Im Qua­drat

Fc- Fo­to­graf Pe­lue po­ten­ziert sei­ne Bild­aus­sa­gen durch die Re­duk­ti­on auf das We­sent­li­che. Mit be­wuss­tem Schnitt sti­li­siert er kli­nisch Sau­be­res wie ver­fal­len Ma­ro­des zu fan­ta­sie­an­re­gen­den Wand­bil­dern.

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Pelue - Al­le Fo­tos: Pe­lue

Es ist die Span­nung zwi­schen drin­nen und drau­ßen, of­fen und ge­schlos­sen, pri­vat und öf­fent­lich, was Pe­lue fas­zi­niert. Schaut man ge­nau hin, ent­deckt man in sei­nen Auf­nah­men Ku­rio­ses, An­rüh­ren­des, Hu­mor­vol­les, Ir­rea­les, schein­bar Be­lang­lo­ses. Man sieht al­les halb oder ganz, aber es ist stets et­was zu se­hen, und dies ganz be­wusst. „Wie ich et­was zei­ge, ist im­mer durch­dacht und kei­nem Zu­fall ge­schul­det“, sagt der fc-fo­to­graf. Wie er da­bei zu sei­nen ein­zel­nen Bild­ide­en kommt, weiß er nicht ganz ge­nau. „Sie sind ein­fach ir­gend­wann da“, er­klärt er. Sei es durch in­spi­rie­ren­de Aus­stel­lungs­be­su­che oder spon­ta­ne Fo­to­tou­ren. Am liebs­ten geht er in deut­schen Groß­städ­ten auf Mo­tiv­su­che. Sehr ger­ne in Frank­furt am Main, in Ber­lin, in Ham­burg. Vie­le sei­ner Auf­nah­men ent­stan­den aber auch in Frank­reich.

Shoo­ting-vor­be­rei­tung

Wie in sei­nen Fo­to­gra­fi­en re­du­ziert sich Pe­lue auch bei den Vor­be­rei­tun­gen aufs We­sent­li­che. Hat er den Kopf frei, ist das Wich­tigs­te schnell ge­trof­fen. Denn au­ßer Ba­na­li­tä­ten wie Ak­kus la­den und Ähn­li­chem brau­che er nicht viel, er­zählt er. Meist ist er mit sei­nen bei­den Ka­me­ras un­ter­wegs, mit de­nen er vom Weit­win­kel bis zum Tele al­les fo­to­gra­fie­ren kann, was ihm auf­fällt.

Auf­nah­me­tech­nik

Am liebs­ten ar­bei­tet der fc-fo­to­graf mit rei­nem Um­ge­bungs­licht, oh­ne Blitz und oh­ne Ins­ze­nie­rung, aber im­mer di­gi­tal. „Die Glau­bens­krie­ge zwi­schen Di­gi­tal- und Ana­log­fo­to­gra­fen lang­wei­len mich un­ge­heu­er. Na­tür­lich se­he ich die Un­ter­schie­de auch, und wenn es passt, mag ich ana­log ent­stan­de­ne Fo­tos sehr, aber zu mei­nen Mo­ti­ven passt die di­gi­ta­le Tech­nik per­fekt“, er­klärt er.

Bild­kom­po­si­ti­on

So un­spek­ta­ku­lär sei­ne Vor­be­rei­tun­gen sind, legt Pe­lue das we­sent­li­che Au­gen­merk auf die Bild­kom­po­si­ti­on. „Ich ha­be mich für das Qua­drat ent­schie­den, wo­bei Aus­nah­men die Re­gel be­stä­ti­gen“, sagt er. Au­ßer­dem le­ge er gro­ßen Wert auf die Wahl und Kom­bi­na­ti­on von For­men und Far­ben. Um sei­ne Auf­nah­men zu prä­sen­tie­ren, hängt er sie am liebs­ten an ei­ne Wand, ein­ge­bet­tet in gro­ße wei­ße Pas­se­par­touts. Für die Fo­to­gra­fi­en selbst wählt er re­la­tiv klei­ne For­ma­te von 25 x 25 bis ma­xi­mal 70 x 70 cm.

Nach­be­ar­bei­tung

Kei­ne ein­zi­ge sei­ner Fo­to­gra­fi­en bleibt un­be­ar­bei­tet, aber kei­ne ist ma­ni­pu­liert. „Pho­to­shop ist mein elek­tro­ni­sches La­bor für das Schnei­den, Aus­rich­ten, Schär­fen, Kon­tras­tie­ren und na­tür­lich für die Vor­be­rei­tung von Aus­be­lich­tun­gen“, er­läu­tert er. Ta­bus sind Co­lor-key-be­ar­bei­tun­gen, auf Über­schmin­ken hin­aus­lau­fen­de Farb­ver­stär­kun­gen, HDR-BE­AR­bei­tun­gen und an­de­re „solch mo­di­schen Scher­ze“. Pe­lue lässt kei­nen Busch aus dem Bild ver­schwin­den, weil er et­wa die Aus­ge­wo­gen­heit ei­ner Kom­po­si­ti­on stö­ren könn­te. In so ei­nem Fall drückt er erst gar nicht auf den Aus­lö­ser.

Bad Hers­feld 2014

Frank­furt am Main 2014

Frank­furt am Main 2014

Barth 2013

Ham­burg 2012

Vacha 2014

Vacha 2014

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