Koo – der Gu­te-Lau­ne-Spie­ler des FCA

Weil der Süd­ko­rea­ner im­mer bes­ser deutsch spricht, ist er in die Mann­schaft in­te­griert und ver­schwen­det kei­nen Ge­dan­ken an ei­ne Rück­kehr in sei­ne Hei­mat. War­um Augs­burg für ihn et­was Be­son­de­res ist und wel­che Zie­le er ver­folgt

Friedberger Allgemeine - - Sport Regional - Fo­to: Klaus-Rai­ner Krie­ger

Die drei Süd­ko­rea­ner Ja-cheol Koo, Dong-won Ji und Jeong-ho Hong gal­ten als ei­ne Ein­heit. Auch au­ßer­halb des Ra­sen-Vie­r­ecks war das Trio gut be­freun­det. In der Frei­zeit hat man viel zu­sam­men un­ter­nom­men. Klar, für ei­nen Süd­ko­rea­ner ist das Le­ben in Bay­ern nicht im­mer ganz ein­fach. Die Spra­che, die Kul­tur, da kommt ei­ner schon mal ins Gr­ü­beln. Hong, der bis vor kur­zem noch für den FC Augs­burg spiel­te und kaum ein Wort Deutsch sprach, zog die Kon­se­quen­zen: Der In­nen­ver­tei­di­ger ging zu­rück nach Asi­en.

Für den 27-jäh­ri­gen Mit­tel­feld­spie­ler Koo ist das ein­fach nur „scha­de“. Koo kann den Wech­sel den­noch ver­ste­hen. „Er hat sich in Deutsch­land nicht so wohl­ge­fühlt“, sagt Koo über Hong. Von ei­ner Rück­kehr nach Asi­en ha­be Hong öf­ter ge­spro­chen. Für Koo ist das kein The­ma. Er ist ein an­de­rer Typ, wirkt fröh­lich und ist vor al­lem sehr lern­fä­hig.

Als Koo 2012 vom VfL Wolfs­burg zum FCA aus­ge­lie­hen wur­de, hat­te er ähn­li­che Pro­ble­me wie Hong: „Als ich von Süd­ko­rea nach Wolfs­burg kam, hat­te ich ei­ne schwe­re Zeit. Ich woll­te der Mann­schaft hel­fen, aber mit der deut­schen Kul­tur kam ich zu­nächst nicht zu­recht.“Die Spra­che stell­te eben­so ei­ne ho­he Hür­de dar.

Heute, vier Jah­re spä­ter, im Trai­nings­la­ger des FCA in Süd­ti­rol, ist al­les ganz an­ders. Es wä­re über­trie­ben zu sa­gen, Koo spricht per­fekt deutsch, aber man kann sich schon seit län­ge­rer Zeit recht gut mit ihm un­ter­hal­ten. „Ich war gar nicht so oft im Deutsch­un­ter­richt, war aber viel mit Kol­le­gen un­ter­wegs und ha­be mir da­bei viel an­ge­eig­net.“

Spra­che ist für ihn ein wich­ti­ges In­stru­ment, soll ihm da­bei hel­fen, sich ei­nen Traum zu er­fül­len. Was ist das für ein Traum? „Als Spie­ler war ich in Süd­ko­rea sehr po­pu­lär und hat­te ei­nen ho­hen Stel­len­wert. Ich will, dass mir das in Deutsch­land auch ge­lingt.“

Koo ist auf ei­nem gu­ten Weg. Als er von Wolfs­burg nach Augs­burg aus­ge­lie­hen wur­de, er­ziel­te er in 36 Spie­len acht To­re. Nach sei­ner ers­ten Zeit in Augs­burg, die ein­ein­halb Spiel­zei­ten dau­er­te, trans­fe­rier­te ihn Wolfs­burg zum FSV Mainz. Auch in Mainz über­zeug­te Koo durch­aus. „Mir hat es in Mainz gut ge­fal­len, und es war ei­ne sehr an­ge­neh­me Zeit.“

Den­noch muss­te Koo nicht lan­ge über­le­gen, als im Jahr 2015 der FC Augs­burg er­neut bei ihm an­klopf­te. Koo lacht, er­zählt, Augs­burg sei et­was Be­son­de­res. „Ich hat­te ein gu­tes Ge­fühl, als das An­ge­bot kam. Ich weiß, dass die Fans mich hier sehr schät­zen, und die Leu­te sind sehr nett. Ich füh­le mich hier wohl.“Die­ser Wohl­fühl­fak­tor hat sich für ihn und den FCA be­zahlt ge­macht. In der ver­gan­ge­nen Sai­son brach­te es Koo auf acht Tref­fer. Un­ver­gess­lich sei­ne drei To­re beim 3:3 ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen.

Jetzt kommt für ihn ein neu­er Ab­schnitt. Trai­ner Wein­zierl hat den Klub ver­las­sen, und mit Dirk Schus­ter steht ein neu­er Mann auf der Kom­man­do­brü­cke. Es sei zu früh, viel über ihn zu sa­gen, meint Koo. „Aber das Trai­ning un­ter ihm macht mir viel Spaß und er ist ein sehr kom­mu­ni­ka­ti­ver Trai­ner. Das ge­fällt mir. Im Trai­ning fehlt Koo der­zeit sein Land­mann Dong-won Ji, der in den ver­gan­ge­nen Ta­gen in­di­vi­du­ell trai­niert hat. „Er ist am Knie et­was an­ge­schla­gen. Ich hof­fe, er steigt bald wie­der ins Mann­schafts­trai­ning ein“, sagt Koo.

In knapp vier Wo­chen be­ginnt für ihn und sei­ne Kol­le­gen die Bun­des­li­ga­sai­son, in der es am En­de wie­der für den Klas­sen­er­halt rei­chen soll. Koo freut sich dar­auf, ist ehr­gei­zig und hat per­sön­li­che Zie­le: „Ich will auf dem Platz noch mehr ar­bei­ten und mich mehr zei­gen.“

Ja-cheol Koo hat in der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit für den FC Augs­burg acht Tref­fer er­zielt. Wäh­rend es Lands­mann Jeong-ho Hong zu­rück in sei­ne asia­ti­sche Hei­mat zog, will Süd­ko­rea­ner Koo in der Bun­des­li­ga ei­nen ho­hen Stel­len­wert er­rei­chen.

Aus dem FCATrai­nings­la­ger be­rich­tet Wolf­gang Lang­ner

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