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Is­land. Raue Vul­kan­land­schaf­ten, damp­fen­de Qu­el­len und la­va­ge­säum­te Sand­buch­ten. Da­zu fas­zi­nie­ren­de Licht­ver­hält­nis­se aus Licht und Schat­ten und er­fri­schen­dem Far­ben­spiel aus moos­be­wach­se­nen Gesteins­hü­geln und un­ge­zähm­ten tief­blau­en Fluss­läu­fen. Der im­mer

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Florian Westermann - Al­le Fotos: Flo­ri­an Wes­ter­mann

Skóga­foss

60 Me­ter misst der Skóga­foss. Ein Wan­der­weg führt bis an die Spit­ze des Was­ser­falls. Von hier aus er­hascht man ei­nen atem­be­rau­ben­den Blick auf die Land­schaft, in­mit­ten der der Skóga­foss nach un­ten stürzt. Um den Kon­trast zwi­schen hel­lem Him­mel und dem Rest des Bil­des in den Griff zu be­kom­men, nutzt man am bes­ten ei­nen Grau­ver­lauf­fil­ter. Das gilt ganz be­son­ders zur gol­de­nen und zur blau­en St­un­de.

Vik

Am schwar­zen Strand von Vik ra­gen zwei gro­ße La­va­säu­len aus dem Meer. Auch hier bie­tet es sich an, rund um den Son­nen­auf­gang oder den Son­nen­un­ter­gang sein Sta­tiv auf­zu­bau­en. „Mit ei­nem Grau­ver­laufs­fil­ter dunk­le ich den Him­mel so­weit ab, dass das Bild pro­blem­los auf den Sen­sor ge­bannt wird. Als Vor­der­grund su­che ich mir ei­nen mar­kan­ten Fel­sen, der vor der Bran­dung um­spült wird. Es sind un­zäh­li­ge Ver­su­che nö­tig, bis das Was­ser ge­nau die Zeich­nung er­hält, die ich mir vor­stel­le“, er­zählt Flo­ri­an Wes­ter­mann. Bei der Be­lich­tungs­zeit va­ri­ie­re ich zwi­schen zwei und vier Se­kun­den. Wer vom gro­ßen Sand­strand bei Eb­be ein Stück wei­ter in die Fels­land­schaft klet­tert, stößt auf ei­nen zwei­ten, ab­ge­le­ge­nen Strand.

Jökul­sár­lón

Der Jökul­sár­lón, zu Deutsch Glet­scher­fluss­la­gu­ne, ist der be­kann­tes­te, größ­te und zu­gleich tiefs­te Glet­scher­see in Is­land. In­mit­ten des Sees zie­hen Rob­ben ih­re Krei­se zwi­schen rie­si­gen Eis­ber­gen. Im­mer wie­der bre­chen gro­ße Stü­cke Eis un­ter oh­ren­be­täu­ben­den Lärm ab und stür­zen ins Was­ser. Ei­ne star­ke Strö­mung reißt die Rie­sen aus Eis aufs of­fe­ne Meer, wo sie all­mäh­lich ver­ge­hen. Tipp: Am Bas­altstrand von Jökul­sár­lón wer­den ab­hän­gig von den Ge­zei­ten im­mer wie­der gro­ße Eis­stü­cke an­ge­spült, die im Vor­der­grund ei­nen her­vor­ra­gen­den Kon­trast zum schwar­zen Strand bil­den.

Det­ti­foss und Sel­foss

Im Nord­os­ten Is­lands lie­gen die bei­den Was­ser­fäl­le Det­ti­foss und Sel­foss nur we­ni­ge Geh­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt. Der Det­ti­foss misst 100 Me­ter in der Brei­te und stürzt 45 Me­ter nach un­ten. Um die­sen rie­si­gen Was­ser­fall in sei­ner vol­len Grö­ße ab­zu­lich­ten, ist ein Ul­tra­weit­win­kel­ob­jek­tiv von Vor­teil. Auch der klei­ne­re Sel­foss ist de­fi­ni­tiv ei­nen Be­such wert.von ei­nem wei­ter ent­fern­ten Standpunkt aus bie­tet es sich an, als Grö­ßen­ver­gleich ei­ne Person am Ran­de der Schlucht mit ab­zu­bil­den.

Goða­foss

Zwei­fel­los zu den schöns­ten Was­ser­fäl­len Is­lands zählt der Goða­foss, der Göt­ter­was­ser­fall im Nor­den der In­sel. „Mit Hil­fe ei­nes Grau­fil­ters wäh­le ich hier in der Re­gel Be­lich­tungs­zei­ten zwi­schen ei­ner hal­ben und vier Se­kun­den“, so Wes­ter­mann. Tipp: Im un­te­ren Teil des Fluss­ver­laufs fin­det man ecki­ge Bas­alt­säu­len, die ei­nen her­vor­ra­gen­den Vor­der­grund für das Weit­win­kel­ob­jek­tiv ab­lie­fern.

Al­dey­jar­foss

Nur 40 Ki­lo­me­ter süd­lich des Goða­foss stößt man auf den Al­dey­jar­foss. Die letz­ten drei Ki­lo­me­ter der Stre­cke sind al­ler­dings als F-stra­ße aus­ge­wie­sen. Pkw sind hier of­fi­zi­ell nicht mehr er­laubt. Aber auch des­halb geht es hier ver­gleichs­wei­se ru­hig zu. Nur mit ei­nem Ul­tra­weit­win­kel­ob­jek­tiv ist die gan­ze Sze­ne­rie auf ei­nem Bild dar­zu­stel­len. Hö­hen­angst darf man aber nicht ha­ben, denn man muss sehr nah an die Ab­bruch­kan­te. Mit ei­ner dich­ten Wol­ken­de­cke am Him­mel ge­lin­gen auch zur Mit­tags­zeit ein­drucks­vol­le Bil­der. An­sons­ten gilt auch hier wie­der: Die bes­ten Fotos ent­ste­hen zur gol­de­nen so­wie zur blau­en St­un­de.

Lá­trab­jarg

Die Steil­küs­te liegt im äu­ßers­ten Wes­ten Is­lands und ist Hei­mat von Mil­lio­nen Vö­geln, die im stei­len Fels nis­ten. Hö­he­punkt sind zwei­fel­los die Pa­pa­gei-tau­cher, die sich von den zahl­rei­chen Be­su­chern kaum stö­ren las­sen. Mit ei­nem Te­le­ob­jek­tiv ge­lin­gen fan­tas­ti­sche Auf­nah­men die­ser schö­nen Vö­gel. Um Ru­he in das Foto zu be­kom­men, soll­ten das Mo­tiv mit ei­ner mög­lichst of­fe­nen Blen­de und ei­ner lan­gen Brenn­wei­te frei­ge­stellt wer­den. Ver­wack­ler oder Be­we­gungs­un­schär­fen las­sen sich mit ei­ner kur­zen Be­lich­tungs­zeit, hier von höchs­tens 1/320 s ver­mei­den. Der Fo­kus soll­te auf das Au­ge des Tie­res ge­legt wer­den. Tipp: Wenn der größ­te Be­su­cher­an­drang am Abend vor­bei ist, trau­en sich un­zäh­li­ge Pa­pa­gei­Tau­cher aus ih­ren Nes­tern. Die Chan­ce auf wun­der­vol­le Bil­der stei­gen enorm. Durch das Däm­mer­licht muss der ISO-WERT aber bis in den vier­stel­li­gen Be­reich ge­dreht wer­den.

Kirk­ju­fell

Der Kirk­ju­fell darf auf kei­ner Is­land-rei­se feh­len. Prak­tisch ist, dass sich gleich in der Nä­he ein be­ein­dru­cken­der Was­ser­fall be­fin­det. Fast meint man, das kann nicht mit rech­ten Din­gen zu­ge­hen, auf Is­land ist aber so vie­les mög­lich. Mit ei­nem Ul­tra­weit­win­kel pas­sen die Was­ser­fäl­le im Vor­der­grund und der 463 Me­ter ho­he Berg auf das Bild. „Mit ei­nem Grau­ver­lauf­fil­ter dun­kel­te ich den Him­mel so weit ab, dass ich den enor­men Dy­na­mik­um­fang in den Griff be­kam. Durch den Ein­satz des Fil­ters wur­de zwar zu­nächst auch der Berg ab­ge­dun­kelt. Bei der spä­te­ren Ent­wick­lung in Lightroom hol­te ich dann die Tie­fen aber zu­rück“, ver­rät Flo­ri­an Wes­ter­mann.

In der Glet­scher­la­gu­ne Jökul­sár­lón trei­ben rie­si­ge Eis­ber­ge – am Mor­gen herrscht ma­gi­sches Licht (Brenn­wei­te 28 mm, ISO 100, Blen­de 13, 1, 6 s)

Der Al­dey­jar­foss liegt im Hoch­land und ist nur re­la­tiv schwer zu­gäng­lich (Brenn­wei­te 17 mm, ISO 100, Blen­de 11, 1 s) Der Skóga­foss stürzt 60 Me­ter in die Tie­fe (Brenn­wei­te 17 mm, ISO 100, Blen­de 11, 30 s)

Der Kirk­ju­fell reckt sich fast 500 Me­ter aus dem Meer und bie­tet ei­ne atem­be­rau­ben­de Ku­lis­se (Brenn­wei­te 24 mm, ISO 100, Blen­de 16, 3,2 s)

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