„… hier mag ich es

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Tanja Wesel - Re­dak­ti­on Sa­bi­ne Schnei­der

Wie bist Du zum Fo­to­gra eren ge­kom­men, spe­zi­ell von Frau­en?

Tanja We­sel: Schon im­mer hat­te ich ir­gend­wie ei­ne Ka­me­ra in der Hand. Frü­her hat­te ich al­ler­dings nicht ge­nü­gend „Klein­geld“, um mir ei­ne rich­ti­ge Spie­gel­re­flex­ka­me­ra kau­fen. Mei­ne Mum und mein Bru­der schenk­ten mir ei­nes Ta­ges ei­ne Fu­ji Fi­ne­pix. Das muss et­wa im Jahr 2000 ge­we­sen sein, und mei­ne Ca­non 20D gab es dann end­lich 2005. Da­mit fing ich mit der Por­trät­fo­to­gra­fie an. Nach und nach wuchs der An­spruch an die Ob­jek­ti­ve, und letzt­lich konn­te ich mir mei­ne ers­te Ca­non-5d-voll­for­mat ge­braucht kau­fen. Seit 2009 bin ich als Fo­to­gra­fin selbst­stän­dig tä­tig. Mein Fo­kus liegt da­bei auf den Por­träts von Men­schen und Fa­mi­li­en. Spe­zia­li­siert ha­be ich mich seit 2011 auf die Hoch­zeits­re­por­ta­gen. Die Fas­zi­na­ti­on von sinn­li­chen Frau­en­por­träts ist und bleibt zu­sätz­lich mei­ne gro­ße Lei­den­schaft.

Was macht für Dich die Fas­zi­na­ti­on dar­an aus?

Tanja We­sel: Ich mag es ein schö­nes Bild zu ma­chen. Und ich mag es auch, je­man­den auf dem Bild zu zei­gen, wie schön er ist. Ei­nen Mo­ment ein­zu­fan­gen oder aber auch ein Bild „ge­stellt“auf­zu­bau­en, da­mit es ein klei­nes Kunst­werk wird. Au­gen fas­zi­nier­ten mich schon im­mer, egal ob der Blick trau­rig, me­lan­cho­lisch oder fröh­lich ist: Sie drü­cken im­mer et­was aus. Und sie glän­zen. Hin­ter dem Blick sieht man mehr. Wenn man den Mensch ken­nen­ler­nen und fo­to­gra­fie­ren darf, dann weiß man oft vie­les über ihn. Manch­mal fas­zi­niert es mich auch, ein­fach ei­nen Mo­ment zu er­ha­schen, mit dem der „Fo­to­gra­fie­ren­de“nicht ge­rech­net hat. Und es gibt nichts Schö­ne­res für mich, wenn je­mand da­nach glück­lich zu mir sagt, wie gut ihm sei­ne Bil­der ge­fal­len.

Was sind Dei­ne Lieb­lings­mo­ti­ve und war­um?

Tanja We­sel: Mei­ne Lieb­lings­mo­ti­ve sind Men­schen, Frau­en, wenn man da­zu „Mo­tiv“sa­gen darf und Re­por­ta­gen von Si­tua­tio­nen. Ich mag es sehr, die­se mit dem Um­feld zu ei­ner Ein­heit wer­den zu las­sen. Oder na­he Por­träts mit ei­ner ge­wis­sen In­ten­si­vi­tät. Ge­nau­so lie­be ich es, De­tails von Frau­en zu fo­to­gra­fie­ren. Auch Teil­akt ist für mich ein span­nen­des The­ma. Hier möch­te ich ei­nen Kör­per ger­ne dar­stel­len, oh­ne ihn nackt zu zei­gen.

Wie gehst Du ein The­ma an?

Tanja We­sel: Al­so wenn ich wirk­lich ein The­ma an­ge­he, dann or­ga­ni­sie­re ich im Vor­feld na­tür- lich al­les, was ich da­zu be­nö­ti­ge. Ich ver­su­che bei den Por­träts meist, dass ich kei­ne un­ru­hi­ge Klei­dung wäh­le, die sehr vom ei­gent­lich Bild ab­lenkt. Das Bild soll in sich stim­mig wir­ken, nichts ab­len­ken, von dem was ab­len­ken soll. Ich mag es ru­hig. Kei­ne Mus­ter. Und wenn Mus­ter, dann müs­sen die­se zum Ge­samt­bild pas­sen. Ich freue mich auch im­mer, wenn die Klei­dung ins Um­feld passt. Bei Por­träts ach­te ich dar­auf, dass die Au­gen und der Blick im Mit­tel­punkt ste­hen. Bei Akt ist es mir sehr wich­tig, dass der Kör­per weib­lich und weich er­scheint. Und das das Mo­del kei­nen un­wich­ti­gen Schmuck an­hat. Auch hier mag ich es eher mit „Nichts“. Ob out­door oder in­door steht dann für mich der Kör­per sehr im Mit­tel­punkt. Da­zu muss ich et­was fin­den, wo ich ihn gut plat­zie­ren kann, so­dass sich das Mo­del auch noch wohl­fühlt, wenn sie mal nicht im klas­si­schen „Bett“ist.

Du hast Dich im Ok­to­ber 2008 in der fc re­gis­triert. Wie bist du zur fotocommunity ge­kom­men und wel­che Funk­tio­nen der FC schätzt Du be­son­ders?

Tanja We­sel: Wenn man stän­dig fo­to­gra­fiert, wächst das Ver­lan­gen nach Men­schen, die ge­nau­so ver­rückt sind wie man selbst. Es ist toll, wenn man ein Por­tal hat, auf dem man sich aus­tau­schen kann. Und wo man An­re­gun­gen fin­det oder In­fos über Ver­an­stal­tun­gen, zu de­nen man ge­hen kann. Über die fc ha­be ich mei­nen ers­ten Stamm­tisch be­sucht, als ich 2005 nach Köln ge­zo­gen bin. All mei­ne Fo­to­gra­fen­freun­de, die ich da­mals durch die fc ken­nen­ler­nen durf­te, ken­ne ich bis heu­te noch. Und ei­ni­ge zäh­le ich zu mei­nen bes­ten Freun­den. Ich mag den po­si­ti­ven Aus­tausch in der fc, und den un­kom­pli­zier­ten Auf­bau. In Deutsch­land ist es für mich nach wie vor ei­nes der bes­ten Por­ta­le.

Wel­chen Ein uss hat die fc auf Dei­ne Fo­to­gra e?

Tanja We­sel: An­fangs hol­te ich mir vie­le An­re­gun­gen in der fc, kei­ne Fra­ge. Ir­gend­wann soll­te man aber kei­ne mehr brau­chen. Man kann sich ja im­mer mal wie­der Bil­der an­schau­en, aber ich bin da­von über­zeugt, dass die, die im­mer nur An­re­gun­gen su­chen, nicht krea­tiv ge­nug sind für die Fo­to­gra­fie. Man soll­te die Sei­ten nut­zen wie ein Bil­der­buch und wenn man ein Bild be­son­ders gut fin­det, soll­te man da­durch ei­ne ei­ge­ne Idee be­kom­men und nicht das Glei­che ko­pie­ren wol­len.

Hast Du fo­to­gra sche Vor­bil­der, und wenn ja wel­che?

Tanja We­sel: Es gibt vie­le gro­ße Fo­to­gra-

fen und ich könn­te auch ei­ne Rei­he Na­men nen­nen, die ich wirk­lich su­per gut fin­de. Ich hat­te aber nie die klas­si­schen „Vor­bil­der“. Es gibt meh­re­re, und wenn ich die Na­men sa­gen wür­de, wür­de man kei­nen Zu­sam­men­hang fin­den im Bild­stil. Man­che ma­chen Fa­shion, man­che nur Still­le­ben, man­che Akt.

Was macht für Dich Dei­ne per­sön­li­che Hand­schrift aus?

Tanja We­sel: Wenn ich ehr­lich bin, weiß ich es nicht. Ich glau­be an­de­re Men­schen kön­nen mei­ne Hand­schrift eher le­sen oder se­hen oder er­ken­nen oder was auch im­mer. Ich tue mich da­mit sehr schwer. Ich kann es wirk­lich nicht er­klä­ren war­um oder bin mir auch nicht si­cher, ob es je­der Fo­to­graf bei sich sieht und er­klä­ren kann. Mir war es ei­gent­lich auch im­mer sehr wich­tig, mich nicht in ei­nem be­stimm­ten Stil zu ver­kramp­fen. Ich mag es, wenn man es ein­fach flie­ßen lässt. Manch­mal mag ich Schwar­zweiß sehr ger­ne und ho­he Kon­tras­te, dann wie­der we­nig Kon­trast und eher bunt. Manch­mal ent­sät­tigt und manch­mal ganz viel Far­be. Mir sa­gen vie­le, mei­ne Bil­der sei­en „fe­en­haft“, aber ich se­he das nicht bei al­len. Viel­leicht ist was dran, ich weiß es nicht. Auf je­den Fall mag ich kein Leid fo­to­gra­fie­ren, son­dern lie­be schö­ne Din­ge, Mo­men­te und Be­we­gung.

Tanja We­sel Fo­to­gra­fin Tanja We­sel, ist seit mehr als sechs Jah­ren Mit­glied der fotocommunity, lebt und ar­bei­tet frei­be­ruf­lich in Köln als Hoch­zeits- und Por­trät­fo­to­gra­fin. www.fotocommunity. de/fo­to­gra­fin/tau­send scho­en-pho­to­gra­phie/ 1274428 Aus­rüs­tun

Hier kam mein Lieb­lings­ob­jek­tiv 85 mm zum Ein­satz, denn ich hat­te ge­nug Platz um ein paar Schrit­te nach hin­ten zu ge­hen. So kann man ei­nen Kör­per eins zu eins ab­lich­ten. Die al­te Kom­mo­de kommt zwar zur Gel­tung, aber sie war nur Mit­tel zum Zweck für die P

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