Fu­ji lm X-pro 2

X-pro 2

fotocommunity Magazin - - Test | Systemkameras -

Die Ab­lö­se für die X-pro 1 war längst über­fäl­lig. Nach jetzt fast fünf Jah­ren hat­te Fu­ji­films Pro­fi­mo­dell bei der Bild­qua­li­tät ein we­nig den An­schluss ver­lo­ren und tat sich trotz ih­res Hy­brid-su­chers und des ro­bus­te­ren, ab­ge­dich­te­ten Ge­häu­ses zu­n­eh­mend schwer, ge­gen die we­sent­lich güns­ti­ge­re Mit­tel­klas­se, spe­zi­ell ge­gen die X-E2, zu be­ste­hen. Doch gut Ding will Wei­le haben. Jetzt ist sie da, die X-pro 2: rund­um er­neu­ert, in fast je­der Hin­sicht ver­bes­sert und end­lich wie­der mit mehr als ge­nug Ar­gu­men­ten aus­ge­stat­tet, um den saf­ti­gen Auf­preis von 1100 Eu­ro ge­gen­über der X-E2S zu recht­fer­ti­gen. Vor al­lem be­kommt die X-pro 2 als ers­te Ka­me­ra den APS-CSen­sor X Trans CMOS III spen­diert, der mit 24 statt 16 Me­ga­pi­xeln ar­bei­tet und aus neu­en Chip-ma­te­ria­li­en be­steht. Der Emp­find­lich­keits­be­reich er­wei­tert sich auf ISO 51 200, ein Licht­wert mehr. Au­ßer­dem hat Fu­ji­film ein in­te­grier­tes WLAN-MO­DUL er­gänzt und ei­ne gan­ze Rei­he gu­ter Ide­en für ein noch ef­fi­zi­en­te­res Be­di­en­kon­zept um­ge­setzt.

Wet­ter­fes­tes Ge­häu­se

Beim Au­s­pa­cken wa­ren wir über­rascht. War die X-pro 1 auch schon so wuch­tig? Nicht ganz. Das Ge­häu­se ist al­ler­dings nur ge­ring­fü­gig auf 140 x 84 x 45 mm ge­wach­sen. Da­her dürf­te vor al­lem der di­rek­te Ver­gleich mit den we­sent­lich kom­pak­te­ren Kon­kur­ren­tin­nen im Test­feld den ers­ten Ein­druck von der X-pro 2 geprägt haben. Fakt ist: Sie liegt so­gar et­was bes­ser in der Hand als die rund 140 g leich­te­re X-E2S. Das Ma­g­ne­si­um­ge­häu­se hat nach Her­stel­ler­an­ga­ben an 61 po­ten­zi­el­len Schwach­stel­len Dich­tun­gen, mit de­nen es selbst fros­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren bis zu -10° C standhal- ten soll, und als will­kom­me­ne Neue­rung ei­nen zwei­ten Sd-kar­ten­steck­platz im gut zu­gäng­li­chen Sei­ten­fach. Der me­cha­ni­sche Schlitz­ver­schluss un­ter­stützt nun kür­ze­re Be­lich­tungs­zei­ten von bis zu 1/8000 s. Wer mit der Op­ti­on „Aus­lö­ser­typ“zum elek­tro­ni­schen Ver­schluss wech­selt und am Zei­ten­rad den Wert „8000“wählt, kann die Be­lich­tungs­zeit mit dem vor­de­ren Uni­ver­sal­rad so­gar auf bis zu 1/32 000 s ver­kür­zen und laut­los fo­to­gra­fie­ren. Al­ler­dings ris­kiert man da­durch Dar­stel­lungs­feh­ler, vor al­lem bei Kunst­licht und be­weg­ten Mo­ti­ven. Ei­nen Blitz gibt es nicht, da­für ne­ben dem üb­li­chen Zu­be­hör­schuh ei­ne Ka­bel­buch­se für ex­ter­nen Er­satz.

Be­son­der­heit: Hy­brid-su­cher

Vor­ne am Ge­häu­se be­fin­det sich in ex­po­nier­ter, für den rech­ten Zei­ge­fin­ger

be­quem er­reich­ba­rer La­ge ein Dreh­he­bel, den der Her­s­teller für den Hy­brid-su­cher re­ser­viert hat. Mit ihm kann der Fo­to­graf schnell zwi­schen dem bril­lan­ten op­ti­schen Su­cher­bild und ei­ner elek­tro­ni­schen Li­ve-view-darstel­lung in­klu­si­ve Be­lich­tungs- und Weiß­ab­gleich-vor­schau wechseln. Bei der Ar­beit mit lan­gen Brenn­wei­ten wird al­ler­dings der in den op­ti­schen Su­cher ein­ge­blen­de­te Leucht­rah­men ent­spre­chend dem en­gen Bild­win­kel recht klein. Wer mag, kann in die rech- te un­te­re Ecke des op­ti­schen Su­cher­bilds ein klei­nes Fens­ter mit ei­ner elek­tro­ni­schen Vor­schau ein­blen­den – bei Be­darf in 100-, 250- oder 600-pro­zen­ti­ger Ver­grö­ße­rung. Al­ler­dings ver­kürzt sich durch den Ge­brauch des elek­tro­ni­schen Su­chers die Ak­ku­lauf­zeit. Die mit der X-pro 2 adres­sier­ten Pro­fis wer­den wo­mög­lich ei­nen Zwei­tak­ku brau­chen. Der hoch­auf­lö­sen­de, gut ent­spie­gel­te 3-Zoll-mo­ni­tor ist wei­ter­hin fest im Ge­häu­se ver­baut und nicht ver­stell­bar.

Schnel­ler: Hy­bridau­to­fo­kus und Se­ri­en­funk­ti­on

Der Au­to­fo­kus, ins­be­son­de­re sein ge­mäch­li­ches Tem­po, ge­hör­te zu den am meis­ten be­män­gel­ten Schwä­chen der Vor­gän­ge­rin X-pro 1. Schön, dass Fu­ji­film an die­ser Stel­le nach­ge­bes­sert hat: Statt des 49-Punkt-kon­trast-af hat die X-pro 2 ei­nen groß­zü­gig be­stück­ten Hy­brid-af. Für die Kon­trast­mes­sung ste­hen 273 Fel­der zur Ver­fü­gung, die le­dig­lich ei­nen ak­zep­ta­bel schma­len Rand des Bild­felds un­be­rück­sich­tig las-

sen; und für die Pha­sen­er­ken­nung am Auf­nah­me­sen­sor sind 169 mit­tig an­ge­ord­ne­te Fel­der vor­gesehen. Im Ein­zel­au­to­fo­kus-mo­dus ver­bes­sert sich die Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung von 0,5/0,55 s (XPro 1) auf 0,34/0,39 s (X-pro 2). Die Se­ri­en­bild­ge­schwin­dig­keit steigt von 5 auf 8 B/s; und die­ses Tem­po hält die XPro 2 bei Jpeg-auf­nah­men durch, bis die Kar­te voll ist; bei RAWS schafft sie 27 Bil­der pro Se­rie – das ist eben­falls gut. Die Vi­de­o­funk­ti­on führt in Fu­ji­films Topmo­dell da­ge­gen ein Schat­ten­da­sein.

Aus­ge­feilt: Mehr Kom­fort

Wer die X-pro 1 schon kennt, wird an der X-pro 2 die grund­le­gen­den Be­dien­ele­men­te, et­wa das Blen­den- und das Ver­schluss­zei­ten­rad wie­der- und sich schnell zu­recht­fin­den. Er wird aber auch un­ge­wohn­te De­tails ent­de­cken und vi­el­leicht wie wir sehr bald zu schät­zen wis­sen. Neu ist bei­spiels­wei­se die Kom­bi­na­ti­on von Ver­schluss­zei­ten­und ISO-RAD, bei­des se­pa­rat ar­re­tier­bar. Am Rad für die Be­lich­tungs­kor­rek­tur kommt zu den di­rekt wähl­ba­ren Wer­ten (±3 Blen­den) die C-stel­lung da­zu, die den er­wei­ter­ten Be­reich (±5 Blen­den) über das vor­de­re Uni­ver­sal­rad di­rekt zu­gäng­lich macht. Der neue Fo­kus-joy­stick hilft vor al­lem beim Po­si­tio­nie­ren des Af-mess­felds. Au­ßer­dem er­gänzt Fu­ji­film im Haupt­me­nü ein „My-re­gis­ter“, das sich wie das Quick-me­nü (Q-tas­te) in­di­vi­du­ell mit bis zu 16 Op­tio­nen be­le­gen lässt, und la­gert zu­guns­ten der Über­sicht­lich­keit Au­to­fo­kus- und Bild­qua­li­täts-ein­stel­lun­gen in se­pa­ra­te Un­ter­me­nüs aus.

Fa­zit

Das War­ten hat sich ge­lohnt! Mit der X-pro 2 schafft Fu­ji­film wie­der den Ab­stand zur Mit­tel­klas­se X-E2S, den wir beim Preis­un­ter­schied von 1100 Eu­ro er­war­ten. Die bes­te Bild­qua­li­tät und das ro­bus­te­te Ge­häu­se in die­sem Test, schnel­le­rer Au­to­fo­kus, ho­her Be­di­en­kom­fort – da­mit bie­tet der Test­sie­ger ein rund­um ge­lun­ge­nes Pa­ket, das auch ge­ho­be­nen An­sprü­chen ge­nügt.

Rund­um er­neu­ert Im spritz­was­ser­ge­schütz­ten Top-mo­dell X-pro 2 setzt Fu­ji­film zum ers­ten Mal den X-trans-sen­sor der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on mit 24 Me­ga­pi­xeln ein. Eben­falls über­ar­bei­tet wur­den der Mul­ti-hy­bri­dSu­cher, der Au­to­fo­kus und das Be­di­en­kon­zept.

Fort­schritt Fu­ji­film spen­diert der X-pro 2 ei­nen zwei­ten Steck­platz für Sd-kar­ten ( 1). Au­ßer­dem ist am Ver­schluss­zei­ten­rad auch ein ISORad ( 2) in­te­griert, und am Rad für die Be­lich­tungs­kor­rek­tur ist jetzt die Op­ti­on „C“für ei­nen er­wei­ter­ten Ein­stell­be­re

Der Hy­bri­dSu­cher kann so­wohl ei­ne op­ti­sche An­sicht als auch ei­ne elek­tro­ni­sche Li­ve-view­Vor­schau an­zei­gen. Al­ler­dings ra­gen grö­ße­re Ob­jek­ti­ve in die rech­te un­te­re Ecke des op­ti­schen Su­cher­bilds hin­ein.

Test­bil­der ISO 400 lässt sich mit der X- Pro 2 oh­ne Wei­te­res als Stan­dard­emp­find­lich­keit ein­set­zen: Egal, ob es um Kon­trast, Fein­zeich­nung oder Auf­lö­sung geht – Fu­ji­films neue Pro­fi­ka­me­ra und ers­tes X-tran­sMo­dell mit 24 Me­ga­pi­xeln kann sei­ne Leis­tun­gen ge

ISO 200 ISO 1600 ISO 400 ISO 3200

ISO 800 ISO 6400

Die 273 Fel­der des Hy­bridau­to­fo­kus de­cken ei­nen re­la­tiv gro­ßen Be­reich des Bild­felds ab; die Pha­sen­er­ken­nung funk­tio­niert auf 169 mitt­le­ren Af-fel­dern ( 1). Roh­da­ten las­sen sich ent­we­der un­kom­pri­miert oder mit re­du­zier­ter Da­t­ei­grö­ße auf­neh­men ( 2) und die

Tes­t­er­geb­nis­se Fu­ji lm X-pro 2 Mit dem neu­en X-trans CMOS III steigt die Nenn­auf­lö­sung ge­gen­über der Vor­gän­ge­rin und der X-E2S von 16 auf 24 Me­ga­pi­xel und da­mit die dar­ge­stell­te Grenz­auf­lö­sung um meh­re­re Hun­dert Li­ni­en­paa­re – bei ISO 200 und 400 so­gar auf

Kom­fort­funk­tio­nen

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