Ein grü­ner Ar­beits­platz

Friedberger Allgemeine - - Friedberg -

Für vie­le Men­schen hat der hei­mi­sche Wald ei­nen ho­hen Frei­zeit­wert. Sie ge­nie­ßen die grü­ne Lun­ge, ma­chen ger­ne ei­nen Spa­zier­gang durch den Forst und schal­ten ab von der Hek­tik des All­tags. Für Men­schen wie Ru­di Brandl ist der Wald aber nicht im­mer nur Er­ho­lung – im Ge­gen­teil: Er ist ihr Ar­beits­platz.

Der Förs­ter kann nicht ru­hig sei­nen Blick durch die Na­tur schwei­fen las­sen, er sieht, wo es krankt und wo die Fach­leu­te schnell ein­grei­fen müs­sen. Der Bor­ken­kä­fer fliegt wie­der und das be­deu­tet vor al­lem für die Wald­be­sit­zer eins: viel Ar­beit. Ge­ra­de jetzt, wo die Land­wir­te oh­ne­hin schon mit den Ern­tear­bei­ten viel zu tun ha­ben, müs­sen sie auch den Wald im Au­ge be­hal­ten. Re­agie­ren sie nicht schnell ge­nug, kann es zur drit­ten Ge­ne­ra­ti­on der Bor­ken­kä­fer kom­men und der Be­stand ist kaum mehr zu ret­ten. Vie­le Wald­be­sit­zer ha­ben um­ge­dacht und set­zen bei Auf­fors­tungs­maß­nah­men auf Misch­wald statt Mo­no­kul­tu­ren. Da­mit set­zen sie dem Bor­ken­kä­fer nach­hal­ti­ger zu. Doch bis es ge­lun­gen ist, den Wald wie­der in sei­ner Viel­falt auf­zu­fors­ten, bleibt nur das Hof­fen auf mög­lichst feuch­tes Wet­ter im Au­gust und ein acht­sa­mes Au­ge der Land­wir­te. Nur so kann ei­ne star­ke Ver­meh­rung des Bor­ken­kä­fers ver­mie­den wer­den.

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