Fort­schritt mit Sys­tem

4 neue Sys­tem­ka­me­ras im Test: Fu­ji­film star­tet mit der X-pro 2 die nächs­te X-trans-sen­sor­ge­ne­ra­ti­on mit 24 Me­ga­pi­xeln. Olym­pus steigt mit der Pen-f auf den neu­en Mi­cro-four-thirds-sen­sor mit 20 Me­ga­pi­xeln um. Die X-E2S macht Fu­ji­films be­währ­te Mit­tel­klass

fotocommunity Magazin - - Test | Systemkameras -

Au­fuf ei­ni­ge Mo­del­le hat­ten wir ge­war­tet, auf an­de­re ge­hofft – und wie so oft ka­men auch dies­mal wie­der meh­re­re span­nen­de Ka­me­ra­neu­hei­ten auf ei­nen Schlag in die Re­dak­ti­on: Fu­j­film er­neu­ert sei­ne Bau­rei­he mit dem X-trans-sen­sor im Aps-c-for­mat, der dank sei­ner be­son­de­ren Farb­fil­ter­struk­tur Moi­ré­und Farb­feh­lern ent­ge­gen­wir­ken und den Tief­pass­fil­ter er­set­zen soll – ein er­prob­ter und viel­fach ge­lob­ter An- satz. In der Mit­tel­klas­se setzt Fu­ji­film wei­ter­hin auf den schon be­währ­ten X-TRANS-CMOS Ii-sen­sor mit 16 Me­ga­pi­xeln und po­si­tio­niert die Nach­fol­ge­rin der X-E2 als ei­ne ge­ring­fü­gig ver­bes­ser­te und da­für im Preis ge­senk­te Va­ri­an­te. Im Pro­fi­mo­dell X-pro 2 fei­ert da­ge­gen die X-trans-ge­ne­ra­ti­on III mit auf 24 Me­ga­pi­xel ge­stie­ge­ner Nenn­auf­lö­sung ihr De­büt. Auch Olym­pus spen­diert sei­nem spie­gel­lo­sen TopMo­dell Pen-f ei­nen neu­en Sen­sor und er­höht die Auf­lö­sung von den bis­her im Mi­cro-four-thirds-sys­tem üb­li­chen 16 auf 20 Me­ga­pi­xel. So­nys A6300 hat im Ge­gen­satz zur äl­te­ren A6000 ein ab­ge­dich­te­tes Ge­häu­se, da­zu ei­nen wei­ter­ent­wi­ckel­ten Au­to­fo­kus so­wie ei­ne auf­ge­wer­te­te (4K-)vi­de­o­funk­ti­on. Im Test­la­bor kann sich be­son­ders ei­ne die­ser vier Kan­di­da­tin­nen mit ei­ner her­vor­ra­gen­den Bild­qua­li­tät pro­fi­lie­ren, ei­ne an­de­re mit ih­rem erst­klas­si­gen Au­to­fo­kus­tem­po.

Viel hat sich an der Fu­ji­film XES2 im Ver­gleich zur mitt­ler­wei­le zwei­ein­halb Jah­re al­ten Vor­gän­ge­rin X-E2 nicht ge­än­dert. Mit der neu­en, spie­gel­lo­sen X-E2S be­treibt Fu­ji­film ei­ne ge­wollt zu­rück­hal­ten­de Mo­dell­pfle­ge, bei der vor al­lem ein Aspekt im Vor­der­grund steht: der Preis. Die X-E2 ging einst mit ei­nem emp­foh­le­nen Ver­kaufs­preis von 900 Eu­ro an den Start und kos­te­te zu­letzt meist noch im­mer statt­li­che 750 Eu­ro; und da­mit mehr als heu­te die Nach­fol­ge­rin, de­ren Preis an­fangs bei 700 Eu­ro, zu­sam­men mit dem Kit-ob­jek­tiv Fu­ji­non XF 18-55 mm/2,8-4 R LM OIS bei 1000 Eu­ro lie­gen soll.

Leich­tes, kom­pak­tes Ge­häu­se

Die X-E2S ist nicht nur die mit Ab­stand güns­tigs­te Kan­di­da­tin in die­sem Test­feld, son­dern auch die leich­tes­te: Das Ge­häu­se bringt in­klu­si­ve SDKar­te und Li­thi­um-io­nen-ak­ku ge­ra­de ein­mal 344 g auf die Waa­ge; das sind im­mer­hin 60 g weniger als die noch ein we­nig kom­pak­te­re So­ny A6300. Fu­ji­film hat sich am schlich­ten De­sign nost­al­gi­scher Mess­su­cher­ka­me­ras ori­en­tiert und lässt den Griff der X-E2S nur et­wa 3 mm vor­ne aus dem Ge­häu­se ra­gen. Nicht zu­letzt des­halb liegt die Ka­me­ra weniger kom­for­ta­bel in der Hand – trotz der im Ver­gleich zur Vor­gän­ge­rin grö­ber struk­tu­rier­ten Grif­fo­ber­flä­che und der glat­ten Mul­de für die Fin­ger­spit­zen. De­ckel- und Bo­den­plat­te be­ste­hen aus ei­ner hoch­wer­ti­gen

Ma­g­ne­si­um­le­gie­rung. Ei­nen Spritz­was­ser­schutz hat die Neue aber nicht zu bie­ten, der bleibt ein Pri­vi­leg des Pro­fi­mo­dells X-pro 2. Da­für bringt Fu­ji­film in der X-E2S so­wohl ei­nen brauch­ba­ren Aus­klapp­blitz mit Leit­zahl 5 als auch ein WLANMo­dul und ei­nen elek­tro­ni­schen, recht pas­sa­blen 100%-Su­cher mit ef­fek­tiv 0,62-fa­cher Ver­grö­ße­rung un­ter. Der 3-Zoll-mo­ni­tor ist zwar fest ver­baut, aber or­dent­lich ent­spie­gelt, und sein Bild bleibt auch von der Sei­te aus be­trach­tet noch ver­gleichs­wei­se kon­trast­reich und gut er­kenn­bar.

Zu­ver­läs­si­ger Au­to­fo­kus

Fu­ji­film hat den Hy­bridau­to­fo­kus der X-E2 für die X-E2S über­ar­bei­tet. Zum ei­nen sind da­bei die für die Pha­sen­er­ken­nung ge­nutz­ten, in der Bild­mit­te an­ge­ord­ne­ten Sen­sor­pi­xel licht­emp­find­li­cher (2,5 auf 0,5 EV) ge­wor­den. Zum an­de­ren hat der Her­s­teller zwei neue Af-mo­di für be­weg­te Mo­ti­ve in­te­griert: „Zo­ne“und „Weit/ver­fol­gung“. Mit ih­nen ver­folgt die X-E2S die Schär­fe in­ner­halb ei­nes vor­ge­wähl­ten (Zo­ne) be­zie­hungs­wei­se des ge­sam­ten, von 77 Af-punk­ten ab­ge­deck­ten Be­reichs (Weit/ver­fol­gung) recht treff­si­cher. Die Er­geb­nis­se in der Test­ta­bel­le auf Sei­te 107 be­zie­hen sich je­doch auf den Ein­zel­au­to­fo­kus-mo­dus, in dem die X-E2S wie ge­habt mit „nur“49 Af-fel­dern ar­bei­tet: durch­schnitt­lich 0,51 s Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung bei 300 Lux, 0,63 s bei 30 Lux – das ist al­les an­de­re als ei­ne Meis­ter­leis­tung und ein Rück­schritt ge­gen­über der X-E2 mit 0,43 s und 0,45 s. Da­für fiel die X-E2S aber in der Pra­xis mit ei­ner be­mer­kens­wert ho­hen Tref­fer­quo­te bei In­nen­auf­nah­men po­si­tiv auf, zu­dem mit brauch­ba­rer Schär­fe­nach­füh­rung wäh­rend des Fil­mens. Un­ge­ach­tet des­sen kann sie mit ih­rer Vi­de­o­funk­ti­on nur ein­ge­schränkt über­zeu­gen – nicht nur, weil die Auf­lö­sung ma­xi­mal dem Full-hd-stan­dard ent­spricht und die Wi­fi-tas­te als Vi­deo­aus­lö­ser her­hal­ten muss; auch die aus­ge­präg­ten, oft stö­ren­den (Farb-)dar­stel­lungs­feh­ler und das groß­flä­chi­ge Far­b­rau­schen konn­ten un­sere Er­war­tun­gen nicht ganz er­fül­len.

Strin­gen­tes Be­di­en­kon­zept

Die Ka­me­ra hat kein Mo­dus­wahl­rad, statt­des­sen fin­det der Fo­to­graf ne­ben dem Auslö­ser ei­nen Blen­den­ring am Ob­jek­tiv und zwei aus Alu­mi­ni­um­blö­cken ge­fräs­te Wahl­rä­der für Ver­schluss­zeit und Be­lich­tungs­kor­rek­tur. Ein er­prob­tes Be­di­en­kon­zept, das vor al­lem die­je­ni­gen zu schät­zen wis­sen, die häu­fig mit ma­nu­el­len Ein­stel­lun­gen arbei­ten. Dank der per Tas­ten­druck ab­ruf­ba­ren Voll­au­to­ma­tik kom­men aber auch die Fo­to­gra­fen auf ih­re Kos­ten, die bei der Be­lich­tung lie­ber der Elek­tro­nik ver­trau­en. Das Be­lich­tungs­kor­rek­tur­rad lässt sich zwar nicht ar­re­tie­ren, ras­tet aber deut­lich spür- und hör­bar ein, so­dass sich

selbst das ex­po­niert an der Ka­me­ra­sei­te po­si­tio­nier­te Rad zu­min­dest bei un­se­rem Test nicht un­ge­wollt ver­stellt hat. Nichts­des­to­trotz sind sol­che Zwi­schen­fäl­le denk­bar, ein Kon­troll­blick Die X-E2S ver­bin­det ei­ne so­li­de Aus­beim Au­s­pa­cken der Ka­me­ra scha­det stat­tung mit ei­nem gut durch­dach­ten al­so nicht. Be­di­en­kon­zept und ei­ner or­dent­li­chen Das leicht­gän­gi­ge, aber si­cher im GeBild­qua­li­tät. Dass die im Test­la­bor er­häu­se ver­senk­te Uni­ver­sal­rad an der mit­tel­ten Mes­s­er­geb­nis­se bei ISO 200 Rück­sei­te der X-E2S er­füllt vie­le ver­und 400 ein we­nig hin­ter de­nen der schie­de­ne Auf­ga­ben. Un­ter an­de­rem Kon­kur­renz zu­rück­blei­ben, liegt an dient es zur Ak­ti­vie­rung der Li­ve­der ge­rin­ge­ren Nenn­auf­lö­sung der XView-lu­pe (Drü­cken) und zur Fest­leE2S. Die Dif­fe­renz geht an­ge­sichts des gung des Ver­grö­ße­rungs­fak­tors (Dre­ge­wal­ti­gen Preis­un­ter­schieds in die­sem hen). Au­ßer­dem kann der Fo­to­graf mit Test­feld durch­aus in Ord­nung, denn sei­ner Hil­fe schnel­ler durch das Me­nü das Preis-leis­tungs-ver­hält­nis ist ein­na­vi­gie­ren und in Kom­bi­na­ti­on mit fach gut. Wer aber schon die Vor­gän­den Vier-rich­tungs-tas­ten die Aus­ge­rin X-E2 be­sitzt, fin­det nicht ge­nü­wahl der Auf­nah­me­pa­ra­me­ter be­quem gend Ar­gu­men­te für ei­nen Wech­sel an dem Die­ses kon­fi­gu­rier­ba­renDia­gramm zeigt das Rausch­ver­hal­ten Ein­stell­bild­der Ka­me­ra zur X-E2S. Auf un­se­rer Wun­sch­lis­te

bei ver­schie­de­nen Iso-emp­find­lich­kei­ten (bun­te Li­ni­en) in schirm (Q-tas­te)Ab­hän­gig­keit von vor­neh­men.der Mo­tiv­hel­lig­keit (im Für Uhr­zei­ger­sinn,die ste­hen ein schnel­le­rer Au­to­fo­kus und

Schat­ten oben und Lich­ter un­ten). Um­so grö­ßer die In­di­vi­dua­li­sie­run­gFlä­che, die ei­ne der Kur­ve Be­die­nungeinschließt, des­to stestär­ker die ei­ne bes­se­re Vi­de­o­funk­ti­on. Rau­sch­wahr­neh­mung. Wie stö­rend Rau­schen in Bil­dern wahr­ge­nom­men wird, hängt von der Grö­ße des Bil­des

und dem Be­trach­tungs­ab­stand ab.

Das Dia­gramm zeigt auf der rech­ten Sei­te die Sicht­bar­keit des Rau­schens bei ei­ner Ver­grö­ße­rung von 100% an ei­nem Mo­ni­tor (VN1). In der lin­ken Hälf­te ist die Sicht­bar­keit des Rau­schens in ei­nem Aus­druck mit ei­ner Bild­hö­he von 40 cm auf­ge­tra­gen (VN3). hen über­dies noch sie­ben de­fi­nier­ba­re Funk­ti­ons­tas­ten zur Ver­fü­gung.

Fa­zit

Von 700 bis 1800 Eu­ro So un­ter­schied­lich sie im Preis auch sind, al­le vier Ka­me­ras be­rei­chern den Markt und haben sehr gu­te Ar­gu­men­te, die die Vor­gän­ger­ge­ne­ra­ti­on alt aus­se­hen las­sen.

Ver­schluss­zeit und Be­lich­tungs­kor­rek­tur las­sen sich be­quem per Wahl­rad ein­stel­len.

Mit „ Aus­lö­ser­typ“kann man zwi­schen me­cha­ni­schem und laut­lo­sem elek­tro­ni­schem Ver­schluss wechseln ( 1). Da­mit die X-E2S tat­säch­lich laut­los ar­bei­tet, muss man al­ler­dings noch im „Ton Se­t­up“die „ Aus­lö­se-lautst.“auf „ Aus“set­zen ( 2). Neu im „Film­si­mu­la­tio

Au­to-tas­te Im Ge­gen­satz zu ih­rer Vor­gän­ge­rin hat die X-E2S links un­ten ei­ne Funk­ti­ons­tas­te, die den Au­to­ma­tik­mo­dus di­rekt zu­gäng­lich macht. ISO 200 ISO 400 ISO 800

ISO 1600

Tes­t­er­geb­nis­se Fu­ji lm X-E2S Die Fu­ji­film X-E2S hebt die Kon­tras­te in den Jpeg-auf­nah­men deut­lich mo­de­ra­ter an als et­wa ih­re Schwes­ter X-pro 2: Die vom Ein­fluss der Ar­te­fak­te be­rei­nig­ten De­a­dLea­ves- cross-kur­ven blei­ben so gut wie durch­ge­hend un­ter der 1,

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