Der Ein­stieg in die Fo­to­gra­fie: Fünf Tipps für we­ni­ger Frust mit der Tech­nik

Nor­bert Eßer

fotocommunity Magazin - - Service | Aus Der Fc -

Tech­nik ist nicht nur das, was sich im In­ne­ren der Ka­me­ra oder von Soft­ware ab­spielt. Nein, Tech­nik ist auch der Um­gang mit den aus­ge­wähl­ten Mo­ti­ven, mit Dei­nem Equip­ment und den Men­schen vor, seit­lich und hin­ter der Ka­me­ra. Tech­nik ist tat­säch­lich wich­tig bei der Fo­to­gra­fie und ob Du es glaubst oder nicht: Sie soll und muss Dir hel­fen. Las­se Dich auf kei­nen Fall von ihr be­dro­hen. Es kann Dir pas­sie­ren, dass Du ei­nem Na­tur­fo­to­gra­fen be­geg­nest mit teu­rer Ka­me­ra und ei­nem Te­le­ob­jek­tiv mit 600 mm Brenn­wei­te. Die­ser Fo­to­graf wird Dich even­tu­ell be­lä­cheln, wenn Du sagst, Du möch­test Wild­tie­re fo­to­gra­fie­ren. Und tat­säch­lich: Es wird Dir kaum ge­lin­gen ein for­mat­fül­len­des Por­trät von ei­nem Reh­kitz zu fo­to­gra­fie­ren. Aber Du kannst ein Land­schafts­fo­to fo­to­gra­fie­ren und die Re­he zum Bei­spiel in das Land­schafts­fo­to als Na­tur in­te­grie­ren. In­so­fern hö­re nicht auf den Tech­ni­ker mit sei­ner Aus­rüs­tung für 20.000 €, son­dern auf Dein Herz! Es be­darf den­noch ei­ni­ges an Übung, um mit je­der Art von Tech­nik rich­tig um­ge­hen zu kön­nen. Auch die Wahl ei­ner be­stimm­ten Tech­nik kann ent­schei­dend sein. Du kannst ei­ne ver­nünf­ti­ge Wahl der be­nö­tig­ten Tech­nik aber nur tref­fen, wenn Du ge­übt in ihr bist.

Tech­nik hilft

Je­de Tech­nik macht un­si­cher – weil es ja so vie­le Din­ge zu be­ach­ten gibt. Das raubt je­dem schnell die Lust, denn es lau­ert ja im­mer im Ver­bor­ge­nen die ei­ne Sa­che, die man ver­ges­sen hat. „Ja hät­te ich nur…“soll­test Du als Ein­stei­ger nicht im An­satz den­ken und Dich auf kei­nen Fall da­von ab­hal­ten las­sen wei­ter­zu­ma­chen. Du wirst auch in hun­dert Jah­ren im­mer et­was ver­ges­sen oder falsch ma­chen, ver­spro­chen. Selbst uns pas­siert es im­mer wie­der, dass wir Din­ge, die wir ken­nen und wis­sen, trotz­dem ver­ges­sen. Wir fol­gen dann dem prag­ma­ti­schen An­satz: Wir ma­chen das Bes­te dar­aus, da­bei hilft dann na­tür­lich auch die Er­fah­rung. Es wird Dir je­doch über die Zeit leich­ter fal­len mit die­sem dro­hen­den Zei­ge­fin­ger um­zu­ge­hen. Er wird Dir mehr und mehr egal.

Tech­ni­sche Er­fol­ge

Für die Mo­ti­va­ti­on müs­sen na­tür­lich Er­fol­ge her. Um die­se zu er­zie­len, brauchst Du das Wis­sen um die Tech­nik an­fäng­lich nicht un­be­dingt. Es kommt ja dar­auf an, was Du selbst als Er­folg siehst und was Du für Er­war­tun­gen hast. Aber um wei­ter­zu­kom­men, musst Du of­fen sein, Dich mit ein paar Tech­ni­ken aus­ein­an­der­zu­set­zen. Im We­sent­li­chen sind dies: We­der al­te noch neue Tech­nik sorgt für ein gu­tes Fo­to. An­sons­ten gä­be es ja gar kein Mu­se­um mit Fo­to­gra­fi­en. Je­des dort aus­ge­stell­te Fo­to kann die­ser fal­schen Lo­gik fol­gend ja kein gu­tes Fo­to sein. Denn es gibt ja im­mer bes­se­re Tech­nik, nach je­der Auf­nah­me. Im­mer!

Ler­ne im­mer wie­der ein we­nig Tech­nik ken­nen – kon­ti­nu­ier­lich, aber in ver­tret­ba­ren Men­gen. Da­zu ge­hö­ren dann aber nicht nur die Din­ge in­ner­halb der Ka­me­ra, son­dern auch, wie man sich zum Bei­spiel ei­nem Vo­gel am bes­ten nä­hert oder wie man ei­nem Mo­dell am Ge­schick­tes­ten sei­ne Wün­sche mit­teilt. Gu­tes Equip­ment macht viel Spaß, ver­lei­tet aber auch zur über­mä­ßi­gen Tech­nik­ver­liebt­heit. Es ist aber nicht un­wich­tig zu wis­sen, was Dei­ne Ka­me­ra so drauf­hat. Du wirst Dich wun­dern, was ei­ne ver­meint­lich al­te Ka­me­ra al­les für Mög­lich­kei­ten bie­tet.

Nimm Dir Zeit und schau bei den di­gi­ta­len Ka­me­ras auf Dein Dis­play, ob Dich et­was an der letz­ten Auf­nah­me stört. Än­de­re es, so oft Du möch­test. Es spricht nichts da­ge­gen vie­le Fo­tos zu ma­chen, Du fo­to­gra­fierst di­gi­tal, die Spei­cher­kar­te hat viel Platz. Schaue Dir die Auf­nah­men spä­ter in Ru­he an, auch die schlech­ten – um da­von zu ler­nen. Ja, rich­tig ge­hört. Der häu­figs­te Feh­ler bei Ein­stei­gern ist die Hal­tung der Ka­me­ra. Da gibt es die tolls­ten Mög­lich­kei­ten. Die Ka­me­ra muss schluss­end­lich beim Aus­lö­sen ru­hig sein. Schaue Dir da ru­hig mal beim „Pro­fi“den Griff ab. Und das gilt für al­le Ka­me­ras wie zum Bei­spiel Smart­pho­nes, Bridge­ka­me­ras, Kom­pakt­ka­me­ra und na­tür­lich die gro­ßen Spie­gel­re­flex­ka­me­ras (heu­te häu­fig D-SLR ge­nannt).

Lass Dich nicht von der Tech­nik ab­hal­ten, zu fo­to­gra eren!

Ler­ne in klei­nen Do­sen, aber ler­ne Be­schäf­ti­ge Dich mit Dei­ner Ka­me­ra – spie­le­risch!

Wer zu­erst ab­drückt, hat nicht au­to­ma­tisch das bes­se­re Fo­to! Wie hal­te ich mei­ne Ka­me­ra?

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