Fotocommunity-fotoschule:

Zeit, Blen­de und Emp nd­lich­keit: Zu­sam­men­hän­ge ein­fach er­klärt – Teil 1

fotocommunity Magazin - - Service | Aus Der Fc -

Seit wir an der Fotoschule ar­bei­ten, le­sen wir auf­merk­sam die Kom­men­ta­re und Fra­gen, die uns er­rei­chen, ver­fol­gen die Fach­fo­ren der fotocommunity und le­sen al­les, was dort ge­schrie­ben wird. Zwar schrei­ben wir die Fotoschule nicht li­ne­ar, son­dern ver­su­chen, die Ar­ti­kel so zu gestal­ten, dass für je­den et­was da­bei ist – für Ein­stei­ger eben­so wie für fort­ge­schrit­te­ne­re An­wen­der. Nun ha­ben wir in letz­ter Zeit so vie­le Fra­gen er­hal­ten mit der Bit­te, die Grund­la­gen und Zu­sam­men­hän­ge noch ein­mal nach­voll­zieh­bar und ein­fach zu er­klä­ren und vor al­lem Fach­be­grif­fe weg­zu­las­sen (oder wenn es nicht an­ders geht, sie kurz im Text zu er­klä­ren). Da­zu ha­ben wir die­sen Ar­ti­kel ge­schrie­ben, der ei­nen Ein­stieg in die Fo­to­gra­fie gibt, wenn Du noch kei­ne Grund­la­gen mit­bringst. Es geht um die Ba­sis­da­ten Be­lich­tung, Zeit, Blen­de und ISO (Emp­find­lich­keit), wie sie zu­sam­men­hän­gen und was pas­siert, wenn Du sie än­derst.

Die Grund­la­gen – Zeit, Blen­de und Emp nd­lich­keit

Wir ge­hen von ei­ner di­gi­ta­len Ka­me­ra aus (wo­bei die hier er­läu­ter­ten Zu­sam­men­hän­ge grund­sätz­lich auch für ana­lo­ge Ka­me­ras mit Film gel­ten). Je­de Di­gi­tal­ka­me­ra hat ei­nen Sen­sor. Die­se Sen­so­ren ha­ben vie­le Mil­lio­nen klei­ne Pi­xel. Die­se Pi­xel musst Du Dir als klei­ne Ei­mer vor­stel­len, in de­nen das Licht ge­sam­melt wird. Über je­dem die­ser klei­nen Ei­mer steht ein eben­so klei­ner Trich­ter (in Wirk­lich­keit sind dies mi­kro­sko­pisch klei­ne Glas­lin­sen), die das Licht ein­sam­meln, das auf den Sen­sor fällt. Sam­melt der Ei­mer viel Licht ein, dann ist an die­ser Stel­le im Fo­to spä­ter ein hel­ler Punkt zu se­hen. Sam­melt er we­nig Licht ein, ist im Bild spä­ter ein dunk­ler Punkt zu se­hen. Läuft der Ei­mer über, dann ist an die­ser Stel­le das Bild spä­ter über­be­lich­tet. Ist er völ­lig leer, ist es un­ter­be­lich­tet. Bei ei­ni­gen Sen­so­ren kann es so­gar pas­sie­ren, dass das über­lau­fen­de Licht in den Nach­barei­mer fließt und der plötz­lich auch über­läuft. Dann sind spä­ter gan­ze Be­rei­che im Fo­to über­be­lich­tet. Da­mit die Ei­mer nicht schon voll­lau­fen, be­vor Du ein Fo­to machst, be­fin­det sich über den Trich­tern ein De­ckel. Die­ser De­ckel ist der Ver­schluss der Ka­me­ra. Die­ser Ver­schluss kann tat­säch­lich ge­gen­ständ­lich vor­han­den sein (zum Bei­spiel bei al­len Ka­me­ras mit op­ti­schem Su­cher) oder elek­tro­nisch (bei al­len Ka­me­ras, die das Bild auf dem Mo­ni­tor auf der Rück­sei­te zei­gen). Wel­chen Ver­schluss Dei­ne Ka­me­ra hat, spielt aber für das Ver­ständ­nis die­ses Ar­ti­kels über­haupt kei­ne Rol­le. Du musst nur wis­sen, dass es die­sen Ver­schluss (De­ckel) gibt.

Der Sen­sor ist al­so nicht an­de­res als ein Spei­cher, der (sehr kurz­fris­tig) Licht spei­chert (in Form ei­ner elek­tro­ni­schen La­dung). Wenn Du das Fo­to auf­ge­nom­men hast, holt sich die Ka­me­raelek­tro­nik die La­dung aus je­dem klei­nen Ei­mer ab und merkt sich nicht nur, wie voll der Ei­mer war, son­dern auch, an wel­cher Stel­le der Ei­mer ge­stan­den hat. Da Du ja weißt, wie vie­le Mil­lio­nen Pi­xel Dei­ne Ka­me­ra hat, kannst Du Dir si­cher vor­stel­len, wie vie­le Mil­lio­nen Zah­len die Ka­me­ra bei je­dem Fo­to ver­ar­bei­ten muss – in Bruch­tei­len ei­ner Se­kun­de. So ein Ei­mer, der stän­dig Licht sam­melt, ist ir­gend­wann voll und kann dann nicht mehr wei­ter­sam­meln. Da­her kom­men wir zu dem ers­ten wich­ti­gen Pa­ra­me­ter in der Fo­to­gra­fie:

Die Zeit

Mal ist es hel­ler, mal ist es dunk­ler. Die Men­ge an Licht, die zur Ver­fü­gung steht, ist al­so un­ter­schied­lich groß. In der Son­ne sind die Ei­mer schnel­ler voll als an ei­nem trü­ben Win­ter­tag. In der Däm­me­rung brau­chen sie län­ger, um sich zu fül­len, als in der grel­len Mit­tags­son­ne. Am En­de soll das Fo­to aber in al­len Si­tua­tio­nen rich­tig be­lich­tet wer­den und gut aus­se­hen. Da­mit die Ei­mer (Spei­cher­pi­xel des Sen­sors) die idea­le Men­ge Licht sam­meln (bei wei­ßen Stel­len sol­len sie am bes­ten gera­de so eben nicht ganz voll sein und bei schwar­zen Stel­len nicht ganz leer), ver­än­dert die Ka­me­ra die Dau­er, wäh­rend der der De­ckel über den Trich­tern ent­fernt wird. Die­se Zeit be­zeich­net man als Ver­schluss­zeit. Es ist die Zeit, die zwi­schen der Öff­nung des De­ckels (Ver­schlus­ses) und sei­nem voll­stän­di­gen Ver­schluss ver­geht . Die Ver­schluss­zeit wird in Se­kun­den ge­mes­sen (bei sehr, sehr lan­gen Be­lich­tun­gen in der Astro­fo­to­gra­fie oder in der Nacht manch­mal auch in Mi­nu­ten). Meis- tens sind es Bruch­tei­le von Se­kun­den. In den Ein­stel­lun­gen an der Ka­me­ra wird die Zeit im­mer hal­biert. Ei­ne Hal­bie­rung der Zeit be­deu­tet, dass die klei­nen Ei­mer auch wirk­lich nur die hal­be Zeit ha­ben, um das Licht ein­zu­sam­meln und sich zu fül­len. Be­gin­nend mit ei­ner Se­kun­de, se­hen die an­ge­bo­te­nen Ver­schluss­zei­ten so aus: Die Zei­ten wer­den an ei­ni­ge Stel­len et­was ge­run­det, da­mit glat­te Zah­len ent­ste­hen. Es ist al­so am En­de nicht im­mer ganz genau die Hälf­te.

Nun gibt es ein klei­nes Pro­blem, näm­lich die Darstel­lung der Zah­len für die Ver­schluss­zeit. Die ist näm­lich nicht bei al­len Ka­me­ras gleich. Bei man­chen Mo­del­len ist es so­gar ein Un­ter­schied, an wel­cher Stel­le die Zeit an­ge­zeigt wird. Auf den Mo­ni­to­ren der Ka­me­ra wird die Zeit tat­säch­lich wie oben er­klärt an­ge­zeigt, al­so zum Bei­spiel als 1/250 oder 1/250 s (sek.). Auf den Schul­ter­dis­plays (oben auf der Ka­me­ra, wenn vor­han­den) oder in der Sta­tus­zei­le des Su­chers steht dann oft aus Platz­grün­den nur 250. Die 1/ da­vor muss man sich den­ken. Gan­ze Se­kun­den wer­den zur Un­ter­schei­dung dann meist so dar­ge­stellt: Statt 2 sek. steht dort dann 2". Da ei­ne Ver­dop­pe­lung oder Hal­bie­rung der Zeit ein gro­ßer Schritt ist, kann er bei be­stimm­ten Licht­ver­hält­nis­sen zu groß sein. Vie­le Ka­me­ras bie­ten da­her noch hal­be oder ge­drit­tel­te Schrit­te für die Re­du­zie­rung oder Ver­län­ge­rung der Ver­schluss­zeit an. Ein Aus­schnitt solch ei­ner „Zeit­rei­he“sä­he dann zum Bei­spiel so aus: Auch hier­bei wird ge­run­det, um glat­te Zah­len zu er­hal­ten. Wenn Du die An­zei­gen Dei­ner Ka­me­ras mit­ein­an­der ver­gleichst, las­se Dich al­so von den Un­ter­schie­den nicht ir­ri­tie­ren. Es gilt: Je grö­ßer die Zahl wird, des­to kür­zer ist die Zeit, so­fern die Zeit nicht so­wie­so als Bruch dar­ge­stellt wird.

Den voll­stän­di­gen Ar­ti­kel er­reichst Du un­ter fol­gen­dem Link:

http://bit.ly/ zeit-blen­de-emp­find­lich­keit

Wei­ter­le­sen?

Die Lin­sen wir­ken wie klei­ne Trich­ter, die da­für sor­gen, dass mög­lichst viel Licht auch in die klei­nen Ei­mer ge­langt.

Im Sen­sor be­fin­den sich klei­ne elek­tro­ni- sche Spei­cher (die Pi­xel), die wie klei­ne Ei­mer die La­dung sam­meln

Die Darstel­lung der Zeit bei vol­len Se­kun­den (oben rechts) als 30"

Die Darstel­lung der Zeit bei vol­len Se­kun­den (oben rechts) als 30"

Kur­ze Zei­ten als Bruch dar­ge­stellt (1/800 sek.)

Die Darstel­lung auf ei­nem Schul­ter­dis­play: Die 60 steht für 1/60 sek

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