„Ich las­se mich von der in­ne­ren

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Gerhard Körsgen -

Wie hast Du Dei­ne Lei­den­schaft für das Fo­to­gra eren von Men­schen ent­deckt?

Ar­ka­diy Kur­ta: Vor un­ge­fähr 8 bis 9 Jah­ren, als ich zum ers­ten Mal die Ka­me­ra in der Hand nahm, war mir so­fort klar, dass ich mich nicht mit Ma­kro­auf­nah­men und Land­schafts­bil­dern be­schäf­ti­ge möch­te. Ich woll­te mich mit der Fo­to­gra­fie von Men­schen ver­su­chen. Ei­gent­lich hat­te ich seit je­her das Ge­fühl in mir ge­habt, mich über die Fo­to­gra­fie von Men­schen aus­zu­drü­cken zu wol­len und ha­be mich ganz spe­zi­ell in die­sem Gen­re wei­ter­ent­wi­ckelt.

Was sind Dei­ne Lieb­lings­mo­ti­ve?

Ar­ka­diy Kur­ta: Ich fo­to­gra­fie­re die Men­schen und die Um­ge­bung, und dort kom­men dann die Im­pul­se für die Stim­mung. Wäh­rend der Ar­beit muss im­mer ein ge­gen­sei­ti­ges Neh­men und Ge­ben zwi­schen dem Fo­to­gra­fen und sei­nem Mo­dell exis­tie­ren. Nur dann glau­be ich, kann es ein schö­nes Bild ge­ben. Frau­en­bil­der an sich üben doch ei­ne ge­wis­se Fas­zi­na­ti­on aus. Auf al­le Men­schen, den­ke ich. Und ich ar­bei­te ger­ne mit Frau­en zu­sam­men, es macht mir ein­fach Spaß. Auch bei der Aus­wahl des Mo­dells las­se ich mich von mei­ner in­ne­ren An­zie­hungs­kraft in­spi­rie­ren. Da­für gibt es kein Sche­ma, son­dern es ent­schei­det der Au­gen­blick und das Ge­fühl der Si­tua­ti­on und die Stim­mung.

Was macht für Dich Dei­ne Hand­schrift aus?

Ar­ka­diy Kur­ta: Mit je­dem Bild ver­su­che ich, dem Be­trach­ter ei­ne Ge­schich­te zu ver­mit­teln, mei­ne Ge­schich­te. Ich kann zwar nicht vor ei­nem Bild sa­gen, wel­che Emo­tio­nen ich ver­mit­teln möch­te, denn die­se ent­wi­ckeln sich erst wäh­rend der Ar­beit mit den Per­so­nen und de­ren Stim­mun­gen. Ge­lingt es mir aber dann, im Be­trach­ter mei­ne da­mit im­pli­zier­ten Ge­füh­le und In­spi­ra­tio­nen zu we­cken, dann ist es für mich ein per­fek­tes Bild. Meis­tens sind es me­lan­cho­li­sche Stim­mun­gen, die mich sehr be­rüh­ren.

Du sprichst Frau­en auf der Stra­ße ein­fach so an?

Ar­ka­diy Kur­ta: Nein, ich ha­be na­tür­li­che ein ge­wis­se „Tech­nik“. Zu­erst fo­to­gra­fie­re ich das Mäd­chen aus ei­ni­ger Ent­fer­nung, so­dass sie mei­ne Auf­merk­sam­keit be­merkt. Dann erst spre­che ich sie an. Auch mein ers­tes Akt­mo­dell lern­te ich auf die­se Wei­se ken­nen. Ei­nen Tag spä­ter fo­to­gra­fier­te ich sie be­reits nackt im Stadt­park. Und in­ner­halb ei­ner Wo­che wa­ren wir ein Paar. Das war na­tür­lich schon eher un­ge­wöhn­lich, da ich es nor­ma­ler­wei­se ver­mei­de, mit mei­nen Mo­dells zu flir­ten. Auch wenn es na­tür­lich ab und an ein­fach pas­siert.

Mit­tag Ju­ni 2014, Kiew, Ukrai­ne, Mo­dell: Dia­na.

Ar­ka­diy Kur­ta Ar­ka­diy Kur­ta, 37 Jah­re alt, ist von Be­ruf Fo­to­graf, kommt aus der Ukrai­ne und lebt der­zeit in Kiew. Mit­glied der fotocommunity ist er seit No­vem­ber 2010. www.fotocommunity. de/fo­to­graf/ar­ka­diy­kur­ta/1613619

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