Der Film­mu­si­ker, der aus Augs­burg stammt

Heu­te läuft im Lech­flim­mern zum ers­ten Mal „Die letz­te Sau“. Die Mu­sik da­für hat Bo­ris Bo­jadz­hiev ge­schrie­ben. Über ei­nen künst­le­ri­schen Um­weg kam der Schü­ler von St. Ste­phan zu sei­ner Pro­fes­si­on

Friedberger Allgemeine - - Feuilleton Regional - VON SY­BIL­LE SCHIL­LER

Heu­te läuft beim Open-Air-Ki­no „Lech­flim­mern“das Pre­view „Die letz­te Sau“, ein neu­er Film von Aron Leh­mann, der im Ok­to­ber in die Ki­nos kommt. Das Team, dar­un­ter Ro­sa­lie Tho­mass, kommt heu­te nach Augs­burg. Es fehlt: der Film­mu­si­ker Bo­ris Bo­jadz­hiev, der we­gen neu­er Pro­jek­te in Berlin blei­ben muss­te. Da­bei ist Bo­jadz­hiev ge­bür­ti­ger Augs­bur­ger, der Sohn von Kunst­päd­ago­gin Ger­trud Ro­thBo­jadz­hiev und ih­rem ver­stor­be­nen Ehe­mann Emil Bo­jadz­hiev, der ei­ne Tep­pich-Ga­le­rie in der Bä­cker­gas­se be­trie­ben hat­te.

Zu­rück zu ih­rem Sohn Bo­ris Bo­jadz­hiev. Dem hat­te der ehe­ma­li­ge Ober­stu­di­en­di­rek­tor des Gym­na­si­um St. Ste­phan, Pa­ter Egi­no Wei­den­hil­ler (gest. 2011), ver­spro­chen: „Wenn’s mit der Auf­nah­me­prü­fung nicht klappt, kannst du die 12. Klas­se noch ein­mal be­su­chen“. Das war 1998, und mit der „Auf­nah­me­prü­fung“war Bo­jadz­hievs Be­wer­bung am Richard-Strauss-Kon­ser­va­to­ri­um in München im Fach Cel­lo ge­meint. Bo­jadz­hiev be­stand, kehr­te nicht nach St. Ste­phan zu­rück, son­dern stu­dier­te er­folg­reich Cel­lo, um sich dann zu fra­gen: „War’s das?“

Zwar konn­te er bald Er­fol­ge und ver­schie­de­ne Prei­se vor­wei­sen, doch war es wirk­lich sein Traum, nur Cel­lo zu spie­len? „Die Of­fen­ba­rung kam, als ich auf der Su­che nach mei­ner Pro­fes­si­on die Film­hoch­schu­le in Berlin Ba­bels­berg ent­deck­te.“Jetzt war der Augs­bur­ger an­ge­kom­men, stu­dier­te er­neut, mach­te 2010 sei­nen Mas­ter, aber nicht oh­ne da­zwi­schen noch zu heiraten und Va­ter ei­ner Toch­ter (mitt­ler­wei­le sind es zwei) zu wer­den.

Schließ­lich hat­te Re­gis­seur Aron Leh­mann nicht nur für den Film „Die letz­te Sau“, in dem Schwä­bisch ge­spro­chen wird, in Bo­jadz­hiev den kon­ge­nia­len Mu­sik­part­ner ge­fun­den. Für den aus Nörd­lin­gen stam­men­den Aron Leh­mann hat Bo­jadz­hiev schon für „Kohl­haas oder die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Din­ge“die Mu­sik ge­schrie­ben und 2015 für Cul­tu­re-Clash-Ko­mö­die „High­ways to Hel­las“.

Pre­view von „Die letz­te Sau“am heu­ti­gen Frei­tag beim Lech­flim­mern im Fa­mi­li­en­bad am Plär­rer. Bei schlech­tem Wet­ter um 20.30 Uhr im Me­phis­toKi­no.

Fo­to: Ste­fan Bo­tev

Erst stu­dier­te Bo­ris Bo­jadz­hiev Cel­lo am Kon­ser­va­to­ri­um in München, da­nach fand er im Kom­po­nie­ren von Film­mu­si­ken sei­ne Be­ru­fung.

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