In Rio sind die We­ge kurz – manch­mal

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 - VON PE­TER DEI­NIN­GER pe­de@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Olym­pia ist ei­ne lo­gis­ti­sche Her­aus­for­de­rung, auch für Re­por­ter. Ir­gend­wann hat zwar ei­ner vom In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tee er­zählt, dass in Aus­sicht ge­stell­te Spie­le der kur­zen We­ge die Chan­cen ei­nes Be­wer­bers er­hö­hen. Aber das ist schon lan­ge her und die Ca­rio­cas, wie sich die Be­woh­ner von Rio de Janeiro nen­nen, den­ken oh­ne­hin in an­de­ren Di­men­sio­nen.

Rund zwölf Mil­lio­nen Men­schen le­ben im Groß­raum Rio und ha­ben des­halb ei­ne ganz an­de­re Vor­stel­lung von Dis­tanz als wir im ver­trau­ten Eu­ro­pa. Stel­len Sie sich vor, Sie wol­len ein Rad­ren­nen in Kauf­beu­ren be­su­chen, an­schlie­ßend zum Ho­ckey nach Augs­burg und dann zum Se­geln an den Starn­ber­ger See. Die­se Ent­fer­nun­gen gibt es im olym­pi­schen Ex­trem­fall zu meis­tern.

Wenn es schlecht läuft, wer­den die sport­li­chen Wett­be­wer­be manch­mal zu zeit­li­chen Kurz­ein­hei­ten zwi­schen aus­ge­dehn­ten Tou­ren in Bus oder Me­tro.

Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass die bra­si­lia­ni­schen Stra­ßen­bau­er of­fen­sicht­lich Wen­de­mög­lich­kei­ten als zu ver­nach­läs­si­gen­de Grö­ße be­trach­ten. Es kann des­halb vor­kom­men, dass der Bus­fah­rer zu­nächst fünf Ki­lo­me­ter nach Os­ten gon­delt, um dann wie­der vier zu­rück­zu­fah­ren, um die ge­wünsch­te Ab­zwei­gung zu er­rei­chen. Links, rechts, vor, zu­rück – das macht Spaß, das bringt Glück.

Wie das Smart­pho­ne zum un­ent­behr­li­chen Hel­fer wird

Rich­tig un­an­ge­nehm wird es, wenn die Jour­na­lis­ten vor dem Ein­stieg die Hin­wei­se am Bus all­zu flüch­tig re­gis­trie­ren. MTM steht für Haupt­bus­bahn­hof (Main Trans­port Mall), aber da wa­ren eben auch die Kür­zel BV1 und BV2. Al­so geht es zu­nächst in den Stadt­teil Bar­ra und dann erst in die ge­wünsch­te Rich­tung. Ge­schätz­ter Zeit­ver­lust: rund 50 Mi­nu­ten.

Nach ei­ni­gen Ta­gen ha­ben sich aber Au­ge und Ge­hirn der­art syn­chro­ni­siert, dass es nicht zu wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen kommt. Das liegt auch an der freund­li­chen Un­ter­stüt­zung von TM. Ein Spross aus der App-Fa­mi­lie. Der „Trans­port Me­dia­pla­ner“hilft da­bei, sich auf dem Smart­pho­ne die güns­tigs­te Fahrt­rou­te zu­sam­men­zu­stel­len.

Am Mitt­woch wird es den­noch schwie­rig. Zwi­schen dem Ein­zel­zeit­fah­ren mit der Du­ra­che­rin Li­sa Brennau­er in Pon­tal und dem Ka­nu­sla­lom des Augs­bur­gers Han­nes Ai­g­ner sind ein paar St­un­den Ab­stand, aber auch 56 Ki­lo­me­ter An­rei­se.

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