Um­gang mit den „Jeeps“oder Lkw ist für die kom­mu­na­len Feu­er­wehr­leu­te kein Pro­blem, weil sie in ganz über­wie­gen­der Zahl ih­ren Grund­wehr­dienst ab­ge­leis­tet ha­ben und je­des Jahr zu Mi­li­tär­übun­gen ein­rü­cken. Sie ken­nen den Fuhr­park al­so.

Für Brüg­ger ist die­se ma­te­ri­el­le und per­so­nel­le Zu­sam­men­ar­beit kaum ei­ne Er­wäh­nung wert, son­dern pu­re Selbst­ver­ständ­lich­keit. Er be­tont die da­zu­ge­hö­ri­ge in­ne­re Ein­stel­lung, die Schwei­zer Grund­re­gel des Zu­sam­men­ste­hens in Not: „Die­ses Mit­ein­an­der al­ler Kräf­te macht uns bei der Be­wäl­ti­gung von Ein­satz­la­gen stark, egal ob Po­li­zei, Ar­mee, Zi­vil­schutz, Ro­tes Kreuz, zi­vi­le Feu­er­weh­ren oder wir als Be­triebs­feu­er­wehr.“

Was wir bei den Be­su­chen in den ein­zel­nen Stand­or­ten der Be­triebs­feu­er­wehr des Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ters Hin­wil (Haupt­quar­tier) se­hen: Vie­les über­rascht ei­ner­seits durch be­währ­te al­te, aber auch durch au­ßer­ge­wöhn­li­che (Fahr­zeug-)tech­nik. Und ganz be­son­ders durch per­sön­li­che Mo­ti­va­ti­on und Ver­bun­den­heit mit der Feu­er­wehrMis­si­on in­ner­halb von Be­ruf und Ar­mee.

Dies zeigt sich al­lein schon bei der Re­kru­tie­rung der Ein­satz­kräf­te für die Be­triebs­feu- er­wehr VBS. Vom Kom­man­do ab­ge­se­hen, han­delt es sich bei den Mit­glie­dern al­le­samt um Zi­vil­an­ge­stell­te des VBS. Ver­gleich­bar mit ei­ner frei­wil­li­gen Werk­feu­er­wehr in Deutsch­land ha­ben sich die Mit­ar­bei­ter be­reit er­klärt, zu­sätz­lich zu ih­rer täg­li­chen Ar­beit auf den je­wei­li­gen Mi­li­tär­stütz­punk­ten die­sen Feu­er­wehr­dienst zu leis­ten. Von Mon­tag bis Frei­tag zwi­schen 7 und 17 Uhr stel­len sie bei Brän­den oder Tech­ni­schen Hil­fe­leis­tun­gen in den Mi­li­tär­stand­or­ten die so­for­ti­ge In­ter­ven­ti­ons­be­reit­schaft si­cher. Das heißt: Bei Alarm ei­len Kräf­te, über­wie­gend Tech­ni­ker, von ih­rem nor­ma­len Ar­beits­platz ins Feu­er­wehr­haus und be­set­zen die Ein­satz­fahr­zeu­ge.

Nachts so­wie an Wo­che­n­en­den und Fei­er­ta­gen über­neh­men die zi­vi­len Feu­er­weh­ren den Er­st­ein­satz, wäh­rend die An­ge­hö­ri­gen der Be­triebs­feu­er­weh­ren sich dann von da­heim zum Stand­ort be­ge­ben. Ma­jor Brüg­ger er­klärt den wei­te­ren Fort­gang: „Ent­we­der lö­sen wir dann die Ka­me­ra­den der zi­vi­len Feu­er­weh­ren ab oder aber wir be­wäl­ti­gen ge­mein­sam den wei­te­ren Ein­satz.“

Zen­tra­le Aus­bil­dung in Wan­gen an der Aa­re

Die Gr­und­aus­bil­dung al­ler An­wär­ter der Alc-be­triebs­feu­er­weh­ren er­folgt in Wan­gen an der Aa­re (Kan­ton Bern). Dort be­fin­det sich auch der Lehr­stand­ort der Ret­tungs­trup­pen der Schwei­zer Ar­mee. Es gibt meh­re­re An­la­gen, auch für das ex­tre­me Atem­schutz­trai­ning, um die Ar­mee-feu­er­wehr­leu­te vor al­lem an Her­aus­for­de­run­gen in Un­ter­ta­ge­ein­rich­tun­gen her­an­zu­füh­ren.

Ne­ben ei­nem Übungs­stol­len, ana­log ei­ner An­la­ge „im Berg“, sind di­ver­se Kriech­par­cours vor­han­den. Nicht feh­len darf auch ein Fest­stoff- und Gas­brand­haus. Sämt­li­che Kur­se im Be­reich Atem­schutz er­fol­gen dort. Die Alc-be­triebs­feu­er­wehr ar­bei­tet mit Press­luf­tat­mern PA 7000 Drä­ger und Lang­zeit­zei­tatem­schutz­ge­rä­ten MSA KG 16.

Spe­zi­al­kur­se wie Wei­ter­bil­dun­gen- und Be­för­de­rungs­kur­se bis hin zum Kom­man­dan­ten er­fol­gen durch die Kan­to­ne, in de­nen der je­wei­li­ge Be­triebs­feu­er­wehr-an­ge­hö­ri­ge in ei­ner Lösch­grup­pe oder ei­nem Lösch­zug ein­ge­teilt ist. Auch da­zu be­tont Brüg­ger den gu­ten Te­am­geist zwi­schen Ar­mee- und zi­vi­ler Feu­er­wehr: „Wir ha­ben mit den Kan­to­nen Ver­ein­ba­run­gen und kön­nen de­ren Aus­bil­dungs- und Fort­bil­dungs­ein­rich­tun­gen un­ent­gelt­lich be­su­chen, da­für dür­fen die­se un­se­re An­la­gen auch mit­be­nut­zen.“

Die Luft­waf­fe un­ter­hält auf ih­ren Ba­sen zu­sätz­lich zu den Be­triebs­feu­er­weh­ren VBS ei­ge­ne Un­fall­pi­ketts (Be­reit­schaf­ten). De­ren Kräf­te sind nur für die Flug­zeu­ge und Hub­schrau­ber zu­stän­dig. Die Ge­bäu­de­brand­be­kämp­fung in den Ba­sen ist Auf­ga­be der Be­triebs­feu­er­weh­ren. Im Ernst­fall wer­den aber im­mer bei­de Or­ga­ni­sa­tio­nen alar­miert und un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig. Die Aus­bil- dung der UP und die Lei­tung ist Auf­ga­be der Luft­waf­fe. Ak­tu­ell rei­sen die Mit­glie­der des Un­fall­pi­ketts (kurz UP) für die Aus­bil­dung zum The­ma Luft­fahr­zeug­brand­be­kämp­fung re­gel­mä­ßig in die Nie­der­lan­de zur Wo­ens­drecht Air Ba­se.

Ne­ben ih­rer Kern­auf­ga­be für den Schutz der Mi­li­tär­ob­jek­te bie­tet die Be­triebs­feu­er­wehr VBS des Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ters Hin­wil mit all ih­ren Pi­ketts in elf Stütz­punk­ten und in Ko­ope­ra­ti­on auch mit der Luft­waf­fe (Hub­schrau­ber­ein­heit) in der ge­sam­ten Ost­schweiz je­der­zeit Un­ter­stüt­zung bei zi­vi­len Not­stands­er­eig­nis­sen an. Das gilt für Groß­brän­de eben­so wie für Un­wet­ter­la­gen, die in den Al­pen­re­gio­nen vor al­lem im Win­ter ex­tre­me Aus­ma­ße an­neh­men kön­nen. Er­in­nert sei als Bei­spiel an das La­wi­nen­un­glück von Gal­tür (Ös­ter­reich) im Fe­bru­ar 1999.

Im­mer wie­der kommt es in den Ge­birgs­re­gio­nen der Schweiz auch zu Wald­brän­den, bei der die Be­triebs­feu­er­wehr VBS ge­for­dert ist. So ist die Wehr für die „schwe­re Was­ser­för­de­rung und den mas­si­ven Lösch­an­griff“aus­ge­stat­tet. Die Kräf­te sind für die Un­ter­stüt­zung aus der Luft (Lösch­was­ser­ab­wurf mit He­li­ko­ptern) aus­ge­bil­det.

Die Viel­falt der Auf­ga­ben der Be­triebs­feu­er­wehr des Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ters Hin­wil spie­gelt sich auch im Fuhr­park wi­der: vom klas­si­schen Lösch­wa­gen mit Mo­tor­sprit­zen­an­hän­ger (ver­gleich­bar ei­nem deut­schen Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug) über Uni­mo­gTank­lösch­fahr­zeu­ge und Fahr­zeu­gen für das Ver­le­gen von Schläu­chen fin­den sich auch zahl­rei­che Kom­man­dofahr­zeu­ge.

Auf­ge­teilt ist die Be­triebs­feu­er­wehr VBS für die Ost­schweiz mit Kom­man­do im ALC Hin­wil auf­grund der enor­men Aus­deh­nung in je­weils ein Pi­kett Nord und Süd. Ins­ge­samt ist Ma­jor Brüg­ger für 127 Feu­er­wehr­leu­te zu­stän­dig.

Atem­schutz­fahr­zeu­ge mit The­men­wa­gen

Die Her­zen von Feu­er­wehr­fahr­zeug- und in die­sem Fall auch Hub­schrau­ber­fans schla­gen be­son­ders am Stand­ort Düben­dorf vor den To­ren Zü­richs hö­her. Sta­tio­niert ist dort zum ei­nen ein nor­ma­ler Ein­satz­zug der Be­triebs­feu­er­wehr. Zum an­de­ren gibt es in Düben­dorf auch ein Un­fall­pi­kett der Luft­waf­fe für Luft­fahr­zeug­un­fäl­le mit ent­spre­chen­dem Fuhr­park.

Der Ein­satz­zug ist auf dem Flug­feld nor­ma­ler­wei­se gar nicht an­zu­tref­fen. Die 16 Kräf­te sind für Brand­schutz und Scha­dens-

be­kämp­fung im Be­reich der bau­li­chen An­la­gen zu­stän­dig. Ei­nem sol­chen Ein­satz- und Lösch­zug ge­hö­ren an: Ein­satz­leit­fahr­zeug (ELF), Ein­satz­fahr­zeug (Lösch­wa­gen, ver­gleich­bar in Deutsch­land mit ei­nem Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug) mit Mo­tor­sprit­zen­an­hän­ger und ein mul­ti­funk­tio­nel­les Atem­schutz­fahr­zeug (ASF).

Auf den ers­ten Blick er­in­nern die in der Schweiz ver­brei­te­ten ASF an deut­sche MTW (Mann­schafts­trans­port­wa­gen). Doch die­se Schwei­zer Fahr­zeug­spe­zia­li­tät hat es in sich, wie auch die Ex­em­pla­re neue­ren Bau­da­tums der Ar­mee­feu­er­wehr zei­gen. Mit Sitz­ver­tei­lung 1+1+3+3 kön­nen schon auf der An­fahrt zur Ein­satz­stel­le sechs Ein­satz­kräf­te Atem­schutz­ge­rä­te so­wie die per­sön­li­che Schut­zund Ein­satz­aus­rüs­tung an­le­gen. Im Heck kann Ma­te­ri­al für die Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung und Son­der­auf­ga­ben – wie die Ein­rich­tung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik in Un­ter­ta­ge­ein­rich­tun­gen – mit­ge­führt wer­den.

Die Heck­la­de­räu­me der Mo­dul­fahr­zeu­ge (vor al­lem für Trans­port­auf­ga­ben) auf Ba­sis Mer­ce­des Sprin­ter sind eben­falls für die Auf­nah­me von Roll- und The­men­wa­gen aus­ge­stal­tet, um sich Ein­satz­la­gen fle­xi­bel an­pas­sen zu kön­nen. Der Trans­port von ein­satz­spe­zi­fi­scher Aus­rüs­tung im Ren­dez- vous-sys­tem mit LF und ASF von an­de­ren Stand­or­ten ist zum Bei­spiel bei Ein­sät­zen in Un­ter­tag­ein­rich­tun­gen von Be­deu­tung. Die­se er­for­dern von den Feu­er­wehr­leu­ten Tak­tik und Vor­ge­hen, wie sie in Deutsch­land von Gru­ben­weh­ren be­kannt sind: mit Lang­zei­tatem­ge­rä­ten und spe­zi­el­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik.

Die Schwei­zer Spe­zia­lis­ten schwö­ren auf das Trupp- und Über­wa­chungs­sys­tem Kom­sys: Ein bis zu 500 Me­ter lan­ges Si­che­rungs­seil für die vor­ge­hen­den Atem­schutz­trupps ist gleich­zei­tig auch Funk­ka­bel, an das Sprech­gar­ni­tu­ren an­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. Aus Ge­wichts­grün­den ist das

Sys­tem auf ei­nem Hand­wa­gen ge­la­gert, der vom ers­ten Trupp per Hand zur Ein­satz­stel­le ge­zo­gen wird.

Neu auf Sprin­ter-ba­sis: Klein-tank­lösch­fahr­zeu­ge

Die Stan­dard-ein­satz- und Lösch­fahr­zeu­ge (die Lösch­wa­gen) der Ar­mee­feu­er­wehr auf VW LT und Mer­ce­des Sprin­ter füh­ren ne­ben Ma­te­ri­al für Brand­be­kämp­fung auch Aus­rüs­tung für Öl­scha­dens­ab­wehr mit. Feu­er­lö­scher und Schaum­mit­tel für al­le Brand­klas­sen sind an Bord, bis­lang aber kein Lösch­was­ser­tank. „Das än­dert sich ab Herbst 2018“, un­ter­streicht Ma­jor Brüg­ger. „Die Not­wen­dig­keit ei­ner Fahr­zeug­mo­der­ni­sie­rung er­ken­nend, ha­ben wir für sechs Stütz­punk­te ei­ne Se­rie von neu­en KleinTank­lösch­fahr­zeu­gen auf Mer­ce­des 4x4Sprin­ter mit 500-Li­ter-lösch­was­ser­tank be­stellt.“Im süd­li­chen Teil des rie­si­gen Zu­stän­dig­keits­ge­bie­tes sind an fünf Stand­or­ten be­reits Unimog-tank­lösch­fahr­zeu­ge sta­tio­niert.

Tho­mas Brüg­ger: „Grund­sätz­lich un­ter­schei­den wir fol­gen­de Ein­satz­ar­ten: nor­ma­ler Feu­er­wehr­ein­satz wie Brand­mel­de­an­la­ge, Feu­er und Hil­fe­leis­tung oder der schwe­re Was­ser­trans­port- und Atem­schutz­ein­sät­ze. Es kön­nen ein­zel­ne Stand­or­te, der ge­sam­te Nord­be­reich, der ge­sam­te Süd­be­reich oder gleich al­le zu­sam­men alar­miert wer­den.“

Bei ei­nem nor­ma­len Feu­er­wehr­ein­satz wird fol­gen­der­ma­ßen un­ter­schie­den: Bei Stand­or­ten mit Tank­lösch­fahr­zeug er­folgt der ers­te Ab­marsch durch das TLF, dann rü­cken der Atem­schutz­bus und ge­ge­be­nen­falls wei­te­re Fahr­zeu­ge aus. Bei den an­de­ren Stand­or­ten bil­den das Lösch­fahr­zeug mit Mo­tor­sprit­ze und der Atem­schutz­bus den ers­ten Ab­marsch. „Vie­le un­se­rer 40 An­hän­ger, bis auf die Mo­tor­sprit­zen, wer­den in den kom­men­den Jah­ren au­ßer Di­enst ge­stellt und durch Roll­wa­gen er­setzt. Ge­plant sind die Roll­wa­gen Lösch­mo­dul, Öl-was­ser­wehr und Be­leuch­tungs­ein­heit“, er­klärt Brüg­ger. Die Roll­wa­gen ha­ben in et­wa die Gr­und­flä­che ei­ner Eu­ro­pa­let­te und sind bis zu 1,50 Me­ter hoch.

Auf­fäl­lig um­fang­reich ist die Aus­rüs­tung, die im Kom­man­do- oder auch Ein­satz­leit­wa­gen mit­ge­führt wer­den. Da­zu ge­hö­ren Atem­schutz­ge­rä­te, No­tat­mer (Atem­schutz­ge­rät für die Selbstret­tung von ver­un­glück­ten Kräf­ten), Feu­er­lö­scher, Wär­me­bild­ka­me­ra, Ver­kehrs­ab­si­che­rungs­mit­tel, Öl­bin­de­mit­tel so­wie je­de Men­ge Ein­satz­plä­ne und -li­te­ra­tur.

Ein­satz­fahr­zeu­ge ste­hen dicht am Ar­beits­platz

Zu­rück auf den Mi­li­tär­flug­platz, wo die Fahr­zeug­gene­ra­tio­nen der Schwei­zer Ar­mee-feu­er­wehr jetzt schon span­nen­de Kon­tras­te zei­gen: Der Düben­dor­fer Ein­satz­zug be­fin­det sich zen­tral in ei­ner ei­ge­nen Feu­er­wa­che mit Werk­stät­ten, La­ger und Fahr­zeug­hal­le. Bei ei­ner Alar­mie­rung (meist über Si­re­nen) kom­men die Feu­er­wehr­leu­te zur Wa­che, rüs­ten sich aus und rü­cken von dort aus.

Ganz an­ders ist es bei den eben­falls frei­wil­li­gen Kräf­ten (be­schäf­tigt bei­spiels­wei­se

als Hub­schrau­ber­me­cha­ni­ker, Ge­län­de­pfle­ger oder Elek­tro­ni­ker) des Un­fall­pi­ketts der Luft­waf­fe. Sie ho­len bei Di­enst­be­ginn „ihr“Ein­satz­fahr­zeug aus ei­nem Han­gar oder über­neh­men es von ei­nem Kol­le­gen. Die Fahr­zeu­ge wer­den dann mit an den je­wei­li­gen Ar­beits­ort ge­nom­men. In den Fahr­zeu­gen wird auch die Per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tung ge­la­gert.

Bei ei­ner Luft­not­la­ge ver­las­sen die ein­ge­teil­ten Mit­glie­der des UP so­fort ih­ren Ar­beits­platz und ei­len zu den Fahr­zeu­gen. Da rüs­ten sie sich aus und fah­ren zur über Funk durch­ge­ge­be­nen Ein­satz­stel­le.

Die Tra­di­ti­ons-flie­ger­ba­sis Düben­dorf ist et­was sehr Spe­zi­el­les. Kampf­jets star­ten und lan­den dort re­gu­lär schon lan­ge nicht mehr. Doch es gibt vie­le Pas­sa­gier­flü­ge. Die dort auch be­hei­ma­te­te Nost­al­gie-flug­ge­sell­schaft Ju-air hat­te drei Old­ti­mer des Typs Ju 52 („Tan­te Ju“) im Ein­satz, um mit je­weils bis zu 18 Pas­sa­gie­ren Rund- und Über­land­flü­ge an­zu­bie­ten. Ei­ne Ma­schi­ne stütz­te al­ler­dings im Au­gust 2018 bei ei­nem Rund­flug ab.

Nach wie vor ist Düben­dorf je­doch auch Luft­waf­fen-hub­schrau­ber­ba­sis und muss dar­über hin­aus für au­ßer­plan­mä­ßi­ge Starts und Lan­dun­gen al­ler Luft­fahr­zeug­ty­pen der Luft­waf­fe ge­wapp­net sein. Die Rol­le als Flug­ha­fen-feu­er­wehr hat da­für ge­sorgt, dass in Düben­dorf die bei­den Lö­schrie­sen des Flug­un­fall­pi­ketts der Luft­waf­fe be­hei­ma­tet sind. Da ist zum ei­nen das Flug­ha­fen­lösch­fahr­zeug (FLF) 50/50-6 auf Ive­co Ma­gi­rus 6x6, Bau­jahr 2003, mit 540 PS. 6.600 Li­ter Was­ser und 800 Li­ter Schaum­mit­tel hat der Drei­ach­ser an Bord. Die Feu­er­lösch­krei­sel­pum­pe för­dert 6.000 l/min bei 10 bar, der Dach­wer­fer leis­tet bis 4.000 l/min bei 10 bar, der Front­wer­fer bis zu 1.200 l/min bei 8 bar.

Der grö­ße­re Bru­der (46 Ton­nen Ge­samt­mas­se) des Ma­gi­rus kam 2015 von Ro­sen­bau­er: ein FLF 140/1300/200-9 Pan­ther 8x8 mit 14.000 Li­ter Was­ser, 1.300 Li­ter Schaum­mit­tel und 200 Ki­lo­gramm Koh­len­di­oxid (CO₂). Die Pum­pe leis­tet 9.000 l/min und der Dach­wer­fer 7.000 l/min, bei bis zu 85 Me­ter Wurf­wei­te. Be­son­der­heit: Die­ser Pan­ther hat kei­nen Front­wer­fer. An sei­ner Stel­le be­fin­det sich ein Schnellan­griff für CO₂.

Zum Flug­platz-un­ter­stüt­zungs­pikett ge­hö­ren auch ein Vor­aus­lösch­fahr­zeug (VLF) auf Mer­ce­des G 300 mit ei­ner Pul­ver- (200 Ki­lo­gramm) und ei­ner Was­ser-/schaum­lösch­an­la­ge (450 Li­ter). Gleich­falls auf Mer­ce­des G 300 steht ei­ne Pi­lo­ten­ret­tungs­büh­ne in Be­reit­schaft.

He­li-un­ter­stüt­zung kommt auf Zu­ruf

Der Luft­waf­fen­stütz­punkt Düben­dorf stellt für die Be­triebs­feu­er­wehr des ALC Hin­wil auch die di­rek­te Ver- e

knüp­fung mit der Luft­waf­fe dar. Denn hier be­fin­det sich ei­ne Hub­schrau­ber­ba­sis, die auch mit dem fürs Ein­satz­ge­sche­hen wert­vol­len Trans­port­hub­schrau­ber vom Typ Aé­ro­s­pa­tia­le AS 332M1 (TH06) Su­per Pu­ma aus­ge­stat­tet ist. Meh­re­re Ma­schi­nen die­ses Typs sind in die­ser Ba­sis sta­tio­niert. Ma­jor Brüg­ger er­klärt, dass Be­triebs­feu­er­wehr und Luft­waf­fe im Be­darfs­fall so­zu­sa­gen „auf Zu­ruf“zu­sam­men­ar­bei­ten, um so­for­ti­ge He­liUn­ter­stüt­zung zu er­hal­ten.

In Düben­dorf fin­den auch die Flug­hel­fer-aus­bil­dun­gen statt. Ar­mee­an­ge­hö­ri­ge und Feu­er­wehr­leu­te wer­den da­bei be­fä­higt, mit den Hub­schrau­ber­be­sat­zun­gen in Ein­satz­si­tua­tio­nen – wie Wald­brän­den, Ma­te­ri­al­trans­por­ten oder Eva­ku­ie­run­gen – zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Lösch­was­ser-au­ßen­be­häl­ter ste­hen in den Hal­len be­reit, eben­so Um­rüst­sät­ze, um die Su­per Pu­ma zu ei­nem Ret­tungs­hub­schrau­ber für bis zu sechs Plät­ze für Lie­gend­trans­port zu ver­wan­deln. Die Be­sat­zun­gen sind spe­zi­ell für Mis­sio­nen im Hoch­ge­bir­ge und en­gen Tä­lern ge­schult.

Und wie­der so ei­ne Schwei­zer Spe­zia­li­tät: Ei­ne der Su­per Pu­ma trägt die auf­fäl­li­ge gel­be Auf­schrift NAZ. Die NAZ (Na­tio­na­le Alarm Zen­tra­le) ist ei­ne Fach­stel­le des Schwei­zer Bun­des­am­tes für Be­völ­ke­rungs­schutz (BABS), ver­gleich­bar dem deut­schen BBK. Der He­li­ko­pter ist au­ßen mit Son­den aus­ge­rüs­tet und an Ar­beits­plät­zen hin­ter den Pi­lo­ten­sit­zen voll­ge­stopft mit Mes­sund Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik für die Aerora­dio­me­trie. Die Hub­schrau­ber sind die ganz schnel­len, drei­di­men­sio­na­len Spä­her der Be­hör­de. Sie kön­nen mit ih­rer hoch­mo­der­nen Mess­tech­nik bei­spiels­wei­se bei Ge­fahr­gut­un­fäl­len oder Groß­brän­den auch der Feu­er­wehr die­nen.

Haupt­auf­ga­be der NAZ ist es, ei­ne Über­sicht zur Si­cher­heits­la­ge zu ge­win­nen und die­se aus­zu­wer­ten. Da­zu tauscht die Be­hör­de In­for­ma­tio­nen aus mit Bun­des­äm­tern, Be­trei­bern von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons-, Ener­gie- und Ver­kehrs­net­zen so­wie in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen und La­ge­zen­tren auch der Nach­bar­staa­ten. Auf­ga­ben über­nimmt die NAZ bei Er­eig­nis­sen in Zu­sam­men­hang mit Frei­set­zung von Ra­dio­ak­ti­vi­tät, Che­mie­un­fäl­len, Stau­damm­brü­chen und bei Na­tur­ge­fah­ren. Im Be­reich Ra­dio­ak­ti­vi­tät hat die Na­tio­na­le Alarm­zen­tra­le die Kom­pe­tenz, um­ge­hend Maß­nah­men zum Schutz der Be­völ­ke­rung an­zu­ord­nen.

Die letz­te Sta­ti­on der Rund­rei­se liegt im süd­li­chen Zip­fel von Brüg­gers Zu­stän­dig­keits­be­reich. Dort, wo das Hoch­ge­bir­ge an­fängt, er­le­ben wir die ge­län­de­gän­gi­gen Unimog-tlf der Be­triebs­feu­er­wehr des ALC Hin­wil. Das Ar­mee­de­pot Mels ist ei­ner der Unimog-stand­or­te, ge­mein­sam mit der Fahr­zeug­aus­stat­tung für „Schwe­re Was­ser­för­de­rung und mas­si­ven Lösch­an­griff“. Ma­jor Brüg­ger setzt sich für ei­ne Fahrt über stei­le Pfa­de und en­ge Brü­cken ans Steu­er des TLF auf U 5000 mit Auf­bau von Vogt. Und wie es sich für ein Schwei­zer Ar­mee-lösch­fahr­zeug ge­hört, hat er ei­ne Mo­tor­sprit­ze im Schlepp­tau. Dies­mal ist es ei­ne mäch­ti­ge Lösch­was­ser­pum­pe 4000 (ge­nannt Lö­pu), was Hin­weis auf die be­acht­li­che För­der­leis­tung gibt: 4.000 Li­ter in der Mi­nu­te.

Die Ma­schi­ne die­ser Pum­pe ist nichts an­de­res als ein Lkw-mo­tor. Und auch die Unimog-tank­lösch- und Zug­fahr­zeu­ge sind er­staun­lich aus­ge­stat­tet. Bis zu vier Schnellan­griffs­ein­rich­tun­gen mit form­sta­bi­len Schläu­chen auf Has­peln, zwei auf je­der Sei­te, be­sit­zen die Fahr­zeu­ge. Die Be­triebs­feu­er­wehr schwört auf die­se schnel­le Schlag­kraft vor al­lem bei Wald- und Flä­chen­brän­den.

Schwe­re Was­ser­för­de­rung

Un­ser Be­such in der Schweiz en­det mit der De­mons­tra­ti­on ei­ner ganz be­son­de­ren Fä­hig­keit der Alc-be­triebs­feu­er­wehr: der Schwe­ren Was­ser­för­de­rung und dem mas­si­ven Lösch­an­griff. Die da­zu­ge­hö­ri­gen Fahr­zeu­ge, Pum­pen und Was­ser­wer­fer sind in der Tat un­ge­wöhn­lich. Be­zo­gen auf deut-

sche Norm han­delt es sich aus­schließ­lich um A-schläu­che, mit de­nen die Schwei­zer arbeiten. Die Be­triebs­feu­er­wehr setzt in der Re­gel auf die Lösch­was­ser­ent­nah­me aus Ge­wäs­sern oder Was­ser­be­häl­tern. Auch kön­nen die leis­tungs­star­ken Ar­mee-pum­pen bei Hoch­was­ser­ein­sät­zen hilf­reich sein.

Wich­tigs­te Fahr­zeu­ge beim Ein­satz­mo­dul Was­ser­för­de­rung sind die Schlauch­aus­le­ge­wa­gen. Von ih­nen gibt es zwei un­ter­schied­li- che Ver­sio­nen. Die leis­tungs­fä­higs­ten Rie­sen sind die stän­dig auf­ge­sat­tel­ten Wech­selab­roll­be­häl­ter (WABRB) auf Mer­ce­des 2538 6x4 oder Mi­li­tär-man 402 6x6. Sie kön­nen von ih­ren bei­den Has­peln je­weils 1.505 Me­ter ASchlauch ab­le­gen. Da­zu kommt zu­sätz­li­ches Ma­te­ri­al für den Bau von Schlauch­brü­cken und -über­fahr­ten, die auch dem Achs­druck von schwe­ren Lkw oder Ein­satz­fahr­zeu­gen stand­hal­ten.

Wei­te­re Schlauch­ver­le­ge­wa­gen vom Ar­mee­typ Du­ro 4x4 ste­hen der Be­triebs­feu­er­wehr des ALC Hin­wil in Chur zur Ver­fü­gung. Auf ih­ren klei­ne­ren Has­peln wer­den pro Fahr­zeug 900 Me­ter A-schlauch mit­ge­führt. Die ban­ge Fra­ge, die sich al­le Feu­er­wehr­leu­te mit Schlauch­wa­gen-er­fah­rung an die­ser Stel­le in Deutsch­land stel­len lau­tet: Wie wird das vie­le Schlauch­ma­te­ri­al wie­der auf­ge­nom­men? Ganz ein­fach: Die rie­si­gen Rol­len wer­den von ei­nem Elek­tro­mo­tor an­ge­trie­ben, so­wohl vor­wärts als auch rück­wärts. An­ders wä­re der Kraft­auf­wand kaum zu be­wäl­ti­gen.

Nach dem Auf­räu­men bei der Wald­bran­dGroß­übung am Ca­lan­da-ge­birgs­mas­siv, ge­mein­sam mit zi­vi­len Feu­er­weh­ren (sie­he Sei­te 78), er­scheint ei­ne Su­per Pu­ma zum Grup­pen­bild fürs Feu­er­wehr-ma­ga­zin. Der be­son­de­re eid­ge­nös­si­sche Feu­er­wehr-geist macht‘s mög­lich.

Ein Grup­pen­bild mit Sel­ten­heits­wert. Denn zur Auf­stel­lung ei­nes Teils der Mann­schaft der Be­triebs­feu­er­wehr des Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ters Hin­wil plat­ziert sich im Schwe­be­flug auch ei­ne Su­per Pu­ma der Luft­waf­fe. Die Be­triebs­feu­er­wehr und die He­li­ko­pter der Luft­waf­fe arbeiten eng zu­sam­men.

Das Atem­schutz­trai­ning nimmt bei der Be­triebs­feu­er­wehr im Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ter Hin­will ei­nen zen­tra­len Stel­len­wert ein.

Ei­ne Son­der­an­fer­ti­gung für den weit­läu­fi­gen Waf­fen- und Übungs­platz Ca­lan­da bei Chur ist die­ser Steyr Puch 230 4x4. Er führt Ma­te­ri­al – ver­gleich­bar mit ei­nem deut­schen Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug (TSF) – mit und kann schnell im Ge­län­de von Lösch­was­ser­be­häl­tern aus ope­rie­ren.

Trai­ning für die Fah­rer der Ein­satz­fahr­zeu­ge auf dem Waf­fen­platz Klo­ten-bülach.

Die­ser Schlauch­aus­le­ger ist auf ei­nem Du­ro-fahr­ge­stell auf­ge­baut. Das Fo­to ent­stand bei ei­nem Ein­satz zum beim Was­ser­trans­port zu Guns­ten der Ge­mein­de Fels­berg im Kan­ton Grau­bün­den im Jahr 2016.

All­tags­sze­ne in den Ar­mee­lo­gis­tik-stütz­punk­ten: Ein Tank­lösch­fahr­zeug trifft ei­nen Schüt­zen­pan­zer.

Ei­nes der Trä­ge­rund Ver­le­ge­fahr­zeu­ge der Ar­mee­feu­er­wehr in Ak­ti­on. Der Rie­se kann bis zu 1.500 Me­ter ASchlauch mit ei­nem Durch­mes­ser von 110 mm ver­le­gen und im Zu­sam­men­spiel mit den Hoch­leis­tungs­pum­pen und Wer­fern für ei­nen mas­si­ven Lösch­an­griff sor­gen. Dies nicht nur bei Wald­brän­den, son­dern auch bei an­de­ren Groß­feu­ern.

Zum Fuhr­park des Un­fall­pi­ket­tes ge­hört auch ein FLF Pan­ther 8x8 von Ro­sen­bau­er. Hier steht das Fahr­zeug bei der Lan­dung ei­nes Hub­schrau­bers vom Typ Su­per Pu­ma in Be­reit­schaft.

Das Flug­ha­fen­lösch­fahr­zeug (FLF) auf Ma­gi­rus Ive­co 6x6 ist seit 2003 in Düben­dorf sta­tio­niert. Das Pi­lo­ten­ret­tungs­fahr­zeug auf Fahr­ge­stell Mer­ce­des G 300 ist gleich­falls auf dem Mi­li­tär­flug­platz Düben­dorf im Ein­satz.

Schnells­tes Fahr­zeug des Un­fall­pi­kett auf dem Flug­plat Düben­dorf ist die­ser Vor­aus­lösch­wa­gen Mer­ce­des G 300 (Auf­bau Bränd­le).

Sechs die­ser Klein-tank­lösch­fahr­zeu­ge auf Mer­ce­des Sprin­ter 4x4 wer­den ab Herbst 2018 den Fuhr­park der Be­triebs­feu­er­wehr er­gän­zen. Sie die­nen mit ih­rem 500-Li­ter-lösch­was­ser­tank und ein­ge­bau­ter Pum­pe auch als Er­satz für die in die Jah­re ge­kom­me­nen Ein­satz­fahr­zeu­ge mit Sprit­zen­an­hän­ger. Der Mo­dul­wa­gen für den Was­ser­wehr­ein­satz ist be­stückt mit Nass-/ Tro­cken­sau­ger, Tauch­pum­pen und Be­leuch­tungs­ma­te­ri­al.

Die Mo­dul­fahr­zeu­ge auf Mer­ce­des Sprin­ter 516 von Vogt kön­nen mit je zwei The­men­wa­gen (Mo­du­len) be­stückt wer­den. Hin­ten ist das Mo­dul mit Kreis­lauf­ge­rä­ten zu se­hen.

Die Atem­schutz­fahr­zeu­ge, wel­che pri­mär zum Trans­port von bis zu 9 Per­so­nen die­nen, kön­nen zu ei­ner klei­nen Ein­satz­zen­tra­le um­funk­tio­niert wer­den. In der Fahr­zeug­mit­te zwi­schen den Sitz­bän­ken kann da­für ein Tisch hoch­ge­klappt wer­den. Ei­ne Mar­ki­se au­ßen dient als Wit­te­rungs­schutz.

Die Klas­si­ker im Fuhr­park der Be­triebs­feu­er­wehr sind sol­che Ein­satz­fahr­zeu­ge, Lösch­wa­gen ge­nannt, mit Staf­fel­ka­bi­ne auf Mer­ce­des Sprin­ter.

Der Atem­schutz­trupp kann sich be­reits bei der An­fahrt zur Ein­satz­stel­le mit den Atem­schutz­ge­rä­ten aus­rüs­ten.

Die Be­triebs­feu­er­wehr be­sitzt nur ei­nen Rüst­wa­gen. Der von Ge­ser 1994 auf­ge­bau­te Mer­ce­des 1735 ist in Mels sta­tio­niert.

Ak­tu­ell nutzt die Be­triebs­feu­er­wehr noch sechs die­ser Lösch­wa­gen auf VW LT 35 von Fe­u­mo­tech. Zur Be­la­dung der Ein­satz­lei­ter­fahr­zeu­ge auf Sko­da Scout 4x4 ge­hö­ren Atem­schutz­ge­rä­te, No­tat­mer für Eva­ku­ie­rungs­maß­nah­men, Wär­me­bild­ka­me­ra so­wie Ein­satz­do­ku­men­te und -plä­ne der ver­schie­de­nen Mi­li­tär­ein­rich­tun­gen.

Ein­satz-pi­kett am Stand­ort Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ter Hin­wil. Das Team rückt in der Re­gel mit Ein­satz­leit­wa­gen, Lösch­wa­gen mit Sprit­zen­an­hän­ger und mit ei­nem Atem­schutz­fahr­zeug aus. Die Lösch­was­ser­pum­pe (LWP) 83 der Schwei­zer Ar­mee schafft 4.000 l/min bei 10 bar. Fünf die­ser Mo­tor­sprit­zen gibt es bei der Be­triebs­feu­er­wehr des Ar­mee­lo­gis­tik­cen­ter Hin­wil. Die Ar­mee­feu­er­wehr hält sol­che Wald­bran­d­an­hän­ger be­reit. Be­la­den sind sie un­ter an­de­rem mit Pum­pe, Lösch­was­ser­bas­sin, Schau­feln, Feu­er­pat­schen und Sä­gen.

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