Ty­pi­scher Pro­gramm­auf­bau

fotocommunity Magazin - - Praxis | Raw-bildbearbeitung -

Gän­gi­ge Raw-pro­gram­me lie­fern zwar un­ter­schied­li­che Kor­rek­tur­funk­tio­nen und Er­geb­nis­se, äh­neln sich aber im Auf­bau: In ei­nem Pro­gramm­be­reich zur Bild­ver­wal­tung sich­ten Sie al­le Auf­nah­men ei­nes Ord­ners oder Al­bums. Hier gibt es auch Ster­ne­wer­tun­gen, Farb­mar­kie­run­gen und even­tu­ell Stich­wör­ter. Zur Ein­zel­bild­kor­rek­tur wech­seln Sie per Maus­klick in ei­nen an­de­ren Pro­gramm­be­reich. Die Auf­nah­men des ak­tu­el­len Ord­ners blei­ben wahl­wei­se als „Film­strei­fen“sicht­bar. Al­le Än­de­run­gen wie Bild­aus­schnitt, Schär­fe oder Kon­trast las­sen sich je­der­zeit ver­lust­frei zu­rück­set­zen. Das Ori­gi­nal bleibt im­mer kom­plett er­hal­ten. Schal­ten Sie ein­zel­ne Kor­rek­tur­be­rei­che block­wei­se ab. Ver­zich­ten Sie zum Bei­spiel mit ei­nem ein­zi­gen Klick kom­plett auf Scharf­zeich­nen und En­t­rau­schen, wäh­rend Kon­tra­stän­de­rung und Ent­zer­ren wirk­sam blei­ben. Spei­chern Sie al­le Än­de­run­gen als kom­ple­xe Kor­rek­tur­vor­ga­be, die Sie je­der­zeit auf gan­ze Se­ri­en an­wen­den. Meist lie­fern die Her­stel­ler Vor­ga­ben mit, die Ihr Bild auf­wer­ten – und die­se Er­geb­nis­se ver­fei­nern Sie noch be­lie­big. Sie kön­nen Än­de­run­gen an ei­nem

Neue Ka­me­ra, al­tes Pro­gramm? Kein Pro­blem

Sie nut­zen ein äl­te­res Pro­gramm, das die Raw-da­tei­en von deut­lich neue­ren Ka­me­ras nicht öff­net? Dann wan­deln Sie Ih­re Raw-da­tei­en doch ein­fach mit dem Gra­tis­pro­gramm Di­gi­tal Ne­ga­ti­ve Con­ver­ter (auch Dng-kon­ver­ter) ins Dng-da­tei­for­mat um – nun kön­nen Sie die Auf­nah­men auch noch mit sehr al­ten Pro­gram­men be­ar­bei­ten. Das DNG-DA­tei­for­mat ver­ur­sacht kei­nen Qua­li­täts­ver­lust und kaum Pro­ble­me – der Wech­sel zu DNG bringt so­gar hand­fes­te Vor­tei­le (sie­he „Dng“-ab­schnitt un­ten). Ho­len Sie sich den Di­gi­tal Ne­ga­ti­ve Con­ver­ter di­rekt auf der In­ter­net­sei­te des Her­stel­lers un­ter www.ado­be.de. Dort klicken Sie rechts oben auf die Su­chen-lu­pe und tip­pen „her­un­ter­la­den dng win­dows“oder „her­un­ter­la­den dng mac“. So lan­den Sie schnell bei dem Link, der das Pro­gramm auf Ih­ren Rech­ner bringt, stets mit Un­ter­stüt­zung für ak­tu­el­le Ka­me­ras. 1. Ko­pie­ren Sie Ih­re Raw-da­tei­en zum Um­wan­deln in ei­nen Ord­ner; Un­ter­ord­ner sind er­laubt. 2. Öff­nen Sie den Dng-kon­ver­ter, und ge­ben Sie den Ord­ner mit Ih­ren Raw-fo­tos an. Las­sen Sie al­le „Vor­ein­stel­lun­gen“ge­trost un­ver­än­dert (mehr da­zu im nächs­ten Ab­schnitt). 3. Klicken Sie auf „Kon­ver­tie­ren“. Das Pro­gramm er­zeugt dann neue Dng-da­tei­en. 4. Lö­schen Sie die Ori­gi­na­le.

Tipp

Der Di­gi­tal Ne­ga­ti­ve Con­ver­ter be­nennt die bei der Kon­ver­tie­rung ent­stan­de­nen Dng-da­tei­en wahl­wei­se um, zum Bei­spiel in „Por­trait An­ge­li­ka_1234“. Als mög­li­chen Na­mens­be­stand­teil bie­tet das Pro­gramm auch das „Da­tum“an. Ge­meint ist da­mit der Tag der Dng-um­wand­lung – und nicht das Auf­nah­me­da­tum.

Ih­re Vor­tei­le mit dem Dng-da­tei­for­mat

Na­he­zu für je­de neue Ka­me­ra er­fin­den die Her­stel­ler ei­ne neue Va­ri­an­te des Raw-da­tei­for­mats. Dar­um kön­nen Sie die RAWS neu­er Ka­me­ras zu­nächst nur mit dem Pro­gramm öff­nen, das der Her­stel­ler zur Ka­me­ra mit­lie­fert. Sie müs­sen dann dar­auf hof­fen, dass an­de­re Pro­gram­me wie Light­room oder Pho­to­shop die­se Raw-va­ri­an­te mög­lichst bald un­ter­stüt­zen. Nut­zen Sie je­doch ein äl­te­res Pro­gramm, öff­net es Raw-da­tei­en von neu­en Ka­me­ras meist gar nicht. Nütz­lich wirkt hier das Dng-da­tei­for­mat, ei­ne fast pro­blem­lo­se Al­ter­na­ti­ve. DNG stammt von Ado­be, dem Her­stel­ler von Pho­to­shop und Light­room. Auch an­de­re Her­stel­ler kön­nen DNG be­lie­big ver­wen­den. Wan­deln Sie Ih­re RAWDa­tei­en zum Bei­spiel mit den Gra­tis­pro­gram­men Dng-kon­ver­ter (sie­he oben) oder Di­gi­kam ins Dng-da­tei­for­mat, dann lö­schen Sie die Ori­gi­na­le.

DNG er­hält die Bild­qua­li­tät der kon­ver­tier­ten Raw-da­tei voll­stän­dig. DNG ist ver­mut­lich zu­kunfts­si­che­rer als die spe­zi­el­len Da­tei­for­ma­te der Ka­me­ra­her­stel­ler. Dng-da­tei­en spei­chern IPTC-STICH­wör­ter und Kor­rek­tur­da­ten di­rekt in­ner­halb der Bild­da­tei, das ist prak­tisch. Die Raw-da­tei­en der Ka­me­ra­her­stel­ler be­nö­ti­gen da­ge­gen ei­ne se­pa­ra­te Da­ten­bank oder ei­ne se­pa­ra­te XMPDa­tei zu je­dem Fo­to. Dng-da­tei­en be­le­gen oft et­was we­ni­ger Spei­cher­platz als gleich­wer­ti­ge Ka­me­ra­her­stel­ler-for­ma­te (s. Ta­bel­le).

Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me, die den Ka­me­ras bei­lie­gen, kön­nen das For­mat nicht nut­zen – Ca­non DPP oder Ni­kon Cap­tu­renx sper­ren sich ge­gen DNG. In un­se­ren Tests konn­ten die Pro­fi­pro­gram­me Cap­tu­re One und DXO Op­tic­s­pro ver­ein­zelt sehr al­te DNGS nicht öff­nen, sie er­schie­nen teils nicht ein­mal als Sym­bol. Pho­to­shop, Pho­to­shop Ele­ments, Light­room, ACDSEE und Raw­the­ra­pee öff­ne­ten im Test sämt­li­che Dng-da­tei­en zu­ver­läs­sig. An­ders als Raw-da­tei­en wer­den DNGS bei Ge­richt und in Fo­to­wett­be­wer­ben even­tu­ell nicht ak­zep­tiert. Ein­zel­ne ka­me­ra­spe­zi­fi­sche In­for­ma­tio­nen wie Be­lich­tungs­pro­gramm oder Schär­fe­punkt flie­gen even­tu­ell her­aus (sie sind je­doch nicht wirk­lich wich­tig). So­fern Sie Ih­re Dng-da­tei­en mit Ado­be-pro­gram­men wie Pho­to­shop oder Light­room er­zeu­gen, kön­nen Sie noch ein paar Ein­stel­lun­gen än­dern. In al­ler Re­gel ist das aber nicht nö­tig – las­sen Sie al­les wie vor­ge­ge­ben.

„Raw-ori­gi­nal­da­tei ein­bet­ten“:

Packt die Ori­gi­nal-raw-da­tei zu­sätz­lich ins DNG und ver­dop­pelt da­mit die Da­t­ei­grö­ße – min­des­tens. Ist in al­ler Re­gel über­flüs­sig, wird je­doch für das Pro­fi-pro­gramm Cap­tu­re One emp­foh­len. „Jpeg-vor­schau“: In­ner­halb der Dng-da­tei si­chert das Pro­gramm auf Wunsch ei­ne Jpeg-vor­schau, da­mit sich die Dng-da­tei je nach Soft­ware leich­ter anzeigen lässt. Wäh­len Sie ru­hig die Op­ti­on „Vol­le Grö­ße“, die in al­len Zoom­stu­fen bes­te Qua­li­tät bringt. Sie kos­tet nur ein paar 100 Ki­lo­byte mehr Spei­cher­platz als klei­ne­re Va­ri­an­ten. Kom­plet­ter Ver­zicht auf das Vor­schau­bild ver­lang­samt oder ver­hin­dert das Be­trach­ten in al­len Pro­gram­men.

„Ver­lust­rei­che Kom­pri­mie­rung“:

Kom­pri­miert mit leich­tem Qua­li­täts­ver­lust. Spart ge­gen­über dem üb­li­chen ver­lust­frei­en DNG rund 60 % Spei­cher­platz (s. Ta­bel­le un­ten). Wahl­wei­se sen­ken Sie zu­sätz­lich noch die Pi­xel­zahl. Bes­ser als JPEG und SRAW, aber schlech­ter als ver­lust­frei kom­pri­mier­tes RAW ein­schließ­lich DNG. Gut zur Ar­chi­vie­rung Zwei­ter-wahl-bil­der.

„Schnell la­den­de Da­tei­en ein­bet­ten“:

Soll die Anzeige von RAW-DA­tei­en auf an­de­ren Rech­nern oder in ge­än­der­ten Pro­gramm­ver­sio­nen be­schleu­ni­gen, bringt aber in der Pra­xis we­nig. Stei­gert die Da­t­ei­grö­ße um rund 0,4 bis 1 Me­ga­byte. Ver­zicht­bar.

Ak­tu­el­le Bild­pro­gram­me im Dng-check

Es lohnt sich al­so oft, statt der Ori­gi­nal­for­ma­te Dng-da­tei­en der Ka­me­ra­her­stel­ler zu ver­wen­den. Doch nur we­ni­ge Ka­me­ras er­zeu­gen un­mit­tel­bar DNGS, dar­un­ter ein­zel­ne Mo­del­le von Pen­tax, Ca­sio, Ri­coh so­wie ei­ni­ge Smart­pho­nes mit dem Be­triebs­sys­tem An­dro­id 5 oder hö­her. Ca­non, Ni­kon, So­ny, Pa­na­so­nic, Olym­pus, Fu­ji­film und Sig­ma bie­ten DNG da­ge­gen nicht in ih­ren Ka­me­ra­me­n­üs an. Hier er­zeu­gen Sie zu­nächst ei­ne üb­li­che Raw-auf­nah­me mit ei­ner En­dung wie .cr2 oder .nef. Da­nach wan­deln Sie die­se Da­tei­en am Com­pu­ter ins Dng-for­mat um, zum Bei­spiel mit dem kos­ten­lo­sen Dng-kon­ver­ter. Na­tür­lich er­stel­len auch an­de­re Pro­gram­me DNGS. Zu­nächst wäh­len Sie die ge­wünsch­ten Raw-auf­nah­men in der Bild­über­sicht aus. Dann geht es je nach Pro­gramm so wei­ter: Light­room: Klicken Sie auf „Da­tei, Ex­por­tie­ren“, in den „Da­tei­ein­stel­lun­gen“ge­ben Sie „DNG“an.

Dng-da­tei­en im Win­dows Ex­plo­rer

In man­chen Ver­sio­nen zeigt der Win­dows-da­tei­ex­plo­rer Dng-da­tei­en zu­nächst nicht als Fo­to­mi­nia­tur an, son­dern nur als all­ge­mei­nes Sym­bol. Das kön­nen Sie leicht än­dern: 1. Öff­nen Sie Ado­be.de, und klicken Sie oben rechts auf die Lu­pe für die Such­funk­ti­on. 2. Su­chen Sie nach „dng co­dec win­dows“. 3. Klicken Sie auf den ers­ten oder zwei­ten Tref­fer, so­dass Sie bei „Ado­be DNG Co­dec 2.0“lan­den. 4. Mit ei­nem Klick auf „Down­load Now“la­den Sie die Da­tei her­un­ter. 5. In­stal­lie­ren Sie den so­ge­nann­ten Co­dec durch ei­nen Dop­pel­klick auf die über­tra­ge­ne Da­tei. Laut Bild­schirm­mel­dung müs­sen Sie den Rech­ner noch neu star­ten („re­boot“). In un­se­rem Test war das über­flüs­sig: Di­rekt nach der In­stal­la­ti­on prä­sen­tier­te der Win­dows Ex­plo­rer die Dng-da­tei­en be­reits als Fo­tos und nicht mehr als Stan­dard­sym­bo­le. Je nach Bild­pro­gramm zeigt Win­dows Ex­plo­rer Ih­re Raw-da­tei­en nur im ur­sprüng­li­chen Zu­stand an, oh­ne Ih­re Kon­trast­kor­rek­tu­ren oder Zu­schnit­te. Um das zu än­dern, wäh­len Sie in Pho­to­shop CC „Be­ar­bei­ten, Vor­ein­stel­lun­gen, Ca­me­ra RAW“und schal­ten die fol­gen­de Op­ti­on ein: „Ein­ge­bet­te­te Jpeg-vor­schau­en ak­tua­li­sie­ren“. Nun se­hen Sie Ih­re Dng-da­tei auch im Ex­plo­rer in der neu­es­ten Fas­sung. Pho­to­shop Ele­ments bie­tet die glei­che Op­ti­on. Da­zu öff­nen Sie ei­ne Da­tei im Raw-dia­log und drü­cken Strg + K oder Com­mand + K .

Vol­les Pro­gramm Mit seit­li­chen Be­di­en­feld­leis­ten, Film­strei­fen und zen­tra­ler Bild­an­zei­ge ist DXO Op­tic­s­pro ein ty­pi­sches Pro­gramm zur Raw-be­ar­bei­tung.

Da­tei­wand­ler Der kos­ten­lo­se Dng-kon­ver­ter rech­net die Ori­gi­nal­da­tei­en der Ka­me­ra­her­stel­ler ins uni­ver­sel­le Dng-for­mat um.

Im Ver­gleich Bei­de Raw-da­tei­en wur­den be­ar­bei­tet. Die Cr2-da­tei be­legt mehr Spei­cher­platz und er­for­dert ei­ne zu­sätz­li­che klei­ne Xmp-da­tei (Mit­te). Die Dng-um­wand­lung be­nö­tigt kei­ne Xmp-da­tei.

Ein­stel­lungs­sa­che An den DNGOp­tio­nen brau­chen Sie in der Re­gel nichts zu än­dern.

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