Ver­ges­se­ne Zeit

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Amira Weinhold -

Zwei Ta­ge ver­brach­te Ami­ra Wein­hold in dem Braun­schwei­ger Se­nio­ren­heim, um das The­ma De­menz aus ei­ner ganz ei­ge­nen fo­to­gra­fi­schen Per­spek­ti­ve zu do­ku­men­tie­ren. Men­schen hat die 19-Jäh­ri­ge schon im­mer ger­ne fo­to­gra­fiert. Trotz­dem war die­ses Pro­jekt ei­ne be­son­ders gro­ße Her­aus­for­de­rung für sie. „Ich muss­te mit ei­ner Be­woh­ne­rin kom­plett non-ver­bal kom­mu­ni­zie­ren“, er­zählt sie. Wein­hold und ih­re Mit­schü­ler wur­den mit au­ßer­ge­wöhn­li­chen Cha­rak­te­ren und Per­sön­lich­kei­ten kon­fron­tiert. „Ein Cha­rak­ter, der von ei­ner hu­mor­vol­len Per­sön­lich­keit und ei­ner po­si­ti­ven Le­bens­ein­stel­lung ge­prägt ist, stellt die Krank­heit De­menz in den Hin­ter­grund“, er­zählt Wein­hold. Je­der Be­woh­ner re­agier­te auf ein­zel­ne Fra­gen mit an­de­ren Ge­füh­len. Die­se be­son­de­ren Mo­men­te und Au­gen­bli­cke der Er­in­ne­run­gen wäh­rend der In­ter­views hat Ami­ra Wein­hold fo­to­gra­fisch fest­zu­hal­ten ver­sucht.

Auf­nah­me­tech­nik

Da­zu wur­den die Se­nio­ren von zwei Mit­schü­lern zu ih­rem Le­ben be­fragt. Ne­ben­bei hat Wein­hold Bil­der auf­ge­nom­men. Fo­to­gra­fiert hat die Schü­le­rin mit ei­ner ein­fa­chen Dslr-aus­rüs­tung, ih­rer Ca­non EOS 1000D und ei­nem Tam­ron-su­per­zoom mit 18-270 mm Brenn­wei­te. Um die Auf­nah­men op­ti­mal an die vor­han­de­nen Licht­ver­hält­nis­se an­zu­pas­sen, hat sich Ami­ra be­wusst für ma­nu­el­le Ein­stel­lun­gen ent­schie­den. Als Auf­nah­me­h­in­ter­grund dien­te ihr ein schwar­zes Ver­dunk­lungs­rol­lo. Ein Sta­tiv oder ei­nen Blitz hat sie je­doch nicht ver­wen­det. Um die na­tür­li­chen Licht­ein­flüs­se ein­zu­fan­gen, hat Wein­hold mit ei­nem Re­flek­tor ge­ar­bei­tet. Als ihr ganz be­son­de­res An­lie­gen nennt Wein­hold kei­ne Stan­dards, son­dern ih­ren ganz ei­ge­nen Stil zu ent­wi­ckeln und aus­zu­drü­cken. Mit den Auf­nah­men der an De­menz Er­krank­ten woll­te sie dem Be­trach­ter ex­pli­zit die Stim­mung wäh­rend des Shoo­tings und die Ge­füh­le der ein­zel­nen Men­schen ver­mit­teln. Da­zu ent­schied sie sich, ih­re Fo­to­gra­fi­en aus vie­len ver­schie­de­nen Blick­win­keln auf­zu­neh­men, was die Auf­nah­men au­then­tisch, le­ben­dig und künst­le­risch wert­voll ma­chen soll. Spä­ter wan­del­te sie die Bil­der am PC in Schwarz­weiß um. „Das gibt den Fo­to­gra­fi­en ei­ne an­de­re Er­schei­nung und haucht ih­nen auf ih­re Art ein neu­es Le­ben ein“, fin­det sie. Zu­dem konn­te sie auf die­se Wei­se Kon­tu­ren und Ge­sichts­zü­ge be­son­ders gut in den Vor­der­grund stel­len.

Bild­kom­po­si­ti­on und -gestal­tung

Ty­pi­scher­wei­se setz­te Wein­hold auf den Por­trät­mo­dus mit­tels ge­zielt ein­ge­setz­ter Tie­fen­schär­fe. „Die­ser Bild­auf­bau er­mög­licht es, den Blick des Be­trach­ters be­wusst auf das von mir aus­ge­wähl­te Mo­tiv zu rich­ten.“Vor­ran­gig will sie da­mit nicht ein Bild als Ge­samt­werk dar­stel­len, son­dern auf die ent­schei­den­den De­tails im Bild len­ken. „Ein Au­ge von mir schaut durch die Ka­me­ra. Das zwei­te Au­ge blickt in mei­ne See­le, in mei­ne Krea­ti­vi­tät, die sich in mei­nem Kopf ver­birgt“, sagt die jun­ge Fo­to­gra­fin.

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