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Tho­mas Dö­ring Wie bist Du zur Akt- Fo­to­gra e ge­kom­men?

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Thomas Döring -

Tho­mas Dö­ring: 2003 ha­be ich mir – eher aus tech­ni­schem In­ter­es­se – ei­ne di­gi­ta­le Spie­gel­re­flex­ka­me­ra ge­kauft. Es hat ei­ne Wei­le ge­dau­ert, bis mich die Mög­lich­kei­ten der Ka­me­ra nicht mehr über­for­dert haben. An­fangs wa­ren es noch haupt­säch­lich Por­träts und Fa­shion-fo­tos, aber ich ha­be schnell ge­merkt, dass mich das Arbei­ten mit Licht sehr reizt, die­se Be­rei­che aber da­für zu ein­ge­schränk­te Mög­lich­kei­ten bie­ten. So bin ich über Des­sous­fo­to­gra­fie sehr schnell zu Akt ge­kom­men.

Was macht für Dich die Fas­zi­na­ti­on dar­an aus?

Tho­mas Dö­ring: Mich fas­zi­niert, was man al­lein mit For­men, Licht und Schat­ten ma­chen kann. Ich brau­che kei­ne spek­ta­ku­lä­ren Lo­ca­ti­ons, in de­nen das Mo­del meist nur schmü­cken­des Bei­werk in be­lie­bi­ger Po­se ist. Da ich über­wie­gend mit An­fän­ge­rin­nen ar­bei­te, ist es auch je­des Mal ei­ne Freu­de zu se­hen, wie die Mo­del­le auf die ei­ge­nen Fo­tos re­agie­ren.

Was sind Dei­ne Lieb­lings­mo­ti­ve und war­um?

Tho­mas Dö­ring: Das lässt sich schwer ein­gren­zen. Mir ge­fällt, was ich für mich sel­ber äs­the­tisch fin­de. Grund­sätz­lich mag ich Fo­tos, die nicht al­les zei­gen, noch Ge­heim­nis­se ber­gen und Raum für die Fan­ta­sie las­sen.

Welche Tei­le Dei­ner Aus­rüs­tung sind für Dich un­ent­behr­lich und war­um?

Tho­mas Dö­ring: Mei­ne Aus­rüs­tung ist sehr über­schau­bar, da ich kei­nen un­nö­ti­gen Bal­last mit­schlep­pen möch­te. Da­her kann man sa­gen, dass al­les un­ent­behr­lich ist.

Was sind Dei­ne fo­to­gra schen Her­aus­for­de­run­gen?

Tho­mas Dö­ring: Nicht je­des Bild „funk­tio­niert“mit je­dem Mo­del. Her­aus­zu­fin­den, was geht und was nicht geht, ist span­nend. Manch­mal wird im Lau­fe ei­nes Shoo­tings beim Mo­del auch ein be­son­de­rer Ehr­geiz ge­weckt und das Mo­del pro­biert akro­ba­ti­sche Po­sen, die vor­her ei­gent­lich aus­ge­schlos­sen wur­den. Es ist er­staun­lich, was dann plötz­lich mög­lich ist. Rich­tig schwie­ri­ge Si­tua­tio­nen gab es ei­gent- lich nie. Im weiteren Sin­ne vi­el­leicht dann, wenn es ei­ne wirk­lich schwie­ri­ge und un­be­que­me Po­se war und das Licht sehr knif­fe­lig. Da müs­sen Licht und Ka­me­ra­ein­stel­lung ein­fach so­fort stim­men, und das Mo­del muss es schaf­fen, für ei­nen klei­nen Mo­ment die schwie­ri­ge Po­se zu hal­ten und da­bei den­noch ent­spannt aus­zu­se­hen.

Hast Du fo­to­gra sche Vor­bil­der?

Tho­mas Dö­ring: Ein­deu­ti­ges Jein. Es gab an­fangs ein paar Fo­to­gra­fen, de­ren Bil­der ich toll fand, aber als ich mich sel­ber wei­ter­ent­wi­ckelt ha­be, hat sich auch mei­ne Sicht­wei­se ge­än­dert, und die­se Fo­to­gra­fen wa­ren nicht län­ger Vorbild für mich. Es gibt aber auch ei­ne Aus­nah­me: Ich be­wun­de­re sehr die Äs­t­he­tik, Licht­set­zung, Ins­ze­nie­rung und im­mer wie­der neu­en Ide­en in den Fo­to­gra­fi­en von Sa­scha Hüt­ten­hain.

Was macht für Dich dei­ne per­sön­li­che Hand­schrift aus?

Tho­mas Dö­ring: Das kann ich gar nicht be­ant­wor­ten. Ich weiß, dass in­zwi­schen vie­le Men­schen mei­nen Stil er­ken­nen, aber ich ha­be mir nie an­ge­maßt, dass als mei­ne Hand­schrift an­zu­se­hen. Fän­de ich für mich sel­ber ei­gent­lich auch mal ganz span­nend, von an­de­ren zu hö­ren, war­um sie mei­ne Fo­tos er­ken­nen.

Du hast Dich im Jahr 2004 in der fc re­gis­triert. Wie bist Du zur fc ge­kom­men und welche Funk­tio­nen der fc schätzt Du be­son­ders?

Tho­mas Dö­ring: Ich ha­be die fc über das In­ter­net ent­deckt. Da­mals gab es nicht vie­le deutsch­spra­chi­ge Sei­ten, auf de­nen man Bil­der hoch­la­den und kom­men­tie­ren konn­te. Es war ei­ne gu­te ers­te An­laufadres­se, um An­mer­kun­gen zu den Fo­tos au­ßer­halb des ei­ge­nen Freun­des­krei­ses zu be­kom­men.

Wel­chen Ein uss hat die fc auf Dei­ne Fo­to­gra e?

Tho­mas Dö­ring: Ich schaue mich noch hin und wie­der in der fc um, aber An­re­gun­gen fin­de ich nur noch sel­ten. Vi­el­leicht sind die ei­ge­nen An­sprü­che grö­ßer ge­wor­den, vi­el­leicht ist das Ni­veau ge­sun­ken. Oder bei­des. Mög­lich ist aber auch, dass ich ir­gend­wann mei­nen ei­ge­nen Weg ge­fun­den ha­be und da­her nicht mehr su­chen muss.

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