In­spi­ra­ti­ons­quel­le Wald

Lars Ne­wald fo­to­gra­fiert am liebs­ten in Wäl­dern. Vor al­lem mys­ti­sche, ar­cha­isch an­mu­ten­de Stim­mun­gen in hei­mi­schen Ge­höl­zen ha­ben es dem Land­schafts­fo­to­gra­fen an­ge­tan. Wir ha­ben ihn zur In­spi­ra­ti­on, Aus­rüs­tung und Nach­be­ar­bei­tung be­fragt.

fotocommunity Magazin - - Inhalt - Al­le Fo­tos: Lars Ne­wald

„Stil­le“von Lars Ne­wald

Ide­en ndung

Lars Ne­walds Lie­be zur Na­tur und sein be­son­de­res Fai­bel für Fa­bel­haf­tes spie­len bei sei­ner Ide­en­fin­dung zu sei­nen Bil­dern ei­ne gro­ße Rol­le: Er fin­det es nie lang­wei­lig, st­un­den­lang durch die hei­mi­schen Wäl­der vor sei­ner Haus­tür in Eh­rings­hau­sen zu lau­fen und sich ein­fach nur von der Stil­le, den Ge­rü­chen und Düf­ten in­spi­rie­ren zu las­sen. Ma­ro­de Bau­wer­ke, ver­las­se­ne Stät­te und die Ein­sam­keit mys­ti­scher Ne­bel­la­gen ha­ben es dem fc-fo­to­gra­fen ganz be­son­ders an­ge­tan. Und eben gera­de durch ih­re Stil­le und Me­lan­cho­lie wir­ken Lars Ne­walds Bil­der. Oh­ne Wor­te und ganz lei­se schei­nen sie Ge­schich­ten aus ei­ner an­de­ren, längst ver­ges­se­nen Zeit zu er­zäh­len.

Aus­rüs­tung

Ist wie­der so ein Tag, an dem Wet­ter, das Licht und die Stim­mung pas­sen, be­rei­tet der fc-fo­to­graf nicht viel vor: Ruck­sack auf und los geht es. Meist hat er ein­fach sei­ne kom­plet­te Aus­rüs­tung da­bei, denn das ist schließ­lich nicht viel: Ei­ne äl­te­re Ca­non 30D, ein pas­sen­des 17-85-mm-stan­dard­zoom und ein 70-200-mm-te­le für Still­li­fes mit Tie­fen­schär­fe oder um nä­her her­an­zu­zoo­men, ge­nü­gen ihm.

Auf­nah­me­tech­nik

Un­ter­wegs lässt sich Ne­wald dann ein­fach trei­ben. Er streift er durch die Wäl­der, die We­ge ent­lang, bis

ihm ei­ne Si­tua­ti­on, der Licht­ein­fall oder ein Au­gen­blick be­son­ders ge­fällt. Sel­ten plant er ei­ne Auf­nah­me im Vor­aus. Die­se ent­ste­hen im­mer ganz spon­tan. Ne­wald fo­to­gra­fiert zu­meist im Av-mo­dus und nimmt ge­ne­rell Raw-da­tei­en auf. Mit Blitz ar­bei­tet er eher we­ni­ger, da es ihm wich­tig ist, na­tür­li­che Licht­stim­mun­gen und Re­fle­xe ein­zu­fan­gen. Da­bei ten­diert er eher zur leich­ten Un­ter­be­lich­tung bei der Raw-auf­nah­me, denn spä­ter Über­be­lich­tun­gen oder aus­ge­fres­se­ne Lich­ter zu kor­ri­gie­ren, das er­scheint ihm „fast aus­sichts­los“. Da dif­fu­se Licht­ver­hält­nis­se und Ne­bel län­ge­re Be­lich­tungs­zei­ten er­for­dern, droht Ver­wack­lungs­ge­fahr. Ein Sta­tiv hat der Fo­to­graf bei schum­me­ri­gen Ver­hält­nis­sen im­mer griff­be­reit. Not­falls reicht ihm aber auch ei­ne fes­te Un­ter­la­ge wie ei­ne Mau­er. Still­le­ben­auf­nah­men leuch­tet Ne­wald ger­ne bei Dun­kel­heit und Lang­zeit­be­lich­tung mit hand­ge­führ­ter Ker­ze aus, um ein war­mes Licht zu er­hal­ten oder Lichts­pots zu set­zen. „Und, weil es ei­ne schö­ne Spie­le­rei ist. Ei­ni­ge Ver­su­che zur er­wünsch­ten Auf­nah­me sind al­ler­dings meist nö­tig“, so Ne­wald. Da­zu dun­kelt er den Raum ab, stellt die Ka­me­ra auf ein Sta­tiv, wählt Lang­zeit­be­lich­tung und star­tet die Auf­nah­me mit dem Fern­aus­lö­ser.“

Bild­kom­po­si­ti­on und Nach­be­ar­bei­tung

Bei der Bild­ge­stal­tung folgt Lars Ne­wald kei­nen ri­gi­den Re­geln, son­dern nur sei­ner ei­ge­nen In­tui­ti­on. „Mir ist die At­mo­sphä­re ei­nes Bil­des viel wich­ti­ger als die per­fek­te Auf­tei­lung. Und wenn bei­des zu­sam­men­kommt, auch gut“, er­zählt er. Nach der Kon­ver­tie­rung vom RAW- ins Tiff-for­mat be­ar­bei­tet er sei­ne Auf­nah­men grund­sätz­lich in Pho­to­shop CS2 wei­ter. Far­ban­pas­sun­gen und auch Farb­ver­än­de­run­gen in Se­pia, Grau oder Schwar­zweiß fol­gen, um den ar­chai­schen Charme des Bild­aus­drucks zu ver­stär­ken. Ge­le­gent­lich legt er auch ei­ne leicht weich­ge­zeich­ne­te Ko­pie-ebe­ne mit­tels „Wei­chem Licht“oder ver­gleich­ba­rem dar­über. Auch das Hin­zu­fü­gen von Tex­tu­ren fin­det öf­ters zur Ver­voll­stän­di­gung ei­nes Bil­des Ver­wen­dung. Eben­so passt er Kon­tras­te und Tö­ne per Gra­da­ti­ons­kur­ve und Ton­wert­kor­rek­tur an. „Das Wich­tigs­te ist im­mer die Lie­be zur Fo­to­gra­fie. Wer aber Spaß an der Nach­be­ar­bei­tung hat, soll­te das auch tun“, schließt Ne­wald.

38 mm Brenn­wei­te, Blen­de 6,3, 4 s, ISO 100

30 mm Brenn­wei­te, Blen­de 9, 1/60 s, ISO 100

33 mm Brenn­wei­te, Blen­de 6,3, 1/13 s, ISO 100

68 mm Brenn­wei­te, Blen­de 5,6, 1/125 s, ISO 100

28 mm Brenn­wei­te, Blen­de 5,6, 1/20 s, ISO 100

17 mm Brenn­wei­te, Blen­de 10, 1/50 s, ISO 100

85 mm Brenn­wei­te, Blen­de 5,6, 1/30 s, ISO 100

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