Wal­traud macht kei­ne Pro­ble­me

Friedberger Allgemeine - - Bayern - VON RU­PERT HUBER Mensch und Tier re­dak­ti­on@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Kei­ne Be­zie­hung ist sen­si­bler als die zwi­schen Mensch und Tier. Des­halb emp­fiehlt es sich, dass der Ho­mo sa­pi­ens sich gut stellt mit den We­sen, die ihm das Le­ben schö­ner ma­chen oder auch ver­gäl­len. Wal­traud et­wa hat kei­ne Pro­ble­me mit uns. Sie spinnt ih­re Fä­den auf dem Bal­kon und rund­her­um. Wir las­sen sie in Frie­den und be­grü­ßen sie je­den Mor­gen. So wie all­jähr­lich der Som­mer-Cock­tail aus­ge­ru­fen wird, be­kommt ein Spinn­chen stets im Ju­li sei­nen Na­men. Wal­traud ar­bei­tet ge­räusch­los an ih­rem Netz­werk. Dass die­ses nicht so­zi­al ist, merkt die dum­me Stu­ben­flie­ge erst, wenn der Ver­dau­ungs­ap­pa­rat Wal­trauds in Gang kommt.

Ei­ne Spin­ne kommt über­all rein, ei­ne träch­ti­ge Kuh nicht durch die Haus­tür. Weil so ein Rind­vieh halt nicht Brei­te mal Hö­he che­cken kann. Kein Vor­wurf! Das ist auch schon Au­to­fah­rern pas­siert. Un­se­re Ver­mu­tung: Das be­lei­dig­te Tier war von je­ner Droh­ne ver­folgt wor­den, die sich von den Luf­träu­men über dem Land­kreis Dach­au nach Ro­sen­heim ver­irrt hat.

Da die Bie­nen-Droh­ne im ur­sprüng­li­chen Wort­sinn der Frucht­bar­keit dient, soll­te man zu­min­dest den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof ein­schal­ten. In­wie­fern dient ei­ne Ama­zon-Lie­fe­rung via Droh­nung der Fort­pflan­zung? Und was pas­siert zi­vil­recht­lich, wenn die Droh­ne ge­gen ei­ne Pas­sa­gier­ma­schi­ne knallt, die deut­sche Ur­lau­ber nach An­ta­lya bringt? Wie sol­len die Tür­ken dann un­se­re de­mo­kra­ti­schen Wer­te ken­nen­ler­nen, wenn die Lie­ge­stüh­le leer­blei­ben und kei­ner mehr mit dem Fin­ger nach dem Pool­boy schnippst?

Ist die bio­lo­gi­sche Droh­ne schon ei­ne ar­me Sau, ist es das von Bau­ern be­schimpf­te Wild­schwein nicht min­der. Was auch für den ge­fürch­te­ten Wasch­bä­ren gilt, der sich als Mi­grant die Hes­sen-Bay­ernRou­te aus­ge­dacht hat. Bei­de sind als Müll­schlu­cker ge­schätzt wie ge­fürch­tet. Weil ih­nen die Müll­tren­nung am Hin­tern vor­bei­geht.

Wal­traud aber ent­sorgt un­auf­fäl­lig.

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