Ker­rys Gold­küs­te

Ein­fa­che Zu­ta­ten sind das Ge­heim­nis der lo­ka­len Kü­che im Süd­wes­ten Ir­lands. Dort trifft Ju­li­an­ne Moo­ney am Wild At­lan­tic Way auf klei­ne Küs­ten­or­te mit stol­zer Gastro­sze­ne

Food and Travel (Germany) - - Contents - FO­TOS: GA­RY LATHAM

An Ir­lands schrof­fer Küs­te lo­cken klei­ne Or­te mit stol­zer Gas­tro-Sze­ne

Wie wei­ße Müt­zen lie­gen die Wol­ken auf den Gip­feln der Macgil­ly­cud­dy’s Reeks, Ker­rys schwar­ze Ber­ge, als wir in Ser­pen­ti­nen den Pass hoch fah­ren. Über­all gra­sen ge­las­sen Scha­fe, de­nen der schrof­fe Wind und der Re­gen nichts aus­zu­ma­chen schei­nen. Tief un­ter uns er­bli­cken wir klei­ne Boo­te, die über die auf­ge­wühl­ten Kil­lar­ney La­kes tu­ckern, und Wan­de­rer, die ent­lang der See­ufer durch Ei­chen- und Ei­ben­wäl­der strei­fen. Als die Son­ne durch die Wol­ken­de­cke bricht, be­mer­ken wir zum ers­ten Mal das Far­ben­meer um uns her­um: Die un­ver­hüll­ten Gip­fel leuch­ten in Vio­lett, die Aza­le­en er­strah­len in kräf­ti­gem Oran­ge und über­all blüht pink­far­be­ner und blau­er Rho­do­den­dron.

Kein Wun­der, dass sich Kö­ni­gin Vic­to­ria so­fort in die­se ein­sa­me Graf­schaft ver­lieb­te, als sie 1861 erst­mals durch Ker­ry reis­te. Die roya­le Be­geis­te­rung für die iri­sche Pro­vinz ver­brei­te­te sich schnell rund um den Glo­bus, und Tou­ris­ten aus al­ler Welt pil­ger­ten plötz­lich in den Süwes­ten der grü­nen In­sel.

Die ver­träum­te Küs­ten­stadt Ken­ma­re am süd­lichs­ten Rand der Halb­in­sel Iver­agh zieht Fe­ri­en­gäs­te ge­ra­de­zu ma­gisch an – vor al­lem Fein­schme­cker. Bun­te Häu­ser­fas­sa­den zie­ren die Stra­ßen, und ob­wohl der Ort nicht mal 2000 Ein­woh­ner zählt, gibt es vie­le Ca­fés und Re­stau­rants, die Köst­lich­kei­ten aus der Re­gi­on ser­vie­ren. Ker­ry ist be­rühmt für sein her­vor­ra­gen­des Lamm- und Rind­fleisch, aber na­tür­lich auch für Fisch. Schließ­lich liegt die Pro­vinz zu Fü­ßen der grü­nen Ker­ry-Ber­ge di­rekt am wil­den At­lan­tik. Der Oze­an be­stimmt das Le­ben an der Küs­te. Fi­scher­boo­te fah­ren hier das gan­ze Jahr raus. Vi­el­leicht mag sich die Art zu ko­chen in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten wei­ter­ent­wi­ckelt ha­ben, die Ba­sis der gu­ten Kü­che bleibt aber stets fang­fri­scher Fisch.

Je­den Mitt­woch ver­kau­fen die Ein­hei­mi­schen auf dem wö­chent­li­chen Bau­ern­markt fri­sches Obst und Ge­mü­se ne­ben viel Selbst­ge­mach­tem. Wir pro­bie­ren ei­ne sam­ti­ge Fisch-Pa­té von Oli­ver Bou­jouan und ei­nen mit Asche be­stäub­ten, un­glaub­lich cre­mi­gen Bio-Zie­gen­kä­se aus St. To­la. Frü­her wur­de Asche ge­nutzt, um frisch ge­mach­ten Kä­se ab­zu­de­cken, aber ir­gend­wann stell­te man fest, dass die Asche dem Kä­se ein be­son­de­res Aro­ma ver­lieh und ihn mil­der mach­te. Der Kä­se wird auf dem Bio-Hof Ni Ghairb­hiths in der Graf­schaft Cla­re per Hand ge­schöpft.

In Ken­ma­re fin­det man vie­le gu­te Re­stau­rants, ein paar Lo­ka­li­tä­ten ste­chen be­son­ders her­vor: Ein Be­such in Pa­ckie’s Re­stau­rant soll­te man sich nicht ent­ge­hen las­sen. Das Lo­kal ist klein und im­mer bis zum Bers­ten mit Gäs­ten ge­füllt. Es lo­cken fri­sche Ja­kobs­mu­scheln, nur ge­kocht und in But­ter ge­schwenkt. Dann wer­den die Mee­res­früch­te samt Scha­le auf ei­nem Nest aus Cur­ry-Nu­deln ser­viert – un­fass­bar gut! Die Mu­scheln kom­men von Kil­ma­ca­lo­gue Har­bour, ein paar Ki­lo­me­ter au­ßer­halb von Ken­ma­re. Dort wer­den sie in den Ge­wäs­sern zwi­schen dem Ha­fen und Dur­sey Is­land von Hand ge­ern­tet. Die Spei­sen bei Pa­ckie’s brau­chen nicht viel, um ge­ni­al zu sein. Chef­koch und In­ha­ber Mar­tin Hal­lis­sey liebt, was er tut, und das schmeckt man. „Na­mens­ge­ber Pa­ckie Han­ley hat den La­den einst auf­ge­macht. Er galt als ech­ter Fein­schme­cker und lieb­te Le­bens­mit­tel. Er war der Ers­te in der Re­gi­on, der die Pro­duk­te von den um­lie­gen­den Hö­fen ver­kauft hat. Au­ßer­dem bot er selbst­ge­mach­tes Eis an“, er­zählt Mar­tin. Pa­ckies Nich­te Mau­ra Fo­ley über­nahm das Le­bens­mit­tel­ge­schäft vor rund 20 Jah­ren und er­wei­ter­te es um ein klei­nes Re­stau­rant. Mar­tin ar­bei­te­te für Mau­ra seit er 14 Jah­re alt war. Ir­gend­wann über­nahm er das Ge­schäft mit der­sel­ben Lie­be für die lo­ka­len Pro­duk­te. „Was hier ver­kauft wird und auf die Tel­ler ge­langt, muss aus der Ge­gend kom­men – al­les an­de­re kommt mir nicht ins Haus“, er­klärt Mar­tin sei­ne Phi­lo­so­phie.

Er will uns zei­gen, wo all sei­ne Bee­ren, Kräu­ter und Ge­mü­se­sor­ten an­ge­baut wer­den, und fährt mit uns ein kur­zes Stück aus der Stadt raus. Über das klei­ne Feld von Bil­ly Clif­ford zie­hen sich schma­le Rei­hen mit Sa­la­ten, Kräu­tern und Blu­men. Bil­ly ist der Haupt­lie­fe­rant der meis­ten Re­stau­rants in der Re­gi­on. Un­ter Fo­li­en­tun­neln wach­sen sü­ße To­ma­ten und rie­si­ge Zuc­chi­ni. Wo man hin­sieht ge­dei­hen Erd­bee­ren, Him­bee­ren und Kür­bis­se in al­len Far­ben und Grö­ßen. Je­des noch so klei­ne Fleck­chen Er­de ist von ei­ner Nutz­pflan­ze ein­ge­nom­men. Freie Flä­chen gibt es nicht.

Wir neh­men nur un­gern Ab­schied, aber die Küs­ten­stra­ße führt uns schließ­lich fort von Ken­ma­re. Wir fah­ren durch wei­te Tä­ler, ent­lang ein­sa­mer Sand­strän­de und durch klei­ne Fi­scher­dör­fer. Der Skel­lig Ring ist nur ei­nen klei­nen Ab­ste­cher von der be­rühm­ten Pan­ora­ma­stra­ße Ring of Ker­ry ent­fernt, auf der wir uns be­fin­den. Der klei­ne Rund­weg ist schma­ler und ur­sprüng­li­cher als die Haupt­rou­te, punk­tet aber mit atem­be­rau­ben­den Aus­sich­ten. In die­ser wil­den Ecke der Graf­schaft hat Colm O’He­alai sei­ne Lei­den­schaft für Es­sen zum Be­ruf ge­macht. Sei­ne Scho­ko­la­den­fa­brik, die Skel­lig Cho­co­la­te Fac­to­ry, liegt in ei­ner wil­den Ge­birgs­land­schaft mit Blick auf die Skel­lig Is­lands. Aber na­tür­lich ist nicht nur die spek­ta­ku­lä­re La­ge ei­nen Ab­ste­cher in die Ma­nu­fak­tur wert. Be­su­cher

kön­nen da­bei zu­se­hen, wie Scho­ko­la­de her­ge­stellt wird und bei ei­ner Ver­kos­tung ein Gläs­chen Cham­pa­gner ge­nie­ßen.

Un­se­re letz­te Nacht auf der Halb­in­sel ver­brin­gen wir im Car­rig Coun­try Hou­se in Kill­orglin. Um­ge­ben von üp­pi­gen Gär­ten thront das Efeu be­han­ge­ne Ge­mäu­er am Ufer der Lough Ca­ragh. Be­sit­zer Frank Slat­te­ry be­grüßt uns herz­lich und führt uns zu sei­nem Ate­lier, wo wir uns auf ei­ne wei­che Couch vor ei­nem knis­tern­den Ka­min sin­ken las­sen. Ei­ne Re­zep­ti­on gibt es nicht. Da­für wird uns zur Be­grü­ßung selbst­ge­ba­cke­ner Ku­chen und frisch auf­ge­brüh­ter Tee ser­viert. Die Bot­schaft ist deut­lich: ent­spannt und ge­nießt! Für Frank und sei­ne Frau Ma­ry ist das leib­li­che Wohl ih­rer Be­su­cher sehr wich­tig. „Un­se­re Gäs­te sol­len sich bei uns nicht nur gut er­ho­len, son­dern auch ein ku­li­na­ri­sches Er­leb­nis ge­nie­ßen“, sagt Frank. Das Abend­es­sen wird in ei­nem klei­nen Raum mit See­blick ge­reicht. Als Vor­spei­se gibt es ge­räu­cher­te Fo­rel­le mit Crè­me fraîche und Kör­nern, ge­krönt mit fri­schem Ko­ri­an­der aus dem ei­ge­nen Gar­ten. Da­zu wer­den hauch­dün­ne Scheib­chen ein­ge­leg­ter Ro­te Be­te und ei­ne mit Brot­kru­men über­ba­cke­ne Aus­ter ge­reicht. Das En­sem­ble ist nicht nur zu ei­nem ein­drucks­vol­len Kunst­werk an­ge­rich­tet, es schmeckt da­zu auch wun­der­bar frisch. Der nach­fol­gen­de Haupt­gang ist ei­ne groß­zü­gi­ge Por­ti­on scharf an­ge­bra­te­ner Ja­kobs­mu­scheln, die es sich auf ei­nem Bett aus Panza­nella ge­müt­lich ge­macht ha­ben. Bal­sa­mi­co-Tüp­fel­chen so­wie Pa­pri­ka- und To­ma­ten­pü­ree run­den das Gan­ze per­fekt ab. Das sü­ße Fi­na­le ist ein gött­li­ches Scho­ko­la­den-Par­fait mit Salz-Ka­ra­mell-Sau­ce.

Das Schö­ne an der Kü­che im Car­rig Hou­se sind nicht nur die hoch­wer­ti­gen Pro­duk­te, son­dern auch die krea­ti­ve Ver­ar­bei­tung. „Wir wol­len un­se­re Gäs­te mit ver­schie­de­nen Ge­schmacks­kom­po­si­tio­nen über­ra­schen, oh­ne den au­then­ti­schen Kern der ein­zel­nen Kom­po­nen­ten zu ver­än­dern“, er­klärt Kü­chen­che­fin Patri­cia Tea­han. „Un­se­ren Fisch be­zie­hen wir von Glen­beigh Shell­fish, nur ein paar Ki­lo­me­ter die Stra­ße run­ter. Un­se­re Mu­scheln kom­men von der Be­a­ra-Halb­in­sel, die nicht mal ei­ne St­un­de von hier ent­fernt ist. Und un­se­re Aus­tern sind aus dem Fe­nit Har­bour in Tra­lee Bay.“

Am nächs­ten Mor­gen hal­ten wir bei Jack’s Ba­ke­ry in Kill­orglin, die von dem pas­sio­nier­ten Bä­cker Jack Hea­ly ge­führt wird. So­bald wir die Tür öff­nen, weht uns der wun­der­ba­re Duft von frisch ge­ba­cke­nem Brot und sü­ßem Ku­chen ent­ge­gen. Din­kel- und Sau­er­teig­bro­te so­wie gol­de­ne Ba­guettes schlum­mern in Wei­de­kör­ben, da­ne­ben ver­füh­ren Cre­me-Tört­chen und Crois­sants. Seit mehr als 150 Jah­ren wird in der Fa­mi­lie ge­ba­cken und das Wis­sen von Ge­ne­ra­ti­on an Ge­ne­ra­ti­on wei­ter­ge­reicht. „Ich stel­le mei­nen Teig ge­nau­so her, wie mein Va­ter es schon vor 40 Jah­ren ge­tan hat, und ich ver­wen­de ein­fa­che Zu­ta­ten“, sagt Jack stolz.

Die Ding­le-Halb­in­sel im Nor­den von Ker­ry ist nicht so ab­ge­le­gen und dra­ma­tisch wie der Sü­den, aber nicht we­ni­ger wild. Der At­lan­tik tobt sich an den Steil­küs­ten aus und bran­det in Wel­len auf san­di­ge Küs­ten. Die weit­läu­fi­ge Ding­le Bay ist bei Ang­lern, Sur­fern und Seg­lern sehr be­liebt. Vor der süd­li­chen Spit­ze der Halb­in­sel lie­gen die un­be­wohn­ten Blas­ket Is­lands – ein Pa­ra­dies für Na­tur­freun­de und Wan­de­rer. Mit ein biss­chen Glück las­sen sich ent­lang der Küs­te so­gar Del­fi­ne und Wa­le be­ob­ach­ten.

Ding­le ist die Haupt­stadt auf der gleich­na­mi­gen Halb­in­sel. Der Küs­ten­ort mit den vie­len bun­ten Häu­sern ist für sei­ne gu­ten Pubs und Re­stau­rants be­rühmt. In den meis­ten Kn­ei­pen kann man zu ei­nem küh­len Drink Li­ve-Mu­sik ge­nie­ßen. In den Stra­ßen des Künst­ler­dorfs Ding­le rei­hen sich klei­ne Schmuck­lä­den, Ga­le­ri­en und De­li­ka­tes­sen­lä­den an­ein­an­der. Auch The Litt­le Cheese Shop ver­steckt sich hier. 1998 er­öff­ne­te

Ma­ja Bin­der die klei­ne Kä­se­ma­che­rei in ei­nem 200 Jah­re al­ten La­ger­haus aus St­ein. Für ih­ren Kä­se, der mitt­ler­wei­le mehr­fach aus­ge­zeich­net wur­de, ver­wen­det sie aus­schließ­lich die Mor­gen­und Abend­milch von den um­lie­gen­den Hö­fen. Je­den Frei­tag trifft sich die Kä­se­ma­che­rin mit an­de­ren Kunst­hand­wer­kern auf dem wö­chent­li­chen Bau­ern­markt, wo sie ih­re Krea­tio­nen un­ters Volk bringt. Ob­wohl Ding­le kein gro­ßer Ort ist, er­scheint das An­ge­bot auf dem Markt be­ein­dru­ckend reich­hal­tig. Ne­ben Obst, Ge­mü­se und Fisch gibt es auch haus­ge­mach­te Pa­té und ge­räu­cher­tes Fleisch.

Vor dem Eis­la­den Mur­phy’s Ice Cream Par­lour hat sich ei­ne Schlan­ge ge­bil­det, und wir wer­den neu­gie­rig. Seit die Brü­der Se­an und Kier­an Mur­phy im Jahr 2000 ihr Ge­schäft er­öff­ne­ten, hat­ten sie nur ein Ziel: „Wir woll­ten ein­fach das bes­te Eis der Welt ma­chen. Da­zu ver­ar­bei­ten wir nur fri­sche Sah­ne und Milch von hei­mi­schen Ker­ry-Kü­hen“, sagt Kier­an. „In ei­ner Zeit, in der fast al­les Mas­sen­wa­re ist, lie­ben wir es, so viel wie mög­lich selbst her­zu­stel­len, sei­en es die Scho­ko­la­den­stück­chen oder das Meer­salz, das wir ver­wen­den.“Die Brü­der sind stolz auf ihr Eis und lie­ben es, zu ex­pe­ri­men­tie­ren. Manch­mal kom­men da­bei aben­teu­er­li­che Sor­ten raus, wie et­wa Eis mit Räu­cher­lachs- oder Zie­gen­kä­se­ge­schmack. Klingt ge­wöh­nungs­be­dürf­tig, schmeckt aber au­ßer­or­dent­lich köst­lich.

In ei­ner al­ten Mol­ke­rei au­ßer­halb der Stadt braut Tom Cre­ans seit 2011 in der Ding­le Br­ewing Com­pa­ny sein ei­ge­nes Bier. Be­su­cher dür­fen die glän­zen­den

Fäs­ser be­wun­dern und al­les über die wun­der­ba­re Welt des Bier­brau­ens er­fah­ren. Toms Ge­heim­zu­tat? Na­tür­lich reins­tes Was­ser aus sei­ner ei­ge­nen Qu­el­le.

Im Ha­fen von Ding­le rei­hen sich die Fi­scher­boo­te an­ein­an­der. In der Früh bre­chen sie auf, um St­un­den spä­ter mit Kreb­sen, Mu­scheln, Meer­fo­rel­len, Kr­ab­ben und al­ler­lei an­de­ren Mee­res­früch­ten zu­rück in den Ha­fen zu keh­ren. Kein Wun­der al­so, dass in den mehr als 50 Re­stau­rants von Ding­le haupt­säch­lich fri­scher Fisch ser­viert wird. Bei­na­he über­all lässt sich vor­züg­lich spei­sen, die Schwie­rig­keit be­steht le­dig­lich da­rin, sich für ein Re­stau­rant zu ent­schei­den. Das The Chart Hou­se steht bei Ein­hei­mi­schen und Tou­ris­ten glei­cher­ma­ßen hoch im Kurs. Das ty­pisch iri­sche St­ein­haus lockt mit ei­ner ge­müt­li­chen At­mo­sphä­re: An den Wän­den hän­gen Bil­der von Künst­lern aus der Re­gi­on, und auf den Ti­schen steht Ke­ra­mik von lo­ka­len Kunst­hand­wer­kern. Der haus­ge­mach­te An­nas­caul Black Pud­ding mit Ap­fel-Chut­ney gilt als das Aus­hän­ge­schild des Hau­ses. Die preis­ge­krön­te Blut­wurst wird von As­he’s of An­nas­caul ein paar Ki­lo­me­ter au­ßer­halb von Ding­le her­ge­stellt. Schon seit 1916 wird dort die bri­ti­sche Wurst­spe­zia­li­tät nach ei­nem al­ten Fa­mi­li­en­re­zept ge­kocht. Im The Chart Hou­se kommt die De­li­ka­tes­se in ei­nem leich­ten Fi­lo­teig auf ei­nem Bett aus wil­den Pil­zen mit Ap­fel­wein-Sau­ce und haus­ge­mach­tem Chut­ney

auf den Tisch. Beim Haupt­gang kom­men wir in den himm­li­schen Ge­nuss ei­nes wun­der­bar saf­ti­gen Rin­der­fi­lets, das na­tür­lich von ei­nem der um­lie­gen­den Hö­fe stammt. Zu dem ge­grill­ten Fleisch wer­den Knob­lauch-Mus, sau­tier­te Zwie­beln und Jus vom schwar­zen Pfef­fer ge­reicht. Re­stau­rant-In­ha­ber Jim McCar­thy ist zu Recht stolz auf sein Es­sen: „Wir ha­ben hier in Ding­le nicht nur fan­tas­ti­sche Mee­res­früch­te, son­dern auch erst­klas­si­ge Rin­der, die uns mit Milch und Fleisch ver­sor­gen.“

Und den­noch ist das Meer das Herz der Graf­schaft Ker­ry. Die Fahrt rund um die Iver­agh- und Ding­le-Halb­in­sel ist ein land­schaft­li­cher und ku­li­na­ri­scher Hoch­ge­nuss. Die Men­schen kon­zen­trie­ren sich auf das, was di­rekt vor ih­rer Tür liegt: fri­scher Fisch aus dem At­lan­tik und erst­klas­si­ges Fleisch von Rin­dern und Scha­fen, die auf den saf­ti­gen Wei­den an der See auf­wach­sen. Na­tür­lich ent­wi­ckeln sich auch mo­der­ne Trends in den Kü­chen ent­lang Ker­rys grü­ner Küs­te, doch die Zu­ta­ten ha­ben und wer­den sich wohl nicht ver­än­dern.

Ju­li­an­ne Moo­ney und Ga­ry Latham reis­ten mit freund­li­cher Un­ter­stüt­zung von Coun­ty Tou­rism Ire­land durch Ker­ry. ire­land.com

Die­se Sei­te, von links: Küs­te von Ca­her­si­ve­en; Ja­kobs­mu­scheln im Car­rig Hou­se;

Kö­chin Patri­cia Tea­han; Buch­la­den in Ca­her­si­ve­en. Rech­te Sei­te, im Uhr­zei­ger­sinn von oben links: der Ha­fen vor Ca­her­si­ve­en;

Bucht; Car­rig Hou­se; Fi­scher; Aus­sicht auf den At­lan­tik, Fisch-Vor­spei­se „Ker­ry ist be­rühmt für sein her­vor­ra­gen­des Lamm- und Rind­fleisch, aber na­tür­lich auch für

Fisch. Schließ­lich liegt die Pro­vinz zu Fü­ßen der grü­nen Ker­ry-Ber­ge di­rekt am At­lan­tik“

Lin­ke Sei­te: Der­ry­na­ne Beach. Die­se Sei­te, von oben: Skel­lig Is­lands; Der­ry­na­ne Hou­se; der Aus­blick La­dy’s View am Ring of Ker­ry bei Ding­le;

der Sand­strand Der­ry­na­ne Beach

„Die Küs­ten­stra­ße führt uns fort von Ken­ma­re.

Sand­strän­de und durch idyl­li­sche Fi­scher­dör­fer“

Wir fah­ren durch wei­te Tä­ler, ent­lang ein­sa­mer

Von links: Es­sen im Out of the Blue; Pa­ckie’s Re­stau­rant; bei Jacks wird seit Ge­ne­ra­tio­nen fri­sches Brot ge­ba­cken; im Smugg­ler’s Inn wer­den

Mee­res­früch­te und Hum­mer zu sen­sa­tio­nel­len Aus­sich­ten ser­viert; auch das QC’s Se­a­food Re­stau­rant in Ca­her­si­ve­en lockt mit fri­schem Fisch

Von links: Die Skel­lig Cho­co­la­te Fac­to­ry lockt mit le­cke­ren Scho­ko­la­den­ver­kos­tun­gen; Ker­ry ent­zückt mit grü­nen Hü­geln ent­lang des At­lan­tiks;

das The Park Ho­tel in Ken­ma­re be­ein­druckt mit erst­klas­si­ger Kü­che; die fri­schen Mu­scheln im ho­tel­ei­ge­nen Re­stau­rant sind ein Muss

Von links: Orts­zen­trum von Ken­ma­re; ei­nen gu­ten Pub zu fin­den ist in Ding­le nicht schwer

„Beim Haupt­gang kom­men wir in den himm­li­schen Ge­nuss ei­nes wun­der­bar saf­ti­gen

Rin­der­fi­lets, das na­tür­lich von ei­nem der um­lie­gen­den Hö­fe stammt“

Von links: Dick Mack’s Pub in Ding­le; cre­mi­ges Eis auf Va­len­tia Is­land; Milch­kü­he; die grü­ne Graf­schaft Ker­ry reicht bis an den At­lan­tik

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