Ver­pa­ckungs­fo­lie

fotocommunity Magazin - - Service | Aus Der Fc -

In der Lo­gis­tik wird oft ei­ne schwar­ze Fo­lie ver­wen­det – ähn­lich der Frisch­hal­te­fo­lie, die Du aus der Kü­che kennst – nur dass sie et­was sta­bi­ler ist. Zu­dem ist die­se Fo­lie nicht trans­pa­rent, son­dern schwarz und wei­test­ge­hend blick­dicht. Aber sie ist fle­xi­bel, leicht zu ver­ar­bei­ten und zu be­fes­ti­gen. Die­se Fo­lie ha­ben wir in drei La­gen über ei­ne Tisch­plat­te ge­spannt und da­bei dar­auf ge­ach­tet, dass sie in dem Be­reich, in dem das Mo­tiv ste­hen wird, mög­lichst glatt auf­liegt und kei­ne Fal­ten wirft. Ris­se oder gro­be Krat­zer soll­test Du auch un­be­dingt ver­mei­den, um Dir auf­wen­di­ge Re­tu­sche-ar­bei­ten am PC zu er­spa­ren. Im Er­geb­nis siehst Du ei­ne ech­te Spie­ge­lung, die auf­grund der leicht mat­ten Ober­flä­che der Fo­lie et­was weich­ge­zeich­net wirkt. Ganz so ein­fach, wie un­se­re Er­klä­rung klingt, ist es dann aber doch nicht, die­ses Er­geb­nis zu er­zie­len. Wir muss­ten ei­ni­ge Rand­be­din­gun­gen er­fül­len, da­mit wir zu dem Er­geb­nis ka­men, wie Du es oben siehst.

1. Staub be­sei­ti­gen

Dir ist be­stimmt auf­ge­fal­len, dass wir ein schwar­zes Ob­jekt auf schwar­zem Un­ter­grund fo­to­gra­fiert ha­ben. Staub hat die dum­me An­ge­wohn­heit, eher hell zu sein. Wenn Du Dir viel Stem­pel­ar­beit er­spa­ren möch­test, ist es sinn­voll, vor­her die Ka­me­ra, aber auch die Fo­lie or­dent­lich zu ent­stau­ben.

2. Schwar­zer Stoff

Hin­ter dem Tisch ha­ben wir schwar­zen Stoff auf­ge­hängt und dar­auf ge­ach­tet, dass kein stö­ren­des Um­ge­bungs­licht in den Raum fällt. Nur so ist es mög­lich, dass Du die vol­le Kon­trol­le über die Re­fle­xio­nen be­hältst.

3. Die Licht­quel­le

Als Licht­quel­le ha­ben wir ein sehr hel­les Dau­er­licht ver­wen­det, das et­wa im Win­kel von 45 Grad zur Ka­mer­aach­se von rechts oben die Sze­ne be­leuch­tet. Auf die­ses Licht ha­ben wir mit­tels ei­ner Grau­kar­te ei­nen ma­nu­el­len Weiß­ab­gleich ge­macht (al­ter­na­tiv kann dies per RAW auch via Kon­ver­ter ge­sche­hen). Die Ka­me­ra stand da­bei auf dem Sta­tiv.

4. Be­lich­tungs­mes­sung und die Ein­stel­lun­gen

Nun kom­men wir zur Be­lich­tungs­mes­sung und den Ein­stel­lun­gen. Da­zu be­trach­te die EXIFS: Ni­kon D200 | 50 mm | Blen­de 8 | 1/15 s | ISO 100. War­um die­se Ein­stel­lun­gen? Die 50 mm ent­spre­chen in gro­ber An­nä­he­rung dem Blick­win­kel des Au­ges. Da­her wer­den die Pro­por­tio­nen der Ka­me­ra als na­tür­lich wahr­ge­nom­men. Blen­de 8 stellt ei­ne aus­rei­chen­de Schärf­en­tie­fe si­cher, so­dass die ge­sam­te Ka­me­ra scharf ab­ge­bil­det wird und sich der Hin­ter­grund (al­so der fal­ti­ge Stoff) in sei­nen Struk­tu­ren völ­lig auf­löst – so­fern der schwar­ze Stoff über­haupt Struk­tu­ren zeigt. Die Be­lich­tungs­zeit zur Blen­de wird ma­nu­ell über das His­to­gramm er­mit­telt, denn auf­grund der vie­len dunk­len Tö­ne (Schwarz auf Schwarz) wä­re die au­to­ma­ti­sche Be­lich­tungs­mes­sung mit der Be­stim­mung über­for­dert und wür­de fal­sche Er­geb­nis­se lie­fern. Das Foto wür­de in die­sem Fall zu hell wer­den. Es wa­ren trotz­dem am En­de noch klei­ne Kor­rek­tu­ren am Rech­ner nö­tig. Um ei­ne ver­nünf­ti­ge Spie­ge­lung auf der eher mat­ten Fo­lie zu er­hal­ten, ist es nö­tig, ei­ne eher har­te Licht­quel­le zu ver­wen­den. Al­so ein hel­les Licht in ei­nem Re­flek­tor, da die Fo­lie selbst schon das Licht streut. Wenn nun die Licht­quel­le selbst wei­ches (ge­streu­tes) Licht aus­strah­len wür­de, hät­ten wir am En­de ei­ne kaum taug­li­che Spie­ge­lung. Nun ha­ben wir Dir ja die EXIF ge­nannt. Da­zu möch­ten wir Dir noch ei­nen Hin­weis auf den Weg ge­ben: Brenn­wei­te und Blen­de kannst Du so über­neh­men, wenn Du ei­ge­ne Ver­su­che star­test. Es ist aber nicht rat­sam, die EXIFS 1:1 in Dei­ne Ein­stel­lun­gen zu über­neh­men, da min­des­tens ei­ne der Stell­grö­ßen (in die­sem Fall die Be­lich­tungs­zeit) von Dei­ner Licht­quel­le ab­hängt und zwar so­wohl von ih­rer Leucht­kraft als auch von dem Ab­stand der Leucht­quel­le zum Mo­tiv.

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