„…Frei­kar­te für

Ami­ra Wein­hold Aus­rüs­tung

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Amira Weinhold -

Was sind Dei­ne Lieb­lings­mo­ti­ve?

Ami­ra Wein­hold: Auf je­den Fall die Men­schen­fo­to­gra­fie. Die­se Art um­fasst sehr vie­le The­men­be­rei­che. Aber ich be­schäf­ti­ge mich auch ger­ne mit den klei­nen Din­gen des All­tags, et­wa mit der Ma­kro­fo­to­gra­fie. Da­bei su­che ich mir De­tail­auf­nah­men be­wusst aus, die vie­le Men­schen gar nicht wahr­neh­men. An­ders als bei der Men­schen­fo­to­gra­fie bin ich hier eher auf mich selbst kon­zen­triert, als auf die ver­schie­de­nen Cha­rak­te­re, wel­che ich ei­gent­lich vor mei­ner Ka­me­ra ha­be. Die­ser Kon­trast stellt für mich ei­ne gro­ße Ab­wechs­lung dar und zeigt mir im­mer wie­der aufs Neue, wie fa­cet­ten­reich die Fo­to­gra­fie ei­gent­lich ist.

Wie bist Du zur Men­schen­fo­to­gra e ge­kom­men?

Ami­ra Wein­hold: Mei­ne Lei­den­schaft zur Fo­to­gra­fie ent­wi­ckel­te sich da­durch, dass ich mit 12 Jah­ren ei­ne ei­ge­ne Di­gi­tal­ka­me­ra be­kam. Ich hat­te mich an­fangs auf Ma­kro­auf­nah­men kon­zen­triert und fing an, Bil­der zu be­ar­bei­ten. Dann folg­ten die ers­ten er­folg­rei­chen Teil­nah­men an (in­ter­na­tio­na­len) Fo­to­wett­be­wer­ben. Mo­men­tan ar­bei­te ich für zwei nam­haf­te Buch­ver­la­ge und ver­öf­fent­li­che mei­ne Fo­to­gra­fi­en in ei­ni­gen Fo­to­f­ach­zeit­schrif­ten. An­ge­fan­gen hat es mit den Auf­nah­men in Ägyp­ten.

Was fas­zi­niert Dich dar­an?

Ami­ra Wein­hold: Je­der Mensch hat sei­ne ei­ge­ne Per­sön­lich­keit, ei­nen ganz ei­ge­nen Cha­rak­ter. Die­se Fas­zi­na­ti­on hat sich dann auf mei­ne Ar­bei­ten aus­ge­wirkt. Ich be­gann eben­falls Hoch­zei­ten, wer­den­de Müt­ter als auch Kin­der zu fo­to­gra­fie­ren. Fo­to­gra­fie­ren heißt für mich nicht nur gu­te Fo­tos zu ma­chen, son­dern die rich­ti­gen Au­gen­bli­cke zu er­ken­nen und fest­zu­hal­ten. Neue Ent­de­ckun­gen im Be­reich der Fo­to­gra­fie zei­gen mir auch, wie man sich als Fo­to­graf wei­ter­ent­wi­ckeln kann. Das ist ei­ne sehr span­nen­de Pha­se. „Ein gu­tes Fo­to ist ein Fo­to, auf das man län­ger als ei­ne Se­kun­de schaut“, dies sag­te schon Hen­ri Car­tier-bres­son. Sein Zitat ist für mich der Grund­stein für ein gu­tes Fo­to.

Was möch­test Du da­mit aus­drü­cken?

Ami­ra Wein­hold: Zum ei­nem mei­ne Krea­ti­vi­tät. Bei den Auf­nah­men von Men­schen auch de­ren Cha­rak­ter, Emo­tio­nen und Ge­füh­le. Ich möch­te ei­nen Mensch so ab­bil­den, wie er ist. Bei Ma­kro­auf­nah­men, die kleins­ten De­tails des All­tags/le­bens, die von vie­len Men­schen kaum oder auch gar nicht wahr­ge­nom­men wer­den. Au­gen­bli­cke und Mo­men­te, die ein­zig­ar­tig sind, aber auch Men­schen aus an­de­ren Kul­tu­ren (Ägyp­ten). Zu­sam­men­ge­fasst: viel­fäl­ti­ge, un­ter­schied­li­che, aus­ge­fal­le­ne The­men und Per­spek­ti­ven.

Wie wür­dest Du Dei­nen Stil be­schrei­ben?

Ami­ra Wein­hold: Un­ge­wöhn­li­che Bild­kom­po­si­tio­nen tref­fen auf S/w-bild­be­ar­bei­tungs­tech­ni­ken. Es gibt vie­le ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten bei der Bild­be­ar­bei­tung, der Auf­nah­me neu­es Le­ben ein­zu­hau­chen. Vie­le Mo­ti­ve kom­men so bes­ser zur Gel­tung. Manch­mal be­kom­men et­wa Schwarz­weiß-bil­der durch ei­ne spe­zi­el­le Farb­her­vor­he­bung ei­ne ganz an­de­re Aus­sa­ge. Die rea­len Farb­hel­lig­keits­nu­an­cen wer­den da­bei durch Grau­nu­an­cen er­setzt.

Hat die­se Art der Fo­to­gra e Dei­nen Blick auf die Welt ver­än­dert?

Ami­ra Wein­hold: Wie Jo­el Mey­e­ro­witz tref­fend be­merk­te: „Ei­ne Ka­me­ra zu tra­gen, ist wie ei­ne Frei­kar­te für das Uner­war­te­te.“Ich las­se mich sehr ger­ne von an­de­ren Men­schen in­spi­rie­ren. Dies wirkt sich na­tür­lich auch auf mich als Fo­to­gra­fin aus. Wenn ich mei­ne Ka­me­ra in der Hand ha­be, se­he ich die Welt – auch wenn es jetzt et­was poe­tisch klingt – tat­säch­lich von ei­ner an­de­ren Sei­te. Wenn ich fo­to­gra­fie­re, bin ich prak­tisch in mei­nem Ele­ment. Ich wür­de nicht be­haup­ten, dass ich dann ei­ne an­de­re Per­son bin, da­durch, dass ich aber mei­ne Krea­ti­vi­tät aus­üben kann, füh­le ich mich bei der Auf­nah­me mei­ner Fo­tos be­frei­ter und ge­las­se­ner.

Hast Du fo­to­gra sche Vor­bil­der?

Ami­ra Wein­hold: Hen­ri Car­tier-bres­son und Hel­mut New­ton. Mit Ih­ren Aus­sa­gen zur Fo­to­gra­fie kann ich mich iden­ti­fi­zie­ren. Ih­re Fo­to­gra­fi­en sind groß­ar­tig.

Wel­che Tei­le Dei­ner Aus­rüs­tung sind für Dich un­ent­behr­lich und war­um?

Ami­ra Wein­hold: Na­tür­lich mei­ne Ka­me­ra Ca­non EOS 1000D und mein Ob­jek­tiv Tam­ron 3,56,3/18-270 mm Di II VC PZD. Die­se bei­den Sa­chen rei­chen für mich aus, um Auf­nah­men nach mei­nen Vor­stel­lun­gen zu er­zie­len. Al­les an­de­re, wie et­wa die Bild­be­ar­bei­tung und be­stimm­te Fil­ter oder Re­flek­to­ren die­nen nur der Un­ter­stüt­zung der Aus­sa­ge­kraft.

Du hast Dich im März 2009 in der fc re­gis­triert. Wie bist Du zur fc ge­kom­men und wel­che Funk­tio­nen der fc schätzt Du be­son­ders?

Ami­ra Wein­hold: Als ich mit der Fo­to­gra­fie an­ge­fan­gen ha­be, woll­te ich ne­ben mei­ner Fa­mi­lie auch an­de­ren Men­schen mei­ne Fo­tos zei­gen. Ich woll­te Meinungen, Kri­ti­ken, aber auch Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge hö­ren von Leu­ten, die zu die­sem Zeit­punkt viel­leicht schon mehr Er­fah­run­gen ge­sam­melt hat­ten. Ich war ja da­mals selbst noch An­fän­ge­rin.

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