Li­cher Ver­hal­tens­wei­sen …“

Als lern­wil­li­ger Fo­to­en­thu­si­ast kann man auf der pho­to­ki­na span­nen­de Events, Work­shops und Vor­trä­ge zu den The­men Fa­shion, Por­trät und Blit­zen er­war­ten. Na­tür­lich wur­den die­se The­men auf der dies­jäh­ri­gen pho­to­ki­na um­fang­reich be­dient. Aber von Re­né Staud,

fotocommunity Magazin - - Portfolio | Georg Wichmann -

das Bild. Zeigt sich aber ei­ne ge­wis­se Har­mo­nie im Su­cher­bild drü­cke ich auf den Aus­lö­ser. Zum ei­ge­nen Stil ist das letz­te Wort noch nicht ge­spro­chen. Emo­tio­na­le Bil­der spre­chen mich im­mer stär­ker an und da­zu wird das for­ma­le, gra­fi­sche auf kurz oder lang in den Hin­ter­grund tre­ten müs­sen. Viel­leicht ge­lingt es mir ja auch, bei­des mit­ein­an­der zu ver­bin­den.

Wie bist Du spe­zi­ell zu Born­holm ge­kom­men? Und was macht für Dich den Reiz an die­ser In­sel aus?

Ge­org Wich­mann: Es war ei­ne spon­ta­ne Ent­schei­dung, al­ler­dings nicht nur mei­ne ei­ge­ne. Mei­ne Frau hat­te ei­nen in­ter­es­san­ten Be­richt über Born­holm in ei­ner Zeit­schrift ge­le­sen. Wir such­ten ein Ur­laubs­ziel, das sich auch für ei­ne Fa­mi­lie mit klei­nen Kin­dern eig­net und wa­ren dann so an­ge­tan, dass wir die lan­ge An­rei­se ger­ne noch öf­ter auf uns ge­nom­men ha­ben. Ich hat­te vor Jah­ren mal ein län­ge­res Ge­spräch mit ei­nem be­freun­de­ten Jazz-mu­si­ker dar­über, was das Be­son­de­re der In­sel ist. Wir ka­men über­ein­stim­mend auf das Ad­jek­tiv „peace­ful“. Die In­sel ist für mich der In­be­griff des­sen, was die Dä­nen wohl mit „hyg­ge­lig“mei­nen. Man fühlt sich dort von An­fang an ge­bor­gen; ei­ne idea­le Um­ge­bung für die Er­ho­lung.

Du schreibst dar­über so­gar ein Buch? Um was geht es?

Ge­org Wich­mann: Nun, ein gro­ßer Teil des Bu­ches ist gar nicht ge­schrie­ben, son­dern fo­to­gra­fiert. Ich er­zäh­le in meh­re­ren Ka­pi­teln über dort selbst Er­leb­tes, Be­ge­ben­hei­ten und Vor­ge­fun­de­nes. Ge­plant ist, die Tex­te mehr­spra­chig, auch auf Born­holmsk, zu ver­fas­sen. Die­ser Dia­lekt wird er­staun­li­cher­wei­se von Nor­we­gern und Schwe­den oft bes­ser ver­stan­den als von den Dä­nen. Na­tür­lich geht es auch um die Fo­to­gra­fie. Aber mehr wird noch nicht ver­ra­ten.

Wel­che fo­to­gra schen Rei­se­e­tap­pen/mo­tiv­tipps gibst Du spe­zi­ell für Born­holm?

Ge­org Wich­mann: Die In­sel ist zu klein, um wirk­lich von Rei­se­e­tap­pen zu spre­chen; mit dem Au­to ist man ja von je­dem Punkt aus in ma­xi­mal ei­ner St­un­de am nächs­ten Ziel. Auf Born­holm er­scheint na­he­zu al­les pit­to­resk und wenn man durch ma­le­ri­sche Or­te wie Al­lin­ge, Gud­hjem oder Sva­n­eke schlen­dert fin­den sich schnell Mo­ti­ve, ins­ge­samt ist die­ser nörd­li­che Küs­ten­ab­schnitt sehr reiz­voll.

Wel­che Tei­le Dei­ner Aus­rüs­tung sind für Dich un­ent­behr­lich?

Ge­org Wich­mann: Die Aus­rüs­tung ist Werk­zeug und Mit­tel zum Zweck. Ei­ne lau­te oder sehr schwe­re Ka­me­ra für ei­ne Re­por­ta­ge er­scheint mir un­pas­send, ich wei­che dann auf sehr lei­ses und hand­li­che­res Ge­rät aus. Für zu­ein­an­der pas­sen­de und mit­ein­an­der har­mo­nie­ren­de Bil­der wird das Werk­zeug nicht ge­wech­selt. Da ich den Kon­takt zum Ge­se­he­nen su­che, sind mir kür­ze­re und nor­ma­le Brenn­wei­ten wich­ti­ger. Mein letz­tes Te­le­ob­jek­tiv ha­be ich im Kel­ler ver­wahrt; aus sen­ti­men­ta­len Grün­den noch nicht ver­kauft. Die Vor­lie­be für den op­ti­schen Su­cher ist ge­blie­ben.

Hat die Fo­to­gra e Dei­nen Blick auf die Welt ve­rän­dert?

Ge­org Wich­mann: De­fi­ni­tiv. Durch stän­di­ges, auf­merk­sa­mes Be­ob­ach­ten er­kennt man mit der Zeit sich wie­der­ho­len­de Mus­ter. Und ich mei­ne sie im­mer schnel­ler zu er­ken­nen. Mit et­was Ab­stand zum Ge­sche­hen emp­fin­de ich zu­wei­len ei­ne ge­wis­se Vor­her­sag­bar­keit mensch­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen (in­klu­si­ve der ei­ge­nen), das war mir frü­her weit we­ni­ger be­wusst. Zum Glück gibt es Aus­nah­men.

Du hast Dich be­reits 2004 mit ei­ner Pau­se in der fc re­gis­triert. Wel­chen Ein uss hat die fc auf Dei­ne Fo­to­gra e?

Ge­org Wich­mann: In der Ver­gan­gen­heit war der Ein­fluss si­cher stär­ker als heu­te. Star­ken Ein­fluss hat­te die an­fäng­li­che Be­geg­nung mit an­de­ren Fo­to­gra­fen. Ei­ni­ges was ich in der fc „auf­ge­schnappt“ha­be, hat zu mei­ner ei­ge­nen Ein­stel­lung zur Fo­to­gra­fie bei­ge­tra­gen. Auch mein Wunsch nach ei­ner ei­ge­nen Dun­kel­kam­mer rühr­te da­her. Zu­dem hat der „Kon­sum“so vie­ler Bil­der – über Jah­re hin­weg – sei­ne Wir­kung nicht ver­fehlt. Vie­le – zu oft ge­se­he­ne, ähn­li­che – Mo­ti­ve wür­de ich si­cher nicht mehr selbst fest­hal­ten wol­len; vor­aus­ge­setzt ich könn­te es. Ger­ne stel­le ich Fo­tos oh­ne Ti­tel in der fc ein. Man­che As­so­zia­ti­on in ei­ner An­mer­kung dar­un­ter er­hält so ei­nen in­ter­es­san­ten, un­vor­ein­ge­nom­me­nen Hin­weis.

Hast Du fo­to­gra sche Vor­bil­der? Ge­org Wich­mann:

Ich se­he an­de­re Fo­to­gra­fen nicht als Vor­bil­der. Es gibt ei­ne gan­ze Rei­he von be­deu­ten­den Fo­to­gra­fen de­ren Ar­bei­ten ich be­wun­de­re: Chris Kil­lip, Sal­ly Mann, Au­gust San­der, Ste­phen Sho­re, Jo­ni Stern­bach… mei­ne Auf­zäh­lung ist un­fair, es wä­ren ins­ge­samt zu vie­le. Häu­fig sind es ein­zel­ne Fo­to­gra­fi­en oder be­stimm­te Se­ri­en die „hän­gen blei­ben“. Die Bil­der aus Ame­ri­ca by Car von Lee Fried­lan­der ha­ben mich ein ein­zi­ges Mal da­zu be­wo­gen, be­wusst et­was Ähn­li­ches zu ma­chen.

Am 22.09.2016 stell­te un­ser Part­ner Fo­totv. vier Kan­di­da­ten aus dem Pu­bli­kum bei der Te­am­chal­len­ge vor fol­gen­de Auf­ga­be: „Set­ze den neu­en Pre­mi­um­SUV Ford EDGE fo­to­gra­fisch in Sze­ne. Zei­ge, wie Du sein kraft­vol­les De­sign und die ex­klu­si­ven De­tails ab­lich­ten wür­dest.“Der Don­ners­tag stand al­so ganz im Zei­chen der Au­to­fo­to­gra­fie. Vor­weg: Auch wenn die Fo­tos un­ter Mes­se­be­din­gun­gen ent­stan­den sind, wir­ken die Er­geb­nis­se äu­ßerst ein­drucks­voll. Noch ein­mal kurz er­klärt: Die Chal­len­ge or­ga­ni­sier­ten wir ge­mein­sam mit Fo­totv., und es ging dar­um, dass vier spon­tan aus dem Pu­bli­kum ge­wähl­te Kan­di­da­ten um den Ta­ges­sieg fo­to­gra­fier­ten. Bei der ers­ten Te­am­chal­len­ge stand der neue Pre­mi­um SUV Ford EDGE im Mit­tel­punkt. Den Teil­neh­mern war es frei­ge­stellt, wel­che Fahr­zeug­de­tails sie her­aus­stel­len woll­ten.

Das Fi­nish der Bil­der wur­de live vor den in­ter­es­sier­ten Au­gen des Pu­bli­kums vom Pro­fi am Rech­ner com­po­sed. Hier die Er­geb­nis­se die­ses Tages: der neue Ford EDGE von den Chal­len­ge-teil­neh­mern in Sze­ne ge­setzt!

In die­sem Fo­to­wett­be­werb ha­ben wir ge­mein­sam mit der Ar­chi­tek­ten­kam­mer NRW Fo­to­gra­fi­en rund um das The­ma „so­zia­ler Woh­nungs­bau“ge­sucht. Der Wett­be­werb wur­de im Rah­men der Ak­ti­ons­platt­form „Nrw­lebt.“durch­ge­führt, wel­che von der Ar­chi­tek­ten­kam­mer NRW im Mai 2014 ins Le­ben ge­ru­fen wur­de und die sich mit dem Pla­nen und Bau­en im de­mo­gra­fi­schen Wan­del be­fasst. Mehr In­for­ma­tio­nen: www.nrw-lebt.de

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(fc-fo­to­graf Ar­nold Braun­schwei­ger), Jahr­gang 1962, ver­hei­ra­tet, 2 Kin­der, fo­to­gra­fiert ana­log und di­gi­tal und ar­bei­tet der­zeit an ei­nem Buch­pro­jekt zur In­sel Born­holm. Fc-fo­to­gra­fen­link: www.fo­to­com­mu­ni­ty.de/ fo­to­graf/ar­nold­braun­schwei­ger/1917388

Lu­cky Sheep Born­holm 2010. Scha­fe auf Stam­mers­hal­le. (Auf­ge­nom­men mit ei­ner Lei­ca M6)

Die nach­fol­gen­den Rei­se­tipps ba­sie­ren im We­sent­li­chen auf den per­sön­li­chen Er­fah­run­gen des Fo­to­gra­fen. Für die Rich­tig­keit der ge­mach­ten An­ga­ben und den In­halt der We­b­links kön­nen wir trotz in­ten­si­ver Re­cher­che nicht ga­ran­tie­ren be­zie­hungs­wei­se Haf­tung üb

Loui­sa Behn­ke (Ge­winn­er­fo­to)

Jörg Fie­ge

Pe­tra Sa­gnak

Jan Schnei­der

1. Platz Das Bild ent­stand im Rah­men ei­ner von un­se­rem Fo­to­club or­ga­ni­sier­ten Fo­toral­ley. Ich woll­te zei­gen, wie bei uns auch heu­te noch Men­schen mit ge­rin­ge­rem so­zia­len Sta­tus woh­nen und le­ben müs­sen.

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