Grad­mes­ser Kran­ken­stand

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON JOA­CHIM BOM­HARD bom@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Die Zah­len über die Ent­wick­lung des Kran­ken­stands von Ar­beit­neh­mern, die Kran­ken­kas­sen in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den ver­öf­fent­li­chen, wer­den ger­ne für ge­sell­schaft­li­che Ana­ly­sen her­ge­nom­men: Für Aus­sa­gen über all­ge­mei­ne Be­las­tung durch zu­neh­men­de Ar­beits­ver­dich­tung, durch Stress, schein­bar stän­di­ge Er­reich­bar­keit und Über­stun­den. In sie kann man die ak­tu­el­le Kon­junk­tur hin­ein­in­ter­pre­tie­ren, weil sich vie­le Be­schäf­tig­te in Kri­sen­zei­ten mit der Krank­mel­dung eher zu­rück­hal­ten. Sie sind eben­so Grad­mes­ser für das Be­triebs­kli­ma be­zie­hungs­wei­se die Qua­li­tä­ten von Füh­rungs­kräf­ten.

Was al­so sa­gen uns die neu­es­ten Zah­len der DAK? Ist der ge­mel­de­te Höchst­stand ein Alarm­zei­chen? Nur be­dingt. Die lang­wie­ri­ge Be­hand­lung chro­ni­scher Er­kran­kun­gen wie Krebs oder psy­chi­sche Lei­den er­höht die durch­schnitt­li­che Zahl der Fehl­ta­ge, sagt die Kran­ken­kas­se. Das soll hei­ßen, dass die Men­schen nicht häu­fi­ger krank sind als frü­her, trotz des Re­kords.

Aber wenn See­le oder Rü­cken an­ge­knackst sind, steckt eben meist mehr da­hin­ter. Das soll­te je­der ernst neh­men. Vie­le Un­ter­neh­men ha­ben mit ei­nem ei­ge­nen Ge­sund­heits­ma­nage­ment längst dar­auf re­agiert.

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