Am Hoch­ab­lass wird um­ge­baut

Die Kon­struk­ti­on ist nicht mehr sta­bil ge­nug. Im kom­men­den Jahr sol­len die Ar­bei­ten be­gin­nen. Die Fisch­trep­pe ist in der War­te­schlei­fe. Die Pro­jek­te wer­den teu­er

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON STE­FAN KROG

Nach mehr als 100 Jah­ren muss ei­nes der Haupt­weh­re am Hoch­ab­lass er­neu­ert wer­den. Es han­delt sich um das so ge­nann­te Wal­zen­wehr, das di­rekt öst­lich des tur­mar­ti­gen Ge­bäu­des auf dem Hoch­ab­lass-Wehr liegt. Das Pro­blem: Die Stahl­kon­struk­ti­on hat ihr „na­tür­li­ches Le­bens­al­ter“er­reicht. Zu­dem hielt das Wehr zwar fast 105 Jah­re di­ver­sen Hoch­wäs­sern stand, ei­ne sta­ti­sche Be­rech­nung zur Stand­si­cher­heit gibt es aber nicht.

Nun gibt es Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit dem Denk­mal­schutz, der ei­ne Sa­nie­rung be­für­wor­tet. Doch Tief­bau­amts­lei­ter Jo­sef We­ber winkt ab. „Bis zu 70 Pro­zent der Wal­ze wird als nicht mehr wie­der­ver­wen­dungs­fä­hig ein­ge­schätzt.“Zu­dem sei ei­ne Sa­nie­rung deut­lich teu­rer als ein Neu­bau.

Als Kom­pro­miss soll nun ei­ne neue Stahl­wal­ze ge­baut wer­den, die den heu­ti­gen Si­cher­heits­an­for­de- ge­nügt. Da­mit sie ge­nau­so aus­sieht wie ih­re Vor­gän­ge­rin, wird sie so­gar Nie­ten-At­trap­pen be­kom­men. Die Kos­ten für die neue Wal­ze sind noch un­klar. Das Tief­bau­amt will, wenn mehr Klar­heit herrscht, im kom­men­den Früh­jahr den Auf­trag für das et­wa 20 Me­ter brei­te Wehr er­tei­len. „Wir müs­sen mit ei­nem hal­ben Jahr Lie­fer­zeit rech­nen. Im Herbst 2017 wol­len wir das Wehr dann ein­bau­en. Die Zeit drängt“, sagt We­ber. Nicht nur bei Hoch­was­ser sei ent­schei­dend, dass die Weh­re funk­tio­nie­ren. Das al­te Wehr sol­le aus­ge­baut und mög­li­cher­wei­se in der Nä­he mit Hin­weis­ta­feln aus­ge­stellt wer­den.

Auch an an­de­rer Stel­le gibt es am Hoch­ab­lass Hand­lungs­be­darf. Die Bau­ver­wal­tung hat schon vor Jah­ren dar­auf auf­merk­sam ge­macht, dass mit­tel­fris­tig ei­ne Tei­ler­neue­rung des Stegs nö­tig ist. 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den da­für ver­an­schlagt. Bis­her ist nichts pas­siert. Der Hoch­ab­lass als wich­tigs­te Wehr­an­la­ge in kos­tet die Stadt ins­ge­samt nicht we­nig Geld. Zwi­schen 1999 und 2006 steck­te die Stadt 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro in die Sa­nie­rung des in die­ser Form 1912 ge­bau­ten Weh­res. Pfei­ler wa­ren brö­se­lig und un­ter­spült.

Un­ter­des­sen läuft das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren für die um­ge­plan­te Fisch­trep­pe am Was­ser­kraft­werk der Stadt­wer­ke auf der an­de­ren Sei­te des Hoch­ab­las­ses im­mer noch. Das Kraft­werk war En­de 2013 ans Netz ge­gan­gen, der Fisch­pass soll­te 2014 fol­gen. Doch erst mach­te ein un­ter­ir­di­sches Rohr, über das der Kuh­see ent­leert wer­den kann und das über­ra­schend auf­tauch­te, Pro­ble­me. Dann stell­te sich her­aus, dass die den Bür­gern ver­spro­che­ne na­tur­na­he Va­ri­an­te mit Na­tur­stei­nen so nicht funk­tio­niert. In­zwi­schen pla­nen die Stadt­wer­ke als Bau­herr ein La­by­rinth aus 70 Be­ton­be­cken, das Fi­schen auf et­wa 220 Me­tern Län­ge den Auf­stieg um 7,5 Me­ter er­mög­li­chen soll. So­bald die Gen­eh­run­gen mi­gung vor­liegt, so die Stadt­wer­ke, wol­le man die Ar­bei­ten aus­schrei­ben. Of­fen ist, ob ein Start noch in die­sem Jahr rea­lis­tisch ist. So­lan­ge die Fisch­trep­pe nicht fer­tig ist, müsAugs­burg sen auch die an­de­ren Au­ßen­ar­bei­ten in dem Be­reich zu­rück­ge­stellt wer­den, weil die an­rü­cken­den Bau­ma­schi­nen sonst Schä­den an­rich­ten wür­den.

Die Fisch­trep­pe (links) wird um­ge­plant. Da ei­ne na­tur­na­he Va­ri­an­te nicht mög­lich ist, läuft es auf Be­ton­be­cken wie an der Wertach bei Bo­bin­gen (rechts) hin­aus.

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