Feu­er­wal­ze im Fe­ri­en­pa­ra­dies

Die Flam­men auf La Pal­ma sind au­ßer Kon­trol­le. Die Schä­den könn­ten noch grö­ßer sein als beim bis­her schwers­ten Wald­brand auf der Ka­na­ren­in­sel. Ein Deut­scher gilt als Aus­lö­ser

Friedberger Allgemeine - - Panorama - VON RALPH SCHUL­ZE

La Pal­ma/Ma­drid Es wird wohl noch ein lan­ger Kampf ge­gen die Flam­men wer­den, pro­phe­zeit Fer­nan­do Cla­vi­jo. Die Lösch­ar­bei­ten in den In­sel­ber­gen des Fe­ri­en­pa­ra­die­ses La Pal­ma sei­en sehr schwie­rig, be­rich­te­te der Re­gie­rungs­chef der Ka­na­ri­schen In­seln in der Leit­stel­le im Ort El Pa­so. Un­zu­gäng­li­che Schluch­ten und wech­seln­de Win­de be­hin­der­ten die Brand­be­kämp­fung. Beim letz­ten Groß­brand in die­ser Re­gi­on vor sie­ben Jah­ren dau­er­te es 45 Ta­ge, bis al­le Flam­men ge­löscht wa­ren.

Der Wald­brand, der am Mitt­woch im ber­gi­gen Hin­ter­land auf der Ka­na­ren­in­sel La Pal­ma aus­brach, fraß sich nach Schät­zun­gen der Be­hör­den bis Frei­tag be­reits durch mehr als 3600 Hekt­ar Pi­ni­en­wald und Bu­sch­land – fünf Pro­zent der ge­sam­ten In­sel­flä­che. Das ist jetzt schon so viel, wie beim bis­her schwers­ten Brand im Jahr 2009 in der Berg­re­gi­on ver­nich­tet wur­de. Nun könn­te der Scha­den noch grö­ßer wer­den.

Elf Lösch­hub­schrau­ber und Lösch­flug­zeu­ge ent­leer­ten am Frei­tag pau­sen­los ih­re Was­ser­tanks über den Feu­er­fron­ten, die sich gleich­zei­tig Rich­tung Sü­den, Os­ten und Nor­den durch Berg­tä­ler und über Gip­fel fra­ßen. Ins­ge­samt 2500 Men­schen muss­ten be­reits ih­re Häu­ser ver­las­sen und wur­den in Ho­tels, Sport­hal­len und Schu­len un­ter­ge­bracht. Hun­der­te Sol­da­ten, Feu­er- wehr­män­ner, For­st­ar­bei­ter, Po­li­zis­ten und Frei­wil­li­ge sind im Ein­satz. Am Don­ners­tag war ein Lösch­hel­fer in den Flam­men um­ge­kom­men, ein wei­te­rer wur­de schwer ver­letzt.

Die Ka­na­ri­schen In­seln lei­den der­zeit un­ter ei­ner Hit­ze­wel­le mit Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 38 Grad. Ob­wohl über La Pal­ma die Son­ne schien, war der Him­mel durch die star­ke Rauch­ent­wick­lung vie­ler­orts grau. An den Strän­den, an de­nen sich tau­sen­de Ur­lau­ber er­ho­len, reg­ne­te es Asche. Auch Au­tos, Pools und Haus­dä­cher wa­ren vie­ler­orts durch den Asche­re­gen schwarz. Der Be­trieb des Flug­ha­fens im Wes­ten der In­sel, über den die meis­ten Tou­ris­ten ein­flie­gen, wird durch den Brand bis­her nicht be­ein­träch­tigt.

Be­woh­ner, wel­che im Ort Fu­en­ca­li­en­te die Brand­wal­ze auf ih­re Häu­ser vor­rü­cken se­hen, spra­chen im spa­ni­schen Fern­se­hen von ei­nem Alb­traum. Das Knis­tern und Rau­schen des bren­nen­den Wal­des sei auch aus meh­re­ren hun­dert Me­tern Ent­fer­nung noch zu hö­ren.

Die Po­li­zei hat­te kurz nach Aus­bruch des Feu­ers ei­nen Deut­schen fest­ge­nom­men. Den Be­am­ten zu­fol­ge ge­stand der 27-Jäh­ri­ge, der of­fen­bar in ei­ner Höh­le leb­te, dass er nach Ver­rich­tung der Not­durft das be­nutz­te Toi­let­ten­pa­pier an­ge­zün­det ha­be, um kei­nen Müll zu hin­ter­las­sen. Die Er­mitt­ler ver­mu­ten, dass das der Brand­aus­lö­ser war. Den Mann er­war­tet nun ei­ne An­kla­ge we­gen fahr­läs­si­ger Brand­stif­tung.

Foto: De­si­ree Mar­tin, afp

Au­ßer­halb des Or­tes El Pa­so auf La Pal­ma steigt Rauch von den Wald­brän­den auf. Ins­ge­samt 2500 Men­schen muss­ten auf der Ka­na­ren­in­sel seit dem Aus­bruch des Feu­ers ih­re Häu­ser ver­las­sen. Hun­der­te Sol­da­ten, Feu­er­wehr­män­ner, For­st­ar­bei­ter, Po­li­zis­ten und Frei­wil­li­ge sind im Ein­satz.

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