Im Herbst steht ein Sprung bei der Ein­woh­ner­zahl an

Im ers­ten Halb­jahr wuchs Augs­burg um zehn Ein­woh­ner pro Tag. War­um es ei­nen wei­te­ren Schub gibt

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON STE­FAN KROG Fo­to: Pe­ter Fastl

Im ers­ten Halb­jahr 2016 ist Augs­burg um mehr als 2100 Ein­woh­ner ge­wach­sen. Zum Stich­tag 30. Ju­ni 2016 lag die Zahl der in Augs­burg ge­mel­de­ten Per­so­nen bei 290 743, so das städ­ti­sche Sta­tis­tik­amt. Da­mit setzt sich der Trend des Wachs­tums aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren (wir be­rich­te­ten) fort. Bis zum Jahr 2019 soll die 300 000-Ein­woh­ner-Mar­ke ge­knackt sein. Gleich­zei­tig schrei­tet der Wan­del der Stadt­ge­sell­schaft voran: Hat­ten An­fang 2010 rund 40 Pro­zent der Augs­bur­ger aus­län­di­sche Wur­zeln (Zu­ge­zo­ge­ne oder de­ren Kin­der), sind es ak­tu­ell knapp 45 Pro­zent.

Was pas­siert heu­er noch? In den kom­men­den Mo­na­ten wird die Zahl der Augs­bur­ger noch deut­lich stär­ker stei­gen als im ers­ten Halb­jahr. Grund ist, dass dann im­mer das Win­ter­se­mes­ter an der Uni­ver­si­tät und der Hoch­schu­le be­ginnt. Im Ok­to­ber mach­te die Ein­woh­ner­zahl in den ver­gan­ge­nen Jah­ren tra­di­tio­nell im­mer ei­nen Sprung um et­wa 1000 nach oben. Be­reits der Sep­tem­ber bringt er­fah­rungs­ge­mäß im­mer ein Plus von et­wa 450 Ein­woh­nern. Fak­tisch zie­hen in die­sen zwei Mo­na­ten so­gar um die 6000 Men­schen neu nach Augs­burg zu, al­ler­dings ver­las­sen im Spät­som­mer/ Herbst auch Schul- und Hoch­schul­ab­sol­ven­ten nach En­de der Aus­bil­dung die Stadt. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren zo­gen in der Sum­me im­mer mehr Men­schen nach Augs­burg zu, als weg­gin­gen – ver­gan­ge­nes Jahr gab es ein Plus um 5450 Men­schen. Auch für die­ses Jahr wird ein ähn­lich ho­her Wert er­war­tet.

Wo kom­men die Zu­züg­ler her? Die Fra­ge ist zen­tral da­für, wel­che Her­aus­for­de­run­gen auf die Stadt­ge­sell­schaft zu­kom­men und wie sie sich ver­än­dern wird. In Re­la­ti­on zu den Zu­züg­lern aus Deutsch­land nahm die Zahl der Zu­züg­ler mit aus­län­di­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark zu. Ihr An­teil an den Zu­züg­lern liegt in­zwi­schen bei gut 50 Pro­zent. Flücht­lin­ge fal­len da­bei nicht so sehr ins Ge­wicht. Vor al­lem sind es Aus­län­der aus EU-Staa­ten, die ver­mehrt nach Augs­burg kom­men. Be­son­ders stark hat der An­teil der Ru­mä­nen zu­ge­nom­men. 6000 Augs­bur­ger ha­ben die ru­mä­ni­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, wo­bei die Stadt da­von aus­geht, dass der Zustrom aus dem EU-Aus­land auf­grund von Än­de­run­gen bei der Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit mit­tel­fris­tig wie­der zu­rück­ge­hen wird. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ge­wach­sen ist die Zahl der Sy­rer und Af­gha­nen in Augs­burg, al­ler­dings auf ei­nem deut­lich nied­ri­ge­ren Ni­veau von ak­tu­ell rund 1600 bzw. 1300.

Bei wei­tem nicht al­le zu­zie­hen­den Aus­län­der blei­ben hier. Auch bei den Weg­züg­lern aus Augs­burg ist der An­teil der Aus­län­der deut­lich ge­stie­gen und liegt bei knapp 40 Pro­zent. Nichts­des­to­trotz sinkt der An­teil der Deut­schen oh­ne aus­län­di­sche Wur­zeln. Er liegt bei 55 Pro­zent. Bei den Augs­bur­gern mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund lie­gen die tür­kisch­stäm­mi­gen Be­woh­ner ganz vor­ne.

Aus dem Um­land in die Stadt oder um­ge­kehrt? Viel hin­und her­ge­zo­gen wird tra­di­tio­nell zwi­schen dem Stadt­ge­biet Augs­burg und den Land­krei­sen Augs­burg und Aichach-Fried­berg. In der Sum­me ver­liert Augs­burg an den Land­kreis Augs­burg je­des Jahr ei­ni­ge hun­dert Ein­woh­ner (ver­gan­ge­nes Jahr wa­ren es 800), aus Aichach-Fried­berg zie­hen aber jähr­lich rund 200 Men­schen mehr nach Augs­burg, als dort­hin­zie­hen.

Dass in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­stärkt Münch­ner an­ge­sichts der ho­hen Woh­nungs­prei­se nach Augs­burg ge­flüch­tet sind, scheint üb­ri­gens ei­ne Mär zu sein. Ihr An­teil un­ter den Neu­zu­züg­lern ist seit dem Jahr 2013 im Trend sin­kend. Pro Jahr kom­men um die 1500 Münch­ner nach Augs­burg, gut 1000 Augs­bur­ger zie­hen da­für in die Lan­des­haupt­stadt.

Stadt­tei­le In den ver­gan­ge­nen fünf­ein­halb Jah­ren be­son­ders stark ge­wach­sen sind das Schäff­ler­bach­Vier­tel (AKS-Ge­län­de), Gög­gin­genOst (Wohn­ge­biet Fried­rich-Eber­tStra­ße) und das Vier­tel Links der Wertach.

Der Cam­pus: Stu­den­ten tra­gen mit dem Be­ginn des Win­ter­se­mes­ters zur Stei­ge­rung der Be­völ­ke­rungs­zahl bei.

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