LICHT SPIE­LE

LUF­TI­GE Ein blau­er Him­mel ist schö­ner als ein grau­er. Doch erst Wol­ken schaf­fen ei­ne wirk­lich in­ter­es­san­te Sze­ne­rie, zu­min­dest im fo­to­gra schen Sin­ne. Land­schafts­fo­to­graf Alois Eckl macht Luft-was­ser-for­ma­tio­nen zum be­ein­dru­cken­den The­ma sei­ner Bil­der. Al

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Alois Eckl - Re­dak­ti­on Sa­bi­ne Schnei­der

Am Tag X gel­ten die ers­ten Bli­cke von fc-fo­to­graf Alois Eckl dem Wet­ter­be­richt und dem Him­mel. Passt das En­sem­ble, ist er oft schon vor Son­nen­auf­gang un­ter­wegs, um den an­ge­dach­ten Spot recht­zei­tig zu er­rei­chen. „Al­ler­dings“, räumt er ein, „von zehn­mal früh auf­ste­hen er­le­be ich dann nur zwei- bis drei­mal wirk­lich ei­ne ent­spre­chen­de Si­tua­ti­on, wie ich sie mir vor­ge­stellt hat­te.“Um be­züg­lich Wet­ter so­wie Son­nen­auf- und -un­ter­gangs­zei­ten mög­lichst prä­zi­se auf dem Lau­fen­den zu sein, ver­wen­det er ver­schie­de­ne Apps für Smart­pho­ne und Ta­blet. Auch Goog­le Earth leis­tet ihm gu­te Di­ens­te, um sich schon mal vor­ab ein Bild von der an­vi­sier­ten Ört­lich­keit zu ma­chen. „Ich ha­be fest­ge­stellt, dass dies in­so­fern Sinn macht, als man dann vor Ort ei­nen bes­se­ren Über­blick hat und schnel­ler den ge­eig­ne­ten Stand­punkt zur Auf­nah­me des Bil­des fin­det.“

Die rich­ti­ge Aus­rüs­tung

Meist be­reits am Vor­abend checkt er die Fo­to­aus­rüs­tung und packt das Nö­ti­ge zu­sam­men. „Mir ist wich­tig, dass ich nicht lan­ge su­chen muss. Wenn ich vor Ort bin, dann möch­te ich mich auf das Fo­to­gra­fie­ren kon­zen­trie­ren“, er­klärt er. Ganz wich­tig für Eckl sind Fil­ter, und die­se in al­len Va­ria­tio­nen – vom Pol-fil­ter über Nd-fil­ter bis hin zu di­ver­sen Grau­ver­laufs­fil­tern. „Denn nur mit dem Ein­satz von ana­lo­gen Fil­tern lässt sich der Dy­na­mik­um­fang ei­nes Bil­des ent­spre­chend er­hö­hen.“Da­zu nutzt er Weit­win­kel- oder Ul­tra­weit­win­kel-ob­jek­ti­ve, um mög­lichst viel von der Sze­ne­rie auf ein Bild zu be­kom­men. Ab­hän­gig von der Licht­si­tua­ti­on ver­wen­det er auch ein Sta­tiv. Wenn ge­nug Licht vor­han­den ist, ver­zich­tet er aber auch ger­ne dar­auf, um fle­xi­bler zu sein und das Wol­ken­spek­ta­kel aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven auf­zu­neh­men.

Das rich­ti­ge Licht

Ei­ne be­son­de­re Rol­le beim Wol­ken-fo­to­gra­fie­ren über­nimmt das Licht. Häu­fig er­ge­ben sich sehr in­ter­es­san­te Kon­stel­la­tio­nen mor­gens oder am frü­hen Abend, da das zu die­sen Ta­ges­zei­ten seit­lich ein­fal­len­de Licht die Wol­ken zu plas­tisch wir­ken­den Ge­bil­den zu for­men scheint. Manch­mal wir­ken die Wol­ken aber auch tags­über sehr in­ten­siv, weiß Eckl. „Die bes­ten und spek­ta­ku­lärs­ten Mo­ti­ve er­ge­ben sich meist in der Pha­se zwi­schen ei­nem Hoch- und Tief­druck­ge­biet“, ver­rät er. Ge­wit­ter oder Schnee­stür­me bie­ten für sei­ne Se­rie im­mer wie­der be­ein-

dru­cken­de Sze­na­ri­en. „Vor al­lem, wenn die Wol­ken von hin­ten durch die Son­ne an­ge­strahlt wer­den.“

Auf­nah­me­tech­nik

„In der Re­gel ent­ste­hen mei­ne Bil­der mit ei­ner Brenn­wei­te zwi­schen 10 und 30 mm“, ver­rät Eckl. Da­mit kann er mög­lichst viel von der Wol­ken­for­ma­ti­on auf das Bild be­kom­men. Um gro­ße Schärf­en­tie­fe zu er­zie­len, wählt er ei­ne mit­tlere Blen­de mit Wer­ten zwi­schen 8 und 11. Der idea­le Blen­den­wert hängt aber auch vom Weiß­an­teil der Wol­ken im Bild ab. „Es soll­te nicht da­zu kom­men, dass die Wol­ken als hells­te Bild­tei­le über­be­lich­tet wer­den, al­so aus­bren­nen.“Die Be­lich­tungs­zeit wählt Eckl mög­lichst kurz, um op­ti­ma­le Schär­fe zu er­rei­chen. „Ab­hän­gig vom ver­wen­de­ten Fil­ter muss ich die Be­lich­tungs­zeit na­tür­lich teils et­was ver­län­gern, da­mit die Be­lich­tung ins­ge­samt wie­der passt.“Der ISO-WERT der Ka­me­ra soll­te mög­lichst nied­rig zwi­schen 100 und 200 ein­ge­stellt wer­den. Da­mit wird si­cher­ge­stellt, dass ge­ra­de in gro­ßen ein­far­bi­gen Flä­chen wie dem blau­en Him­mel und wei­ßen Wol­ken kein un­an­ge­neh­mes Bild­rau­schen auf­tritt. Bei der Gestal­tung ei­ner Auf­nah­me ach­tet der Fo­to­graf meist auf klas­si­sche Re­geln wie Gol­de­ner Schnitt oder die Drit­tel-re­gel. „Ab und zu bre­che ich die Re­geln aber auch ganz be­wusst, um den Blick des Be­trach­ters auf das ge­wünsch­te De­tail zu zie­hen“, er­zählt er.

Nach­be­ar­bei­tung

Da Eckl al­le Bil­der im Raw-for­mat auf­nimmt, ist die Nach­be­ar­bei­tung für ihn ein Muss. Sein Haupt­au­gen­merk liegt auf dem Schär­fen, der Op­ti­mie­rung der be­reits vor­han­de­nen Dy­na­mik und dem kor­rek­ten Aus­rich­ten und Zu­schnei­den des Bilds. Den Groß­teil er­le­digt er in Ado­be Light­room. In Pho­to­shop wer­den dann nur noch even­tu­ell stö­ren­de Ele­men­te ent­fernt.

Mach mal ei­ne Rast Auf­nah­me­da­ten: 18 mm, ISO 100, Blen­de 5, 1/160 s, 0 EV Das Bild ent­stand an ei­nem son­ni­gen Tag um die Mit­tags­zeit. Das Bänk­chen im Schat­ten hat mich ma­gisch an­ge­zo­gen und zu ei­ner kur­zen Rast ani­miert.

Ru­he:ent­span­nung Nä­he von Nürnberg (Kalch­reuth) Auf­nah­me­da­ten: 10 mm, ISO 100, Blen­de 9, 1/250 s, 0 EV Baum und Bank in Sym­bio­se. Von die­ser Bank aus lässt sich der Blick in die Wei­te der Land­schaft ge­nie­ßen. Die stim­mungs­vol­le Sze­ne an die­sem spä­ten Na

Abend:ru­he Nä­he von Nürnberg (Kalch­reuth) Auf­nah­me­da­ten: 17 mm, ISO 100, Blen­de 11, 1/25 s, 0 EV Kurz vor Son­nen­un­ter­gang: Nur ein Strei­fen am Ho­ri­zont war oh­ne Wol­ken. Als die Son­ne durch die ers­te Lü­cke ge­blin­zelt hat, ist die­ses Bild ent­stan­den.

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