„... Es war­tet nur dar­auf, ge­se­hen zu wer­den...“

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Robi H. Löwy - Re­dak­ti­on Sa­bi­ne Schnei­der

Wie bist Du zur abs­trak­ten Fo­to­gra e in die­ser Art ge­kom­men?

Ro­bi H. Lö­wy: Als Ar­chi­tekt und Soft­ware­Ent­wick­ler bin ich es ge­wohnt, bei je­dem Auf­trag bei Null zu be­gin­nen, um Schritt für Schritt zu ei­nem Gan­zen zu ge­lan­gen, das ver­stan­den wird. Da­zu sind Skiz­zen not­wen­dig, die mit we­ni­gen Stri­chen auf­zei­gen, was wie ge­meint ist. Die­se Zeich­nun­gen sind Abs­trak­tio­nen, al­so Ver­ein­fa­chun­gen. Drei ein­fa­che Qua­dra­te kön­nen et­wa auf­zei­gen, wie und wo sich die ge­plan­ten Ge­bäu­de auf ei­nem Grund­stück be­fin­den. Das ver­steht je­der. Ver­mut­lich kommt da­her mei­ne Lie­be zur Ver­ein­fa­chung, zur Abs­trak­ti­on, die auch mei­ner sons­ti­gen Den­kart ent­spricht.

Was macht für Dich die Fas­zi­na­ti­on abs­trak­ter Fo­to­gra e aus?

Ro­bi H. Lö­wy: Das Su­chen und Fin­den der Mo­ti­ve, die sich da­für an­bie­ten. Nor­ma­ler­wei­se se­hen wir mit un­se­ren Au­gen ei­nen klei­nen Aus­schnitt aus der Welt, in der wir uns gera­de be­we­gen. Durch Ve­rän­de­rung die­ses Aus­schnitts se­hen wir et­was an­de­res, das oft ei­ne fas­zi­nie­ren­de Wir­kung hat, die noch ge­stei­gert wer­den kann, wenn man et­was nach­hilft.

Wel­che Tei­le Dei­ner Aus­rüs­tung sind für Dich bei die­ser Art der Fo­to­gra e un­ent­behr­lich und war­um?

Ro­bi H. Lö­wy: Mir ge­nügt zu­meist ei­ne 7-Me­ga­pi­xel-ka­me­ra, die So­ny V3, die ich wie ein No­tiz­buch im­mer bei mir ha­be. Se­he ich et­was Be­son­de­res, das nach mehr Auf­lö­sung schreit, kann es schon vor­kom­men, dass ich das Mo­tiv noch ein­mal auf­su­che, um es mit der So­ny R1 oder der NEX und ei­nem al­ten ma­nu­el­len Ob­jek­tiv auf­zu­neh­men. Es ist ja nicht nur die Ka­me­ra, die für ei­ne sau­be­re Auf­nah­me ver­ant­wort­lich ist. Min­des­tens so wich­tig ist auch die Licht­stim­mung, da gera­de abs­trak­te Auf­nah­men vom Kon­trast und der Farb­qua­li­tät le­ben.

Was sind Dei­ne Lieb­lings­mo­ti­ve und war­um?

Ro­bi H. Lö­wy: Dank mei­ner Af­fi­ni­tät zur Ar­chi­tek­tur glau­be ich, dass al­les, was mit Bau­en zu tun hat, un­be­wusst von mir fa­vo­ri­siert wird. Die Mo­ti­ve ste­hen in un­end­li­cher Viel­falt zur Ver­fü­gung. Man muss sie nur se­hen und be­reit sein, auch mal in die Knie zu ge­hen oder den rich­ti­gen Stand­ort zu fin­den, um zu der Auf­nah­me zu kom­men, die sich im geis­ti­gen Au­ge längst schon be­merk­bar ge­macht hat.

Wie gehst Du ein The­ma an?

Ro­bi H. Lö­wy: Oft sind es ak­tu­el­le Er­eig­nis­se. Ir­gend­wo ge­schieht ein Erd­be­ben und ich ko­che zu­fäl­lig ein Spie­ge­lei und ent­de­cke, dass die ge­bro­che­ne Eier­scha­le aus­sieht, wie ei­ne tek­to­ni­sche Plat­ten­ver­schie- bung. Al­so muss ich nur noch das rich­ti­ge Ob­jek­tiv zur Hand neh­men, und die Auf­nah­me ist prak­tisch schon fer­tig. Oder ich stel­le mir selbst ein The­ma: Li­ni­en, Flä­chen, Struk­tu­ren oder Far­ben. Je nach Auf­ga­be neh­me ich dann eher ein­weit­wink­li­ges Glas oder ein Te­le­ob­jek­tiv mit, um das zu fin­den, wo­nach ich su­che. Und das ist über­all zu fin­den. Es war­tet nur dar­auf, ge­se­hen zu wer­den.

Du hast Dich im Ok­to­ber 2007 in der fc re­gis­triert. Wie bist Du zur fc ge­kom­men und wel­che Funk­tio­nen der fc schätzt Du be­son­ders?

Ro­bi H. Lö­wy: Da ich noch aus den al­ten, ana­lo­gen Zei­ten stam­me und des­halb, wie sehr vie­le an­de­re auch, das Fo­to­gra­fie­ren ir­gend­wann zur Sei­te ge­legt hat­te, be­kam ich dank der di­gi­ta­len Ka­me­ras all­mäh­lich wie­der Lust da­zu. Zu der Zeit gab es noch kei­ne Sys­tem­ka­me­ras und so­mit konn­te ich mei­ne al­ten, ma­nu­el­len Ob­jek­ti­ve nicht brau­chen. Um zu se­hen, was sonst mög­lich ist mit di­gi­ta­len Ka­me­ras, ha­be ich mich bei der fc an­ge­mel­det. Ich war er­staunt, wel­che Band­brei­te an fo­to­gra­fi­schem Schaf­fen hier an­zu­tref­fen ist und so trau­te ich mich ir­gend­wann, auch mal ei­ne Auf­nah­me hoch­zu­la­den.

Holst du Dir auch An­re­gun­gen in der fc? Und wel­chen Ein uss hat die fc auf Dei­ne Fo­to­gra e?

Ro­bi H. Lö­wy: Da ich zu de­nen ge­hö­re, die ger­ne Neu­es schaf­fen, glau­be ich, dass es an­re­gend ist, zu se­hen, was an­de­re zei­gen. Eben­so wich­tig ist es mir aber zu er­fah­ren, was sie über mei­ne Bil­der den­ken. Dank der spon­ta­nen An­mer­kun­gen wer­de ich mo­ti­viert, wei­ter zu ma­chen. Ich mag es auch, Fo­tos an­de­rer Fo­to­gra­fen zu be­gut­ach­ten, zu be­wer­ten. So ha­ben sich schon ei­ni­ge Freund­schaf­ten er­ge­ben, die zwar mehr vir­tu­ell, aber ir­gend­wie doch sehr echt, mensch­lich wert­voll und be­rei­chernd sind.

Was macht für Dich Dei­ne per­sön­li­che Hand­schrift aus?

Ro­bi H. Lö­wy: De­tails, in die man sich hin­ein­den­ken muss, um sie zu ver­ste­hen. Die Prä­zi­si­on so­wohl bei der Auf­nah­me wie auch bei der Be­ar­bei­tung. Das Spie­len mit Fil­tern, Bild­ebe­nen, Kon­tras­ten und Schat­tie­run­gen. Und nicht zu­letzt die Art, wie ich mei­ne Bil­der prä­sen­tie­re. Es macht mir enorm viel Spaß, Bild­ti­tel und Bild­be­schrei­bun­gen zu er­fin­den, die über das Ge­wohn­te hin­aus­ge­hen und zum Mit­den­ken an­re­gen. Zu­dem ha­ben fast all mei­ne Bil­der und Bild­be­schrei­bun­gen auf ih­re Art et­was durch­aus ernst Ge­mein­tes.

Ro­bi H. Lö­wy Ar­chi­tekt und Soft­ware­Ent­wick­ler aus Zü­rich hat als 44er-jahr­gang doch schon ei­ni­ges er­lebt, was das Fo­to­gra­fie­ren mit all sei­ner Schön­heit und Tü­cke be­inhal­tet. Im Ju­gend­al­ter „spiel­te“er be­reits in der Dun­kel­kam­mer her­um, spä­ter hat er sic

Ka­me­ras: So­ny V3, So­ny R1, So­ny NEX 6, So­ny Al­pha 550 Ob­jek­ti­ve: Al­te, ma­nu­el­le Zeis­sOb­jek­ti­ve: Dis­t­a­gon 1,4/35, Pla­nar 1,4/85, Te­le Tes­sar 3,5/200 Al­te Mi­nol­ta Af-ob­jek­ti­ve: 2,8/100 Macro, 2,8/24, 4/ 28–135, 4,5– 5,6/75– 300 Sig­ma 4– 5,6/10–20 DC EX, wie auch ein Mit­tel­for­mat Flek­to­gon 4/50 mit Til­t­ad­ap­ter usw. Zu­be­hör: vie­le Ak­kus und ver­schie­de­ne Fil­ter

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