Wie­der im Spiel

Nach 28 Jah­ren Ab­sti­nenz wol­len die Män­ner Edel­me­tall. Doch sind sie Fa­vo­rit?

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Sal­va­dor Das Selbst­ver­trau­en ist rie­sig, die Eu­pho­rie fast gren­zen­los: Horst Hru­besch und sei­ne 18 Aus­er­wähl­ten ha­ben nach 28 Jah­ren deut­scher Ab­sti­nenz bei olym­pi­schen Fuß­ball­tur­nie­ren nicht we­ni­ger als den Ein­zug ei­ner Me­dail­le im Vi­sier – und den Ein­zug ins Ath­le­ten­dorf, denn die ers­ten bei­den Spie­le be­strei­tet die Elf im 1600 Ki­lo­me­ter von Rio ent­fern­ten Sal­va­dor. „Das Ziel ist klar: Wir wol­len sechs Spie­le ma­chen“, kün­dig­te Olym­pia-Bun­des­trai­ner Hru­besch in Sal­va­dor an.

Im Sta­di­on Fon­te No­va trifft die Hru­besch-Elf heu­te auf Ti­tel­ver­tei­di­ger Me­xi­ko (22 Uhr, ZDF). Für Hru­besch hat das Du­ell fast Fi­nal­cha­rak­ter: „Das ers­te Spiel ist un­glaub­lich wich­tig. Wenn wir die drei Punk­te ha­ben, ha­ben wir ge­nau das, was wir brau­chen, um in so ei­nem Tur­nier wei­ter­zu­kom­men.“Süd­ko­rea ist am Sonn­tag der zwei­te Geg­ner (21 Uhr/ZDF). Zum Ab­schluss trifft Deutsch­land in Be­lo Ho­ri­zon­te auf Fi­dschi (Mitt­woch/21 Uhr/ARD). Als Grup­pen­sie­ger wür­de das deut­sche Team dort auch das Vier­tel­fi­na­le be­strei­ten.

Hru­besch muss­te sich bei der Ka­der­no­mi­nie­rung durch ei­ne „Ver­bots­lis­te“ar­bei­ten, die In­ter­es­sen der A-Na­tio­nal­mann­schaft und der Ver­ei­ne be­rück­sich­ti­gen. Kla­gen wa­ren von Hru­besch nie zu hö­ren. Der 65-Jäh­ri­ge ließ sich sei­nen Olym­pia­T­raum nicht ka­putt­ma­chen und stell­te ein Team zu­sam­men, das Er­fah­rung aus Bun­des­li­ga, Cham­pi­ons und Eu­ro­pa Le­ague oder auch dem A-Team mit­bringt. „Es sind al­les Ty­pen. Es ist ei­ne Ehr­lich­keit da, es ist ein Ver­trau­en da“, sag­te Hru­besch. An Selbst­be­wusst­sein man­gelt es den Spie­lern nicht. „Wir kön­nen nur an uns selbst schei­tern“, sagt Nils Pe­ter­sen (SC Frei­burg).

Die An­sprü­che sind hoch. „Ers­tes Ziel ist der Grup­pen­sieg, da­mit wir für das Vier­tel­fi­na­le nicht um­zie­hen müs­sen. Und zum Halb­fi­na­le wol­len wir dann ins olym­pi­sche Dorf und die­ses Flair mit­neh­men“, sagt Hru­besch. Der Ka­pi­tän der Bron­ze­sie­ger von 1988, Frank Mill, traut dem Team ei­ne sol­che Leis­tung nicht zu: „Die Run­de der letz­ten Acht wä­re schon ein Er­folg.“

Die Vor­be­rei­tung auf das ers­te Spiel war kurz. Nur vier Ein­hei­ten gab es, um aus Spie­lern wie Pe­ter­sen, dem Augs­bur­ger Phil­ipp Max oder Welt­meis­ter Mat­thi­as Gin­ter (Bo­rus­sia Dort­mund) ei­ne star­ke Mann­schaft zu for­men. (dpa)

Fo­to: Patrick See­ger, dpa

Horst Hru­besch

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