Wie läuft’s, wenn’s nicht mehr läuft?

Nach ei­ner Tren­nung muss der Ex-Part­ner beim Auf­lö­sen mit­wir­ken

Friedberger Allgemeine - - Immo-börse Vermietungen - Son­ja Na­gel im­mo­bi­li­en@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Will ein Ehe­part­ner nach ei­ner Tren­nung aus dem ge­mein­sa­men Miet­ver­trag aus­schei­den, muss der an­de­re Part­ner da­bei mit­wir­ken. Der Aus­zie­hen­de hat ei­nen An­spruch dar­auf, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Hamm (Az.: 12 UF 170/15). Das gilt auch, wenn noch al­te Rech­nun­gen of­fen sind, be­rich­tet die Ar­beits­ge­mein­schaft Fa­mi­li­en­recht des Deut­schen An­walt­ver­eins (DAV).

In dem Fall zog ein Ehe­mann nach der Tren­nung aus. Die Frau blieb mit den Kin­dern in der ge­mein­sa­men Woh­nung. Der Mann woll­te sich ge­gen wei­te­re Miet­for­de­run­gen ab­si­chern. Des­halb ver­lang­te er noch vor der Schei­dung, dass die Ehe­frau bei der ge­mein­sa­men Mit­tei­lung an den Ver­mie­ter mit­wirkt. Die­se wei­ger­te sich mit dem Ar­gu­ment: Es sei­en noch al­te Rech­nun­gen für Ne­ben­kos­ten und Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten of­fen. Der Mann klag­te da­ge­gen.

Die Rich­ter ga­ben ihm Recht. Ha­ben bei­de ur­sprüng­lich den Miet­ver­trag un­ter­schrie­ben, kön­nen sie die­sen auch nur ge­mein­sam auf­lö­sen. Die Frau sei ver­pflich­tet, schon vor dem Schei­dungs­ter­min bei der ge­mein­sa­men Mit­tei­lung an den Ver­mie­ter mit­zu­wir­ken. Denn der Mann ha­be ein In­ter­es­se dar­an, dass er für künf­ti­ge Miet­zah­lun­gen nicht ein­ste­hen muss. Da al­te An­sprü­che – et­wa of­fe­ne Rech­nun­gen – da­durch nicht ver­lo­ren ge­hen, kön­ne sich die Frau dar­auf nicht be­ru­fen. Die Än­de­rung des Miet­ver­trags ist erst mit der Schei­dung wirk­sam. Schei­det der Mann aus dem Ver­trag aus, gilt dies nur für die Zu­kunft.

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