Ei­ne Fra­ge der Ein­stel­lung

Teil 2

fotocommunity Magazin - - Fotopraxis | Fujifilm X-pro2 - An­net­te Kniff­ler

Ei­gent­lich hat die X-pro2 ei­nen ge­son­der­ten Sta­tus in der APSKlas­se ver­dient. Ihr neu­er XTrans-sen­sors macht sie zu­min­dest der­zeit noch ein­zig­ar­tig: Er ar­bei­tet mit ei­ner spe­zi­el­len Pi­xel­struk­tur, die das Ri­si­ko für Moi­ré-ef­fek­te oh­ne Tief­pass­fil­ter re­du­ziert und nicht zu­letzt da­durch ei­ne be­mer­kens­wert gu­te Bild­qua­li­tät ver­spricht. Zugleich bleibt die X-trans-tech­nik Fu­ji­film-ka­me­ras vor­be­hal­ten. Und von de­nen ist die X-pro2 nun die ers­te, die den neu­en X-tran­sSen­sor der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on mit 24 statt 16 Me­ga­pi­xeln und auf­ge­wer­te­ten Chip-ma­te­ria­li­en nutzt. Der La­b­or­test spricht für sich: Kei­ne an­de­re ak­tu­el­le Sys­tem­ka­me­ra der X-bau­rei­he lie­fert der­art gu­te Auf­nah­men wie die X-pro2; Ein­zel­hei­ten zu den La­bo­r­er­geb­nis­sen fin­den Sie in der CO­LOR­FO­TO- Aus­ga­be 5/2016. Auf den fol­gen­den Sei­ten geht es nun we­ni­ger um Mess­wer­te; hier ste­hen Er­fah­run­gen aus der Pra­xis im Mit­tel­punkt. Wir ge­ben hilf­rei­che Tipps, mit de­nen sich die X-pro2 be­son­ders ef­fi­zi­ent be­die­nen und ei­ne noch bes­se­re Bild­qua­li­tät er­zie­len lässt. Le­sen Sie, was der laut Her­stel­ler er­neut ver­bes- ser­te Hy­brid-su­cher wirk­lich bringt und wie Sie den Hy­brid-au­to­fo­kus op­ti­mal kon­fi­gu­rie­ren.

Hy­brid-au­to­fo­kus kon gu­rie­ren

Rich­tig Freu­de be­rei­tet der ver­bes­ser­te Hy­brid-au­to­fo­kus. Er ar­bei­tet jetzt schnel­ler (La­bo­r­er­geb­nis: 0,34/0,39 s Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung) und mit deut­lich mehr Mess­fel­dern als bei der äl­te­ren X-T1. Au­ßer­dem be­herrscht er an 169 Punk­ten so­wohl ei­ne Pha­sen- als auch ei­ne Ttl-kon­tras­ter­ken­nung und deckt

da­mit et­wa 40 Pro­zent des Bild­felds ab; rechts und links hat die X-pro2 zu­sätz­lich je­weils 52 Punk­te, die al­lei­nig für die Kon­trast­mes­sung aus­ge­legt sind. Ins­ge­samt bleibt da­durch le­dig­lich ein er­freu­lich schma­ler äu­ße­rer Rand vom Au­to­fo­kus un­be­rück­sich­tigt. Um aber im Ein­zel-af-mo­dus (un­te­re 4-Rich­tungs-tas­te „Ein­zel­punkt“) wirk­lich all die­se Af-fel­der se­pa­rat an­wäh­len zu kön­nen, müs­sen Sie zu­vor im AF/MFMe­nü die „An­zahl der Fo­kus­sier­punk­te“auf „273 Punk­te (13x21)“set­zen. Vor­ein­ge­stellt sind „77 Punk­te (7x11)“; war­um ei­gent­lich? Ne­ben „Ein­zel­punkt“hält die Fu­ji­film zwei wei­te­re Va­ri­an­ten der Mess­feld­wahl be­reit: „Zo­ne“und „Weit/ver­fol­gung“. Mit „Zo­ne“ge­ben Sie Po­si­ti­on und Grö­ße ei­nes Af-be­reichs vor, der wahl­wei­se 9 (3 x 3), 25 (5 x 5) oder 49 Mess­fel­der (7 x 7) um­fasst; der Ka­mer­a­pro­zes­sor ent­schei­det dar­auf­hin für je­den Ein­zel­fall, wel­che der in der Zo­ne ge­le­ge­nen Af-punk­te tat­säch­lich zum Ein­satz kom­men. Gut funk­tio­niert der „Zo­ne“-au­to­fo­kus bei­spiels­wei­se bei Mo­ti­ven, die sich in ei­nem be­grenz­ten Um­feld be­we­gen, et­wa ei­ner Blü­te, die sich in ei­ner sanf­ten Bri­se wiegt. Zu- sam­men mit dem kon­ti­nu­ier­li­chen Au­to­fo­kus (C-stel­lung am vor­de­ren Af-mo­dus-schal­ter) eig­net sich die Zo­nen-mess­feld­wahl auch, um schnel­ler be­weg­te Ob­jek­te durch Mit­zie­hen der Ka­me­ra zu ver­fol­gen. Wenn sich das Haupt­mo­tiv vor­her­seh­bar über ei­nen grö­ße­ren Teil der Bild­flä­che hin­weg be­wegt, ist das ein ty­pi­scher Fall für die Ein­stel­lung-funk­ti­on „Wi­de/tracking“. Kom­bi­niert mit dem kon­ti­nu­ier­li­chen Af-mo­dus „C“führt sie die Schär­fe bei halb durch­ge­drück­tem Aus­lö­ser recht zu­ver­läs­sig nach. Der Fo­to­graf braucht da­zu le­dig­lich den Start­punkt des Ob­jekts fest­zu­le­gen. Dies ge­lingt eben­so un­kom­pli­ziert wie die Mess­feld­wahl. Denn die X-pro2 hat spe­zi­ell für die­sen Zweck ei­nen mit dem Dau­men per­fekt er­reich­ba­ren Joy­stick: ein­mal kurz drü­cken, um das Af-fel­dRas­ter ein­zu­blen­den, dann die ge­wünsch­te Po­si­ti­on ent­we­der mit dem Joy­stick oder den 4-Rich­tungs-tas­ten an­steu­ern und durch Dre­hen des hin­te­ren Uni­ver­sal­räd­chens die Af-fel­do­der Zo­nen-grö­ße in fünf be­zie­hungs­wei­se drei Stu­fen an­pas­sen. Bit­te be­ach­ten: Letz­te­res klappt nicht mit op­ti­schem Su­cher. Au­ßer­dem soll­ten Sie Ih­re Ein­ga­be nicht durch Drü­cken des Joy­sticks be­stä­ti­gen. Viel­mehr keh­ren Sie da­durch au­to­ma­tisch zur mit­ti­gen Start­po­si­ti­on zu­rück. Glei­ches be­wirkt die Disp/back-tas­te. Durch Drü­cken des hin­te­ren Uni­ver­sal­rads stel­len Sie die ur­sprüng­li­che Mess­feld­grö­ße wie­der her.

Jpeg-si­gnal­ver­ar­bei­tung an­pas­sen

Die X-pro2 stimmt ih­re Jpeg-auf­nah­men in den Stan­dard­ein­stel­lun­gen al­les in al­lem recht har­mo­nisch ab. Im La­bor neig­te sie le­dig­lich bei ISO 200 und 400 zu ei­ner et­was über­höh­ten Kon­trast- und Kan­ten­an­he­bung. Wer ei­nen wei­che­ren Bild­ein­druck be­vor­zugt oder aber Fein­kor­rek­tu­ren an Farb­dar­stel­lung und Dy­na­mik vor­neh­men will, der hat mit der X-pro2 meh­re­re Stell­schrau­ben, an de­nen er an­grei­fen kann. Da­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem die üb­li­chen Reg­ler für Schär­fe und Farb­sät­ti­gung im Q(uick)Me­nü; Wer­te, die über die ers­te Kor­rek­tur­stu­fe hin­aus­ge­hen, sind hier je­doch in der Re­gel eher schäd­lich fürs Bild; und auch ei­ne Schär­fe­kor­rek­tur von +1 er­weist sich we­gen der oh­ne­hin recht be­herz­ten Ein­grif­fe der in­ter­nen Si­gnal­ver­ar­bei­tung meist als we­nig sinn­voll.

Eben­falls ei­nen Blick und ei­ni­ge Zei­len wert ist die Op­ti­on „Film­si­mu­la­ti­on“, Fu­ji­films Ant­wort auf die von an­de­ren Ka­me­ras be­kann­ten Bild­sti­le; im Ge­gen­satz zu so man­chem die­ser Bild­sti­le wir­ken die Er­geb­nis­se der Film­si­mu­la­tio­nen je­doch kei­nes­wegs schrill oder über­trie­ben. Viel­mehr nä­hern sie sich be­kann­ten Ana­log­film­ty­pen an, bei­spiels­wei­se „Vel­via/le­ben­dig“oder „As­tia/weich“; als Stan­dard hat Fu­ji­film die Si­mu­la­ti­on des „Pro­via“-films ge­wählt. Für ei­nen grö­ße­ren Ob­jekt­kon­trast­um­fang lässt sich ab ISO 400 der „Dy­na­mik­be­reich“von „DR100“auf „DR200“, ab ISO 800 zu­sätz­lich auf „DR400“ver­bes­sern. „Schat­tier.ton“greift in die Darstel­lung dunk­ler Bild­par­ti­en ein (sie­he Sei­te 113), und „Ton Lich­ter“dient zum An­pas­sen der Ton­wert­kur­ve ober­halb des mitt­le­ren Grau.

Bes­se­re Bil­der im De­tail

Die bes­te Bild­qua­li­tät ver­spricht die X-pro2 mit RAW. Ei­ne op­ti­ma­le Be­ar­bei­tung und -Kon­ver­tie­rung vor­aus­ge­setzt, ge­win­nen da­durch vor al­lem Auf­lö­sung, Tex­tur und Dy­na­mik da­zu (Sei­te 114). Wenn es der Spei­cher­platz zu­lässt, emp­fiehlt sich der Wech­sel von der Vor­ein­stel­lung „FI­NE-JPEG“auf „FI­NE+RAW“(Q-me­nü); da­mit ha­ben Sie für die spä­te­re Bil­d­op­ti­mie­rung noch im­mer al­le Mög­lich­kei­ten of­fen. Au­ßer­dem ste­hen Ih­nen so im Wie­der­ga­be­mo­dus die JPEGS für die Fo­kus­kon­trol­le zur Ver­fü­gung – ein ge­wal­ti­ger Vor­teil, zu­mal die X-pro2 Raw-bil­der nur mit deut­lich re­du­zier- ter Qua­li­tät und nicht mit vol­ler Lu­pen­ver­grö­ße­rung an­zeigt. An­hand der Roh­da­ten fällt es da­her schwer, die Schär­fe ei­nes Fo­tos be­reits in der Ka­me­ra ver­läss­lich zu über­prü­fen. Prak­tisch: Die X-pro2 hat zwei SDSteck­plät­ze und kann bei „FI­NE+RAW“Ein­stel­lung die Auf­nah­men par­al­lel als JPEG auf die ei­ne und als RAW auf die an­de­re Kar­te schrei­ben. Stel­len Sie da­zu im Me­nü un­ter „Ein­rich­tung, Da­ten­speich Se­t­up, Steckpl.-einst. (Standb.)“von „Se­quenz“auf „RAW/ JPEG“um. Be­ach­ten Sie aber, dass Sie dann an­ders als bei „Se­quenz“je­des Bild auf bei­den Kar­ten se­pa­rat lö­schen müs­sen. Un­prak­tisch, selbst wenn man im Wie­der­ga­be­mo­dus sehr schnell durch län­ge­res Drü­cken der Play-tas­te zwi­schen den bei­den ein­ge­leg­ten Spei­cher­kar­ten hin- und her­sprin­gen kann.

Hy­brid-su­cher in der Pra­xis

Die Kom­bi­na­ti­on ei­nes op­ti­schen und ei­nes elek­tro­ni­schen Su­chers in ei­nem Ge­rät ge­hört ne­ben dem Sen­sor zu den au­ßer­ge­wöhn­lichs­ten Ei­gen­schaf­ten der X-pro2. Ge­gen­über ei­nem Slr-su­cher hat der op­ti­sche Su­cher der X-pro2 al­ler­dings ei­ni­ge Nach­tei­le. Das op­ti­sche Su­cher­bild er­scheint un­ab­hän­gig von der ein­ge­stell­ten Brenn­wei­te und kenn­zeich­net den tat­säch­lich im Fo­to dar­ge­stell­ten Aus­schnitt le­dig­lich mit ei­nem ein­ge­blen­de­ten, wei­ßen Leucht­rah­men. Bei kur­zer Brenn­wei­te

nimmt er fast das ge­sam­te Bild­feld ein – okay. Mit zu­neh­men­der Brenn­wei­te schrumpft er je­doch zu­se­hends. Be­reits bei 50 mm ist er so klein, dass sich der Bild­aus­schnitt kaum noch ver­nünf­tig be­ur­tei­len lässt; bei grö­ße­rem Te­le färbt er sich schließ­lich rot und hat kei­ner­lei Aus­sa­ge­kraft mehr. Spä­tes­tens dann soll­te man zum hoch­auf­lö­sen­den elek­tro­ni­schen Su­cher wech­seln. Tipp: Wer sich ei­nen Über­blick ver­schaf­fen will, kann – nach­dem er durch Drü­cken der „View/mo­de“-tas­te den Su­cher- und durch kur­zes Dre­hen des Front­schal­ters nach rechts die op­ti­sche An­sicht ak­ti­viert hat – mit dem vor­de­ren Funk­ti­ons­knopf meh­re­re für un­ter­schied­li­che Brenn­wei­ten gül­ti­ge Leucht­rah­men­grö­ßen an­se­hen. Und noch et­was er­schwert die Ar­beit mit Fu­ji­films op­ti­schem Su­cher: Da er sich am lin­ken Ge­häu­se­rand au­ßer­halb der op­ti­schen Ach­se be­fin­det, kommt es vor al­lem bei Na­h­auf­nah­men zu ei­ner leich­ten Bild­ver­schie­bung; ein mit­tig ge­setz­ter Af-punkt liegt in sol­chen Fäl­len al­so im op­ti­schen Su­cher­bild au­ßer­halb der Mit­te. Da­mit das beim Fo­to­gra­fie­ren nie in Ver­ges­sen­heit ge­rät, kön­nen Sie im „AF/MF“-ME­NÜ die Op­ti­on „Korr. Af-rah­men“ein­schal­ten; dar­auf­hin be­kom­men Sie stets ei­nen zwei­ten Scharf­stell­be­reich zu se­hen, der dem tat­säch­li­chen bei 50 cm Fo­kus­ent­fer­nung ent­spricht. Schließ­lich noch zwei De­tails, die die Ar­beit mit dem op­ti­schen Su­cher der XPro2 er­leich­tern: Wenn Sie den Front­schal­ter für et­wa 2 bis 3 Se­kun­den nach rechts ge­drückt hal­ten, wech­selt der Ver­grö­ße­rungs­fak­tor der op­ti­schen Anzeige zwi­schen 0,36x und 0,6x. In die an­de­re Rich­tung ge­dreht, blen­det der Front­schal­ter zu­sätz­lich zur op­ti­schen ei­ne klei­ne elek­tro­ni­sche Vor­schau ein, de­ren Ver­grö­ße­rungs­fak­tor durch mehr­ma­li­ges Drü­cken des hin­te­ren Uni­ver­sal­räd­chens ge­än­dert wer­den kann – prak­tisch ins­be­son­de­re fürs ma­nu­el­le Fo­kus­sie­ren. Al­ler­dings funk­tio­niert die­ses dua­le Bild nicht mit Zo­ne- und nicht mit Weit/ver­fol­gung-af. Au­ßer­dem ver­kürzt der Ein­satz des elek­tro­ni­schen Su­chers die Ak­ku­lauf­zeit.

Ver­län­ger­te Ak­ku­lauf­zeit

In ei­nem Punkt wird die X-pro2 un­se­ren An­sprü­chen an ei­ne Top-ka­me­ra nicht ge­recht: Der Ak­ku ist all­zu knapp di­men­sio­niert. Laut Fu­ji­film liegt des­sen Lauf­zeit ge­mäß Ci­pa-stan­dard ge­ra­de ein­mal bei 250 Bil­dern mit elektronischem und bei 350 Bil­dern mit op­ti­schem Su­cher. In An­be­tracht des­sen lohnt sich in al­ler Re­gel die In­ves­ti­ti­on in ei­nen Zwei­tak­ku (rund 45 Eu­ro). Wer sich den nicht leis­ten will, kann für ei­ne ver­län­ger­te Ak­ku­lauf­zeit an der an­de­ren ver­füg­ba­ren Schrau­be dre­hen, dem Ener­gie­ver­brauch. Sinn­voll ist da­bei na­tür­lich in ers­ter Li­nie ein be­dach­tes Nut­zungs­ver­hal­ten, bei­spiels­wei­se der spar­sa­me Ein­satz des elek­tro­ni­schen Su­chers. Aber auch mit ge­ziel­ten Ein­stel­lun­gen lässt sich et­was er­rei­chen: Die X-pro2 hält da­für im „Ein­rich­tenMe­nü“das „Po­wer Ma­nage­ment“be­reit. Hier fin­den sich zwei Ein­trä­ge: „Au­tom. Aus“und et­was ein­falls­los wie­der­um „Po­wer Ma­nage­ment“. In der Grund­kon­fi­gu­ra­ti­on ist un­ter „Au­tom. Aus“ei­ne Ab­schalt­zeit von zwei Mi­nu­ten vor­ge­se­hen; zur Wahl ste­hen au­ßer­dem „5 Min“und „Aus“– an die­ser Stel­le gibt es al­so nichts zu ho­len. Wohl aber beim „Po­wer Ma­nage­ment“, wenn man vom vor­ein­ge­stell­ten „Stan­dard“auf „ECO“um­schal­tet. Al­ler­dings sinkt dann die An­zei­ge­qua­li­tät der elek­tro­ni­schen Live-view-vor­schau, au­ßer­dem laut Fu­ji­film die Au­to­fo­kus­ge­schwin­dig­keit. Letz­te­res fiel im Pra­xis­test nicht wei­ter ne­ga­tiv auf; auch im Eco-mo­dus ar­bei­te­te der Hy­bri­dAF an­ge­nehm flott. Nichts­des­to­trotz: Das Ma­xi­mum an Af-tem­po und Live-view-bild­qua­li­tät er­reicht die XPro2 nun ein­mal nur mit der Po­wer­Ma­nage­ment-ein­stel­lung „H-leis­tung“(Hoch­leis­tung). Üb­ri­gens: Das ty­pi­sche in der Vor­schau sicht­ba­re Bat­te­rie-bal­ken­sym­bol gibt den ak­tu­el­len Ak­ku­la­de­stand sehr un­ge­nau wie­der. Aus­sa­ge­kräf­ti­ger ist die Pro­zent­an­ga­be in der rech­ten obe­ren Ecke des Info-bild­schirms (Disp/back-tas­te).

Ge­wusst wie

Es ist ei­gent­lich im­mer sinn­voll, an­fangs et­was mehr Zeit zu in­ves­tie­ren, um das Be­di­en­kon­zept sei­ner Ka­me­ra bes­ser ken­nen­zu­ler­nen; doch bei der X-pro2 lohnt sich die­ser Ein­satz wo­mög­lich ganz be­son­ders. Vie­le Ar­beits­schrit­te, die zu­nächst et­was kom­pli­ziert er­schei­nen, ge­hen mit ihr auch deut­lich schnel­ler und ein­fa­cher von der Hand – wenn man nur weiß wie. Ein gu­tes Bei­spiel da­für ist das For­ma­tie­ren der Spei­cher­kar­te: Im Me­nü ver­steckt sich die Funk­ti­on auf ei­ner un­ter­ge­ord­ne­ten Ebe­ne, ge­nau­er ge­sagt un­ter „Ein­rich­ten“und dort wie­der­um un­ter „Be­nut­zer-ein­stel­lung“. Der kür­ze­re Weg dürf­te sich nur we­ni­gen rein in­tui­tiv er­schlie­ßen: die Lö­schen-tas­te et­wa 3 s lang ge­drückt hal­ten, dann zu­sätz­lich am bes­ten mit dem Zei­ge­fin­ger das hin­te­re Uni­ver­sal­rad drü­cken; dar­auf­hin springt die X-pro2 di­rekt zum For­ma­tie­ren-dia­log – vor­aus­ge­setzt, die Hal­te­dau­er stimmt und die Lö­schTas­te ist noch ge­drückt, wenn das Ein­stell­rad zum Zu­ge kommt. Sonst klappt der Trick lei­der nicht, et­was kniff­lig. Aber wer den Dreh ein­mal her­aus hat, wird den di­rek­ten Zu­gang zum For­ma­tie­ren-be­fehl zu schät­zen wis­sen. Vor­sicht: Wenn kei­ne Spei­cher­kar­te ein­ge­legt ist, weist die X-pro2 zwar beim Ein­schal­ten dar­auf hin. Da­nach ar­bei­tet sie aber wie ge­wohnt und oh­ne wei­te­re War­nung; die Bil­der er­schei­nen so­gar nach dem Aus­lö­sen auf dem Mo­ni­tor, ganz so als hät­te al­les wun­der­bar ge­klappt. Erst im Wie­der­ga­be­mo­dus fällt der Feh­ler auf. Ei­ne Mög­lich­keit, das Aus­lö­sen oh­ne Spei­cher­kar­te zu un­ter­bin­den, fehlt.

In­di­vi­dua­li­sier­tes Be­di­en­kon­zept

Wie es sich für ei­ne Ka­me­ra die­ser Klas­se ge­hört, bringt die X-pro2 ei­ne gan­ze Rei­he von Di­rekt­zu­grif­fen für wich­ti­ge Auf­nah­me­pa­ra­me­ter mit, ins­be­son­de­re sechs de­fi­nier­ba­re Funk ti­ons­tas­ten. Im Gro­ßen und Gan­zen er­scheint die von Fu­ji­film ge­stal­te­te Stan­dard­be­le­gung der Be­dien­ele­men­te zwar zweck­mä­ßig, ich persönlich grei­fe aber trotz­dem ger­ne ein we­nig ein. Auch da­bei füh­ren wie­der zwei We­ge zum Ziel, ein um­ständ­li­cher und ein ein­fa­cher: Ent­we­der wäh­len Sie im Me­nü „Ein­rich­tung“, dann „Tas­ten/ra­dEin­stel­lung“und schließ­lich „Funk­tio­nen (Fn)“; oder Sie hal­ten statt­des­sen ein­fach die „Disp/back“-tas­te un­ge­fähr drei Se­kun­den lang ge­drückt. Bei­des öff­net den Dia­log zur Fn-be­le­gung, den Fu­ji­film über­sicht­lich mit ei­ner Gra­fik ge­stal­tet. Ich selbst pro­gram­mie­re in der Re­gel die lin­ke der 4-Rich­tungs­Tas­ten Fn4, die Fu­ji­film für die Film­si­mu­la­ti­on re­ser­viert. Da ich die­se Ein­stel­lung wäh­rend ei­ner Fo­to­ses­si­on fak­tisch nie än­de­re, nut­ze ich Fn4 lie­ber

zum Um­schal­ten zwi­schen dem me­cha­ni­schen Ver­schluss, der Be­lich­tungs­zei­ten bis 1/8000 s un­ter­stützt, und dem elek­tro­ni­schen Ver­schluss, der mit bis zu 1/32 000 s deut­lich mehr Spiel­raum für Auf­nah­men bei hel­lem Licht lässt. Zu­dem emp­fiehlt sich der elek­tro­ni­sche Ver­schluss dank des fast ge­räusch­lo­sen Be­triebs im­mer dann, wenn es um un­auf­fäl­li­ges Auf­tre­ten geht, et­wa in Kir­chen oder klas­si­schen Kon­zer­ten. Da der elek­tro­ni­sche Ver­schluss vor al­lem an be­weg­ten Mo­ti­ven und im Kunst­licht zu Ab­bil­dungs­feh­lern füh­ren kann, bleibt bei mir der me­cha­ni­sche Ver­schluss die Stan­dard­ein­stel­lung. Im Be­darfs­fall le­ge ich mir au­ßer­dem die Blitz­kom­pen­sa­ti­on auf Fn1 – an­stel­le der Vi­de­o­funk­ti­on. Auch die Me­nüs der X-pro2 las­sen sich an­pas­sen. Um das Schnell­zu­griffs­me­nü (Q-tas­te) zu be­ar­bei­ten, hal­ten Sie die Q-tas­te cir­ca drei Se­kun­den lang ge­drückt, steu­ern die je­wei­li­ge Me­nü­po­si­ti­on an, tip­pen auf „Me­nu/ok“und wäh­len in der dar­auf­hin an­ge­zeig­ten Lis­te den ge­wünsch­ten Pa­ra­me­ter aus. Im Haupt­me­nü hat Fu­ji­film als will­kom­me­ne Neue­rung ei­nen se­pa­ra­ten Be­reich für die häu­fig be­nö­tig­ten Auf­nah­me­ein­stel­lun­gen ein­ge­führt, ge­nannt „My“. So­bald Sie ihn un­ter „Ein­rich­ten“, „Be­nut­zer-ein­stel­lung“, „Mei­ne Me­nü-ein­stel­lung“be­fül­len, öff­net die X-pro2 das Me­nü fort­an grund­sätz­lich mit die­sem My-re­gis­ter.

Auf Num­mer si­cher

We­gen der ex­po­nier­ten La­ge des Joy­sticks be­steht die Ge­fahr, dass man ihn ver­se­hent­lich und un­be­merkt be­tä­tigt. Um das zu ver­mei­den, kön­nen Sie ihn et­wa 3 s lang ge­drückt hal­ten und bis auf Wei­te­res sper­ren. Q- und 4-Rich­tungs-tas­ten wer­den durch län­ge­res Drü­cken von „Me­nü/ OK“(de)ak­ti­viert. Und das ISO-RAD lässt sich ge­ne­rell nur be­tä­ti­gen, wenn der Fo­to­graf es zugleich nach oben zieht. Für das mit ihm ver­schmol­ze­ne Ver­schluss­zei­ten­rad gilt dies al­ler­dings nur ein­ge­schränkt; der Ar­re­tie­rungs­knopf kommt le­dig­lich in der Au­to­ma­tik­stel­lung zum Tra­gen. An­sons­ten dreht sich leicht ein­mal das Ver­schluss- zu­sam­men mit dem ISORad. Auf das lei­der nicht ar­re­tier­ba­re Be­lich­tungs­kor­rek­tur­rad soll­ten Sie zur Si­cher­heit eben­falls öf­ter ein­mal ei­nen Blick wer­fen und prü­fen, ob es noch im­mer so steht wie zu­vor.

Au­ßer­dem kön­nen Sie un­ter „Mf-as­sis­tent“( ent­we­der ein „Di­gi­ta­les Schnitt­bild“oder „Fo­cus Pea­king“zu­schal­ten. Beim di­gi­ta­len Schnitt­bild gilt es, zwei schein­bar un­ter­bro­che­ne Kan­ten auf Li­nie zu brin­gen. Bei „Fo­cus Pea­king“hebt die Ka­me­ra in der elek­tro­ni

In der Grund­kon­fi­gu­ra­ti­on hält sich die X-pro2 mit Hil­fe­stel­lun­gen für das ma­nu­el­le Scharf­stel­len zu­rück. Im­mer­hin blen­det sie am un­te­ren Bild­schirm­rand ei­ne gro­be Ent­fer­nungs­ska­la ein. Und durch Drü­cken des hin­te­ren Uni­ver­sal­rads lässt sich zu­sätz­lich ei

Groß­zü­gig aus­ge­stat­tet Die X-pro2 hat als ers­te Ka­me­ra den neu­en X-trans-sen­sor der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on mit 24 statt 16 Me­ga­pi­xeln und ver­bes­ser­ten Chip-ma­te­ria­li­en in­te­griert. Dank des ein­ge­bau­ten Wlan-mo­duls er­laubt sie die ka­bel­lo­se Über­tra­gung der Bild

Zo­nen-au­to­fo­kus Bei vie­len be­weg­ten Mo­ti­ven hat sich im Pra­xis­test der kon­ti­nu­ier li­che Au­to­fo­kus („C“am vor­de­ren AF-RAD) in Kom­bi­na­ti­on mit der Zo­nen-mess­feld­wahl („ Zo­ne“un­te­re 4-Rich­tungs­tas­te) be­währt. Die An­zahl der Punk­te re­du­ziert sich mit die­ser E

273 Af-mess­fel­der Nach Drü­cken des Joy­sticks er­scheint ein Git­ter mit al­len an­wähl­ba­ren Af-fel­dern; im Ein­zel­punkt-af-be­trieb ste­hen 273 Po­si­tio­nen zur Ver­fü­gung. Die mitt­le­ren, grö­ße­ren Qua­dra­te kenn­zeich­nen die Hy­brid-fel­der, auf de­nen die X-pro2 so­wohl

Über­sicht­lich Vor­ne be­fin­den sich drei nütz­li­che Be­dien­ele­men­te: das im Ge­häu­se ver­senk­te Ein­stell­rad und der Dreh­schal­ter zum Wech­sel zwi­schen op­ti­scher und elek­tro­ni­scher Su­cher­an­sicht auf der ei­nen Sei­te (hier links) und der Schal­ter zur Wahl des Au­tof

Die Film­si­mu­la­ti­on ist Fu­ji­films Al­ter­na­ti­ve zu den weit ver­brei­te­ten Bild­sti­len. Statt wie so man­cher Kon­kur­rent hier über­zo­ge­ne Va­ria­tio­nen der Bild­ab­stim­mung an­zu­bie­ten, setzt die X-pro2 auf de­zent dif­fe­ren­zier­te Ein­stel­lun­gen und lie­fert stets recht h

In der Grund­kon­fi­gu­ra­ti­on dem Fu­ji-pro­via-film ( 1), sonst je nach Vor­ga­be bei­spiels­wei­se dem Vel­via für le­ben­di­ge­re Far­ben ( 2), dem As­tia für ei­nen wei­che­ren Bild­ein­druck ( 3) oder Clas­sic Chro­me für mehr Schat­ten­kon­tu­ren (

Der Joy­stick dient zur Mess­feld­wahl. Kur­zes Drü­cken öff­net das Ras­ter mit al­len in der je­wei­li­gen Kon­fi­gu­ra­ti­on ein­stell­ba­ren Af-punk­ten; lan­ges Drü­cken führt zum Un­ter­me­nü, in dem Sie die Joy­stick-sper­re ak­ti­vie­ren kön­nen.

Stu­dio­b­litz­auf­nah­men In der Stan­dard­ein­stel­lung zeigt die X-pro2 ein Live-view-bild in­klu­si­ve Weiß­ab­gleichs- und Be­lich­tungs­vor­schau an. Da­mit die Ka­me­ra et­wa bei Stu­dio­b­litz­auf­nah­men nicht nur ei­nen schwar­zen Bild­schirm prä­sen­tiert, lässt sich bei Be­darf

Der Hy­brid-su­cher ( 1) ver­eint ei­nen op­ti­schen und ei­nen elek tro­ni­schen Su­cher in ei­nem Ge­rät. Am Be­lich­tungs­kor­rek­tur­rad ( 2) las­sen sich Wer­te von -3 bis +3 Blen­den di­rekt ein­stel­len; wer hier „C“wählt, kann über das vor­de­re Uni­ver­sal­rad den ge­sam­ten v

Wenn im Mo­tiv sehr gut aus­ge­leuch­te­te, son­nen­be­schie­ne­ne und dunk­le, im Schat­ten ge­le­ge­ne Ob­jek­te auf­ein­an­der­tref­fen, reicht der dar­stell­ba­re Ob­jekt­kon­trast oft nicht mehr aus (La­bor­wert Dy­na­mik: 9,3 Blen­den von ISO 100 bis 800), und die Schat­ten er­schein

Mit der rich­ti­gen Nach­be­ar­bei­tung bringt der Ein­satz des Raw-for­mats ent­schei­den­de Vor­tei­le, ins­be­son­de­re ei­ne hö­he­re Auf­lö­sung, ei­ne bes­se­re Fein­zeich­nung und ei­nen grö­ße­ren Dy­na­mik­um­fang. De­tails 85, Mas­kie­ren 10, Be­trag 25. Bei ISO 200 wur­de auf die R

Die stark ver­grö­ßer­ten Bild­aus­schnit­te zei­gen die von der X-pro2 ge­spei­cher­ten JPEGS für ISO 200 ( 2) und ISO 1600 ( 3). Im Ver­gleich da­zu: die mit Light­room „ent­wi­ckel­ten“Raw-auf­nah­men bei ISO 200 ( 4) und 1600 ( 5). Die­se ha­ben wir mit Light­room und fol

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