Pfei­fer will am Stand­ort kräf­tig in­ves­tie­ren

Heu­er sol­len sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro für Tech­no­lo­gi­en und Um­welt­schutz aus­ge­ge­ben wer­den. Un­ter­neh­men setzt auf Aus­bil­dung. Bio­mas­se-Kraft­werk er­zeugt Wär­me und fast acht Pro­zent des Strom­ver­brauchs im gan­zen Kreis

Friedberger Allgemeine - - Wirtschaft Im Wittelsbacher Land -

Küh­bach-Un­ter­bern­bach Ei­ne Müh­le gab es im Küh­ba­cher Orts­teil Un­ter­bern­bach schon im Jahr 1237, das be­stä­tigt ei­ne Ur­kun­de der Wit­tels­ba­cher. Seit rund 500 Jah­ren wird an der Stel­le Rund­holz zu Schnitt­holz ge­sägt. Die­se „Sä­ge zu Un­ter­bern­bach“ist heute Teil der Pfei­ferG­rup­pe, ei­nem füh­ren­den Un­ter­neh­men der eu­ro­päi­schen Holz­in­dus­trie. Bür­ger­meis­ter Hans Lot­ter­schmid und Wirt­schafts­re­fe­ren­tin Da­nie­la Eder be­sich­tig­ten mit Land­rat Klaus Metz­ger das Werk. Da­bei kün­dig­te das Un­ter­neh­men In­ves­ti­tio­nen in den Stand­ort an.

Knapp 250 Mit­ar­bei­ter sei­en in Un­ter­bern­bach be­schäf­tigt, so Ge­schäfts­füh­rer Ger­not Hor­meß laut ei­ner Mit­tei­lung. Da­von zur Zeit elf Aus­zu­bil­den­de in kauf­män­ni­schen und ge­werb­li­chen Be­ru­fen. „Die Aus­bil­dung ist für uns ein ganz wich­ti­ger Fak­tor, für die Zu­kunft des Un­ter­neh­mens und für die Ver­wur­ze­lung in der Re­gi­on“, sind sich Hor­meß und Franz Mair, Aus­bil­der und Be­triebs­rats­vor­sit­zen­der, ei­nig. „Vor ein paar Jah­ren ha­ben wir uns noch schwer ge­tan, un­se­re Aus­bil­dungs­plät­ze zu be­set­zen, in­zwi­schen sieht das ganz an­ders aus.“

Aus­bil­dungs­plät­ze für die Be­ru­fe Holz­be­ar­bei­tungs­me­cha­ni­ker, In­dus­trie­me­cha­ni­ker, Be­triebs­elek­tri­ker so­wie Kauf­mann für Bü­ro­ma­nage­ment wer­den in Un­ter­bern­bach an­ge­bo­ten. Tra­di­ti­on hat zum Bei­spiel, dass Mair, selbst lei­den­schaft­li­cher Thea­ter­spie­ler, mit den Azu­bis die Weih­nachts­fei­er ge­stal­tet und die­se da­für mit gro­ßem En­ga­ge­ment ein Thea­ter­stück ein­stu­die­ren.

Mair be­gann 1987 als Be­triebs­schlos­ser im Un­ter­bern­ba­cher Werk. Da­mals hieß die Fir­ma noch „Heg­gen­stal­ler“. Paul Heg­gen­stal­ler hat­te die Sä­ge zu Un­ter­bern­bach im Jahr 1855 er­wor­ben. 20 Jah­re über­nahm An­ton Heg­gen­stal­ler den Be­trieb, der sich in der Fol­ge, über die Ge­ne­ra­tio­nen, nach und nach ver­grö­ßer­te. Seit 2005 ge­hört die Fir­ma zur Pfei­fer-Grup­pe, die ih­ren Sitz in Imst in Ös­ter­reich im Inn­tal (Ti­rol) hat, vor vier Jah­ren schließ­lich wur­de die An­ton Heg­gen­stal­ler Gm­bH dann auch in Pfei­fer Holz Gm­bH um­be­nannt.

Bei der Füh­rung durch den Be­trieb er­klär­te Werk­lei­ter Ge­org Wal­cher die Vor­gän­ge: „Das Kern­stück ist un­ser Sä­ge­werk, in dem an die 700 000 Fest­me­ter Holz pro Jahr ver­ar­bei­tet wer­den.“Die Stäm­me an­ein­an­der­ge­reiht wür­den mehr als ein­mal um die Er­de rei­chen. Das Holz wer­de aus­schließ­lich aus nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft be­zo­gen und zu 100 Pro­zent ver­wer­tet. Da­bei ent­steht Schnitt­holz für den Holz­bau und Sä­ge­mehl, das zu Pel­lets und Pa­let­ten­klöt­zen wei­ter­ver­ar­bei­tet wird. Die Rin­de lan­det im ei­ge­nen Bio­mas­se-Kraft­werk, das vor al­lem Wär­me für die Trock­nung der Sä­ge­spä­ne, aber auch Strom er­zeugt: 71 Mil­lio­nen Ki­lo­watt­stun­den (kWh) im Jahr. Das sind knapp acht Pro­zent des Ge­samt­strom­ver­brauchs im Landkreis Aich­ach­spä­ter Fried­berg. Die­ser Strom wird vor al­lem vom Un­ter­neh­men selbst ver­braucht. Der Über­schuss der re­ge­ne­ra­tiv er­zeug­ten Ener­gie geht ins Strom­netz.

Hor­meß be­kräf­tig­te die Be­deu­tung des Stand­orts: „Pfei­fer fühlt sich wohl in Un­ter­bern­bach, wir ha­ben kräf­tig in­ves­tiert und wer­den das auch wei­ter­hin tun. Wir mo­der­ni­sie­ren und er­wei­tern – in neue Tech­no­lo­gi­en und in den Um­welt­schutz“. In­ves­ti­tio­nen in Hö­he von sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro sind laut dem Ge­schäfts­füh­rer für 2016 vor­ge­se­hen. (AN, cli)

Fo­to: Wolf­gang Mül­ler

Aus­blick vom Dach des Sä­ge­werks auf das Be­triebs­ge­län­de der Fir­ma Pfei­fer in Un­ter­bern­bach. Das Un­ter­neh­men will wach­sen.

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