All­gäu­er Rad­le­rin setzt auf Marc Ba­tor

Li­sa Brennau­er kämpft am Sonn­tag beim Stra­ßen­ren­nen um Gold. Dass sie da­von träu­men darf, liegt auch an dem frü­he­ren Ta­ges­schau­spre­cher

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 - VON PE­TER DEININGER

Rio Marc Ba­tor geht im Al­ter von 43 Jah­ren als Typ Sun­ny­boy durch, auch wenn er häu­fig schlech­te Nach­rich­ten über­brin­gen muss. Sein Ge­sicht kennt fast je­der in Deutsch­land. Der ge­bür­ti­ge Han­no­ve­ra­ner hat in der ARD 13 Jah­re lang die Ta­ges­schau mo­de­riert und nun bei Sat.1 das Sa­gen. In den kom­men­den Ta­gen wird er in Rio de Janei­ro als Zu­schau­er die Stra­ßen­r­ad­ren­nen ver­fol­gen und wür­de ei­nes da­von am liebs­ten auf die­se Wei­se kom­men­tie­ren: „Gu­ten Tag mei­ne Da­men und Her­ren. Gro­ßer Tag für Deutsch­lands Olym­pia­mann­schaft. Die Rad­sport­le­rin Li­sa Brennau­er konn­te heu­te an der Co­paca­ba­na von Rio de Janei­ro ih­ren Traum vom Gold ver­wirk­li­chen.“

Zwei Chan­cen hat die All­gäue­rin aus Du­rach – am Sonn­tag beim Stra­ßen­ren­nen und am Mitt­woch in ih­rer Spe­zi­al­dis­zi­plin Ein­zel­zeit­fah­ren. Die 28-Jäh­ri­ge war schon ei­ni­ge Ma­le Welt­meis­te­rin, und weiß, dass der Frau­en­rad­sport („Ei­ne Ni­sche von der Ni­sche“) PRSchub­kraft ver­tra­gen kann.

Da kommt Ba­tor ins Spiel. Der Nach­rich­ten­pro­fi war im­mer schon ein glü­hen­der Rad­sport­fan, ei­ne ei­ge­ne Kar­rie­re ver­hin­der­te sei­ne Mut­ter. Sie hielt den Sport für ei­nen Ju­gend­li­chen zu ge­fähr­lich. Als Se­ni­or hat er ei­ni­ge Li­zenz­ren­nen hin­ter sich und sei­ne Lie­be zur Bran­che da­mit nur noch mehr ent­facht. Mit sei­ner Agen­tur Team Vi­si­on be­müht sich der Wahl­Ber­li­ner dem deut­schen Rad­sport nach schwie­ri­gen Jah­ren Per­spek­ti­ven auf­zu­zei­gen. Die Wie­der­be­le­bung der Deutsch­land Tour ab 2018 ist nur ein Re­sul­tat sei­ner Ar­beit.

Ba­tor hilft mit sei­nen Kon­tak­ten auch Li­sa Brennau­er. „Auf die­se Wei­se kann ich da­zu bei­tra­gen, dass mehr über un­se­ren Sport be­rich­tet wird.“Am liebs­ten na­tür­lich mit ih- ren ei­ge­nen Leis­tun­gen. Die All­gäue­rin sitzt in der Mi­xed Zo­ne des olym­pi­schen Dor­fes in ei­nem Lie­ge­stuhl und weiß nach den ers­ten Test­fahr­ten was sie er­war­tet. Zwei Stre­cken, die mit ih­ren An­stie­gen, größt­mög­li­che An­for­de­run­gen stel­len.

Im Stra­ßen­ren­nen am Sonn­tag geht es am En­de der 137 Ki­lo­me­ter lan­gen Stre­cke fast acht Ki­lo­me­ter steil berg­auf. Von der Tak­tik ei­nes an­ge­schla­ge­nen To­ny Mar­tin, der sich im Män­ner­ren­nen (Sams­tag) für das Zeit­fah­ren scho­nen will, hält sie nichts. „Für mich per­sön­lich wä­re es ein Rück­schritt, wenn ich sa­gen wür­de ich le­ge letzt mal die Bei­ne hoch.“Das kommt für die All­gäue­rin nicht in­fra­ge. Das wür­de die Mann­schaft schwä­chen, fin­det sie. Au­ßer­dem hat sie die Er­fah­rung ge­macht, dass sie nach har­ter Be­las­tung sehr gu­te Ren­nen ge­fah­ren ist. Das Pro­fil der Stre­cke ist ihr je­doch nicht auf den Leib ge­schnei­dert. Der lan­ge An­stieg ist eher et­was für Spe­zia­lis­tin­nen wie Clau­dia Lich­ten­berg aus Mün­chen. „Sie wird ab­war­ten und auf­pas­sen, was die an­de­ren Berg­fah­re­rin­nen ma­chen“, glaubt Brennau­er. Sie will mit ih­ren an­de­ren Kol­le­gin­nen dar­auf ach­ten, dass im­mer ei­ne Deut­sche da­bei ist, wenn sich in­ter­es­san­te Grup­pen bil­den. „Das wird ein sehr spe­zi­el­les Ren­nen“, ist sie über­zeugt.

Der Wind und die er­war­te­ten hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren könn­ten wich­ti­ge Fak­to­ren in dem klei­nen Feld von nur 67 Fah­re­rin­nen wer­den. An­ge­sichts des au­ßer­ge­wöhn­li­chen Pro­fils der Stre­cke rech­net sie höchs­tens mit ei­ner Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von 37 St­un­den­ki­lo­me­tern. Es ist für Span­nung ge­sorgt – auch am Mitt­woch. „Das Zeit­fah­ren ist mei­ne Dis­zi­plin. Dar­auf ha­be ich mich spe­zi­ell vor­be­rei­tet.“Marc Ba­tor drückt die Dau­men, dass sich das aus­zah­len wird.

Foto: Ja­vier Li­zon, dpa

Li­sa Brennau­er aus Du­rach hol­te Sil­ber beim Stra­ßen­ren­nen der Welt­meis­ter­schaf­ten 2014. Sie wird un­ter­stützt vom ehe­ma­li­gen Ta­ges­schau­spre­cher Marc Ba­tor.

Marc Ba­tor (2005)

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