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fotocommunity Magazin - - Portfolio | Udo Pagga -

Ha­van­na

Wenn man Ku­ba ent­de­cken will, be­ginnt man in Ha­van­na. Die Me­tro­po­le ist nicht nur die Haupt­stadt des In­sel­staats und sein Wirt­schafts- und Tou­ris­muszen­trum, son­dern auch die in­ter­es­san­tes­te Stadt der In­sel. „Ha­van­na ist ge­nau­so schön und rät­sel­haft wie Gott­fried Benns be­rühm­te Zei­len: ‚Mei­nen Sie, aus Ha­ba­na, weiß und hi­bis­kus­rot, brä­che ein ewi­ges Man­na für Ih­re Wüs­ten­not?‘“, fin­det Pag­ga. Die Alt­stadt mit ih­ren Gas­sen und Plät­zen, die präch­ti­gen Bau­wer­ke in al­len Sta­di­en des Zer­falls und Wie­der­auf­baus, die wun­der­schö­ne Al­lee Pa­seo del Pra­do, die vom Meer zum Ka­pi­tol führt, und na­tür­lich der be­rühm­te Male­con: Ein Spa­zier­gang auf der lang­ge­zo­ge­nen Ufer­pro­me­na­de mit der ein­ma­li­gen Sil­hou­et­te und dem Blick auf das Cas­til­lo del Mor­ro ist ein ab­so­lu­tes Muss. Ge­nau­so wie die be­rühm­ten Old­ti­mer aus den fünf­zi­ger Jah­ren. Udo Pag­ga war fast im­mer zu Fuß un­ter­wegs. Wenn er mü­de wur­de, hat er für ein paar Pe­sos ein Bi­cit­a­xi ge­mie­tet. „Ei­nen hal­ben Tag durch die Alt­stadt von Ha­van­na schlen­dern und ich ha­be mehr in­ter­es­san­te Fo­to­mo­ti­ve ge­se­hen als in ei­nem hal­ben Jahr zu Hau­se“, schwärmt er. Will man dem zu­neh­men­den Tou­ris­ten­strom ent­kom­men, soll­te man die Fäh­re ins Ar­bei­ter­vier­tel Re­g­la be­stei­gen und den Stadt­teil auf der an­de­ren Ha­fen­sei­te be­su­chen. „Rea­li­tät oh­ne Charme, aber mit Herz“, re­sü­miert Pag­ga. Ha­van­na ist ei­ne der we­ni­gen la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Groß­städ­te, in de­nen man sich re­la­tiv si­cher be­we­gen kann. „Man muss, wie übe­r­all, auf sei­ne Sa­chen auf­pas­sen, aber ein un­gu­tes Ge­fühl hat­te ich nie, ob­wohl ich auch noch spät nachts zu Fuß durch die Stra­ßen ge­gan­gen bin.“Es gibt vie­le wei­te­re Zie­le auf Ku­ba, die ei­nen Be­such wert sind. Da­zu ge­hö­ren das Tal von Vi­na­les im Wes­ten, die Städ­te Tri­ni­dad, Ci­en­fue­gos und Ca­ma­guey in der Mit­te, Ba­ra­coa und San­tia­go im Os­ten und na­tür­lich all die Traum­strän­de. Letz­te­re hat Pag­ga al­ler­dings be­wusst ge­mie­den. „Ich woll­te in Ku­ba das au­then­ti­sche Le­ben fo­to­gra­fie­ren, nicht die blei­chen oder rot ge­grill­ten Tou­ris­ten oder die Folk­lo­re in den Tro­pi­ca­na-clubs.“Ku­ba ist ein Land vol­ler ge­heim­nis­vol­ler Far­ben und selt­sa­mer Stim­mun­gen: Men­schen, Lich­ter, Schat­ten, Sze­nen, Stra­ßen, Land­schaf­ten, At­mo­sphä­re. „Wenn man hin­schaut, ent­deckt man vie­le Mo­ti­ve, die zwi-

wa­chung am Stra­ßen­rand ste­hen. Die­be bre­chen so­gar das of­fen­sicht­lich lee­re Au­to auf und ent­wen­den den Miet­ver­trag, was zu pein­li­chen Sze­nen beim Au­to­ver­lei­her füh­ren kann. Von den plat­ten Rei­fen ganz zu schwei­gen, die man sich auf die­sen Stra­ßen lei­der manch­mal holt.“Al­ler­dings sind die Unan­nehm­lich­kei­ten oh­ne Au­to oft noch grö­ßer, denn ab­ge­se­hen von kom­for­ta­blen Rei­se­bus­sen, die die gro­ßen Städ­te ver­bin­den, gibt es auf dem Land so gut wie kei­ne Trans­port­mög­lich­kei­ten. Die Ku­ba­ner sind auf Au­to­stopp, Ur­alt­bus­se oder Last­wa­gen an­ge­wie­sen und be­nut­zen in den Städ­ten im­mer noch Pfer­de­kut­schen und Fahr­radrik­schas.

Fo­to­aus­rüs­tung

Das Wich­tigs­te ist, dass man mit al­len Ge­rä­ten, die man mit­nimmt, ver­traut ist und dass sie zu­ver­läs­sig funk­tio­nie­ren. „Da ich im­mer dar­auf ach­te, mei­ne Fo­to­aus­rüs­tung im Hand­ge­päck mit­zu­neh­men – man weiß ja nie, wo der Kof­fer lan­det – ist sie schon aus Ge­wichts­grün­den ein­ge­schränkt“, er­zählt Pag­ga. Für sei­ne Ca­non EOS 5D Mk II nimmt er ne­ben zwei Fest­brenn­wei­ten noch ein Weit­win­kel-ob­jek­tiv und ein Te­le­zoom mit. Um bei der Er­kun­dungs­tour durch ei­ne Stadt Ob­jek­tiv­wech­sel zu ver­mei­den und schnell und si­tua­ti­ons­ge­recht re­agie­ren zu kön­nen, hat er au­ßer­dem im­mer sei­ne Ca­non G1X da­bei. „Sie macht gu­te Bil­der, ist aber ziem­lich lang­sam. Das nervt, wenn man ein paar Sze­nen rasch nach­ein­an­der fo­to­gra­fie­ren will“, so Pag­ga. Zu­dem hat er stets ei­nen zwei­ten Bo­dy im Ge­päck, an den die Ob­jek­ti­ve pas­sen. „Frü­her war das die Ca­non 350D, seit der letz­ten Rei­se aber die So­ny Al­pha 7R, die mit Ad­ap­ter und ma­nu­el­ler Fo­kus­sie­rung sehr gut funk­tio­niert und bei schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen die idea­le Er­gän­zung zur Ca­non dar­stellt.“Mit da­zu ge­hört ein gu­ter Blitz zum Auf­hel­len. „Noch wich­ti­ger als nachts ist er in

grel­lem Son­nen­licht und bei dem­ent­spre­chend star­ken Schat­ten.“Ganz ele­men­tar sind aus­rei­chend vie­le Ak­kus mit mög­lichst ho­her Ka­pa­zi­tät. Strom und Spei­cher­platz soll­ten wäh­rend ei­nes Ar­beits­ta­ges nie aus­ge­hen. „Gu­te Er­fah­rung ha­be ich mit güns­ti­gen Sd-kar­ten in ei­nem Ad­ap­ter statt der teu­ren Com­pac­tFlash-kar­ten ge­macht “, ver­rät Pag­ga. Um die Da­tei­en zu spei­chern, vor­zu­sor­tie­ren und man­che Bil­der auch aus­dru­cken zu kön­nen, nimmt er ein Net­book und zwei ex­ter­ne Fest­plat­ten mit. Je­den Abend wer­den die Da­ten dop­pelt ge­si­chert. Da er aus­schließ­lich RAW ver­wen­det, hat er ei­nen re­la­tiv ho­hen Spei­cher­be­darf.

Nach­be­rei­tung und Prä­sen­ta­ti­on

Udo Pag­ga ent­wi­ckelt sei­ne Raw-auf­nah­men fast nur mit Lightroom und Nik-fil­tern. Kaum ein Bild bleibt, wie es auf­ge­nom­men wur­de: Aus­schnit­te, Ho­ri­zont ge­ra­de stel­len, aus­fle­cken, Him­mel ab­dun­keln, Er­stel­lung von Schwar­zweiß-bil­dern, Ver­wen­dung von ent­sät­tig­ten oder knal­li­gen Far­ben. Für Bea­mer­shows be­nutzt er das Pro­gramm Wings von Stumpfl. Fo­to­bü­cher be­stellt er bei blurb (www.blurb.de) oder epu­bli (www.epu­bli.de), Ka­len­der bei Cal­ven­do (www.cal­ven­do.de). Re­dak­ti­on: Sa­bi­ne Schnei­der

Al­tes La­ger­haus Für un­ge­wöhn­li­che Auf­nah­men gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten – wenn man das Glück hat, je­man­den zu fin­den, dem es Spaß macht, fo­to­gra­fiert zu wer­den. Hier ist es ein jun­ges Mäd­chen in ei­nem von ei­nem Hur­ri­kan zer­stör­ten La­ger­haus in Gi­ba­ra bei

Mäd­chen­grup­pe auf dem Male­con An ei­nem Sonn­tag­nach­mit­tag auf dem Male­con ent­lang zu spa­zie­ren; die Men­schen auf der lan­gen Ufer­mau­er zu be­ob­ach­ten; dem Rau­schen des Mee­res zu lau­schen und die Bran­dung zu be­trach­ten – schon al­lein das ist die Rei­se nach Ha

Re­vo­lu­tio­nä­re Die Re­vo­lu­ti­on ist all­ge­gen­wär­tig, und ih­re Hel­den wer­den heiß ge­liebt und ver­ehrt. An vor­ders­ter Front Che Gue­va­ra, der übe­r­all prä­sent ist. Selt­sa­mer­wei­se fin­det man (noch) we­ni­ge Bil­der des un­ver­wüst­li­chen Fi­del Cas­tro, der ei­ner Le­ge

Mann auf Pfer­de­wa­gen Pfer­de­wa­gen ge­hö­ren zu den all­täg­li­chen Trans­port­mit­teln. In vie­len Städ­ten er­set­zen sie Ta­xis oder Bus­se. Sie sind auch im 21. Jahr­hun­dert für den öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr und den Gü­ter­trans­port im­mer noch un­ver­zicht­bar. Die­se

Sze­ne in Re­g­la In Ha­van­nas Ar­bei­ter­vier­tel Re­g­la fin­det man kei­ne Tou­ris­ten­ro­man­tik, da­für kann man Sze­nen aus dem wah­ren, pral­len Le­ben der Ku­ba­ner auf­neh­men – Ku­ba fern vom üb­li­chen Kli­schee. Die fol­gen­den Rei­se­tipps ba­sie­ren im We­sent­li­chen auf den per

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