Po­li­zei er­mit­telt nach Tod ei­nes Kran­ken­haus-Pa­ti­en­ten

Ein 90-Jäh­ri­ger wur­de von ei­nem Bett­nach­barn mit ei­nem Stock at­ta­ckiert. Doch ob das die Ur­sa­che für den Tod des Man­nes war, steht noch nicht fest

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON STE­FAN KROG

Die Po­li­zei prüft mo­men­tan, ob es ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen Schlä­gen gibt, die ein 90-jäh­ri­ger Kli­ni­kums­pa­ti­ent von ei­nem Bett­nach­barn be­kom­men ha­ben soll, und dem Tod des Op­fers we­ni­ge Ta­ge spä­ter. Der Se­ni­or starb am ver­gan­ge­nen Sonn­tag im Kli­ni­kum, nach­dem er vor ei­ner Wo­che laut Er­mitt­lun­gen von sei­nem fast gleich­alt­ri­gen Bett­nach­barn mit ei­nem Stock ge­schla­gen wor­den war. Die Po­li­zei be­stä­tig­te am Di­ens­tag auf An­fra­ge, we­gen Kör­per­ver­let­zung mit To­des­fol­ge ge­gen den Zim­mer­nach­bar zu er­mit­teln. Man ste­he noch am An­fang der Er­mitt­lun­gen, so Po­li­zei­spre­cher Sieg­fried Hart­mann.

Ein be­son­de­rer Schwer­punkt wird auf die To­des­ur­sa­che ge­legt. Der 90-Jäh­ri­ge muss­te nach den of­fen­bar sehr hef­ti­gen Schlä­gen mit Kno­chen­brü­chen im Ge­sicht und an der Hand ope­riert wer­den. Zu­dem er­litt der Se­ni­or wohl groß­flä­chi­ge Blut­er­güs­se. Of­fen­bar er­eig­ne­te sich der Vor­fall un­er­war­tet, wäh­rend der 90-Jäh­ri­ge fern­sah.

Bei­de Män­ner wa­ren schon seit ei­ni­gen Ta­gen ge­mein­sam in dem Zim­mer un­ter­ge­bracht. Auf Be­su­cher ha­be er ei­nen un­auf­fäl­li­gen Ein­druck ge­macht, so ein An­ge­hö­ri­ger des Ver­stor­be­nen ge­gen­über un­se­rer Zei­tung.

Der 90-Jäh­ri­ge sei we­gen Was­ser­ein­la­ge­run­gen im Kli­ni­kum be­han­delt wor­den, an­sons­ten aber noch fit ge­we­sen. Le­bens­ge­fahr auf­grund der Er­kran­kung sei nie ein The­ma ge­we­sen, so der An­ge­hö­ri­ge des ver­stor­be­nen Man­nes. Die Staats­an­walt­schaft ord­ne­te ei­ne Ob­duk­ti­on an.

Sei­tens der Po­li­zei heißt es, der Bett­nach­bar ha­be beim Ein­tref­fen der Strei­fe ei­nen stark des­ori­en­tier­ten Ein­druck ge­macht. Auch hier lau­fen die Er­mitt­lun­gen zum Ge­sund­heits­zu­stand noch. Zum jet­zi­gen Zeit­punkt ge­he man aber eher nicht von ei­ner ge­plan­ten Tat aus, so die Po­li­zei.

Das Kli­ni­kum äu­ßer­te sich auf An­fra­ge be­trof­fen. Man füh­le mit den An­ge­hö­ri­gen. Zur Fra­ge, ob es im Vor­feld Hin­wei­se auf ei­nen der­ar­ti­gen Vor­fall ge­ge­ben hat­te, äu­ßer­te sich das Kran­ken­haus mit Ver­weis auf die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht nicht. Man kön­ne in ei­ner der­ar­ti­gen Si­tua­ti­on aus recht­li­chen Grün­den ge­ne­rell kei­ne Stel­lung­nah­me ab­ge­ben. Die Po­li­zei wer­de bei ih­ren Er­mitt­lun­gen durch das Kran­ken­haus aber nach Kräf­ten un­ter­stützt.

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