Ein­fach ge­sche­hen las­sen

Gre­ta Ger­wig kon­trol­liert nicht al­les

Friedberger Allgemeine - - Kino -

Was hat Sie an die­ser Mag­gie, die ei­ner an­de­ren den Mann aus­spannt und ihn ihr nach ein paar Jah­ren wie­der zu­rück­ge­ben will, ge­reizt?

Gre­ta Ger­wig: Ich mag Mag­gie, weil sie ei­ne ge­wis­se Rein­heit des Her­zens be­sitzt. Sie trägt die tie­fe Sehn­sucht in sich, ih­re ei­ge­ne Wahr­heit zu fin­den und dann da­nach zu le­ben. Sie zö­gert nicht lan­ge, wenn sie et­was tut, und hat ei­ne sehr ge­sun­de Art, sich nicht mit Schuld­ge­füh­len zu be­las­ten. Selbst wenn sie Feh­ler be­geht, steht sie in di­rek­ter Ver­bin­dung zu dem, was sie ist und fühlt.

In Ih­ren Film­fi­gu­ren scheint im­mer viel von Ih­nen selbst zu ste­cken? Ger­wig: Je­de Fi­gur und je­der Mensch sind ei­ne be­son­de­re Kom­bi­na­ti­on aus Stär­ken und Schwä­chen. Schau­spie­len ist für mich ein sehr lang­sa­mer Prozess der An­nä­he­rung an ei­ne Fi­gur. Mit der Re­gis­seu­rin Re­bec­ca Mil­ler ha­be ich fast ein Jahr ge­mein­sam an der Ent­wick­lung Mag­gies ge­ar­bei­tet. Wir mach­ten uns Ge­dan­ken dar­über, wer sie ist, was sie denkt, wie sie sich klei­det.

Mag­gie ist ein Kon­troll­freak. Ge­hört das auch zu Ih­ren Schwä­chen? Ger­wig: Nein. Ich weiß, dass man nicht al­les kon­trol­lie­ren kann. Ich ach­te dar­auf, dass ich die Din­ge, die mir wich­tig im Le­ben sind, un­ter Kon­trol­le ha­be, aber al­les an­de­re las­se ich ein­fach ge­sche­hen. Im Grun­de ist es mir auch gleich­gül­tig, was ich an­zie­he. (M. Schwickert)

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