Phelps hat noch nicht ge­nug

Der Su­per­star ge­winnt mit der Staf­fel sein 19. Olym­pia-Gold. Wei­te­re sol­len fol­gen

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Micha­el Phelps kann von Gold­me­dail­len ein­fach nicht ge­nug be­kom­men. Im Krei­se sei­ner Staf­fel­kol­le­gen küss­te der nun 19-ma­li­ge Olym­pia­sie­ger über­glück­lich den Be­weis sei­ner Re­kord­samm­lung. Stolz ap­plau­dier­te auf der Tri­bü­ne die zu Trä­nen ge­rühr­te Ver­lob­te Ni­co­le John­son, das drei Mo­na­te al­te Ba­by Boo­mer im Tra­ge­gurt vor sich ge­schnallt. Da­ne­ben ju­bel­te Micha­els Ma­ma Deb­bie mit USA-Fähn­chen in der Hand.

Ins­ge­samt 23 olym­pi­sche Pla­ket­ten ste­hen nun in der Vi­ta von Phelps – und es sol­len noch mehr wer­den. „Ich will vier­mal Gold ge­win­nen“, lau­tet das Rio-Ziel des 31-Jäh­ri­gen, der bei der Sie­ger­eh­rung ein paar Trä­nen ver­goss.

Fre­ne­tisch fei­er­te das Pu­bli­kum die ers­te von sechs mög­li­chen Gold­me­dail­len von Rio. Phelps brach­te sein Team als zwei­ter Schwim­mer in Füh­rung. Die viert­bes­te Zeit al­ler 32 Fi­nal-Ak­teu­re beim Sieg der Frei­stil­staf­fel über 4 x 100 Me­ter be­le­gen sei­ne gu­te Form. „So schnell war ich noch nie“, sag­te der Aus­nah­me­sport­ler.

Schon lan­ge vor dem ers­ten Start von Phelps in Rio ho­ben die Ver­an­stal­ter den Stel­len­wert noch ein­mal ex­tra her­vor. Erst­mals wur­den Bil­der aus dem Ein­schwim­men­be­cken li­ve in der Wett­kampf­hal­le auf der Vi­deo­lein­wand ge­zeigt, al­le freu­ten sich auf die Rück­kehr des Jahr­hun­dert­sport­lers. Und vier Jah­re nach sei­nem emo­tio­na­len Ab­schied im Lon­do­ner Aqua­tics Cent­re war Phelps wie­der auf der größ­ten Sport­büh­ne der Welt zu­rück. Der 31-Jäh­ri­ge war sicht­lich ge­rührt.

Phelps ge­nießt die­se Spie­le ganz be­son­ders, nicht nur weil ihm die Eh­re des Fah­nen­trä­gers bei der Er­öff­nungs­fei­er zu­teil­wur­de. Die Ge­burt sei­nes Soh­nes Boo­mer hat den einst un­nah­ba­ren Su­per­star ver­än­dert und of­fe­ner ge­macht.

Zu­dem lie­gen har­te Jah­re hin­ter Phelps, der nach sei­nem ver­meint­li­chen Kar­rie­re­en­de 2012 nichts Sinn­vol­les mit sei­ner Zeit an­zu­fan­gen wuss­te. Die Al­ko­hol- und Spiel­sucht en­de­te in ei­ner ra­sen­den Fahrt mit 1,4 Pro­mil­le. Die Fest­nah­me, ei­ne Ver­ur­tei­lung zur zwei­ten Be­wäh­rungs­stra­fe nach 2004 und ei­ne Sucht­the­ra­pie mit 45 Ta­gen in ei­ner Ent­zugs­kli­nik wa­ren die Fol­ge.

Die Fa­mi­lie hat Phelps den Halt ge­ge­ben, der im Par­ty­le­ben bei vie­len Gol­f­run­den ver­lo­ren ge­gan­gen war. 2000 in Syd­ney schnup­per­te der US-Ame­ri­ka­ner als 15-Jäh­ri­ger erst­mals Olym­pia-Luft. Und die macht ihn so süch­tig, dass er nicht auf­hö­ren kann. „Es wä­re fan­tas­tisch, als ers­ter Schwim­mer über drei­ßig olym­pi­sches Gold in ei­nem Ein­zel­wett­kampf zu ge­win­nen“, sag­te der 31-Jäh­ri­ge. Die ers­te Chan­ce da­zu hat er über 200 Me­ter Schmet­ter­ling.

Fo­to: Da­ve Hunt, dpa

Micha­el Phelps ist der er­folg­reichs­te Olym­pio­ni­ke al­ler Zei­ten. Und noch ist sei­ne Rei­se nicht zu En­de.

Fo­to: Bryn Len­non, afp

Ge­nau ein Jahr zu­vor war die Nie­der­län­de­rin schon ein­mal schwer ge­stürzt. Da­mals wie jetzt kam sie ver­gleichs­wei­se glimpf­lich da­von.

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