Aus­stel­lungs­tipps

Fot­gra en von 1980 bis heu­te

fotocommunity Magazin - - Inhalt - Her­lin­de Ko­elbl in Ober­hau­sen 25. Ja­nu­ar – 3. Mai 2015

Her­lin­de Ko­elbl ist ei­ne der pro­fi­lier­tes­ten deut­schen Fo­to­gra­fin­nen der Ge­gen­wart. Die Lud­wig Ga­le­rie in Ober­hau­sen bie­tet nun die Mög­lich­keit, ih­re Bil­der im Rah­men ei­ner Re­tro­spek­ti­ve, die Wer­ke von 1980 bis heu­te zeigt, zu be­sich­ti­gen. Die ge­bür­ti­ge Münch­ne­rin kam als ei­ne Au­to­di­dak­tin Mit­te der 1970er-jah­re zur Fo­to­gra­fie und sam­mel­te ers­te Er­fah­run­gen auch als Bild­re­por­te­rin für Zeit­schrif­ten wie Stern oder Die Zeit. Schon 1980 kommt mit dem Fo­to­band „Das Deut­sche Woh­zim­mer“der ers­te Er­folg. Wie in die­sem Fo­to­band so auch in spä­te­ren Ar­bei­ten soll­ten Men­schen und de-

ren Um­feld zu dem the­ma­ti­schen Schwer­punkt in den Fo­to­gra­fi­en der Her­lin­de Ko­elbl wer­den. Da­bei zeigt sie in ih­ren Bil­dern ein fei­nes Ge­spür für die Men­schen vor der Ka­me­ra und die Fä­hig­keit, ei­nen Dia­log mit ih­nen an­zu­knüp­fen. In „Kin­der“, „Män­ner“, „Star­ke Frau­en“oder „Fei­ne Leu­te“be­trach­tet sie die Men­schen aus im­mer neue­ren Per­spek­ti­ven, manch­mal iro­nisch, manch­mal, wie zum Bei­spiel in „Klei­der ma­chen Leuch­te“, auch so­zi­al­kri­tisch. Dass sie kei­ne Scheu vor schwie­ri­ge­ren und un­be­que­men The­men hat, zeig­te Her­lin­de Ko­elbl mit Bän­dern wie „Jü­di­sche Por­traits“, in de­nen sie die letz­ten Über­le­ben­den des Ho­lo­k­aust por­trä­tiert und auch zu Wort kom­men lässt, oder et­wa „Op­fer“. Auf­fal­lend bei Her­lin­de Ko­elbl ist auch die Af­fi­ni­tät zu zeit­lich oder räum­lich groß­an­ge­leg­ten Pro­jek­ten, in de­nen sie sich ei­nem The­ma mit gro­ßer Aus­dau­er und fast in­ves­ti­ga­tiv nä­hert. „Spu­ren der Macht“, für das Her­lin­de Ko­elbl von 1991 bis 1998 15 pro­mi­nen­te Ver­tre­ter aus Po­li­tik und Wirt­schaft fo­to­gra­fier­te, mag in Deutsch­land wohl das be­kann­tes­te Pro­jekt die­ser Art sein, aber kei­nes­wegs das ein­zi­ge. Auch das be­reits er­wähn­te Früh­werk „Das Deut­sche Woh­zim­mer“oder et­wa „Be­drooms“rei­hen sich hier ein. Ne­ben der Fo­to­gra­fie be­schäf­tigt sich Her­lin­de Ko­elbl auch mit Vi­deoIn­stal­la­tio­nen und Film – ei­ni­ge Bei­spie­le die­ser künst­le­ri­schen Sei­te sind in der Aus­stel­lung eben­falls ent­hal­ten.

Schlaf­zim­mer, El­li und Ger­hard See­bold, 2002 © Her­lin­de Ko­elbl Ober­hau­sen Ter­min: 25.1.– 3.5.15

Lud­wig Ga­le­rie, Schloss Ober­hau­sen, 46049, Kon­ra­dA­de­nau­er-al­lee 46, www.lud­wig­ga­le­rie.de, The­ma: Her­lin­de Ko­elbl – Das deut­sche Wohn­zim­mer, ... Ein­tritt: 8 €, er­mä­ßigt 4 €, Fa­mi­li­en (2 Er­wach­se­ne + Kin­der) 12 €, Kom­bi­ti­cket mit dem Ga­so­me­ter 11 € Schein

Loui­se Bour­geois, New York 2001 © Her­lin­de Ko­elbl

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