Bar­ba­ra Stamm kri­ti­siert die CSU

Land­tags­prä­si­den­tin pran­gert Be­nach­tei­li­gung von Frau­en in ih­rer Par­tei an

Friedberger Allgemeine - - Bayern -

München In der CSU ha­ben selbst gu­te und hoch­qua­li­fi­zier­te Frau­en nach An­sicht der Par­tei­vi­ze­che­fin Bar­ba­ra Stamm „zu we­nig Chan­cen“auf ei­ne po­li­ti­sche Kar­rie­re. Die Land­tags­prä­si­den­tin for­der­te CSU-Chef Horst See­ho­fer im Baye­ri­schen Rund­funk zum Han­deln auf. Denn dies sei ein „un­halt­ba­rer Zu­stand“.

Sie kri­ti­sier­te, dass die Par­tei bei der der­zeit lau­fen­den Auf­stel­lung ih­re Wahl­kreis­kan­di­da­ten zur Bun­des­tags­wahl in ei­nem Jahr vor al­lem auf Män­ner set­ze. Im Hin­blick auf die Kan­di­da­ten­kür in München sag­te Stamm: „Ich weiß nicht, ob es für die CSU sehr po­si­tiv ist, wenn ei­ne Groß­stadt­par­tei wie die Mün­chenCSU so gut wie kei­ne Frau­en hat.“Die Par­tei „hät­te Frau­en, aber sie ha­ben nicht die Chan­cen und die Mög­lich­kei­ten“.

Stamm hat sich be­reits in­tern in der Münch­ner CSU für mehr Frau­en stark ge­macht: „Aber das sieht man als nicht er­laub­te Ein­mi­schung an“, sag­te sie. Die Par­tei­vi­ze­che­fin geht da­von aus, dass CSU-Kan­di­da­ten bei der Bun­des­tags­wahl nur über Di­rekt­man­da­te in das Par­la­ment ein­zie­hen dürf­ten. 2013 hat­te die CSU al­le Di­rekt­man­da­te in Bay­ern ge­won­nen. Im Vor­feld der Wahl be­stim­men aber die ört­li­chen De­le­gier­ten in ei­nem Aus­wahl­ver­fah­ren ih­re Kan­di­da­ten. Bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl wa­ren acht von bay­ern­weit 45 Di­rekt­kan­di­da­ten Frau­en.

Weil nun mit Ger­da Has­sel­feldt und Dag­mar Wöhrl zwei Frau­en auf­hör­ten, könn­ten schlimms­ten­falls nur noch sechs CSU-Frau­en in den Bun­des­tag ein­zie­hen. Die stell­ver­tre­ten­de CSU-Vor­sit­zen­de Stamm for­dert des­we­gen See­ho­fer zum Han­deln auf. „Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass ein Par­tei­vor­sit­zen­der da ein­fach so zu­schau­en kann“, sag­te sie. (afp, dpa)

Bar­ba­ra Stamm

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