Ka­me­ra­test

Die Pa­na­so­nic Lu­mix DMC- GX8 hat als ers­te Mi­cro-fourThirds-ka­me­ra den neu­en 20-Me­ga­pi­xel-sen­sor. Wei­te­re High­lights sind das spritz­was­ser­ge­schütz­te Ge­häu­se und der Du­al IS, bei dem die Bild­s­ta­bi­li­sa­to­ren von Ge­häu­se und Ob­jek­tiv zu­sam­men­ar­bei­ten. Das sol

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Pa­na­so­nic Lu­mix DMC- GX8

Mit gu­ter Aus­stat­tung punk­te­te schon das Vor­gän­ger­mo­dell Pa­na­so­nix GX7. Im 1200 Eu­ro teu­ren Nach­fol­ge­mo­dell GX8 prä­sen­tiert Pa­na­so­nic ne­ben vie­len neu­en Funk­tio­nen ei­ne neue Sen­sor­ge­ne­ra­ti­on. Der brand­neue 20-MPSen­sor hat 25 Pro­zent mehr Auf­lö­sung, deckt mit ISO 200 bis 25 600 ei­nen grö­ße­ren Emp­find­lich­keits­be­reich ab und er­laubt zu­sam­men mit dem über­ar­bei­te­ten Bild­pro­zes­sor schnel­le­re Se­ri­en. Das Dis­play ist nicht nur klapp­bar, son­dern lässt sich dre­hen und schwen­ken. Vi­de­os nimmt die GX8 mit groß­zü­gi­ger 4K-auf­lö­sung auf.

Ge­häu­se

Das klar ge­form­te, 133 x 78 x 63 mm gro­ße Ka­me­ra­ge­häu­se aus Ma­g­ne­si­um wiegt rund 480 g. Mit ei­nem an­ge­flansch­te G-va­rio-14-140-mm-zoom kom­men sat­te 740 g zu­sam­men. Die rech­te Ka­me­ra­sei­te ist grif­fähn­lich ge­formt, die Ka­me­rao­ber­flä­che bis auf Ober- und Un­ter­sei­te mit struk­tu­rier­tem Ma­te­ri­al über­zo­gen. Ober­flä­che, Form und Ge­wicht ver­mit­teln ein gu­tes und si­che­res Hal­te­ge­fühl. An der lin­ken Ka­me­ra­sei­te be­fin­det sich der et­was her­vor­ste­hen­de Su­cher. Die meis­ten Be­dien­ele­men­te, Tas­ten und Ein­stell­rä­der sit­zen an der rech­ten Ka­me­rao­ber­sei­te oder -rück­sei­te, ins­ge­samt 25 Stück. Die über­ein­an­der­lie­gen­den Ein­stell­rä­der für Auf­nah­me-mo­dus und Be­lich­tungs­kor­rek­tur ras­ten kräf­tig und sind da­durch gut ge­si­chert. Rechts ne­ben den Rän­del­rä­dern be­fin­det sich ein wei­te­res Ein­stell­rad und dar­un­ter der Ein/aus-schal­ter. Der Ring um den Aus­lö­ser her­um dient als wei­te­res Ein­stell­rad zur Ka­mera­kon­fi­gu­ra­ti­on. Bei den Tas­ten und dem Vier­we­ge­tas­ter ist der Kon­takt­hub auf­fäl­lig klein. Ur­sa­che dürf­te die spritz­was­ser­dich­te Kon­struk­ti­on sein, denn die ge­sam­te Ka­me­ra ist ge­gen Staub und Spritz­was­ser ge­schützt. Da­zu sind al­le Be­dien­ele­men­te so kon­zi­piert, dass kein Was­ser ein­drin­gen kann. Die wei­ße, aus­rei­chend gro­ße Kenn­zeich­nung der Be­dien­ele­men­te ist auf dem schwar­zen Ka­me­ra­bo­dy gut er­kenn­bar.

Be­die­nung

Das Mo­dus­rad an der Ka­me­rao­ber­sei­te bie­tet Ein­stell­mög­lich­kei­ten für P,A, S, M, Mo­vie, Pan­ora­ma, Sti­le, In­tel­li­gen­te Au­to­ma­tik und drei Cust­o­m­er-po­si­tio­nen. Je nach Ein­stel­lung am Mo­dus­rad sind die ver­schie­de­nen Ein­stel­lun­gen in den Me­nüs mög­lich. Das Me­nü wird durch die Tas­te im Zen­trum des Vier­we­ge­tas­ters auf­ge­ru­fen und hat fünf Un­ter­be­rei­che: Rec, Vi­deo, In­di­vi­du­al, Se­t­up und Wie­der­ga­be. Die ins­ge­samt 146 mög­li­chen Me­nü­punk­te müs­sen nicht durch Tas­ten­druck oder Ein­stell­rad an­ge­steu­ert wer­den, son­dern kön­nen per Quick-me­nü oder über Ein­stell­op­tio­nen auf 13 Fn-po­si­tio­nen in­di­vi­du­ell kon­fi­gu­riert wer­den. Ei­ne Gra­fik am Dis­play hilft bei der Zu­ord­nung. Aus­ge­wähl­te Funk­tio­nen kön­nen ei­ge­nen Fn-tas­ten oder Fn-sym­bo­len am Touch-dis­play zu­ge­ord­net wer­den, und zur schnel­len Kon­trol­le der ein­ge­stell­ten Wer­te er­scheint ein kom­plet­ter Über­blick der re­le­van­ten Auf­nah­me-ein­stel­lun­gen. Durch die Touch-ein­ga­be am Dis­play oder durch Dre­hen am Ein­stell­rad ver­än­dert man die ent­spre­chen­den Ein­stel­lun­gen. Das ist nicht zwin­gend not­wen­dig. Letzt­lich ist es dem User über­las­sen,

wie er sei­ne Ka­me­ra kon­fi­gu­riert – und genau das über­zeugt am meis­ten.

Au­to­fo­kus

Die Ein­stel­lun­gen für den ge­wünsch­ten Fo­kus­be­trieb sind von al­len an­de­ren Funk­tio­nen voll­kom­men ge­trennt. Rechts vom Su­cher be­fin­det sich ein klei­nes Ein­stell­rad mit He­bel. Es bie­tet die drei Va­ri­an­ten AFS/AFF, AFC und ma­nu­el­len Fo­kus­be­trieb. Der Au­to­fo­kus nutzt bis zu 49 Mess­fel­der, der Fo­kus kann auf ein Feld mit wähl­ba­rer Grö­ße ge­legt wer­den. Ein Pin­point-af fo­kus­siert Mo­tiv­de­tails. Mit­tels Touch­screen lässt sich der Fo­kus­punkt per Fin­ger­tip­pen plat­zie­ren. „Der Hy­brid-kon­trast-au­to­fo­kus mit sei­ner DFD (Depth From De­fo­cus)Tech­no­lo­gie ar­bei­tet prä­zi­se und blitz­schnell mit nur cir­ca 0,07 Se­kun­den Re­ak­ti­ons­zeit“ver­spricht Pa­na­so­nic auf der Web­site. Fakt ist: Der Hy­brid-af be­rech­net die Fo­kus­ent­fer­nung wie ein Pha­sen-au­to­fo­kus und be­nö­tigt den Kon­trast-af nur noch zum Fein­tu­ning. Er ar­bei­tet bei Schum­mer­licht zu­ver­läs­sig, die ul­tra­kur­ze Re­ak­ti­ons­zeit ist aber nur ein Teil der Wahr­heit. Für ei­nen kom­plet­ten Fo­kus­sier­vor­gang er­mit­tel­te un­ser Mess­la­bor 0,21 s bei 300 Lux und 0,39 s bei 30 Lux – das ist gut, aber auch nicht mehr. Bei ma­nu­el­ler Fo­kus­sie­rung gibt es Un­ter­stüt­zung durch die Fo­kus­lu­pe so­wie das Fo­kuspea­king.

Aus­stat­tung

Schon bei der GX7 ge­hör­ten Su­cher und Dis­play in die Top-ka­te­go­rie. Um­so er­freu­li­cher, dass Pa­na­so­nic hier noch ein­mal nach­ge­legt hat. Die Pa­na­so­nic Lu­mix DMC-GX8 be­sitzt jetzt ei­nen dreh- und schwenk­ba­ren Touch­screen – bei der GX7 war er nur klapp­bar –, der al­les hat, was ein sehr gu­tes Dis­play ha­ben soll­te: 347 000 Rgb-bild­punk­te auf 3-Zoll-dia­go­na­le, kna­cki­ge Schär­fe und vor­züg­li­che Farb­wie­der­ga­be. Auch bei ex­tre­men Be­trach­tungs­win­keln ver­än­dern sich Hel­lig­keit und Far­be kaum. Wie das Dis­play ist auch die Ab­bil­dung im Oled-su­cher in Hel­lig­keit, Kon­trast, Sät­ti­gung so­wie Rot- und Bl­au­ton ein­stell­bar. Was die­se Ka­me­ra am deut­lichs­ten von an­de­ren Ka­me­ras un­ter­schei­det: Der Su­cher ist klapp­bar und lässt sich aus der Nor­mal­po­si­ti­on stu­fen­los um bis zu 90° nach oben schwen­ken. Durch ei­nen leich­ten Ruck wird er aus der Rast­po­si­ti­on in den frei be­weg­li­chen Be­reich ge­zo­gen. Das macht es mög­lich, wie mit ei­ner Licht­schacht­su­cher-ka­me­ra zu fo­to­gra­fie­ren und un­güns­ti­ge Sta­tiv­hö­hen oder bo­den­na­he Auf­nah­men bes­ser zu gestal­ten. 787 000 Rgb-bild­punk­te lie­fern ein hel­les und schar­fes Bild, die Ver­grö­ße­rung liegt bei 0,77x. Ein seit­lich an­ge­brach­tes Räd­chen er­laubt ei­nen Di­op­tri­en­aus­gleich von -4 bis +3 dpt. Auch fi­li­gra­ne Sym­bo­le und Schrif­ten wer­den klar und ge­sto­chen scharf ab­ge­bil­det. Ein Au­gen­sen­sor schal­tet von Dis­play­dar­stel­lung auf Su­cher­be­trach­tung und um­ge­kehrt. Die Ver­ar­bei­tung der Ka­me­ra ist sau­ber und so­li­de. Der De­ckel des Ak­ku­fachs ist mit ei­ner um­lau­fen­den Dich­tung und ei­ner Ver­rie­ge­lung ge­si­chert, der Gum­mi­de­ckel für das Fach mit den Steck­an­schlüs­sen passt genau. Ei­nen in­te­grier­ten Blitz gibt es nicht, ex­ter­ne Blitz­ge­rä­te fin­den am Blitz­schuh An­schluss. Pa­na-

so­nic hat zwei Blitz­ge­rä­te DMW-FL580L und DMW-FL360L im Pro­gramm, und auch Ge­rä­te von Fremd­her­stel­lern kön­nen auf­ge­steckt wer­den. Per WLAN und NFC kom­mu­ni­ziert die GX8 mit dem Rest der Welt. Sie kann dann Bil­der an Smart­pho­nes, Ta­blets, Fern­se­her oder Dru­cker schi­cken und mit der ent­spre­chen­den App für An­dro­id oder IOS auch fern­ge­steu­ert wer­den, Live­bild in­klu­si­ve. Pro­fes­sio­nel­le Fern­be­die­nung vom PC soll dank USBTe­the­ring eben­falls mög­lich sein. Die 4K-vi­de­o­funk­ti­on ar­bei­tet mit bis zu 25 Bil­dern pro Se­kun­de, in Full-hdAuf­lö­sung so­gar mit ra­san­ten 50 Bil­dern pro Se­kun­de. Ne­ben dem in­te­grier­ten Ste­reo­mi­kro­fon sitzt ein Klin­ken­an­schluss für ein ex­ter­nes Mi­kro. Pa­na­so­nic hat der 4K-vi­de­o­funk­ti­on ein paar be­son­de­re Fea­tu­res spen­diert. So kann man aus ei­nem 4K-vi­deo Fo­to­schnapp­schüs­se spei­chern, de­ren 8 Me­ga­pi­xel im­mer­hin für A4-aus­dru­cke ge­nü­gen. Dann gibt es ei­ne 4K-se­ri­en­bild­funk­ti­on, die Rei­hen mit 30 Bil­dern pro Se­kun­de schießt. Und der Clou: Pa­na­so­nic hat an­ge­kün­digt, En­de 2015 per Firm­ware-up­date ei­ne „Post Fo­cus“-funk­ti­on nach­zu­rüs­ten. Da­bei wird im 4KMo­dus bei 30 Bil­dern pro Se­kun­de der Fo­kus­be­reich durch­fah­ren und die Bil­der ge­spei­chert. Hin­ter­her lässt sich dar­aus ein Fo­to mit Fo­kus auf ei­ner se­lek­tier­ten Stel­le bzw. Ebe­ne spei­chern. Ei­ne sol­che Funk­ti­on bie­tet bis­lang nur die Licht­feld­fo­to­gra­fie, ak­tu­ell al­ler­dings mit we­sent­lich ge­rin­ge­rer Auf­lö­sung.

Be­lich­tung

Der neu ent­wi­ckel­te 20-Mp-sen­sor ist das Herz des Auf­nah­me­sys­tems und kommt erst­mals bei ei­ner Mi­cro-fourThirds-ka­me­ra zum Ein­satz. Pa­na­so­nic kom­bi­niert ihn mit dem glei­chen Ve­nusEn­gi­ne-bild­pro­zes­sor, der auch in der GH4 Di­enst tut. Be­lich­tungs­zei­ten schafft die GX8 bis zu ul­tra­kur­zen 1/16 000 s (me­cha­nisch 1/8000 s) und auch die Blitz­syn­chron­zeit von 1/250 s passt. Die GX8 ver­fügt über ei­nen ein­ge­bau­ten Bild­s­ta­bi­li­sa­tor, der Sen­sor ist be­weg­lich ge­la­gert. An­ders als beim Vor­gän­ger­mo­dell muss man sich nicht ent­schei­den, ob man den Bild­s­ta­bi­li­sa­tor im Ob­jek­tiv oder im Ge­häu­se nutzt. Die

GX8 kann bei­de Bild­s­ta­bi­li­sa­to­ren gleich­zei­tig ver­wen­den und soll da­mit ei­ne hö­he­re Ef­fek­ti­vi­tät er­rei­chen. Um den DualIS nut­zen zu kön­nen, be­darf es ei­nes kom­pa­ti­blen Ob­jek­tivs (Lis­te un­ter www. pa­na­so­nic.de) und wo­mög­lich ei­nes Firm­ware-up­dates.

Bild­qua­li­tät

Die Pa­na­so­nic GX8 kann bei der Bild­qua­li­tät über­zeu­gen. Bei ISO 200 und 400 er­reicht sie ei­ne Auf­lö­sung von knapp 1900 LP/BH. Die Dl-wer­te für ho­hen Kon­trast sind bei bei­den Emp­find­lich­kei­ten ver­gleich­bar und im gu­ten bis sehr gu­ten Be­reich. Der Dl-wert sinkt für fei­ne Kon­tras­te beim Wech­sel von ISO 200 zu 400 um 200 Li­ni­en­paa­re, ist aber eben­falls gut. Das Rau­schen nimmt von 0,9 auf 1,2 mo­de­rat zu. Pa­na­so­nic hebt den Dl-kon­trast nicht über 1 – das ist gut, an­de­rer­seits wer­den kon­trast­rei­che Kan­ten merk­lich auf­ges­teilt. Hier wä­re et­was Zu­rück­hal­tung bes­ser. Die gu­te Ab­stim­mung ge­fällt. Die vi­su­el­le Beur­tei­lung der Test­auf­nah­men be­stä­tigt die gu­ten Mess­wer­te. ISO 800 kann man noch nut­zen, auch wenn ers­te Ver­lus­te in der Fein­zeich­nung sicht­bar wer­den. Ab ISO 1600 feh­len dann deut­lich De­tails in den Bil­dern, es wer­den Ar­te­fak­te sicht­bar und ab ISO 6400 über­deut­lich. Die in den tech­ni­schen Da­ten ge­nann­te Ma­xi­mal­emp­find­lich­keit von ISO 25 600 hat bes­ten­falls aka­de­mi­schen Cha­rak­ter, fo­to­gra­fie­ren kann man da­mit nicht mehr.

Flagg­schiff Mit der Lu­mix DMCGX8 hat Pa­na­so­nic ein wei­te­res Top­Mo­dell im Mi­croFour-thirds-for­mat am Markt. Sie bie­tet ei­nen gu­ten Kom­pro­miss zwi­schen kom­pak­ter Bau­wei­se und ge­ho­be­ner Bild­qua­li­tät. Me­nüs Per Quick- Me­nü sind die wich­tigs­ten Ein­stel­lun­gen

Tes­t­er­geb­nis­se Bei ISO 200 lie­gen die bei­den DL-KUR­ven fast auf­ein­an­der. Ab ISO 400 kommt die Zeich­nung in kon­tras­t­ar­men Struk­tu­ren nicht mehr an die kon­trast­rei­cher her­an. Doch das Ni­veau ist auch noch bis ISO 800 ok. Wäh­rend der Dl-kon­trast nicht über 1

Fle­xi­bel Im Ge­gen­satz zum Vor­gän­ger­mo­dell ist das Dis­play jetzt nicht nur klapp­bar, son­dern lässt sich kom­plett dre­hen und schwen­ken. Ein­stel­lungs­sa­che 1. Das Mo­dus­wahl­rad bie­tet auch drei Cust­o­m­er-po­si­tio­nen.

2. Der Su­cher lässt sich aus der Nor­mal­po­si­ti­on um 90° nach oben schwen­ken. 3. Das Ak­ku­fach ist mit ei­ner um­lau­fen­den Dich­tung und ei­ner Ver­rie­ge­lung ge­si­chert.

Zehn­fa­che Brenn­wei­te Das G Va­rio 1:3,55,6 wirkt an der GX8 zwar recht klo­big, bie­tet da­für aber ei­nen sat­ten, zehn­fa­chen Brenn Brenn­wei­ten­be­reich.

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